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A Quiet Place

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A Quiet Place Kritik

A Quiet Place Kritik

A Quiet Place Kritik
0 Kommentare - 12.05.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "A Quiet Place" ist.
A Quiet Place

Bewertung: 2.5 / 5

Mysteriöse Aliens haben die Erde übernommen und viele Menschen ermordet. Sie sind vor allem deshalb so gefährlich, weil sie schon von dem kleinsten Geräusch angelockt werden können. Zu den Überlebenden gehört auch die Familie Abbott. Lee (John Krasinski) und seine Frau Evelyn (Emily Blunt) haben drei gemeinsame Kinder namens Reagan (Millicent Simmonds), Marcus (Noah Jupe) und Beau (Cade Woodward). Sie befolgen die wichtigste Regel, keine Geräusche zu machen. Seit jeher verständigt sich die Familie also per Zeichensprache und ist ständig im verlassenen New York unterwegs. Bei einem Ausflug findet Beau ein battetriebenes Spielzeug, was für Ärger sorgen wird.

Nehmen wir mal an, wir sind nur auf einer Unterhaltungsebene. Auf dem Weg, den Film als Film zu sehen und als mehr eben nicht. A Quiet Place möchte das und wir sind mal so frei und gehen darauf ein, um zu sehen, wo wir dann landen. Gezeigt wird zunächst eine scheinbar postapokalyptische Welt, in der eine Familie das triste Dasein einer der letzten – vielleicht auch der allerletzten – Familien auf dem Planeten zu sein. Doch dieser Planet ist nicht mehr so, wie er eben mal war und seltsame Außerirdische haben die Welt übernommen, die Menschheit zum Großteil ausgerottet und die hier gezeigte Familie Abbott lebt ein Dasein im Schatten. Nur noch selten können sie vor die Tür, die heimische Welt verlassen und verbringen ihren Lebtag, damit zu überleben. Unterdessen ist die Familie hier am Lieben. Was auch immer das heißen mag. Und will meinen, daß A Quiet Place vor allem zeigt, wie wichtig es doch ist, in einer Familie zusammenzuhalten und einander zu lieben. Die Tatsachen liegen also offen da, denn allegorisch ist das fast kaum noch und man muss sagen, daß der Film vor allem damit hadert, die Bedeutung der Familie über die globale Existenz zu stellen. Und das will er ja, oder warum ansonsten zeichnet sich hier eine Welt ab, in der quasi nur Menschen des gleichen Blutes im Mittelpunkt stehen.

Zu allem Überfluss und in eine ungewisse Zukunft hinein wird Mutter Evelyn Abbott in naher Zukunft auch noch ein Kind gebären. Ein Kind, in eine ungewisse, grausame, tödliche und brutale Zukunft. Für Regisseur, Hauptdarsteller und Drehbuchautor ging es in diesem Werk vor allem um die Angst davor, Vater zu werden. Auch das ist keine besonders tiefschürfende Metapher oder bloße Behauptung. Er sagte das selbst und man muss auch kein Genie sein, um diese Verbindung zwischen Ungewissheit und Tatsache zu sehen. Und dann ist das Problem vor allem, daß sich über diesen Konservatismus hinaus keinerlei Substanz anbietet. Systemische Gedanken müssen hier keine Rolle spielen, es könnte den Figuren und den Künstlern aber gleichermaßen negativ ausgelegt werden. Gehen wir also mal einen Schritt zurück. Dann haben wir diese zerstörte Welt, die in jeder anständigen Dystopie auf Fehlschläge und bewusste Zerstörung der Menschheit zurückzuführen ist. Ein Paradebeispiel für dies Klischee ist unter anderem auch I Am Legend (2007), der zuweilen wie das klare Vorbild dieses Werkes hier anmutet. Die Frage kommt unweigerlich auf, wer ist für die Zerstörung verantwortlich? Die Wissenschaftler da oben, oder eben doch jeder Bürger noch dazu? Egal wie man es dreht und wendet, Krasinski gelingt es nicht, sich vor dieser Frage zu drücken und beiden Fällen kommen Menschen – egal welcher Position innerhalb der Gesellschaft – nicht gut weg. Das hier könnte auch klar nach dem Motto „Nach mir die Sintflut“ gedreht worden sein.

A Quiet Place ist in erster Linie aber ein Werk über Stille. Die Stille symbolisch zu deuten ist mit Verlaub gesagt etwas bescheuert. Denn was soll Stille schon sein? Das bisherige Leben vor der Katastrophe war laut und nun hat man das Maul zu halten? So ganz erschließt sich das nicht und währenddessen geht Krasinski mit seinen Figuren noch einen weiteren Schritt zurück in die Vergangenheit, indem er eben klassische Rollenmuster von Jägern und Sammlern, wie auch von Hausfrauen und Müttern reproduziert. Die Mutter hier ist schwanger und da wäre sie wieder, die Urangst davor, ein Kind in diese moderne Welt zu setzen. Aber das ist ehrlich gesagt keine Entwicklung, wie auch die Figuren hier eigentlich kaum etwas durchleben oder durch etwas gehen, was sie grundlegend verändert. Es ist einfach so, daß sie durch diese kaputte Welt getrieben werden und bis zum Ende in dieser kaputten Welt bleiben. Die Inszenierung erinnert dabei ein wenig an Arrival (2016) nur eben ohne dessen Niveau annähernd zu erreichen. Die Frage ist ja auch während der Geburt vorhanden. Warum hat die Frau still zu sein? Klar, offenkundig, weil sie sonst von Aliens getötet würde. Aber das ist ja genauso symbolträchtig, wenn eine Frau, de gerade gebärt, genau das Gegenteil von dem tut, was man eigentliche erwarten sollte.

An könnte an anderer Stelle noch recht böse zu A Quiet Place sein und ihm unterstellen, er sei Pro-Waffen. Denn tatsächlich kann die Familie hier zum Schluss nur noch mit Gewehren und Gewalt beschützt werden. Das wiederum ist ein relativ rechtes Thema, daß in den Staaten auch in jedem Wahlkampf wieder eine Rolle spielt. Natürlich möchte Krasinski das wohl eher weniger hören, aber gänzlich abstreiten lässt sich ja nicht, daß Waffen hier sehr nützlich und scheinbar auch notwendig sind, um das eigene Land und die eigene Familie zu beschützen. Aber wir wollen mal nicht so sein und blicken doch lieber auf andere Dinge im Film. Leider kommt A Quiet Place auch da nicht sonderlich gut weg, weil er einfach sehr langatmig ist, wenn er seine Figuren mit Klischees fühlt und abseits der Kernidee nichts weiter zu bieten hat. Keine Warum-Fragen, eine systemische Auseinandersetzung. Was hat dazu geführt? Und jedwede Verantwortung der Gesellschaft gegenüber wird ausgetauscht durch die Verantwortung gegenüber der Familie. Da verblasst dann auch die Atmosphäre relativ schnell und was verbleibt, ist gähnende Leere und ähnliche Stille, wie im Film.

Warum sich A Quiet Place über die Jahre zu seinem kleinen Klassiker mauserte, ist unbegreiflich. Der Film ist so Inhalts-befreit wie er dumm ist. Schauspielerisch ganz nett gemacht, verschießt das Werk zu schnell sein Pulver und hat abseits vom Schutz der Familie nichts zu sagen. Und dafür braucht man wirklich keinen Film. Denn da gibt es genügend andere Vertreter.

Trailer zu A Quiet Place

A Quiet Place Bewertung
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510

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