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Zimmer 1408

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Zimmer 1408 Kritik

Zimmer 1408 Kritik

Zimmer 1408 Kritik
0 Kommentare - 12.05.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Zimmer 1408" ist.

Bewertung: 3 / 5

Der erfolgreiche Autor Mike Enslin (John Cusack) schreibt vorwiegend Bücher über Hotels, in denen es spukt. Als seine Frau stirbt, stürzt er sich tief in seine Arbeit und ein mysteriöser Fall im Dolphin Hotel in New York erregt seine Aufmerksamkeit. Im dortigen Zimmer 1408 seien bereits Sechsundfünfzig Gäste gestorben. Kurzerhand begibt er sich auf den Weg und trotz aller Warnungen durch den Hotelmanager Gerald Olin (Samuel L. Jackson) zieht Enslin in das Zimmer.

Kein unbekanntes Terrain betritt Zimmer 1408 schon zu Beginn, ohne den Film jemals besprochen zu haben. Klar ist das trivialer Meta-Quatsch, zumindest vorerst, wenn man darauf hinweist, daß die zugrunde liegende Kurzgeschichte von Stephen King sich wieder einmal mit einem einsamen Hotel befasst. Und wenn man so ein wenig in düstere Thriller eintaucht und eben an Hauptdarsteller John Cusack denkt, muss man unweigerlich auch irgendwie auf James Mangolds Identität (2003) zu sprechen kommen. Nun wie gesagt, alles Trivial und vielleicht ist das auch eine gute Herleitung, um über das Werk von Regisseur Mikael Håfström zu sprechen. Denn wenn man mal ehrlich ist, ist auch Zimmer 1408 ein recht triviales Werk über Trauerverarbeitung und real gewordene Fiktion, oder eben doch nicht? Das Problem, was der Film unweigerlich aufmacht, ist, daß er für den Zuschauer bis zum Schluss kaum ergründbar sein soll. Wie unzählige – und häufig auch sehr dumme – Horrorfilme ist dieser hier selbstgefällig und darin dilettantisch, daß er mit überirdischem Gefasel spielt, während es im Kern eigentlich um einen Schicksalsschlag geht. Lange Rede kurzer Sinn, es geht darum, den Tod der eigenen Tochter zu verarbeiten und den wahren Horror eben in jedem Tod zu sehen.

Daß ist konservative Filmemache und das sagt man eben nicht aus dem Gedanken heraus, daß man überlegen wäre oder nicht um geliebte Menschen trauern würde. Allerdings ist das einfach und alles andere drumherum ist dann doch eher Effekthascherei, die sich mit den Urängsten und vor allem Aberglauben zufriedengibt. Auf wirklich einfache – nicht unbedingt grauenhafte schlechte – Art und Weise möchte Håfström dem Zuschauer vermitteln, daß dieses Hotel, speziell des titel gebende Zimmer eben etwas Böses in sich birgt und ein geschultes Filmauge wird dann auch recht schnell erkennen, worauf das hinaus muss. Das ist ebenso klar, wie die Rückblenden und Telefonate mit ehemals geliebten Menschen, die noch einmal zusätzlich verdeutlichen, was eben die Grundlage für die Charaktere ist. Zimmer 1408 ist also in jedem Belang ein erwartbarer Film über Trauer und Urängste. In seiner Zeit, im Jahr 2007, ist aber klar, daß das auch irgendwo ein ungewöhnlicher Film ist. Denn während die großen Vertreter des Horror-Unterhaltungskinos vor allem aus dem Gore-Bereich stammten und Werke wie Saw (2004) die Welt mit Schwachsinn fluteten, ist dieses Werk hier die Antithese dieser Ideologie, schwachsinnigem Neoliberalismusses. Denn Zimmer 1408 ist vor allem ein subversiver Film, der in wenigen Momenten blutig und unanschaubar ist. Dafür aber retrospektiv eben auch keinen besonderen Eindruck hinterlässt.

Nun kann man Zimmer 1408 am ehesten positiv betrachten, wenn man sich an den Trivialitäten jener Produktion abarbeitet. Während in vielen King-Werken, so etwa in Es (2017) oder Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers (1986) vor allem das idyllische Kleinstadtleben im Vordergrund stand, ist es hier wiederum New York City als Ort der Handlung. Ehrlich gesagt sieht man aber ob des Minimaltischen und teils kammerspielartigem Charmes nicht viel von der absurd überfordernden Metropole und daher ist es eben auch so trivial, wie der Film eben selbst ist. Ansonsten kann man natürlich auch schnell Vergleiche zu Shining (1980) anstellen, wobei man damit vorsichtig sein sollte. Die Qualität eines Kubrick-Films wird hier nämlich bei weitem nicht erreicht. Viel eher gelingt es Hauptdarsteller John Cusack sich, als wahrhaftiges Talent zu zeigen. Denn sein Spiel, sein psychischer Verfall, seine Geheimnisse und seine Ängste sorgen dafür, daß man als Zuschauer trotz dessen, daß man hier eine erwartete Wendung serviert bekommt, nicht aufgibt. Klar ist das kein Tour de France-Akt an Schauspielerei und dennoch trägt Cusack den Film so gut, daß man sich fragt, warum er nicht eine viel größere Karriere hingelegt hat.

Gänzlich teilhaben an der Gefühlswelt von Mike Enslin lässt einen aber nicht nur Cusack, sondern auch Regisseur Håfström, der den psychischen Verfall seiner eigenen Hauptfigur immer weiter bebildert. Der Dreck und Morast, dieses angeblich prunkvollen Ortes lässt sich natürlich allegorisch auch zuordnen, wobei das sehr seicht und oberflächlich bleibt. Indes funktioniert der Film vor allem dann, wenn er Samuel L. Jackson so sparsam einsetzt, wie er es eben tut. Jackson wertet eben jeden Film auf, so war das schon immer. Ausnahme bleiben hier diese George Lucas-Werke.

Kurzweilig, wenn auch ein wenig albern ist Zimmer 1408 eben ein konservatives Werk über die Verarbeitung von Verlusten. Üblich für Autor Stephen King, ist der Film ansonsten eher nett und das liegt vor allem daran, daß John Cusack hier sehr gut aufspielt.

Zimmer 1408 Bewertung
Bewertung des Films
610

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