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Der Hobbit - Die Schlacht der Fünf Heere

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Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere Kritik

Der Hobbit - Die Schlacht der Fünf Heere Kritik

Der Hobbit - Die Schlacht der Fünf Heere Kritik
0 Kommentare - 11.05.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Der Hobbit - Die Schlacht der Fünf Heere" ist.
Der Hobbit - Die Schlacht der Fünf Heere

Bewertung: 3 / 5

Thorin Eichenschild (Richard Armitage) und seine Truppe haben den Erebor erreicht und fordern ihn von dem heimischen Drachen Smaug (Benedict Cumberbatch) zurück. Doch dadurch entfesseln sie eine Katastrophe auf der Seestadt. Ein brutaler Kampf entbrennt. Während die Bewohner um ihr Überleben kämpfen, verweigert Thorin, zerfressen von Gold, jede Hilfe. Der Hobbit Bilbo (Martin Freeman) versucht vergeblich zu vermitteln, doch Thorin sieht nur noch Verräter um sich, so auch in Gandlaf (Ian McKellen). Bald rüsten die Truppen auf und die eigentlich gutmütigen Lebewesen verlieren den Blick auf die eigentliche Bedrohung. Ein Kampf zwischen Zwergen, Elben, Menschen und Orks entbrennt.

Mit dem immer wehrenden Gefühl, daß ein kleines Buch, ein Zweiteiler wurde, dann ein Dreiteiler und dann über jene Filme seinen Inhalt nicht strecken konnte, muss man Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere wohl betrachten. Ein Film, dessen Metapher eigentlich ganz gut ist, der aber überdies nicht so viel zu erzählen hat. Wer sind nun diese gesichtslosen Armeen, um Männer, die Lebewesen in den Tod führen? Klar wurden Tolkiens Romane zu einer Zeit geschrieben, in der es noch einen klaren Heroismus gab und sich Lebewesen bereitwillig in den Kampf und in den Tod stürzten. Das Feudalsystem ist hier aber nun kaum kritisch zu betrachten. Das war auch in den anderen Werken von Peter Jackson schon zu erkennen. Es ist eben nicht sinnvoll oder gut, sich für irgendeinen x-beliebigen Monarchen den Kopf abhacken zu lassen. Klar vermissen die Leute Helden und Menschen, die sich die Schädel für einen guten Zweck einschlagen. Doch die Wahrheit ist, das stößt auch hier ein wenig sauer auf, weil man eben so unglaublich banalisiert. Die einen sind böse, weil sie böse sind und die anderen, die für den guten Herren in den Tod gehen, die sind eben gut, weil sie zum Denken auch nicht fähig sind.

Klar, man muss nicht alles dekonstruieren und klar braucht es auch eine grundlegende Naivität sich diesem Film anzunähern. Überdies hat Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere, aber durchaus eine interessante Metapher zu bieten. Schnell wird klar, daß es eben nicht der alte König war, der einfach nur irre wurde, um Irre zu sein, sondern da die nun aufkommende Macht, des grenzenlosen Kapitals den Zwergenkönig Thorin vereinnahmt. Nun, zugegeben, originell ist das in Mittelerde auch nicht, schließlich ist der eine Ring ja auch aus Gold und ruft in Lebewesen die grausamsten Bedürfnisse hervor. Im Prinzip erteilt der Film dann diesen Königen auch eine Absage. Wenngleich er auch die Frage in den Raum wirft, wer nun Einfluss auf sein Handeln hat und wer eben durch absolute Macht absolut korrumpiert wurde. Die Tatsache, daß der Erebor Thorin so verändert, weckt doch die Frage, ob der Zwergenkönig überhaupt für sein Handeln verantwortlich gemacht werden kann. Da der Wandel, den er vollzieht, aber durchaus abrupt kommt und auch abrupt wieder beendet ist, kann man das so einfach gar nicht beantworten. Eigentlich würde man sagen, daß das ohnehin sehr willkürlich ist, weil Thorin ja nie das Gefühl erweckte, ihm wäre nichts wichtiger als Gold und in den paar Minuten, in dem ihm nichts wichtiger ist, als Gold, wirkt das auch irgendwie nicht mehr dem Charakter entsprechend. Das kann aber somit auch zu einer General-Amnestie für Machthungrige führen.

Trailer zu Der Hobbit - Die Schlacht der Fünf Heere

Unterdessen baut sich dieser Film auch klar als Zirkelschluss zu Der Herr der Ringe auf. Mehr denn je ist das hier Prequel, als Abschluss. Gut, zur Verteidigung der Macher, es war ja klar, daß das anschließend würde und man hier nicht mit einem falschen Versprechen gelockt wird. Insofern ja, ist schon in Ordnung. Es macht auch ehrlich gesagt Spaß – selbst wenn es absurd und dumm anmutet – diese ganzen Charaktere in ihren Actionsequenzen zu beobachten. Da wird zwar schnell auch klar, daß der kurz darauf gestorbene Christopher Lee eben nicht der Matrix-Martial-Arts-Gedächtrnis-Kämpfer ist, aber unterhaltsam ist das schon. Und überhaupt hat der Film viele solcher Sequenzen, die man an Lächerlichkeit nicht mehr überbieten kann. Es ist ein Trash-Film, durch und durch und man sollte sich da nichts anderes vormachen. Gleichwohl könnte das aber auch zu der Fragestellung führen, ob Der Herr der Ringe als Trilogie, denn jemals etwas anderes war. Denn tatsächlich spürt man auch dort die Anleihen eines B-Filmers. Insofern ist sich Peter Jackson eigentlich nur treu geblieben und vermittelt den üblichen Konservativen Familienwert. Daß der Film damit fast schon dem Fast & Furious-Franchise gleicht, dürfte den Fans sicherlich sauer aufstoßen. Aber so ist es nun mal, an Absurdität ist dieses Werk kaum noch zu überbieten. Das sieht man vor allem dann, wenn ein Legolas die Gesetzte der Physik und allem möglichen völlig ignoriert und sogar über in sich zusammenfallende Ziegelsteine, die Teil einer Mauer waren, in Zeitlupe läuft und dabei noch ein Paar Orks tötet. Es ist so herrlich absurd, daß es einfach nur noch Spaß macht, dem zuzusehen.

Die Frage ist nun, ob sich abseits seines Kerngenres etwas finden lässt, in das Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere einzuordnen ist. Nun, die Wahrheit ist, daß es sich hierbei ganz klar um einen Kriegsfilm handelt, der wie eigentlich jeder gute Kriegsfilm ein Antikriegsfilm sein sollte. Da liegen dann so gute Ideen, wie etwa, daß sich Thorins Zwerge im Bergfried verstecken und das Einfluss auf die Truppenmoral hat, begraben. Schließlich ist jeder Krieg auch psychologisch zu verstehen. Doch der Film nutzt diese Ideen nicht und gibt sich stattdessen der Computer-Opulenz hin, sodass der gesamte Kampf eigentlich als seelenloses Treiben beschrieben werden muss. Es ist unterhaltsam und mitunter vielleicht sogar ein wenig spannend, aber der Titel gibt nur, was der Titel auch sagt, und insofern ist da kein größerer Gedanke zu finden, als eben jene Schlacht.

Ob ein letztes Mal oder nicht, ist Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere mitunter allegorisch der stärkste Teil der gesamten Trilogie. Inhaltlich sieht es überdies aber erschreckend leer aus und es bleibt anzuzweifeln, ob man sich hiermit einen Gefallen getan hat. Der Film ist unterhaltsam und kurzweilig, weil eben verhältnismäßig auch kurz. Doch Wunder sollte man hier wohl nicht erwarten.

Der Hobbit - Die Schlacht der Fünf Heere Bewertung
Bewertung des Films
610

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