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Die Insel der besonderen Kinder

Wo steckt Burton?

Die Insel der besonderen Kinder Kritik

8 Kommentar(e) - 03.10.2016 von Moviejones
Filmkritik

Die Insel der besonderen Kinder Bewertung: 2.5/5

Der Name Tim Burton verpflichtet und in seiner Karriere hat der markante Regisseur bereits so viele abgedrehte Ideen filmisch umgesetzt, dass es schwer ist, den Überblick zu wahren. Von Edwards Scherenhänden über Batmans Gotham bis hin zu Alices Reise ins Wunderland hat Burton schon viele Geschichten verfilmt, mal märchenhaft, mal morbide, aber doch immer typisch Burton. Mit Die Insel der besonderen Kinder möchte er nun seine lange und verrückte Filmographie um einen weiteren Film ergänzen - und auf dem Papier klingt diese Geschichte genau wie für ihn gemacht.

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In Miss Peregrines Waisenhaus für besondere Kinder geht es mysteriös zu, denn hier kümmert sich besagte Miss Peregrine (Eva Green) um Kinder, die nicht im klassischen Sinne hochbegabt sind, sondern ganz spezielle Fähigkeiten haben. Dorthin gelangt der absolut unscheinbare Jake Portman (Asa Butterfield) nach dem Tod seines Großvaters. Schnell erkennt er, dass hier etwas nicht stimmt und ist überrascht über die vielfältigen Fähigkeiten, die die anderen Kinder besitzen. Doch das Waisenhaus ist in Gefahr, denn der böse Mr. Barron (Samuel L. Jackson) hat es auf die besonderen Kinder abgesehen, sieht er in ihnen doch einen Weg zur Unsterblichkeit...

Die Insel der besonderen Kinder Filmkritik

Auf dem Papier klang es wirklich toll, was uns mit Die Insel der besonderen Kinder erwarten sollte und umso größer ist die Enttäuschung über das nun vorliegende Ergebnis. Selten war ein Film von Tim Burton so untypisch für diesen Regisseur. Es ist schwer, die genauen Ursachen konkret zu benennen, es ist vielmehr ein Gefühl, denn so vieles stimmt dieses Mal nicht.

Dies fängt schon bei den offensichtlichen Dingen an, denn überraschenderweise ist bei Die Insel der besonderen Kinder dieses Mal so vieles anders. Auf seine beiden Lieblingsdarsteller Johnny Depp und Helena Bonham Carter (eventuell aus privaten Gründen) müssen wir dieses Mal verzichten, doch dies ist nicht zwingend ein Manko. Dafür setzt Burton auf einen sehr jungen Cast mit ein paar bekannten erwachsenen Schauspielergrößen. Doch leider geht diese Idee nur bedingt auf, denn gerade Jungstar Asa Butterfield schafft es dieses Mal nicht, den Film als eine der zentralen Figuren zu tragen. Zu hölzern seine Darstellung, was auch daran liegt, dass die Rolle kaum Ansatzpunkte gibt, überhaupt einen Charakter der Figur zu entfalten. Schauspielerisch können nur Eva Green und Samuel L. Jackson überzeugen.

Und doch: Während Green allein mit ihrer Ausstrahlung und Präsenz wie üblich jene Szenen, in denen sie in Erscheinung tritt, regiert, kratzt Jackson nicht selten knapp am Overacting. Während die deutsche Synchronisation dies abfedert, fällt es in der Originalfassung stärker auf. Dennoch schafft er es wie üblich, eben nicht ins Lächerliche abzudriften, was seine Darstellung sehenswert macht. Schade nur, dass gerade die Kinderstars in Die Insel der besonderen Kinder dieses Mal so versagen, wo sie doch so zentral im Mittelpunkt stehen.

Insgesamt fühlt sich die Geschichte von Die Insel der besonderen Kinder beim ersten Hören wie eine typische Vorlage für Burton an, doch das Ergebnis entpuppt sich an vielen Stellen mehr als etwas, was wir von woanders her schon kennen. Im Kern ist Miss Peregrine nur eine weibliche Ausgabe von Charles Xavier, der mit seiner Schule für Mutanten die X-Men schuf. So gesehen passt diese Geschichte wunderbar in die heutige Kinolandschaft, nur es fehlt am nötigen Herzblut. Gerade seit Alice im Wunderland setzt Burton sehr auf CGI-Effekte und das gibt auch dem aktuellen Film ein viel zu glattes und lebloses Äußeres. Es fehlt diese greifbare Filmmagie und diese wird auch nicht durch die Handlung erzeugt, denn so sehr sich Burton auch bemüht, die Figuren mit all ihren Fähigkeiten vorzustellen, bleiben diese doch eindimensional.

Insel der besonderen Kinder Bewertung

Die Insel der besonderen Kinder hätte ein toller Film werden können, denn das dahinter versammelte Talent ist für diese Geschichte perfekt geschaffen. Doch ist es erschreckend, dass Burton keinen Weg fand, diese Geschichte so wie man es von ihm gewohnt ist, auf Film zu bannen. So viel CGI, zu wenig Charakterentwicklung und überhaupt zu wenig Burton stecken in diesem neuen Burton. Fast schon wie ein X-Men für Arme präsentiert sich Die Insel der besonderen Kinder und lässt den Zuschauer am Ende der Laufzeit mit einem Gefühl zurück, dass man sich hier einfach mehr versprochen hat.



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Die Insel der besonderen Kinder Bewertung
Bewertung des Films
510
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8 Kommentare - Moviejones distanziert sich von Userbeiträgen.
LastGunman
Moviejones-Fan
08.10.2016 | 01:35 Uhr08.10.2016 | Kontakt
Jonesi

Mein persönliches Highlight im Film war übrigens Chris ODowd als Jakes Vater. Ich habe die ganze Zeit überlegt, woher ich diesen Typen kenne, da fiel es mir irgendwann wie Schuppen von den Augen: IT Crowd! Mann, die Serie ist wirklich genial, aber der Charakter den ODowd dort spielt ist sowohl komplett anders, obwohl sie auch Gemeinsamkeiten haben.

LastGunman
Moviejones-Fan
08.10.2016 | 01:22 Uhr08.10.2016 | Kontakt
Jonesi

Ich fand den Film an sich gut, auch wenn ich einige Logiklücken entdeckt habe. Meine Tochter und ihre Freundin hat er sehr gefallen, ich denke die Zielgruppe ist da schon recht klar definiert, auch wenn er für andere Kinder in diesem Alter zu gruselig sein dürfte (Augen, Organe).

Als Film an sich also gut, wenn auch weiter unten in meiner Hitliste für dieses Jahr. Aber es stimmt, wenn ihr sagt, dass man kaum Tim Burton darin wiederfindet. Da hat man tatsächlich mehr im von der Kritik abgestraften Alice 2 von ihm gefunden - und der war gar nicht von Burton :-)

Wenn ich die beiden Filme so gegenüberstelle, was Spaß, Optik und denkwürdige Szenen angeht, so liegt Alice 2 für mich noch vor der Insel. Aber dieser Film hier hat auch viele Besonderheiten, was andere Filme dieses Jahr eben nicht hatten. Das Ambiente ist schon etwas besonders, wenn auch nicht richtig Burtonesque. Doch, den Kids hat es gefallen und sie haben viel über den Film hinterher geredet.

Und Burton hat auch schon mal tiefer ins Klo gegriffen, beim Planet der Affen beispielsweise.

ferdyf
Moviejones-Fan
Geschlecht | 03.10.2016 | 22:38 Uhr03.10.2016 | Kontakt
Jonesi

Das ganze hat sich so angeführt wie Xmen in Hogwarts. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, denn der Trailer sieht ordentlich aus und die Buchverlage ist top

Bin gespannt smile

Moviejones
Das Original
03.10.2016 | 16:50 Uhr03.10.2016 | Kontakt
Jonesi

@Nevermore
Wir kritisieren nicht das Fehlen von Depp/Carter, sondern nennen es als ein Beispiel, dass sich dieser Film nicht nach Burton anfühlt. Aber sicherlich ist das nicht der Ausschlag für einen "Rundumschlag", denn auch wir sind keine Beführworter von Eintönigkeit. Jedoch kritisieren wir, wenn hinterher ein Film herauskommt, den jeder x-beliebige Regisseur hätte drehen können.

Auch spielt die Buchvorlage keine Rolle im Hinblick auf die Kritik. Der Stoff ist wie er ist und die Ähnlichkeiten zu den X-Men sind nun mal nicht von der Hand zu weisen. Wohl auch ein Grund, diese Vorlage zu verfilmen. Legitim ja, kritikwürdig aber ebenso.

Generell können wir nur unseren Eindruck schildern und das versuchen wir so objektiv wie möglich zu machen. Es geht nicht darum, einzelnen Usern zu Munde zu reden oder zu gefallen und wenn sich deine/eure Meinung nicht mit unserer deckt, dann müssen wir das in Kauf nehmen.

Nevermore
Moviejones-Fan
03.10.2016 | 15:54 Uhr03.10.2016 | Kontakt
Jonesi

Naja finde die Kritik absolut nicht aussagekräftig...das Carter und Depp nicht mitspielen ist absolut nicht Schlimm. Eva Green machte bereits in Dark Shadows ne gute Figur und das Burton immer wieder auf seine Lieblinge zurrückgreift ist typisch. Jacksons overacting ist auch nichts neues, kann mr Depp aber leider genau so gut. An die ernsthaftigkeit und individualität Ihrer älteren Filme kommen sie einfach nicht mehr ran. Und das die " alteingesessenen " Promis den eher unerfahrenen Jungstars die Show stehlen ist nun auch kein Wunder. Viel CGI ist nunmal kostengünstiger und buntere grellere Bilder statt der typischen Burton Bilder liegen wohl eher am Studio als an Burton da dieses vermutlich denkt das es das sei was das fast food publikum heutzutage sehen will was auch gar nicht so abwegig ist siehe Disney und die Marvelverfilmungen. XMen für arme...nun ja hätten sie die Buchvorlage komplett übern Haufen werfen sollen um nicht in diese Schublade geworfen zu werden? Ich lese jetzt nichts anderes als das was man bereits in den Trailern sah und das gefiel mir bisher sehr gut und daran ändert vorerst so eine Kritik auch nichts. Wie Hanjockel bereits schrieb haben hier in letzter Zeit wirklich gute Filme ne richtig miese Kritik abbekommen und eher schlechte Filme ne viel zu gute. Finde es schade das meine Meinungen sich anfangs nahezu immer mit der von MovieJones glich und mittlerweile nur noch total unterscheidet. Klar sind Geschmäcker verschieden aber ich denke bei einer Kritik sollte man geschmacksneutral herangehen, denn hier wirken die Kritiken fast nur noch Parteigebunden

Hanjockel79
Gamoras Toyboy
Geschlecht | 03.10.2016 | 15:24 Uhr03.10.2016 | Kontakt
Jonesi

Fast schon wie ein X-Men für Arme präsentiert sich Die Insel der besonderen Kinder und lässt den Zuschauer am Ende der Laufzeit mit einem Gefühl zurück, dass man sich hier einfach mehr versprochen hat.

Na toll! Wahrscheinlich genau der Mix, den ich fast befürchtet habe, falls es schlecht läuft. Nehmlich ein Mix aus X-Men für Arme meets Tim Burtons Alice im Wunderland für Arme...(CGI Overkill gedöns)^^ Und ich Depp habe schon zugesagt, das ich mit meinen Nichten in den Film gehen werde. Naja, aber vielleicht gibt es ja doch noch ne Überraschung im Kino und der Film ist wider Erwarten doch gut. Ist mir dieses Jahr ja schon öfter passiert. Bei BvS, bei Warcraft, bei Suicide Squad, bei Turtles II. Seltsam oder?^^ Muss wohl "Glück" sein.^^ Alles Filme die ihr, auf deutsch gesagt, scheisse fandet. Das macht Hoffnung, denn Scheisse bringt Glück! *zwinker, zwinker* :-D

Duck-Anch-Amun
Moviejones-Fan
Geschlecht | 03.10.2016 | 12:15 Uhr03.10.2016 | Kontakt
Jonesi

Puuh hört sich ja gar nicht gut an. Der Vergleich mit den X-Men ist naheliegend und liegt einfach an der Handlung. Dass es aber nicht mal an die X-Men-Filme rankommt, wo ich finde die Schule an sich viel zu wenig Beachtung findet, ist schon eine Enttäuschung.
Passt aber irgendwie zu Burtons momentaner Filmographie. Bei Screenjunkies Moviefights wurde gestern noch über dieses Thema diskutiert. Ich fand ja schon, dass Alice sich schon nicht wirklich nach Burton anfühlt, wenn es bei diesem Film ebenso ist, ist dies schon beängstigend.

Btw handelt es sich ja um eine Romanverfilmung...denke der Vorwurf der "Kopie" ist somit erwähnenswert, liegt aber weniger an Burton als an der Vorlage.

bartacuda
Mitternächtlicher Haijäger
Geschlecht | 03.10.2016 | 10:00 Uhr03.10.2016 | Kontakt
Jonesi

Puh!

"X-men für Arme" ist schon ein hartes Urteil. Aber wahrscheinlich ob der Erwartungshaltung an Burton gerechtfertigt.

Ich persönlich finde es schade, dass dieser Film nicht so abliefert wie erhofft. Auch wenn ich Alice sehr gelungen fand, wünsche ich mir von ihm mal wieder einen Film wie Charly und die Schokoladenfabrik, den ich einfach nur "Hammer" fand.

... ... aber lass uns ganz offen sein, Du hast nie Wert gelegt auf meine Freundschaft!