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Nerve

Da braucht man Nerven

Nerve Kritik

0 Kommentar(e) - 01.09.2016 von Moviejones
Filmkritik

Nerve Bewertung: 2/5

Ein Thriller für Jugendliche, der sich ganz mit ihrer Lieblingsbeschäftigung Handys & Videos auseinandersetzt, klingt auf dem Papier nach einer spannenden Idee - wäre nicht bei der filmischen Umsetzung so schlampig vorgegangen und wieder einmal versucht worden, den kleinsten gemeinsamen Nenner für maximalen Gewinn zu finden. So wird aus einer guten Idee nämlich kein guter Film und am Ende reift die Erkenntnis, dass Thriller für Kinder einfach nicht gemacht sind.

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Bist du ein Watcher oder ein Player? Vor dieser Frage steht Vee (Emma Roberts), als sie von ihrer Freundin auf das neue und aufregende Onlinespiel "Nerve" aufmerksam gemacht wird: Meistere Challenges im realen Leben und verdiene Geld damit - oder schau einfach nur zu. Vee lässt sich auf das Spiel ein und zu Beginn ist alles ein großer Spaß, bei dem sie sogar Ian (Dave Franco) kennenlernt. Gemeinsam werden sie zu den Lieblingen der Zuschauer, aber aus Spaß wird bald bitterer Ernst, denn die Anforderungen der Challenges werden immer gefährlicher. Bald muss Vee erkennen, dass es eben nicht nur ein Spiel ist, sondern es um viel mehr geht und ein Ausstieg nicht mehr möglich ist...

Nerve Filmkritik

Der viralen Verbreitung von Inhalten und wie sehr wir bereit sind, uns in der Öffentlichkeit für ein wenig Aufmerksamkeit zu prostituieren und unsere Grenzen auszuloten, dieser Idee hat sich Nerve verschrieben und tatsächlich weckt dieses Konzept großes Interesse zu Beginn des Films. Dies liegt auch an der energiegeladenen Inszenierung des Anfangs, der vor allem für Jugendliche gedacht ist, die mit sozialen Netzwerken aufwuchsen und gar nicht mehr wissen, wie es vorher war. So sind auch die Protagonisten gefangen in ihren sozialen Kanälen, die jederzeit ausspioniert und gegen sie verwendet werden können. Zwar haben sowohl Emma Roberts als auch Dave Franco das Teenageralter schon hinter sich gelassen, wirken aber noch jung genug, um als High School-Schüler durchzugehen.

Die ersten 45 Minuten von Nerve sind wirklich unterhaltsam. Das hohe Tempo und die interessante Idee hinter dem Film tragen viel dazu bei, dass man als Zuschauer wissen möchte, wie es weitergeht. Gerade der Fakt, dass man nicht weiß, was "Nerve" wirklich ist und was genau die wahre Absicht hinter dieser Software, ist eine spannende und treibende Kraft. Dies wird auch dadurch verstärkt, da Nerve etwas kritisch mit dem Faktor Selbstdarstellung in den sozialen Medien umgeht. Das Handy als ständiger Begleiter, um sein Leben mit der Welt zu teilen und sich in den Mittelpunkt zu rücken.

Doch dies ist nur ein Teil der Rechnung und hätten sich die beiden Regisseure Henry Joost und Ariel Schulman mehr diesen anklingenden kritischen Punkten gewidmet, das Ergebnis hätte um ein Vielfaches spannender sein können. Denn nach der Einleitung kippt der Film komplett und mit steigenden Watchern nimmt die bereits zuvor kaum vorhandene Logik immer unsinnigere Züge an. Da nützt es auch nichts, nicht zu wissen, was es mit Francos Charakter Ian auf sich hat. Viele gute Ideen des Anfangs gehen unter in klischeebehaftetem Teenieschnulz und noch viel schlimmer, klischeehaften Moralpredigten.

Dabei ist den Machern nicht aufgefallen, wie wenig Sinn in der laufenden Handlung steckt, fast hat es den Anschein, als würde jeder in der Stadt an "Nerve" beteiligt und entweder Watcher oder Player sein. Die Polizei hingegen ist ahnungslos, auch wenn gegen Ende riesige Arenen mit Menschenmassen gefüllt werden, niemandem fällt etwas auf. Vieles fällt einfach passend zusammen, weil es das Drehbuch benötigt; natürlich ist Vees bester Freund ein ausgebuffter Hacker mit besten Kontakten in die Darknet-Szene, nur dass die Hackidee bereits 1996 in Independence Day absolut dämlich war, hier im Rahmen eines Films, der zumindest ansatzweise den Anspruch von Realismus vermitteln will, aber einfach unglaubwürdig ist. Als Thriller für Kinder darf es dann doch nicht zu böse zugehen und am Ende muss auch immer eine einfache Lösung parat sein. Mit allem anderen befürchten die Macher, wird wohl die Zielgruppe überfordert sein.

Nerve Bewertung

Hätte Nerve einige der anfänglichen Qualitäten in die zweite Hälfte gerettet, wäre es ein deutlich besserer Film geworden. So aber wird eine gute Idee zwischen Idiotie und Klischees einfach zerrieben. Hier wird ganz klar darauf gesetzt, eine Zielgruppe mit vertrauten Details in die Kinos zu locken. Jedoch funktioniert dieses Konzept nur, wenn der jeweilige Zuschauer sich einzig auf die Idee des Films konzentriert und jegliche Erwartung an inhaltliche Glaubwürdigkeit versenkt.



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Nerve Bewertung
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410
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