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The Light Between Oceans

Schuld und Sühne

The Light Between Oceans Kritik

0 Kommentar(e) - 04.09.2016 von Moviejones
Filmkritik

The Light Between Oceans Bewertung: 3/5

Der Roman The Light Between the Oceans von M. L. Stedman erschien erst 2012, schaffte es aber, sich monatelang auf den Bestsellerlisten zu halten. Die bewegende Geschichte begeisterte nicht nur Kritiker sondern auch die Leser und das war Grund genug für Regisseur Derek Cianfrance, die bewegende Geschichte mit ein paar großartigen Schauspielern auf die Kinoleinwand zu zaubern. Doch funktioniert die Geschichte auch dort so gut wie im Roman?

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Mit seinem Leben hat Kriegsveteran Tom Sherbourne (Michael Fassbender) abgeschlossen und so stören ihn nicht die Bedingungen, die sein neuer Job als Leuchtturmwärter mit sich bringt. Auf der entlegenen Insel Janus Rock ist Tom völlig allein und nur das tosende Meer seine Gesellschaft. Durch Zufall lernt er im nahegelegenen Ort Isabel Graysmark (Alicia Vikander) kennen und lieben. Beide heiraten und Tom ist zum ersten Mal seit Jahren glücklich. Doch das Schicksal ist hart und so bleibt der Wunsch der beiden nach Kindern unerfüllt. Als eines Tages ein Ruderboot auf Janus Rock strandet, ist dort neben einer männlichen Leiche auch ein Baby an Bord. Die Entscheidung, die Tom und Isabel daraufhin treffen, wird ihr Leben grundlegend verändern...

The Light Between Oceans Kritik

Wer das Buch gelesen hat, wird an The Light Between Oceans wohl nicht vorbeikommen und kann sich schon jetzt auf eine atmosphärisch dichte Erzählung freuen, die vor allem durch die Darsteller zum Verweilen einlädt. Hut ab vor den schauspielerischen Leistungen, die Michael Fassbender und Alicia Vikander erneut darbieten. Mit The Light Between Oceans zeigen die beiden zum wiederholten Mal, welches vielseitige Potential in ihnen steckt und warum sie aus gutem Grund zu den begehrtesten Darstellern unserer Zeit gehören. Auch eine wunderbare Bildsprache wird auf die Leinwand gebracht, die von ruhigen Bildern und der Einsamkeit auf Janus Rock geprägt ist.

Doch weder Stimmung noch darstellerische Leistung können über die Unzulänglichkeiten hinwegtäuschen, die sich ins Drehbuch und die Umsetzung geschlichen haben. So will der emotionale Funke an vielen Stellen nicht überspringen, ist doch die Motivation der Protagonisten und deren Handlungen nicht immer plausibel. Das ist, anders als in vielen weiteren Filmen, aber nicht den Darstellern geschuldet, die eine großartige Leistung bieten - und an der Stelle soll auch Rachel Weisz nicht vergessen werden, der die emotionale Bindung des Zuschauers noch am besten glückt. Die Ursache für die fehlende Zuschauerbindung liegt vor allem am Erzählfluss, denn so viel Zeit sich Regisseur Derek Cianfrance für viele Momente auch nimmt, so wenig widmet er sich anderen.

So ist der Erzählfluss wohl am besten mit Meereswellen zu vergleichen, die stetig auf Janus Rock anlanden. Wellen sind uneinheitlich, einem ständigen Wechsel im Tempo unterworfen. Mal schnell, mal langsam zieht sich so auch der Film dahin. Während vereinzelt Momente unglaublich in die Länge gezogen werden, folgen immer wieder Szenen, in denen die Handlung abrupt nach vorn katapultiert wird. Harmonisch wirkt es nicht. Besonders negativ macht sich dies in vielen emotionalen Passagen bemerkbar, die dadurch nicht ihre volle Sogwirkung entfalten können. Dies wird verstärkt, da viel dramaturgisches Potential ignoriert oder nur oberflächlich angekratzt wird. Glück, Unglück, Schuld und Sühne liegen bei The Light Between Oceans dicht beieinander und dies alles wird nur unzureichend beleuchtet, was in so manch absurde Szene mündet, in denen die Charaktermotivation nicht nachvollziehbar ist und manchmal gänzlich auf der Strecke bleibt.

The Light Between Oceans Bewertung

Kraftvoll und mit Hingabe gespielt kann The Light Between Oceans vor allem durch seine Schauspieler begeistern, doch der Film schafft es nicht, in seinen 130 Minuten den finalen Funken auf den Zuschauer überspringen zu lassen und ihn mitzureißen. So stürmisch wie die beiden Meere um den Leuchtturm herum ist dieser Film leider nicht. Dafür fehlt die Ambition, auch die schwierigen Themen stärker zu beleuchten. Immer wieder holperig kann so nicht der gleiche Effekt erzeugt werden, wie es die Romanvorlage bei vielen Lesern schaffte. Ein darstellerisch großer, aber dramaturgisch nur teils packender Film ist das Ergebnis, der mehr von Bildern und Stimmung lebt.



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610
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