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Bad Times at the El Royale

Kritik Details Trailer Galerie News
Ein amerikanischer Gesellschaftsroman? Mais Oui !

Bad Times at the El Royale Kritik

Bad Times at the El Royale Kritik
1 Kommentar - 24.10.2019 von MobyDick
In dieser Userkritik verrät euch MobyDick, wie gut "Bad Times at the El Royale" ist.
Bad Times at the El Royale

Bewertung: 4.5 / 5

Wir haben einen Regisseur, der sich einen Namen gemacht hat als Showrunner bei Daredevil und Regisseur eines Filmes, der das Horror-Genre angeblich mit einer Frischzellenkur gesegnet haben soll (Cabin in the Woods - übrigens total überbewertet). Hinzu kommt ein kleiner, geiler Trailer, der sehr gefällig rüber kommt und sehr lässig und cool wirkt, und dabei anscheinend die üblichen Gangster-Filme der späten 1990er und drühen 2000er zu imitieren scheint (eine Zeit, die auch dadurch geprägt ist, dass jeder Möchtergerncoolie-Regisseur einen auf Tarantino oder Ritchie machte, wobei das Ergebnis aber immer recht ernüchternd ausfiel). Und dann haben wir schon das Verprechen oder die Hoffnung auf das nächste coole Ding. Und dann das!

Das Ding ist kein bißchen lustig, lässig oder cool. Es ist im Gegenteil zum Bersten voll mit Themen, es ist garstig und gemein und es ist überhaupt nichts so wie es Anfangs scheinen mag. Und man ist lange Zeit im Unklaren darüber, welche Figuren tatsächlich die Hauptfiguren sind, denn immer wenn man glaubt, wir hätten jetzt eine Hauptfigur, dann segnet genau diese Figur das Zeitliche. Zumindest gefühlt - ich will ja nicht spoilern -)

Trailer zu Bad Times at the El Royale

Neben einer vertrackten Story, die man allerdings tunlichst in kein Genre zu quetschen versuchen sollte, welche zudem auch mit den unterschiedlichen Zeit- und Wahrnehmungsebenen gekonnt spielt, ist der absolute Trumpf natürlich die bestens aufgelegten Darsteller, die sich kompromisslos dem Drehbuch und damit auch der immer furioser werdenden Handlung unterordnen.

Und eben diese Handlung hat es dann in mehrfacher Hinsicht in sich. Denn es ist nicht einfach eine gestörte Geschichte, die hier erzählt wird. Goddard geht einen enormen Schritt in Richtung: "Das ist mein Gesellschaftsroman des frühen/mittleren amerikanischen 20. Jahrhunderts."

Er verhandelt Rassenthemen, er verhandelt die Dualität Mafia und FBI in Verbindung mit der US-Regierung um die Zeit von JFK bis Nixon und sowohl davor als auch darüber hinaus, er verhandelt den Vietnam-Krieg, das Trauma, er verhandelt die Hippie-Bewegung und die Pervertierung der Flower Power Bewegung. Er verhandelt alles, was man verhandeln kann, alles was die USA auszeichnet und geprägt und zu dem gemacht hat, das es heute ist. Und diese Dualität spiegelt er auch noch in diesem zwischen zwei Staaten sitzenden Motel, das zum einen zum heimlichen Star des Filmes wird und zum anderen zur Hölle auf Erden.

Man muss sich schon ein bißchen in der jüngeren/mittleren Vergangenheit der USA auskennen, um all das würdigen zu können, ansonsten verliert der Film ein bißchen an Wirkung. Aber selbst dann ist er noch garstig, gemein, spannend und einfach gut.

Aber erst wenn man ein bißchen was über die Kennedys und deren angeblicher Verstrickungen mit dem organisierten Verbrechen, dem frühen FBI, Vietnam, der Manson Familie, Motown Records usw weiss, dann fügt sich das Ganze zu einem überragenden Ganzen zusammen. Und der Film entwickelt sich zu einem kleinen aber feinen Slowburner.

Direkt nach Sichtung weiss man auch schon, dass der Film gut ist, aber wie gut er ist, wie gut durchdacht er ist, das zeigt sich erst mit einem gewissen Abstand. Hier wird wirklich Schlag auf Schlag in kürzester Zeit ein Epos auf kleinstem Raum, der den größten Raum abzudecken versucht, abgeliefert.

Und dafür verdient er eigentlich - wie auch schon die MJ-Kritik sie vergab - tatsächlich die Höchtspunktzahl. Zumal der Film inszenatorisch nichts zu wünschen übrig läßt? Naja, fast! Und das ist das Tüpfelchen, das zwischen 9 und 10 Punkten unterscheidet: Das Ende bzw. der Epilog ist zu gehetzt und zu aufgesetzt und irgendwie dadurch auch ein leider etwas unbefriedigender Abschied von diesem infernalen Finale.

Also: Mit etwas Abstand gewinnt der Film immer deutlicher in der Wahrnehmung und bekommt daher seine wohldosierten 9 Punkte - und das obwohl er sicherlich nicht für alle geeignet ist, da er doch sehr garstig und bitter ist, aber dafür ist er auch konzipiert!

Bad Times at the El Royale Bewertung
Bewertung des Films
910
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1 Kommentar
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MobyDick : : Moviejones-Fan
24.10.2019 17:55 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 4.761 | Reviews: 74 | Hüte: 317

Wie vor Monaten mal angeteasert hier jetzt meine Kritik zu einem kleinen feinen Meisterwerk. (Urprünlich hatte ich mich nur zu 8 Punkten durchgerungen, weil er eben nicht für alle ist, aber wie ja schon geschrieben, der Slowburn!)

Wirklich und richtig gut - unbedingt ansehen victory

Dünyayi Kurtaran Adam
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