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Beruf - Reporter

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Eine Kritik von filmfreak180

Beruf - Reporter Kritik

Beruf - Reporter Kritik
0 Kommentare - 21.10.2015 von filmfreak180
In dieser Userkritik verrät euch filmfreak180, wie gut "Beruf - Reporter" ist.

Bewertung: 3.5 / 5

Der Reporter David Locke, sichtlich unzufrieden mit seinem Leben, entschließt sich kurzfristig die Identität eines Mitreisenden anzunehmen, der an einem Herzinfarkt stirbt und Locke zum verwechseln ähnlich sieht. Doch mit diesem Identitätswechsel beginnt kein Neuanfang für den Reporter Locke, vielmehr wird er von seinem alten Leben wieder eingeholt und die Flucht vor seiner eigentlichen Identität wird zu einer Qual...

Die Story mag sich nach einem packenden Thriller anhören, doch eigentlich ist Beruf: Reporter ein Film, der schwer in ein Genre einzuordnen ist. Beruf: Reporter ist ein ziemlich spezieller Film, der aufgrund seiner Langatmigkeit zeitweise ziemlich anstrengend werden kann. Trotzdem ist die Inszenierung wirklich absolut einzigartig. Der Regisseur Antonioni scheint die Welt in all ihrer Vielfalt wirklich zu lieben. Ganz oft wendet sich die Kamera von der eigentlichen Erzählung ab und zeigt dem Zuschauer Dinge, die eigentlich keine Rolle für den Plot spielen. Interessant ist hierbei zu wissen, das die ursprüngliche Schnittfassung des Films doppelt so lang war. Durch die poetischen Bilder wird dem Zuschauer natürlich einerseits eine unglaubliche Faszination entlockt, andererseits wirkt die Inszenierung von dem Protagonisten sehr distanziert, was einen Zugang zum Film natürlich auch erschwert. Dennoch eröffnet die Kameraarbeit eine Tür für eine komplett neue Geschichte, so sind hier sicherlich unzählig viele Interpretationen möglich. Denn einfach zu entschlüsseln sind Antonionis Bilder nicht immer, regen den Geist des Zuschauers aber sicherlich stets an, wenn man sich denn darauf einlässt. So wirkt die von der Handlung abschweifende Kamera so, als ob sie den Protagonisten Lock zusätzlich in seiner Freiheit einschränken will und Polizei und alte Bekanntschaften, die Lockes Identitätswechsel erschweren, dafür nicht ausreichen. Um den Zuschauer Sympathien zu entlocken, erhält der Hauptcharakter nicht die benötigten Mittel, auf musikalische Untermalung wird gänzlich verzichtet und so bekommt selbst eine Legende wie Jack Nicholson als Protagonist in diesem Film Schwierigkeiten, als Sympathieträger zu fungieren. Michelangelo Antonioni schwenkt mit der Kamera lieber zwischen vorbeifahrenden Autos hin und her, statt sich einem wichtigen Gespräch des Protagonisten mit seiner Begleiterin zuzuwenden. Die trostlosen, trockenen Bilder der wüstlichen Einöde sind ein Spiegel für die Trostlosigkeit des Protagonisten und die Kamerafahrten sind stets ein Spiegel für die innere Zerrissenheit von Locke.

Michelangelo Antonio kreiert mit Beruf: Reporter einen außergewöhnlichen Film, der nicht jedem gefallen wird und auch für mich aufgrund seiner Sperrigkeit zeitweise sehr gewöhnungsbedürftig war. Wer sich auf den Film einlässt, wird jedoch mit einer großartigen Studie über den Menschen belohnt, auch wenn Emotionen im Film stets ausgeblendet bleiben...

Beruf - Reporter Bewertung
Bewertung des Films
710

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