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Black Adam

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Black Adam Kritik

Black Adam Kritik

Black Adam Kritik
0 Kommentare - 04.11.2022 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Black Adam" ist.
Black Adam

Bewertung: 3 / 5

Etwa 5000 Jahre in der Vergangenheit herrscht in Kahndaq Frieden und Wohlstand. Doch dann reißt der König Ahk-Ton (Marwan Kenzari) die Macht an sich und zwingt seine Untertanen in Sklaverei. In der Gegenwart wird Kahndaq nun von Söldnern kontrolliert. Die Wissenschaftlerin Adrianna Tomaz (Sarah Shadi) gerät mit der sogenannten Inter-Gang aneinander und weckt notgedrungen den versklavten Teth-Adam (Dwayne Johnson) wieder zum Leben.

Friedrich Nietzsche war Philosoph, ein Mann also, der einiges zu dem aktuellen Zeitgeschehen seiner Zeit zu sagen hatte, aber auch die Zeit überdauern sollte. Auf die These, daß Gott nun tot sei, wurde er wahnsinnig. So, oder so ähnlich verkürzt war es wohl. Doch daraus resultiert natürlich ein gewisser Zynismus und ein kälterer Blick dem Leben gegenüber. Ein Zynismus, der auch auf Black Adam anwendbar ist. Und zwar in vielerlei Hinsicht. Die Comicfigur des Black Adam hat eine ähnlich weite Historie wie Superman und ist im Prinzip seit mehreren Jahrzehnten hin und wieder Bestandteil des DC Comics-Universum. Eine Figur, die damit einen Reichtum Geschichten hat, aus dem man schöpfen kann. Und im Zuge der großen Welle an Comicverfilmungen, war es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis dieses Werk nun die Leinwand überrollen sollte. Man kann da schnell zynisch werden, ebenso, wie ein Black Adam auch. Gerade, weil es in Hollywood eben im Geld geht. Doch Zynismus ist nicht nur übergeordnet, mitsamt aller Parameter um die Produktion herum ein wichtiges Thema für diesen Film. Nein, auch die Figur selber ist so ein wenig zynisch angelegt. Das erreicht zwar nie die pure Härte eines Superman in Zack Snyders Batman v Superman: Dawn of Justice (2016), ist aber für die sonst so flippigen und total lustigen Superhelden, die allesamt so emotional und eigentlich voll nett sind, eine gekonnte Abwechslung. Wenn man heute von Antihelden spricht im Kino, dann meint man eigentlich keine Antihelden. In den wenigsten Fällen trifft das zu. Und es wäre vielleicht sogar streitbar, ob das Werk Deadpool (2016) einen solchen in Szene setzt. Der sarkastische Bruch mit allem ernsten macht es nämlich sehr schwer, daß noch ernstzunehmen.

Trailer zu Black Adam

Seit nun mehr 2007 arbeitet Dwayne Johnson mal mehr, mal weniger, an jenem Filmprojekt, daß natürlich dann in der heutigen Zeit auch wesentlich leichter über die Bühne zu bringen war. Doch da tut sich auch ein kleiner Makel auf, der sich so ein wenig über diesen Film legt. Denn Black Adam ist ein Werk, daß deutlich aus der Zeit gefallen ist. Zum einen fällt nämlich auf, daß das Dinge, die irgendeine Form von Gigantomanie durch die Figuren im Zuschauer auslösen sollen, nach Werken, die die Superlative vollends ausgereizt haben, durchaus fragwürdig erscheinen. Fast kindisch könnte man da herangehen und sagen „Black Adam fängt eine Rakete ab? Thanos wirft mit einem Mond nach Tony Stark." Man ist in der Hinsicht ja wirklich bestens bedient und es wirkt immer wieder so, als sei das Drehbuch auch nach mehreren Jahren in irgendeiner Schublade, dann einfach unverarbeitet hervorgekramt worden. Das spürt man aber nicht nur in der Action, auch sind teilweise einfach viel zu viele Charaktere im Film, die nicht viel mehr als bloße Stichwortgeber sind. Während dieser Black Adam dann irgendwie mit der Justice Society konfrontiert wird, haben vor allem die Figuren Atom Smasher und Cyclone nicht viel mehr beizutragen, als den Altersdurchschnitt in besagter Gruppierung zu senken und vielleicht mal ganz niedlich durchs Bild zu laufen. Wer sie sind, weiß man als Fan, aber ein Zuschauer wird damit latent überfordert und hat auch zum Ende hin nicht wirklich den Eindruck, wesentlich mehr über diese Figuren zu wissen. Vielleicht gilt das sogar für viel mehr Figuren noch, aber bei diesen fällt es besonders auf.

Natürlich fordert eine Comicverfilmung selten von seinen Akteuren ab, daß sie auch wahrlich tiefsinnige oder großartige schauspielerische Leistungen bringen. Das ist auch in Black Adam nicht der Fall. Aber man muss an der Stelle trotzdem erwähnen, daß der Film gerade durch Pierce Brosnan, aber besonders auch Aldis Hodge wirklich tolle Leistungen hat. Brosnan wirkt als altgedienter Schauspielveteran zwar immer etwas wie ein Fremdkörper im Film, weil er nie so ganz in das Bild, daß Comicverfilmungen dieses Ausmaßes abgeben, hineinpassen will. Doch wenn er seinen albernen Helm aufsetzt, dann hat er eine Gravitas. Er erinnert mitunter so ein wenig an seine komödiantischen Rollen, die er auch in Black Adam stets mit einer gewissen Würde ausfüllt. Das ist aber tatsächlich auch etwas, was Regisseur Jaume Collet-Serra hoch anzurechnen ist. Denn er lässt den ernst bestehen. Wenngleich die Figur an sich eine unglaublich philosophische Komponente hereinbringen könnte, bleibt der Film vielleicht da etwas hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Unterdessen erweist sich Black Adam als Film, der durchaus etwas anders daherkommt, wenn es um die Darstellung gewisser Partei im Werk geht. Denn während vor allem in vielen Comicverfilmungen die Zivilbevölkerung keinerlei Rolle spielt, ist dieser Film da anders. Man erinnere sich nur daran, wie die Menschen in Sokovia in Avengers: Age of Ultron (2015) mehr eine Mission, als tatsächlich Beteiligte am Geschehen waren. Gut, zugegeben, dafür heißt es ja auch Superheldenfilm, beziehungsweise Comicverfilmung: Doch was Black Adam eben von vielen dieser abhebt, ist, daß es hier um wirkliche Menschen geht. Der fiktive Staat Kahndaq, wird zunächst von Sklaverei und Ausbeutung der Zivilbevölkerung, nur um Jahrtausende später ein Spielball für die Ausbeutung durch die amerikanische Außenpolitik zu sein. Sehr kritische Töne, für einen Superheldenfilm. Gerade das ist ja spannend. Denn durch das Etikett des Antihelden, erlaubt sich dieser Film eben auch die Ambivalenzen zwischen Staatsliebe und Staatskritik zu zeigen. Warum man dann in letzter Instanz neben der heroischen Wissenschaftlerin, noch auf einen unsagbar nervigen und völlig talentfreien Sohnemann setzt, ist zwar schleierhaft. Aber da zeigt sich eben die Verbundenheit zur Familie und damit zum Konservatismus. Klassischer Spiegel für Black Adam. Seis drum. Viel schlimmer ist, daß sich die Macher eine kleine Hommage an den unerreichten Sergio Leone erlaubt haben. Fans von Zwei glorreiche Halunken (1966) werden wissen, was gemeint ist. Und nein, Black Adam ist ein Film, den man in spätestens zwei bis drei Jahren vergessen hätte, wenn er nicht irgendwie auf nem Comic basieren würde und Johnson in der Hauptrolle hätte. Da schmerzt es ein wenig, auch nur im Entferntesten irgendeine Verbindung zwischen Leone und Collet-Serra herzustellen.

Und was dann noch verbleibt, ist eine absolut undurchschaubare und lahme Geschichte. Völlig benebelte Dialoge, unterforderte Darsteller und nicht nachvollziehbare Charaktere. Kurz gesagt: Eben richtiger Trash, der so ein wenig auf Bombast getrimmt ist. Dabei muss man gar nicht nach einem Sinn suchen, man lässt sich einfach beschallen.

Für einen Dwayne Johnson-Film mag Black Adam erstaunlich viel Dwayne Johnson enthalten und viel zu wenig Black Adam. Die Geschichte ist erstaunlich kritisch, für einen Blockbuster, aber geht trotzdem bedingt, durch etwaige Genre-Stigmen einfach unter. Das kann ganz gut unterhalten, ist aber auch nichts, an das man sich lange erinnern wird.

Black Adam Bewertung
Bewertung des Films
610

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