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Chucky - Die Mörderpuppe

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Chucky - Die Mörderpuppe Kritik

Chucky - Die Mörderpuppe Kritik

Chucky - Die Mörderpuppe Kritik
0 Kommentare - 11.10.2022 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Chucky - Die Mörderpuppe" ist.

Bewertung: 3 / 5

Zu seinem sechsten Geburtstag bekommt der junge Andy Barclay (Alex Vincent) von seiner Mutter Karen (Catherine Hicks) eine Good Guy-Puppe geschenkt. Andy freut sich, doch bei dieser Puppe handelt es sich nicht um ein normales Spielzeug, sondern um eine, in der sich der Geist des Serienmörders Charles Lee Ray (Brad Dourif) befindet. Die Puppe nennt sich fortan nur noch Chucky und beginnt zunächst Andys Babysitterin und dann weitere zu ermorden. Doch als Andy sagt, die Puppe habe die Morde begangen, will ihm niemand glauben.

Denkt man an die ikonischen Horrorfilmreihen der siebziger bis neunziger Jahre, dann haben sie alle etwas gemeinsam: Sie haben mehr als nur eine Ikone geschaffen. Zu einem Michael Myers gibt es eine Laurie Strode. Zu einem Freddy Krueger gibt es eine Nancy Thompson. Zu einem Ghostface gibt es eine Sidney Prescott und zu einem Chucky gibt es nichts. Nun mag das erstmal dem Umstand zuschreiben, daß die Charaktere im Film eben nicht auf eine langlebige Heldenreise ausgelegt sind und auch ein großer Teil des Films eben von Konsum handelt. Auf der anderen Seite bleiben die Charaktere dann auch ein wenig zu blass, als daß man sie als wirklich komplexe Figuren wahrnähme, an deren Schicksal der Zuschauer irgendwie gebunden wird. Man hat da halt Klischees. Eine überforderte Mutter, die daran scheitert, Mutter zu sein. Einen ambitionierten Polizisten, der daran scheitert ein Polizist zu sein und einen Jungen, der tatsächlich daran scheitert, daß ihm niemand glauben will, wenn er erzählt, daß er eine gewalttätige Puppe gesehen hat. Das sind grundsätzlich natürlich Konzepte, die eine gewisse Spannung erzeugen können, doch viel mehr steckt da nicht in den Charakteren als die bloße Behauptung dessen, daß sie eben das seien, was sie darstellen sollen. Damit geht der Film eben auch von Szene zu Szene, von der man gleich dann zu Beginn erahnen kann, wie dieser Film vonstattengehen wird und man wird zumindest nicht in dieser Hinsicht enttäuscht.

Regisseur Tom Holland ist bemüht darin, den Blickwinkel von Kindern einzunehmen. Durch den von Alex Vincent gespielten Andy Barcley erlebt der Zuschauer das Grauen in Form der titelgebenden Mörderpuppe. Was hier tatsächlich funktioniert, ist, daß der Film seinen kleinen Helden sehr ernst nimmt. Da ist zwar immer noch die hölzerne Schreibe, aber das, was die Figur will und tut, scheint einer ganz nachvollziehbaren Logik zu unterliegen. Nun ist der Film dabei nicht allzu sehr auf wirklich gruselige Momente getrimmt, oder zumindest lassen sich diese an der Stelle nicht als solche erkennen. Doch das tut dem Film auch gar keinen Abbruch, weil er durch seine kurze Laufzeit sowieso nicht so viel Zeit damit aufwendet, den Zuschauer lange auf die Folter zu spannen. Dadurch, daß aber das Kind hier die Wahrheit spricht, kann man eigentlich sagen, daß das Kind in diesem Fall allen Erwachsenen überlegen ist. Tatsächlich begründet der Film die Folgen dieser Behauptungen und die Taten, die daraus resultieren, auch nicht in der Realität, was natürlich der ewige Kampf zwischen Fiktion und Realität, aber auch dem Horrorgenre und der Realität im Besonderen bedeutet.

Zunächst mag einem das komisch erscheinen, wenn man über Chucky – Die Mörderpuppe nachdenkt, weil natürlich auch die Darstellung relativ handzahmer Gewalt Einzug in den Film erhält. Doch was den Film dabei so gekonnt von anderen Vertretern seiner Zunft unterscheidet, ist, daß man über weite Strecken darüber hinwegtäuschen kann, daß die man es hier mit einer mordenden Puppe zu tun hat. Das heißt, der Film hat sowieso schon von vorneherein ein relativ unwahrscheinliches Konzept und führt das satirisch auf die Spitze. Dieser Umstand machte Jahre später auch Scream – Schrei! (1996) zu einem Meisterwerk. Das heißt, es spricht ja grundsätzlich nichts dagegen, wenn man im Horror auf unnahbare und unwirkliche Ängste setzt. Doch woran eben viele Filme scheitern, ist, daß ihr Konzept und die Darstellung dessen sich immer beißen. In diesem Film geht es aber von Beginn an darum, eine Satire auf den Konsum zu verfassen. Mit völlig minderwertigen, aber auffallenden Mitteln verschreibt sich der Mensch einem Produkt und wird daran zugrunde gehen. Natürlich in dieser Form ein wenig zu einfach gehalten, doch das was dahintersteckt, ist große Kunst. Alle müssen diese Puppe besitzen, egal was es kostet und was es sie letztlich kostet.

Der Film braucht auch eine Zeit, bis wirklich klassische Horrorfilmmotive teil der Handlung werden. Ob rohe Gewalt, oder auch das Spiel mit der Kamera, in Chucky – Die Mörderpuppe wird zunächst ein ganz anderes Genre in den Vordergrund gerückt. Und so ist der Film zunächst auch einfach ein Thriller, der sich damit beschäftigt, ein Mysterium aufzuklären. Zumindest geht es den Figuren dabei darum. Der Zuschauer hat durch sein eigenes Wissen um die eigentliche Wahrheit einen Schritt voraus und dadurch entsteht dann tatsächlich die Spannung. Dieser Nervenkitzel ist theoretisch falsch platziert, wirkt aber indes trotzdem, weil man natürlich auch darum fürchtet, was nun als nächstes passiert. Im Prinzip ist das schon ein großes Meta-Konzept. Und dieses Konzept findet seine Darstellung in der Figur des Chucky. Nun muss man an der Stelle auch mal wieder ein Lob für das Handwerk aussprechen, weil die Darstellung der Figur und ihrer Bewegungen im Film durchaus aus technischer Sicht sehr spannend sind.

Ebenso spannend ist dabei die Darstellung der Figur, die einfach nur belustigend ist. Wenn die verbrannte Chucky Figur in etwa versucht Mutter und Sohn zu ermorden, dann spielt man natürlich so ein wenig mit der Angst vor dem Überirdischen, sorgt dann indes aber auch für die größten Lacher, weil es so absurd ist, sich vor einer dermaßen winzigen Puppe zu fürchten. Das kann mitunter sehr amüsant sein, wenn man denn den richtigen Humor hat. Gleichsam ist dieser Film auch ein Plädoyer gegen die Todesstrafe, weil natürlich der Geist eines ermordeten, vermeintlich bösen Mannes hier dazu führt, daß das Morden und der Schrecken weitergeht. Nun findet die Todesstrafe zwar keinen expliziten Platz im Film, aber durch das vermutlich verpasste Schüsse an dem Straftäter Charles Lee Ray kommt es erst zur Wandlung zu Chucky und daraus resultiert dann weitere Gewalt.

Als Thriller und Horrorfilm ist Chucky – Die Mörderpuppe natürlich völlig in seiner Zeit behaftet. Das eigentliche Problem liegt hierbei vor allem in der Zeichnung der Charaktere, während das, was im Hintergrund passiert durchaus nachdenklich stimmt. Manch ein Moment ist sehr unterhaltsam geraten, während der Film vor allem eine starke Konsumkritik ausspricht. Die Bedeutung von Kindern wird hier ebenso etwas größer gedacht und die Todesstrafe als Thema darf hier mal besprochen werden.

Chucky - Die Mörderpuppe Bewertung
Bewertung des Films
610

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