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Curse of Chucky

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Curse of Chucky Kritik

Curse of Chucky Kritik

Curse of Chucky Kritik
0 Kommentare - 16.10.2022 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Curse of Chucky" ist.

Bewertung: 2.5 / 5

Die querschnittsgelähmte Nica (Fiona Dourif) erhält ein Paket mit einer Good Guy-Puppe. Da weder sie noch ihre Mutter Sarah (Chantal Quesnel) wissen, was das für eine Puppe ist, verfrachten sie sie auf den Dachboden. Einige Tage später verstirbt die Mutter plötzlich und ihre Tochter muss nun eine Beerdigung organisieren. Daher läd sie ihre Familie, darunter Schwester Barb (Danielle Bisutti), ihren Schwager Ian (Brennan Elliot), und deren Tochter Alice (Summer Howell) ein. Während die Erwachsenen besprechen, wie sie nun vorgehen, findet das junge Mädchen das Paket mit der Puppe und beginnt damit zu spielen. Daraufhin sterben bald weitere Menschen im Haus.

In vielerlei Hinsicht ist die verspätete Fortsetzung Curse of Chucky ein durchaus spannendes Projekt. Zum einen natürlich, weil Kunst immer den Zeitgeist widerspiegelt. Zumindest sollte man das meinen. Zum anderen aber auch, weil es mit der Geschichte der Chucky-Filme so ein wenig spielt und zum anderen, weil es irgendwie dann doch ein aus der Zeit gefallenes Projekt ist. Zunächst sei gesagt, daß dieser Film der erste ist, der keinen Kinostart erhalten hat. Das allein ist eigentlich schon ein Totschlagargument, für die Qualität jenes Werkes. Und normalerweise wäre so ein Umstand gar nicht wichtig, wenn er sich nicht im Projekt wiederfinden würde. Der gesamte Film verfügt nämlich über eine ganz seltsame und glatte Optik, die eher an eine Fernsehserie von The CW erinnert. Da ist alles irgendwie auf Hochglanz und irgendwie langweilig. Mancini kitzelt keinerlei interessante Bilder aus der Kamera heraus und sein Film erinnert zu Teilen dann auch stark an die Saw-Reihe, die ebenfalls tonal irgendwie schwer zu verdauen ist und spätestens ab Teil vier keinerlei Sinn mehr ergibt. Ja, auch Curse of Chucky spielt so ein wenig mit der eigenen Geschichte der Reihe. Ob diese nun noch sinnig ist oder doch eher dem beliebten Muster des Reboots entspricht, mag keiner so genau zu sagen, weil der Film dem Zuschauer auch nicht wirklich erklären will, was Realität und was nun Fiktion ist. Überdies scheint Mancini den eigenen Blödsinn auch noch für etwas Wichtiges zu halten und zeigt eben tonal einen starken Stilbruch von schwarzer Komödie, hinüber zu ernsthaftem Familiendrama.

Trailer zu Curse of Chucky

Für diesen Mut muss man den Film durchaus loben und es ist wirklich erstaunlich, wie es dieses absolut banale Konzept um eine mordende Puppe immer wieder geschafft hat, sich auch kreativ weiterzuentwickeln. So erlebt der Zuschauer hier eine querschnittsgelähmte Hauptfigur, die gerade ihre Mutter verloren hat. Nun kommt also die Familie und es soll geklärt werden, wie man die Mutter beerdigt. Der Film scheint dabei zunächst auch unfreiwillig komisch zu sein, indem er dem Zuschauer kaum erklären mag, wer nun die einzelnen Akteure sind. Gerade der Pfarrer, der hier mit der Familie speist, scheint etwas unerklärt und unentwickelt zu bleiben. Dabei kann das durchaus spannend sein, wenn man eben die Charaktere ausbaut. Doch gerade in dieser Hinsicht scheitert Mancini, weil er den Zuschauer eher mit banalen Beziehungsgeflechten konfrontiert, die nie über das Klischee des betrügenden Mannes, der mit der Babysitterin schläft, nicht hinausgehen. Daß man dabei ganz klar auf Schauspieler setzt, die eher engelsgleiche Ausstrahlung haben, scheint ein weiteres, unfreiwilliges Horrorfilmklischee sein, daß der Film bedienen kann. Und wenn man das überwunden hat, dann bleibt die Frage, ob Chucky nun wirklich noch eine Bedeutung hat, in einem so aufgeklärten Kino, wie es in der 2000er Jahren bereits war. Und da verwundert es auch so ein wenig, daß Mancini hier den Fokus wieder auf Horror statt Groteske und Humor legt. Das ist eben mutig, aber in manchen Momenten eben nicht das, was man von dem Franchise nun gewohnt ist.

Interessant ist auf der anderen Seite aber in jedem Fall, daß man mit der neuen Hauptfigur Nina Pierce eine Figur hat, die im Rollstuhl sitzt. Das ist natürlich im Hinblick darauf, daß Horrorfilme oft davon handeln, daß Figuren flüchten oder schnell unterwegs sein müssen, um sich zur Wehr zu setzten, extrem spannend und eine interessante Abwechslung, die auch im Hinblick auf die sonst so perfekten Menschen in diesem Werk sehr kontrastreich. Und genau diesen Umstand macht sich Mancini zu Nutzen, indem er damit die Barrieren und Hürden für die Figur erschwert. Ohnehin bedient der Film dabei den so geliebten Voyeurismus von Horrorfans durch ziemlich kreative Darstellung von Toden. Und besonders in diesen Momenten offenbart sich dann doch noch eine gewisse Schwarzhumorigkeit, weil der Film auch um den Umstand weiß, daß es sich hier um die ständige Aneinanderreihung von Klischees handelt, die man dann auch weitere Klischees ergänzen kann. Daß natürlich hier wieder der Sexualtrieb bestraft wird, ist eben in einer langen Tradition voller Prüderie begründet, der auch hier die Frage zulässt. Außerdem spielt der Film dabei auch gekonnt mit seiner Kamera, indem er den Zuschauer immer etwas mehr an die Hand gibt, als es den Figuren im Film vergönnt ist. Mit sowas steigert der Film natürlich die Spannung und kann auch etwas über die fehlende Charakterisierung seiner Figuren hinwegtrösten.

Aber so ganz will das alles nicht so recht zusammenpassen. Man überlege beispielsweise mal, daß der Film eine Ernsthaftigkeit an den Tag legt, wenn es um die Herkunft seiner Mörderpuppe geht. Und ohnehin ist Chucky hier sehr ernst, während man dann immer noch den Umstand hat, daß es sich hier um eine Puppe handelt, die mordet. Auch die Tatsache, daß der Film eben im Jahr 2011 spielt, hilft der Glaubwürdigkeit nicht gerade. Zum einen, weil Puppen jetzt nicht unbedingt das Spielzeug Nummer eins für Kinder wären und auf der anderen Seite sieht Chucky rein Designtechnisch einfach herrlich scheiße aus. Das mag subjektiv sein, doch irgendwie fehlt es dem Film insgesamt an Relevanz. Denn wohin möchte man, wenn man den Konsumsubtext herausnimmt und auch die Familienkonstruktion kaum mehr glaubt, als eben ein Konstrukt. So ganz weiß der Film nicht, was er sein will. Ebenso gilt dies auch für die Zeitlinie, in die der Film sich eingliedern möchte. Ist er Reboot? Ist er Fortsetzung? Klar, man spricht hier davon, daß die Puppen mal sehr beliebt waren, aber wohin geht das. Gerade wenn man die Antworten auf diese Frage erhalten könnte, biedert der Film seine Fortsetzung an.

Man soll nicht unbedingt aufhören, wenn es am schönsten ist, sicherlich aber, wenn es peinlich wird. Der schmale Grat zwischen Ende und Fortschreiten gelingt in Curse of Chucky nicht ganz. Zum einen muss man den Film wieder mal für sein kreatives und neues Setting loben, ebenso für die Wahl seiner Hauptfigur. Doch so ganz erklärt sich nicht, was der Film eigentlich sein will und irgendwie wirkt er zu weilen aus der Zeit gefallen und etwas billig.

Curse of Chucky Bewertung
Bewertung des Films
510

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