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Dune - Teil 2

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Dune: Part Two Kritik

Dune - Teil 2 Kritik

Dune - Teil 2 Kritik
0 Kommentare - 02.03.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Dune - Teil 2" ist.
Dune - Teil 2

Bewertung: 4 / 5

Paul Atreides (Timothée Chalamet) und seine Mutter Jessica (Rebecca Ferguson) konnten dem Anschlag auf das Haus Atreides durch Imperator Shaddam IV (Christopher Walken) entkommen. Seitdem sind sie mit den Fremen, den Einheimischen von Arrakis, in der Wüsteu nterwegs und lernen dort deren Kultur kennen. Die Fremen halten Paul für den lange angekündigten Messias Lisan al Gaib. Unterdessen zweifelt die junge Kriegerin Chani (Zendaya) an dem antiken Glauben und sieht in Paul nur einen Jungen, in den sie sich bald verliebt. Unterdessen zeichnet sich ab, daß es bald zu einem Krieg mit den Harkonnen und dem Imperator kommen muss.

Religiöse Mythen, was quasi doppelt gemoppelt daherkommt, verlangen in der Realität nach Antwort. Der Glaube als Bestätigung. Das ist ein Geschäft und es ist etwas, was seit Jahrtausenden ganz gut funktioniert. Daß sich in Dune (2021) bereits ein stark religiöser Subtext zeichnete, lässt ähnliches auch für die viel erwartete Fortsetzung Dune: Part Two erahnen. Wobei man Subtext hier in tausende Anführungszeichen setzen muss. Denn religiös ist dieser Film durch und durch. Natürlich aus einer anderen Zeit und natürlich ebenso etwas, was in der heutigen Zeit nur noch von irgendwelchen Vin Diesels noch nicht belächelt wird. Dabei stellt sich vielleicht indes noch die Frage, ob eine Abkehr vom Glauben hier nicht sogar unmöglich scheint. Denn wie auch in der Welt des 21. Jahrhunderts und vor allem im Westen hat sich Glaube ja vor allem auf Mindsets, Esoterik und das Kapital verlagert. Letzteres könnte quasi den Konflikt in Dune: Part Two ebenso verdeutlichen, wodurch der Glaube als Konzept doch nicht so dämlich scheint. Und immerhin muss man sagen, wird Glaube von Villeneuve hier auch im Hinblick auf Fanatismus und Gewalt durchaus schon differenziert und vielseitig dargestellt. Was dann aber das einfache Volk und damit auch den Zuschauer erstaunen soll, sind irgendwelche Trainings-Einheiten auf einem Wurm in der Wüste. Nein, in der ersten halben Stunde ist Dune: Part Two leider eine sehr langatmige Angelegenheit.

Trailer zu Dune - Teil 2

Es ist ein schlichter Film, mit schlichten Ideen, wie auch die großen Science-Fiction-Vorbilder vergangener Tage mitunter schlicht anmuteten. Nun sind Filme in den 1970er Jahren aber auch gänzlich anders gedacht, weshalb ein Vergleich irgendwie unangebracht wirkt. Die visuelle Pracht von diesem Werk dazu, ist ebenso etwas eintönig, weil sich selten etwas anderes als eine Ansammlung von Sand auf dem Bildschirm zeigt und damit kann man wohl sagen, daß Denis Villeneuve auch hier einige Kinderkrankheiten mitbringt, die man schnell vergessen kann, die aber dennoch definitiv da sind. Dune: Part Two wirkt wie ein neues Kapital Kinogeschichte. Waren es in den 2010er Jahren die Superhelden, die die Krise in den meisten Fällen abwenden konnten und damit auch das Thema einer übergeordneten Macht, sprich Hilfe etablierten, findet sich in diesem Werk vor allem das Ende der Welt wieder. Es sind Kapitalisten, es sind Blaublütler und eben jene Wesen, die ob des Machterhalts endlos viele Menschen in den Tod schicken. Da findet sich selten so etwas wie Menschlichkeit auf Seiten des Bösen. Gut, zugegeben, das Haus Harkonnen zeichnet auch keine Menschen. Allerdings sind ja alle außerirdischen Wesen im Bereich Science-Fiction metaphorisch, wie auch tatsächlich immer mit menschlichen Eigenschaften versehen, wodurch man hier dennoch Menschen serviert bekommt.

Diese Macht und das Ausspielen einzelner Parteien, aber auch der Kampf untereinander nimmt Einfluss auf das gesamte Volk. So wie es im Feudalismus eben schon immer war. Dune: Part Two ist dahingehend kein komplexer Film, aber einer, der vor allem ob seines tadellos besetzten Casts jedwedes Klischee abwimmeln kann und damit vor allem wahres Talent fokussiert. Beispielsweise ist der von Austin Butler verkörperte Feyd-Rautha Harkonnen in seiner tatsächlichen Form eine Figur, die etwa so eins zu eins auch aus Shakespeare Werken wie Hamlet oder Richard III. entnommen sein könnte. Dabei zeichnet Villeneuve einen langen Bogen hin zu den am Hofe stattfindenden Intrigen. Man kann das altbacken und etwas theatralisch finden, aber die Mischung hier funktioniert ja spätestens seit Game of Thrones (2011 bis 2019) wieder ganz gut. Daß man hier dann aber doch Tagespolitisch ist, zeichnet der Film vor allem durch die nomadisch angehauchten Fremen, die auf der Suche nach dem Messias durch die Wüste ziehen. Die offenkundigen Parallelen muss man wohl nicht benennen. Aber was Dune: Part Two dann vor allem gut macht, ist daß er eigentlich den Fall eines Helden und einer gottgleichen Figur zeigt, die von absoluter Macht korrumpiert wird. Auch das ist im Science-Fiction nicht neu und vor allem im Film auch nicht. Man fühlt sich an der Stelle dann doch an Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith (2005) erinnert. Das erzeugt aber dennoch Spannung, weil man hier einerseits sehr altbacken in Personifizierung ist und anderseits dann einen starken Kontrast zu den allermeisten Blockbustern der letzten vierzig Jahre setzt. Man könnte auch einen Paul Atreides hier durchaus schon als Schurken verstehen.

Wenn man so sieht, wie die Religion ausgedrückt durch die Schwesternschaft der Bene Gesserit hier die Fäden spinnt, dann kommen einem schon wieder unweigerlich Assoziationen zur realen Welt auf. Da scheint ohnehin ein für die Menschen auswegloser Konflikt Einzug zu erhalten, nach welchem sich zwischen Kapital und Religion entschieden werden. Normalerweise ist man da nicht so ultimativ, erwirkt hier aber den Anschein, als sei das eine wirklich pessimistische Welt, die da zu finden ist. Unterstützt wird die These der Religion auch dadurch, daß die Frau in diesem Fall eigentlich nur als Objekt der Begierde oder Gebärende verstanden wird. Nicht, daß sich Villeneuve in Dune: Part Two damit einen Sexismus erlauben würde, dennoch zeichnet er, ähnlich wie schon im Vorgänger, eine patriarchale Welt, in der sich alle Frauen unterordnen müssen. Das zeigt sich auch an der Prinzessin Irulan, die sozusagen freigegeben wird, um das Blut weiterzuführen.

Nach einem wirklich zähen Beginn wird Dune: Part Two trotz eintöniger Bilder bald zu einem unglaublich spannenden Intrigenspiel um Macht und die Bedeutung der Religion. Es ist ein Werk, daß eigentlich recht konventionell gehalten ist, aber durch einen nahezu brillanten Cast und den Aufwand dahinter überdurchschnittlich wird.

Dune - Teil 2 Bewertung
Bewertung des Films
810

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