Moviejones.de ist ein kostenloses Angebot, welches sich durch Werbung refinanziert. Adblocker minimieren die Einnahmen monatlich um 40%. Wenn du möchtest, dass wir auch in Zukunft unsere Redakteure bezahlen können, deaktiviere bitte deinen Adblocker.

Du willst dennoch keine Werbung oder diese deutlich minimieren?

Hier mehr erfahren

Frankensteins Sohn

Kritik Details Trailer Galerie News
This is place of the dead. Were all dead here.

Frankensteins Sohn Kritik

Frankensteins Sohn Kritik
2 Kommentare - 27.01.2018 von Silencio
In dieser Userkritik verrät euch Silencio, wie gut "Frankensteins Sohn" ist.

Bewertung: 4 / 5

Wolf von Frankenstein, Sohn des berüchtigten Henry von Frankenstein, kehrt zum Sitz seiner Familie in das Dorf Frankenstein zurück. Dort ist er allerdings nicht gerne gesehen, denn die Geschichten um Frankensteins Monster sind den Dorfbewohner trotz der langen Zeit immer noch lebhaft im Gedächtnis. Als er die Aufzeichnungen seines Vaters entdeckt, ist sein Interesse geweckt. Da kommt Ygor gerade recht, der weiß, wo das Monster versteckt liegt. Ygor bringt Frankenstein dazu, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und dem Monster wieder zu alter Stärke zu verhelfen. Aber Ygors Motive sind eigennützig, denn er hat eine Hinrichtung überlebt und will sich nun des Monsters bemächtigen, um sich an denen zu rächen, die ihn zum Tode verurteilt haben...

Irgendwann in den 1930ern entschied man sich bei Universal keine neuen Horrorfilme zu produzieren. Mit den erfolgreichen Neuaufführungen von „Dracula“ und „Frankenstein“ im Jahre 1938 stellte man aber fest, dass das Publikum immer noch Lust auf den Nervenkitzel, den die Monster versprachen, hatte. Deswegen entschied man sich, eine Fortsetzung zu „Frankenstein“ zu drehen, in der Bela Lugosi (wahrscheinlich der definitive Dracula) und Boris Karloff zusammen die Leinwand heimsuchen. Regisseur James Whale ließ sich nicht dazu überreden, die Geschichte des Monsters fortzusetzen und so engagierte man Rowland V. Lee, um den vakanten Posten zu besetzen. 1939 erblickte „Frankensteins Sohn“ dann das Licht der Welt. Er sollte der letzte Film mit Boris Karloff in der Rolle des Monsters werden.

Als wichtigster Zuwachs im wachsenden Frankensteinmythos, den „Frankensteins Sohn“ verbuchen kann, dürfte der von Bela Lugosi dargestellte Ygor anzusehen sein. In der Popkultur oft mit dem buckligen, von Dwight Frye gespielten Gehilfen Fritz aus dem ersten Teil zusammengeworfen, ist der Name „Ygor“ wahrscheinlich auf ewig mit Frankenstein verbunden. Lugosi spielt Ygor mit einer Boshaftigkeit und einer Verachtung für die Welt und ihre Bewohner, die Ihresgleichen sucht. Da man versucht hat, Ygor zu hängen und ihm dabei das Genick gebrochen hat, ist er eine verwachsene Gestalt. Gepaart mit seiner schnarrenden Stimme gibt er eine absurd-morbide Figur ab, die sehens- und hörenswert ist.

Karloff hingegen tut der Film keinen Gefallen. Durfte er im Vorgänger noch die gesamte Klaviatur der menschlichen Emotionen spielen, wird er in „Sohn“ bis zur Halbzeitmarke darauf reduziert, regungslos herumzuliegen. Und auch sobald das Monster wieder Angst und Schrecken verbreiten darf, bleibt es erschreckend eindimensional. Dabei hilft es natürlich nicht, dass „Sohn“ das Monster quasi zu Ygors Lakaien degradiert. Das ist nicht unbedingt schlecht, aber Karloffs Leistungen in den Vorgängern unwürdig.

Als Frankensteins Sohn spielt Basil Rathbone auf, der im gleichen Jahr als Sherlock Holmes in „Der Hund der Baskervilles“ an der Seite von Lionell Atwill, der hier den Inspektor Krogh gibt, seinen Durchbruch feiern sollte. Rathbone spielt Wolf überzeugend und das Drehbuch gibt im viel, mit dem er arbeiten kann. Wolf ist ein Mann, der zerrissen ist: einerseits will er den Fehler seines Vaters aus der Welt räumen und das Monster zerstören, andererseits will er gleichfalls die Ehre des Frankenstein-Namens wiederherstellen, indem er die bahnbrechende Arbeit seines Vaters fortsetzt. Clever entlarvt das Drehbuch dabei Wolf als weitere Kreatur seines Vaters, indem er Ygor andeuten lässt, dass er und das Monster eigentlich nichts anderes als Brüder sind.

Visuell setzt der Film auf reduzierte Sets, in denen sich Licht und Schatten meterweit ziehen. Das ist nett anzusehen, Lees meist statische Kamera kann sich aber mit Whales sich dauernd in Bewegung befindenden Bildern nur bedingt messen. Generell bietet „Sohn“ weniger Schauwerte als „Frankenstein“ und „Braut“, gerade die beeindruckenden Effekte der Homunculi im direkten Vorgänger finden hier kein Äquivalent. Dafür hat „Sohn“ jedoch den graphischsten Mord der Reihe, wenn das Monster einen Kutscher erwürgt und ihn danach vom Rad seiner eigenen Kutsche den Brustkorb eindrücken lässt.

„Frankensteins Sohn“ kann mit seinen großen Vorgängern nicht ganz mithalten, ist aber dennoch ein sehenswerter Beitrag der Reihe, der gerade durch seine thematische Dichte zu überzeugen weiß. Filmhistorisch darüber hinaus natürlich gerade interessant, weil er Mel Brooks als Vorbild für sein Meisterwerk „Frankenstein Junior“ diente.

Frankensteins Sohn Bewertung
Bewertung des Films
810
DVD & Blu-ray
AmazonAmazonAmazonAmazonAmazon

Weitere spannende Kritiken

Woody Woodpecker Kritik

Wahnsinn schüttelt Wahnwitz die Hand!

Poster Bild
Kritik vom 20.06.2018 von Rubbeldinger - 2 Kommentare
Als ich den ersten Trailer zu "Woody Woodpecker - Der Film" sah, überkam mich eine Welle an Eindrücken! Einmal eine Nahtoderfahrung ala "Alvin und die Chipmunks! - Realverfilmungen und deren gleichgesinnte "Garfield" Verrenkungen! Da ich im Laufe der Zeit mehrere Trickfilme mit diesem klei...
Kritik lesen »

Bedevilled - Zeit der Vergeltung Kritik

Wenn nicht mal Frauen einander helfen

Poster Bild
Kritik vom 20.06.2018 von MobyDick - 3 Kommentare
Die Grundprämisse des Films Bedevilled ist denkbar alltäglich: Eine Frau wird Zeugin, wie eine andere Frau mißhandelt wird, weigert sich aber, der Polizei bei ihren Ermittlungen großartig zu helfen, da sie einerseits nicht in etwas hineingezogen werden möchte (so weit so s...
Kritik lesen »
Mehr Kritiken
Horizont erweitern

Was denkst du?
2 Kommentare
Avatar
Silencio : : Moviejones-Fan
29.01.2018 16:01 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 611 | Reviews: 39 | Hüte: 52

Der hat noch einige Schauwerte zu bieten (im Gegensatz zum vierten Teil zumindest) und einen verdammt starken Lugosi, den man mal im O-Ton seinen Dialog spucken hören muss. Ich hab aber auch zuerst zu den 7 Punkten tendiert, war dem Streifen nach dem Schauen aber relativ wohlgesonnen.

Avatar
MobyDick : : Moviejones-Fan
29.01.2018 15:25 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 2.566 | Reviews: 24 | Hüte: 134

Ich habe den Film vor Jahr(zehnt)en mal im Dritten gesehen und fand ihn damals nicht so pralle, vor allem fand ich "Sherlock" Rathbone irgendwie deplatziert damals. Daher wundert mich die hohe Wertung hier doch, hätte ich doch eher 6 Punkte gegeben. Mal sehen, vielleicht muss ich den Film irgendwann doch nochmal schauen.

Dünyayi Kurtaran Adam
Forum Neues Thema