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Freddy's Finale - Nightmare on Elm Street 6

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How to ruin a Franchise - Nightmare 6

Freddy's Finale - Nightmare on Elm Street 6 Kritik

Freddy's Finale - Nightmare on Elm Street 6 Kritik
0 Kommentare - 25.12.2017 von ZSSnake
In dieser Userkritik verrät euch ZSSnake, wie gut "Freddy's Finale - Nightmare on Elm Street 6" ist.

Bewertung: 1.5 / 5

Zwei Jahre nachdem The Dream Child bei den Kritikern weitestgehend durchfiel, sollte Freddy in Freddy´s Dead - The Final Nightmare endgültig zu Grabe getragen werden. Zwei Jahre Zeit zwischen den Filmen sollten mehr als genug sein, um sich einen clever-epischen Abschluss für die Saga auszudenken, in dem das Pizzagesicht sich anständig verabschieden kann. Doch hat man diese Chance genutzt und für die Fans einen Abgang mit Knall gezaubert, oder ist Nightmare Nummer 6 letztlich bloß ein schwacher Rohrkrepierer geworden?

Inhalt:
Zehn Jahre "in der Zukunft": Freddy Krueger hat es geschafft alle Kinder und Jugendlichen in Springwood zu töten. Alle? Nein, denn ein einzelner unbeugsamer Teenager hat es geschafft den Klingen des Killers zu entkommen und sich aus der Stadt zu schleichen. In einem Flugzeug sitzend, scheint die Flucht bereits gewiss, als Freddy ihn unsanft zurückzerrt und ihm die Aufgabe überlässt, andere Teenies als Opfer in die, inzwischen dem Wahnsinn verfallene, Gemeinde zurückzubringen. Darunter scheinbar auch Freddy´s verloren geglaubte Tochter...

Kritik:
Moment mal, Freddy hat eine Tochter? Zehn Jahre in der Zukunft? Was ist mit Alice? Ihrem Sohn Jacob? Freddys Mutter, welche diesen endgültig unter Verschluss halten sollte? Wo ist meine Anknüpfung an das Ende des Vorgängers? Tja, davon darf man sich hier leider gleich zu Beginn verabschieden. Sämtliche anderen Teile der Reihe werden praktisch völlig ignoriert und sieht man von ein paar eingestreuten Easter-Eggs (ein winziger Johnny Depp-Cameoauftritt hier, ein kurzer Moment in Nancys altem Haus dort) ab, hat der Film tatsächlich nichts mit dem Rest der Reihe zu tun. Er erinnert unsanft an das Verfahren, welches bereits Jason X und Hellraiser Bloodline so unglaublich "gut getan" hat: Verbindungen zur Reihe durch einen Zeitsprung kappen und auf das Beste hoffen. Sicher, besagte Filme kamen beide nach Nightmare 6, jedoch sind alle drei Beispiele ideal, um zu veranschaulichen, wie man eine einst vielversprechende Horrorreihe im "Finale" mit massivem Anlauf an die Wand fahren kann.

Dabei lesen sich die Informationen zum ursprünglichen Skript eigentlich doch so spannend: Jacob, inzwischen 15 Jahre alt, sollte, nachdem Freddy zurückgekehrt war und seine Mutter Alice erwischte, viele der Seelen der ehemaligen Dream-Warriors um sich scharen, um Freddy ein für alle Mal den Garaus zu machen. Sicher, logisch wäre das auch wieder ein wenig riskant gewesen, aber es hätte die Fanbase zumindest ernst genommen und durch die alten Darsteller der Reihe ein rundes und Best-of-artiges Finale beschert, welches sicherlich die meisten gefeiert hätten. Doch was wir stattdessen bekamen, spottet jeder Beschreibung.

Beginnen wir bei unseren Teenagern: allen voran Shon Greenblatt als "John Doe", den an Gedächtnisverlust leidenden, vermeintlich letzten, Teenager von Springwood. Und wow, der junge Mann kann zum Verrecken nicht schauspielern. "Overacting at it´s best", könnte man sagen. Denn selten trifft er den Ton einer Szene und meist wirkt er heillos überfordert mit den einfachsten Emotionen. Katastrophal kommen auch Tracy (Lezlie Deane), die praktisch jede ihrer Dialogzeilen schreit, Carlos (Ricky Dean Logan), der ein Hörgerät trägt, weil er als Kind so heftig verprügelt wurde und Spencer (Breckin Meyer), der dauerhaft stoned ist und auch quasi scheintot spielt, daher. Allesamt sind stereotype 90er-Teenage-Angst-Grungekids, welche durch die Bank mit Vaterkomplexen gesegnet sind und mit ihrer Fuck the Establishment-Attitüde einfach grenzenlos nerven. Was allerdings trotzdem irgendwo ins Grundthema des Films spielt, da die zweite Hauptfigur Maggie (Lisa Zane, Billy Zanes Schwester) als Töchterchen von Krueger selbst nicht den besten Papa der Welt besitzt und sich natürlich ihrem Erzeuger letztlich stellen darf.

Und damit wären wir auch bereits bei einem der größten Probleme der Darstellerschaft angekommen - Freddy himself, Robert Englund. Zum Einen spielt er inzwischen bestenfalls noch die süffisante Karrikatur einer Karrikatur seiner ursprünglichen Figur, zum Anderen sah seine Maske nie so billig, fake und schäbig aus. Dieses Plastik-Käsegesicht in Nightmare 6 hat nichts mehr mit dem gemein, was man aus den Vorgängern gewohnt war und wirkt wie schwaches TV-Niveau. Wer das durchgewunken hat, gehört mit dem Klingenhandschuh vertrimmt und anschließend an seinen Eingeweiden aufgehangen. Zudem ist Freddy inzwischen jenseits von Gut und Böse was Overacting, Unsinn und Lächerlichkeit angeht. Vorbei sind die Momente der Rückbesinnung auf alte Tugenden aus Teil 5, denn Englund gibt sich hier voll den affigen Albereien hin, die jedoch noch einmal auf eine unangenehme, fremdschämende Spitze getrieben werden.

Die Regie von Rachel Talalay bewegt sich dabei zwischen unaufgeregt und Erdbebenwarnung. Was da stellenweise mit der Kamera passiert ist schlicht unangenehm und auch die Schnitte sind mitunter mehr als holprig geraten. Für eine Regisseurin, die inzwischen vorwiegend im TV arbeitet, mag das genug sein, aber für das vermeintlich epische Finale der Nightmare-Reihe ist das einfach zu wenig. Gleiches gilt auch für die gesamte visuelle Gestaltung des Films. Selten sah ein Nightmare so unfassbar öde und langweilig aus. Vergessen scheint der coole, gothisch angehauchte, Look aus dem Vorgänger und an seine Stelle tritt quasi die Landesgartenschau von vor 20 Jahren, wenn keine Gärtner mehr vorhanden gewesen wären. Kreativität scheint irgendwo gemeinsam mit John Doe aus dem Fenster geflogen zu sein und Wicked Witch Freddy hat es versäumt sie wieder aufzufangen. Die uninspirierten Rückblenden zum Vater-Tochter-Subplot sind nicht viel mehr als schwach und das Effektbudget scheint völlig für die drei überflüssigen Mini-Traumdämonen draufgegangen zu sein, welche Freddy unsterblich undmächtig machten. Wohlgemerkt erst rückwirkend in diesem Eintrag der Reihe - erinnert sich noch jemand wehmütig an den Freddy, der von der Angst vor ihm zehrte? Oder durch die Seelen seiner Opfer Stärke bekam? Nein? Hätte ja auch bloß mehr Sinn gemacht. Und, wie der Titel vermuten lässt, machen auch diese Dämonen ihn nicht halb so unsterblich wie man eigentlich bei diesem Begriff denken sollte.

Das alles wird gekrönt von einer 15-Minütigen Finalsequenz, welche im Kino wohl in 3D lief, in der Heimkinoveröffentlichung jedoch lediglich durch viele, in die Kamera gehaltene, Objekte besticht. Mag in seiner vollen 90er-3D-Pracht sicher ein Hingucker gewesen sein, wirkt aber ohne Brille flach und in 2D auf BluRay irgendwie überhaupt nicht mehr wie intendiert. Immerhin sorgt das ehemalige 3D dafür, dass jemand sich mal die Mühe gemacht hat, die Kamera 15 Minuten lang ruhig zu halten, sodass diese Finalsequenz zumindest filmisch zum erträglichsten Teil des Films wird. Brian Mays Score hingegen ist weniger als schwach, wirkt völlig lustlos und uninspiriert und plätschert träge nebenher. Noch schlimmer wird es, wenn er dreist Night on Bald Mountain aus Disneys Fantasia klaut und unter etliche Szenen des Films legt, um sie epischer zu machen. Denn abgesehen davon, dass dieses Stück hier absolut deplaziert wirkt, macht es noch dazu tonal im Verhältnis zum restlichen Score überhaupt keinen Sinn. Vielmehr erscheint es wie ein "hey, das klingt cool"-Gedanke, den jemand am Produktionsteam vorbei in den Final Cut des Films geschmuggelt hat.


Fazit:
Es half jedenfalls alles nichts; Freddy´s Dead bietet letztlich nicht viel mehr als der Titel suggeriert - ein Franchise, welchem jedwede Kreativität entfleucht ist und das in seinen letzten Atemzügen liegt, welche man als Zuschauer eventuell auch einfach für das eigene Gähnen beim "Genuss" dieses Films halten könnte. Wer auf puren Trash steht, könnte sogar noch ein wenig Gefallen an Nightmare 6 finden, alle anderen werden augenrollend aufstöhnen, wenn der Abspann läuft, der mit einem kleinen Best of der Reihe lockt, in dem nochmal alle Kills und Highlights in einer Montage neben den Credits herlaufen. Erstaunlich, aber wahr: diese Montage ist zu jedem Zeitpunkt besser als das zuvor gebotene Trauerspiel im vermeintlichen Finale der Reihe. The Final Nightmare spuckt auf das Erbe von Cravens genialem Erstling, setzt einen großen Haufen auf alles Etablierte, um eine, dümmlich zusammengezimmerte, eigene Story der Regisseurin zu erzählen und wirft damit die Chance auf ein rundes Finale zugunsten billiger 3D-Spielereien und affiger Comedy weg.

Für Freddy´s Dead - The Final Nightmare lautet das Urteil somit:


3/10 schäbige Traumdämonen bzw. 1,5/5 abgeranzte Schlapphüte


und die Empfehlung es bei Teil 5 als Finale zu belassen und sich danach gleich an New Nightmare zu machen, der unter Cravens Regie nur besser sein kann als dieses Machwerk.

Freddy's Finale - Nightmare on Elm Street 6 Bewertung
Bewertung des Films
310
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