Anzeige
Anzeige
Anzeige

Gattaca

Kritik Details Trailer Galerie News
Gattaca Kritik

Gattaca Kritik

Gattaca Kritik
2 Kommentare - 05.04.2021 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Gattaca" ist.

Bewertung: 4 / 5

In einer nahen Zukunft hat die Menschheit es geschafft den genetischen Code soweit zu entschlüßeln, daß Menschen vor ihrer Geburt schon einen strikten Lebenslauf und Talente haben. Nur noch wenige Menschen werden auf die herkömmliche Art gezeugt, und die, die es werden weisen einen oder mehere genetische Defekte auf. Diese als "Invalde" bezeichneten Menschen führen ein Darsein im Schatten der Gesellscaft. Vincent Freeman (Ethan Hawke) ist einer dieser Menschen, während sein Bruder Anton (Loren Dean) eines der Gen-Babys war. Vincent leidet unter starker Kurzsichtigkeit und hat starke Herzpronleme. Die Ärzte sagten voraus, er würde nicht mehr als dreißig Jahre leben. Als nun Erwachsener Mann arbeitet Vincent in der Putzkolonne in den Räumen der Gattaca Aerospace Corportaon und träumt davon mit dem ersten bemannten Raumschiff zum Titan zu fahren. Über einen Mittelsmann lernt er Jermone (Jude Law) kennen. Einen der genetisch perfekten Menschen, der durch einen Selbstmordversuch an den Rollstuhl gefesselt wurde. Jermone verkauft Vincent seine Identität, die er braucht um in die Gebäude von Gattaca zu gelangen und seinen Traum zu erfüllen. Eines Tages kommt es zu einem Zwischenfall in den Räumen der Firma, bei welcher ein Mitarbeiter stirbt und dadurch unnötig Aufmerksamkeit auf Vincent und Jerome gelenkt wird.

Wenn man sich einen Film wie Gattaca zur Gemüte führt, dann hat dies wenig von herkömmlicher Unterhaltung. Viel mehr ist Gattaca ein Film, der sich natürlich ob seiner Prämisse mit zentralen Fragen des Seins befasst, aber auch für unsere heutige Zeit erstaunlich aktuell ist. Ja, ein kleiner philosophischer Exkurs ist hierbei angebracht: Wir leben in so schnellbeligen Zeiten, sind ständig auf Erfolg und das große "Mehr" aus und setzten uns selbst die Grenzen des Möglichen. Wenn man über die transhumanistischen Thesen spricht, dann wird jedem richtigen Humanisten sofort schlecht. So sollte es zumindet sein. Und dennoch sind wir mit all unseren Mitteln auf dem Besten Weg in eine solche Welt.

Es mag dem ein oder anderen sicherlich wie eine Verschwörungstheorie anmuten und auch ich habe keine Ahnung wie wir uns letztlich entwickeln. Dennoch gibt die Gegenwart uns genügend Hinweise. Und so verhält es sich auch mit Gattaca. Denn diese Dystopie ist so greifbar und gut durchdacht, daß selbst die satten, klaren Farben sich dem Umstand des Irrsinns nicht entziehen können. Und auch die Geschichte weiß um ihre Makel. So entlarvt sie die eigentliche Ideologie der Transhumanistik als fehlerhaft und unperfekt. Selbst der von Jude Law verkörperte Jerome, einer der Überlegenen Menschen, schafft es nach einem Unfall nicht mehr dem Anspruch an ihn gerecht zu werden. So lebt er zurückgezogen und versteckt in seinem Haus.

Weiterhin schafft es der Film eine zutiefst menschliche und lebensbejahende Botschaft zu senden. So hat Vincent einen Reagenzglas-Bruder namens Anton (Loren Dean). Und während Vincent sein Leben lang eigentlich immer die Nummer zwei hinter seinem Bruder war, gelingt es Vincent in seiner Unvollkommenheit eines Tages doch seinen Bruder im Wettkampf zu besiegen.

Es sind diese kleinen Versatzstücke der übergeordneten Handlung, die herbei ein so großes Ganzes ergeben. Gerade im zweiten Akt nimmt der Film so richtig an Fahrt auf. So kommt es innerhalb der Firma zu einem Zwischenfall, der Irene Cassini (Uma Thurman), die Behörden und den Detective Hugo (Alan Arkin) auf den Plan ruft. Während sich hierbei vor allem eine spannende Dynamik in Sachen Plot entwickelt, tritt auf der anderen Seite aber eine Liebesgeschichte ein, die nie so richtig zünden will. So bleibt Thurmans Charakter weitesgehend blaß und eindimensional und man fragt sich auch, ob es ihn letztlich gebraucht hätte.

So ist Gattaca ein in sich stimmiges, poetisches und sehr menschliches Werk geworden. Schauspielerisch solide, ist es vor allem die Handlung und die großartige Metaphorik denen sich die Protagonisten unterwerfen müssen. Eine kleine, blasse Liebe tut der Menschlichkeit keinen Abbruch, ist aber alles andere als nötig. Der Film stellt die richtigen Fragen und sollte heute eigentlich wesentlich bedeutener sein, als er es letztenendes ist. Außerdem sind die innere Logik und das Worldbuilding relativ klar und steril und fügen sich damit der inhaltlichen Bedeutung. Man bekommt zu jeder Zeit dein Eindruck, daß das alles durchdacht ist.

Gattaca Bewertung
Bewertung des Films
810
DVD & Blu-ray

Weitere spannende Kritiken

Starship Troopers Kritik

Starship Troopers Kritik

Poster Bild
Kritik vom 01.08.2021 von ProfessorX - 0 Kommentare
Nach einem verherenden Krieg gegen die Außeridischen Bugs lebt die Menschheit unter der Regierung der Födereration aus Genf. Die Highschoolschüler Johnny Rico (Casper Van Dien), Carl Jenkins (Neil Patrick Harris), Carmen Ibanez (Denise Richards) und Isabel "Dizzy" Flores (Dina Meyer)...
Kritik lesen »

Jungle Cruise Kritik

Userkritik von Raven13

Poster Bild
Kritik vom 31.07.2021 von Raven13 - 1 Kommentar
Gestern habe ich mir Jungle Cruise im Kino angesehen. Auf den Film habe ich mich vorab bereits sehr gefreut, denn ich liebe solche Fantasy-Abenteuer-Filme mit solchen Settings. Da eine Ähnlichkeit mit Fluch der Karibik klar erkennbar ist und dieser auch wohl stark als Vorbild fungiert hat, werd...
Kritik lesen »
Mehr Kritiken
Horizont erweitern

Was denkst du?
oder direkt auf MJ registrieren Ich stimme den Anmelderegeln beim Login zu!
2 Kommentare
Avatar
ProfessorX : : Moviejones-Fan
12.04.2021 10:47 Uhr
1
Dabei seit: 17.05.14 | Posts: 623 | Reviews: 104 | Hüte: 18

@MB80

Ja die Kritik ist durchaus berechtigt, wobei mich sowas weniger stört. Ich meine, klar ist das nicht zwingend logisch und auch mehr "gewollt" konstruiert was das Ende angeht, aber ich finde gerade das fügt sich super zu einer wirklich tollen Aussage.

Wenn man die Sache realistisch betrachtet ist sie natürlich unlogisch. Doch irgendwie empfand ich das sehr berührend und eine tolle Botschaft. Alos in gewisser Weie manipulativ wenn man so will.

Primär finde ich es schade, daß der Film so wenig besprochen wird, weil er eigentlich sehr interessante, und wichtige Themen aufgreift, die heute nicht aktueller sein könnten. Man wirft sich ja dann doch gerne die ein oder andere Pille ein um zu funktionieren, oder drängt sich zu den eigenen Grenzen um "Mehr" zu erreichen. Und dahingehend klar ein wneig kitschig, aber auch wichtig wie ich finde.

Und an der Stelle: Gerne doch! smile

MJ-Pat
Avatar
MB80 : : Cheddar Goblin
11.04.2021 23:19 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.989 | Reviews: 35 | Hüte: 177

@ ProfessorX

Ich habe den Film vor langer Zeit mehrfach gesehen, als ich noch zur Schule ging (na gut soooo lange ist das auch nicht her), un empfand ihn damals als extrem substantiell und bewegend. Eine Kritik hatte ich aber damals schon im Kopf: so nett ich die Botschaft des Filmes auf finde, dass jeder gemäß seinen Ambitionen auch eine echte Chance verdient, so fand ich das im Film etwas ungeschickt gelöst. Sorry, aber wenn man einen Herzfehler hat, wird man bei aller Willenskraft Probleme haben, seinen genetisch optimierten Bruder in einem sportlichen Wettkampf zu besiegen... Hört sich vielleicht nörglerisch an, aber hier holt der Film leider den Holzhammer raus.

Aber ich habe ihn mal auf meine Rewatch Liste gesetzt, insofern schon mal Danke für die Erinnerung ;)

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

Forum Neues Thema
Anzeige