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Jungle

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Jungle Kritik

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Jungle Kritik
0 Kommentare - 30.12.2020 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Jungle" ist.
Jungle

Bewertung: 3.5 / 5

Der israelische Abenteurer Yossi Ghinsberg (Daniel Radcliffe) möchte eine Auszeit von dem Stress der modernen Welt nehmen und entschließt sich daher nach Lateinamerika zu gehen. Dort trifft er auf die zwei Freunde Kevin Gale (Alex Russell) und Marcus Stamm (Joel Jackson). Schnell freunden sich die drei ebenfalls an und beschließen von nun an gemeinsam weiterzugehen. Ebenfalls trifft die Gruppe auf den Aussteiger Karl Ruprechter (Thomas Kretschmann), der sich nun als Führer der Gruppe anbietet und die Gruppe sicher geleiten soll.

Eine Indie-Perle, so fällt es am leichtesten diesen Film zu umschreiben, der so untypisch für das Kino, aber um so typischer für Daniel Radcliffe zu sein scheint. Die Geschichte von Yossi Ghinsburg ist eigentlich eine ziemlich klassische Hollywood-Story sollte man meinen. Dennoch haben wir hier keine Hollywood-Produktion, sondern einen knallharten australischen Survival-Thriller. Was zunächst nach einem Abenteuer aussieht, entpuppt sich spätestens nach der Hälfte als Zitterpartie um Ghinsberg, der von nun an allein im Dschungel verschwindet. Daniel Radcliffe liefert hier wohl bis dato seine mit Abstand intensivste Performance, und wird dabei wunderbar von Regisseur Greg McLean und dessen Kameramann Stefan Duscio in Szene gesetzt. Ja, die Bilder des Films sind unglaublich intensiv, was natürlich für das unerforschte und majestätische Bild des Dschungels, auch nicht anders umzusetzen war. Während viele, im besonderen "Kinderfilme" (die Anführungsstriche deshalb, weil ich den Begriff absolut nicht leiden kann), den Dschungel in seiner divärsen Pracht oft romantisieren, so entfaltet Jungle diesen als mysteriös, unendlich und antagonistisch. Dem Gegenüber stehen unsere Hauptcharaktere, in Form von Yossi Ghinsburg, Kevin Gale und Marcus Stamm. Naiv und voller Tatendrang stürmen sie sich in ein Abenteuer, welches sie verschlingen sollte, wie der Dschungel das Licht verschlingt.

Trailer zu Jungle

Und auch ich komme nicht umher mich an diesen Bildern zu ergötzen. Gerade in der ersten Hälfte ist dieser Film so unglaublich imposant und spannend, daß es mir den Atmen verschlagen hat. Spätestens wenn Thomas Kretschmanns Karl Ruprechter Auftritt, ist es vorbei mit lustig. Der wesentlich erfahrenere Geologe führt von nun an die Gruppe durch den Dschungel. Und ganz nebenbei reißt Kretschmann dabei auch den gesamten Film für eine Weile an sich. Denn während der Dschungel die mystifizierte Undurchdringlichkeit darstellt, so ist Ruprechter die personifizierte Undurchdringlichkeit. Immer wieder gibt uns der Film kleine Hinweise, die aber so vage und fast schon unausgesprochen bleiben, daß über immer Ruprechters Person weiterhin nur rätseln werden können. Kretschmann spielt diesen Aussiedler mit so eine Ruhe, daß einem niemals klar wird, was man an diesem Charakter eigentlich hat.

Doch während Radcliffe und Kretschmann hier durchaus punkten können, so sind auf der anderen Seite Jackson und Russell die dann doch sehr stereotyp sind. Sie verkörpern das Erwartbare, was natürlich dem Drehbuch geschuldet ist. Hier gibts mal einen Konflikt, da gibts mal eine Unterbrechung und alles im Hinblick darauf, daß es überhaupt zu so etwas kommt. Ich will nicht sagen, daß das schlecht sei, allerdings ist es auch weit Weg von Originell.

Davon abgesehen neigt der Film gerade zum Schluß dazu sich etwas zu ziehen. Denn während die restlichen Mitglieder der Truppe von Ghinsburg getrennt sind, ist dieser dem Dschungel nun allein vollends ausgeliefert. Dabei wiederholen sich Halluzinationen, Spirituelles und Gefahren leider viel zu oft, sodass es mich persönlich etwas ermüdet hat. Vielleicht hätte es dem Film gut getan, das ein oder andere Minütchen herauszuschneiden, um so etwas straffer und zügiger zum Schluß zu kommen.

Ich frage mich eigntlich beim Film zum Schluß nur noch, welche Person dafür verantwortlich war, daß der Film eben keinen Kinosart in Deutschland erhalten hat. Denn ich glaube, daß der Film sich gerade auf der großen Leinwand, mit all seinen Bildern und der tollen Musik (die zwar auch recht konventionell ist für so ein Thema, aber seis drum) erst so richtig entfaltet hätte. Daniel Radcliffe und Thomas Kretschmann sind einfach großartig, wobei letzterer hier eigentlich der Scene-Stealer ist. Spirtuell, Intensiv und Bildgewaltig, so kann man den Film vielleicht am besten zusammenfassen.

Jungle Bewertung
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710
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