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Marvels The Avengers

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Marvel’s The Avengers Kritik

Marvels The Avengers Kritik

Marvels The Avengers Kritik
0 Kommentare - 23.02.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Marvels The Avengers" ist.
Marvels The Avengers

Bewertung: 4 / 5

Die Erde wird bedroht. Loki (Tom Hiddleston) ist auf dem Weg mitsamt einer Streitmacht. S.H.I.E.L.D.-Direktor Nick Fury (Samuel L. Jackson) plant, die größten Helden der Erde zu versammeln, um diese zu verteidigen. Zunächst eröffnet er dem jahrzehntelang im Schlaf verbringenden Captain America (Chris Evans) seinen Plan und involviert, die kampferprobten Agenten Black Widow (Scarlett Johansson) und Hawkeye (Jeremy Renner) sind ebenfalls Teil dieser Eingreiftruppe. Doch als die Lage sich zuspitzt, greift der Agent auf den egozentrischen Milliardär Tony Stark alias Iron Man (Robert Downey Jr.) und den unkontrollierbaren Wissenschaftler Dr. Bruce Banner alias Hulk (Mark Ruffalo) zurück. Unterdessen macht sich Thor (Chris Hemsworth) ebenso auf den Weg zur Erde.

Effekthascherei wäre es jetzt über die Erkenntnis zu schreiben, daß dieses filmisches Universum unter dem Titel Marvel Cinematic Universe nun mit Marvel’s The Avengers ihre erste, große filmische Zusammenkunft gefiert hat und dabei eben all das erwartbare an den Zuschauer herangetragen hat, was man eben von einem Crossover erwarten würde. Natürlich war das filmisch nicht immer so leicht und offenkundig gut, weshalb man wohl retrospektiv aus verwöhnterer Sicht heraus nun feststellen muss, daß das, was hier durchaus noch als Wunder fungierte, eben kein Wunder darstellt. Abseits dessen merkt man dem Film aber auch eine politische Komplexität an, bei der man den Eindruck gewinnt, Marvel steuere so langsam aber sicher auf das hinaus, was in späteren Werken eben den starken Konservatismus ausmachen würde, der die Filme seitdem plagt. Aber so ganz eindeutig, weshalb auch schwierig, ist eben die Haltung zu staatlichen Institutionen im Film nicht. Ja, da kommt es eben zur Enthüllung, daß S.H.I.E.L.D. Massenvernichtungswaffen bauen will, um die Erde zu schützen. Eine Idee, die die Organisation und damit Nick Fury fast schon ein wenig antagonistisch wirken lässt und eben ein Konflikt, der zum Ende des zweiten Akts dann auch irgendwie ein wenig verschwindet, weil es eben andere Probleme gibt. Und das wiederum ist dann ein Problem vom Film.

Trailer zu Marvels The Avengers

Unterdessen muss man sagen, daß das Drehbuch von Zak Penn und vor allem Joss Whedon dafür, daß die Grundgeschichte so einfach ist, so intelligent und clever geschrieben wurde. Die Geschichte ist das, was man neudeutsch eben Straight nennen würde und sorgt dabei durch einen gewissen Wortwitz, clever geschriebene und ausgelebte Konflikte, wie auch das allgemeine Kräfteverhältnis und die Zurschaustellung von eben jenen Kräften für ziemlich gute Unterhaltung. Natürlich ist das eine fast rein infantile Ebene, weil es eben darum geht zu zeigen, wer nun stärker ist, wessen Gimmick ist und man könnte auch sagen, daß die ausgeprägten Eigenschaften der Charaktere konträr zu dem stehen, was in den Filmen davor etabliert wurde. Beispielsweise an der Figur des Captain America lässt sich das erkennen. War er in seinem ersten Film Captain America: The First Avenger (2011) noch so eine Art Denker mit Herz, wird er eben im Vergleich mit Tony Stark und Bruce Banner den Kürzeren ziehen. Nun muss man dazu sagen, daß das eben meckern auf hohem Niveau ist und es eben auch für sehr unterhaltsame Stunden sorgt, weil man eigentlich sehen kann, wie diese Figuren zueinander finden. Wie gesagt, nie originell irgendwie, aber eben gut geschrieben und da muss man sagen, daß das Drehbuch sehr viel ausmacht.

Interessant ist, daß in Marvel’s The Avengers nuanciert immer wieder so politische Themen, wie Klimapositivität und eben die Beziehung zwischen Individuum und staatlicher Organisation eine Rolle spielen. Das wird zwar auch nur am Rande thematisiert und wirkt indes auch immer relativ neoliberal. Aber man kann es ja mal so sagen, lieber ein Superreicher, der sich eben philanthropisch gibt, als ein solcher, der es für intelligent hält, ein komplettes Arschloch zu sein. Wir sind eben auch nicht in einem Utopia. Tja und dann handelt der Film eigentlich wieder von Themen, die über das gewöhnliche Individuum hinausgehen. Gerade wenn es eben um den Konflikt zwischen Thor und Loki geht muss man sagen, daß das Identifikationspotential ein wenig auf der Strecke bleibt. Doch vielleicht mag das auch generell der falsche Ansatz sein, denn wer etwas sehen will, was Sinn ergibt, der möge doch bitte die Toilette besuchen. Dieser Film ist zu jedem Zeitpunkt Spektakel und vielleicht etwas simpel, aber eben auch im Vergleich zu den größeren seiner Zeit, unterhaltsam. Schmerzlich erinnere ich da mal an der Stelle an Transformers 3 (2011) und es fällt auch auf, gerade im Vergleich zu den späteren Marvel-Filmen, wie minimalistisch dieses Werk hier noch gedacht ist. Und clever dabei ist vor allem auch, daß Whedon eben die Hintergrundgeschichte der einzelnen Figuren zwar immer noch mal anreißt, aber sich nicht lange damit aufhält, eben die Figuren nochmal zu erklären. Der Film fängt eigentlich von Sekunde eins mit der Geschichte an.

Mit diesem Werk wird unterdessen eben auch das Herzstück der Marvel-Geschichten aufgriffen. Das ist ja die kurze Zusammenfassung und der Unterschied zwischen DC und Marvel. Geht es also bei DC darum, wie Götter so tun, als seien sie Menschen, ist es eben bei Marvel andersherum. Und das macht die Figuren immer greifbar, immer nahbar und es ist eben einfach ein Prototyp eines gelungenen Ensemblefilms, der keine Moralfragen im Bereich des Kampfes aufgreift. So geht es eben immer darum, auch wenn der Titel etwas anderes suggeriert, Menschen zu retten und weniger darum, sie zu rächen. Die Rache wäre ja eher symbolisch mit der Atombombe zu vergleichen, doch auf dem Level befindet sich Marvel’s The Avengers eigentlich nie.

Viel gibt es an der Stelle nicht zu sagen. Wahrlich nicht. Marvel’s The Avengers ist ein sehr einfacher, sehr klischierter, aber sehr guter Film, der eben in seinen besten Momenten wie ein Buddy-Film anmutet, mit unglaublich gut geschriebenen Dialogen und einem herrlich ausbalancierten Cast, der seinesgleichen sucht.

Marvels The Avengers Bewertung
Bewertung des Films
810

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