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Matrix Revolutions

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Komplexes Actionspektakel

Matrix Revolutions Kritik

Matrix Revolutions Kritik
0 Kommentare - 06.12.2015 von Tim
In dieser Userkritik verrät euch Tim, wie gut "Matrix Revolutions" ist.

Bewertung: 4 / 5

Nun geht es also um Matrix Revolutions, der wohl von vielen am meisten gehasste Teil der Reihe. Als sinnloses Effektgewitter verschrien, dumme Handlung, nur Blabla. All das gab es die Jahre zu hören. Sehr seltsam.

Ohne viel Federlesen wird der Zuschauer direkt in die Handlung bei Matrix Revolutions geworfen. Wer den Vorgänger nicht kennt, steht auf dem Schlauch, denn Rücksicht wird nicht genommen und eigentlich ist es auch nur das Finale des Vorgängers. Die Maschinen stehen kurz davor Zion zu erobern, Neo liegt nach der Vernichtung der Nebukadnezar im Koma, die Matrix scheint kurz vor dem Zusammenbruch zu stehen, da Agent Smith zunehmend die Kontrolle übernimmt. Die Entscheidende Schlacht zwischen Menschheit und Maschinen steht bevor.

Trailer zu Matrix Revolutions

Betrachtet man Matrix Revolutions als reinen Actionfilm, dann wird man bereits sehr gut unterhalten. Das Budget das in diesen Film und seinen Vorgänger gesteckt wurde, spürt man überall. Allein die Verteidigung Zions ist ein echter Hingucker, der Detailreichtum ist für einen Film, der inzwischen 12 Jahre auf dem Buckel hat schier unglaublich. Der Art-Style ist die Wucht und dazu alles schön düster. Was besonders auffällt, die Action wirkt für mich jedenfalls nicht austauschbar, sie ist packend. Das liegt vermutlich daran, dass man im Gegensatz zu heute (wo dieser Film auf PG-13/FSK12 getrimmt wird) auch für ein erwachsenes Publikum drehte. Hier gibt es Blut, hier wird gelitten und hier sterben auch Figuren. Inzwischen ist sowas im Kino ja undenkbar, 2003 war das glücklicherweise noch anders. Da galt es nicht das nächste große Filmuniversum zu schaffen, da ging es ab und an einfach nur um gute Filme.

Was ich bis heute nicht verstanden hab, ist, warum der erste Film so über den grünen Klee gelobt, die Fortsetzungen aber von vielen als mies abgestempelt wurden. Es sind Filme von den gleichen Regisseuren, die die gleichen Ideen weitergeführt und vertieft hatten. Was mir bei dem erneuten Schauen dieses Mal aufgefallen ist, sind die vielen kleinen Details die ich bei der Handlung vor ein paar Jahren noch übersah. Auch die Handlung, die ich selbst bisher immer als ziemlich verdreht aufgenommen hatte, wirkte deutlich klarer. Ich hatte mich dieses Mal auf das Wesentliche konzentriert. Dies ist gar nicht so leicht, denn die Filme beschäftigen sich mit so vielen verschiedenen Themen, deuten vieles nur an und verzetteln sich ab und an auch dabei.

Was mir zum ersten Mal bewusst wurde, ist, warum viele Teil 1 mögen und die Fortsetzungen in der Masse so wenig respektiert werden. Der erste Teil hatte eine geniale Idee, mit der jeder Zuschauer etwas anfangen konnte. Durch das geringe Budget, musste vieles was die Wachowskis planten weggelassen werden, sie mussten sich auf Wesentliches konzentrieren und das wirkte sich auch auf die Action aus. Sie war unheimlich präsent und stylish, dominierte den Film aber nicht. Vieles aus dem Film ging in die Popkultur über, die Aufmachung, die Pillen, die Idee der Matrix. Die Mittel waren begrenzt, also mussten sich die Wachowskis begrenzen und so entstand ein ziemlich kompakter Film, der nicht sonderlich komplex war, aber in sich stimmig und für sich stand.

Es war einfach eine brilliante Idee mit der Matrix, sie wirkte geheimnisvoll und doch für jeden greifbar. Die Vorstellung, alles um uns herum ist nur ein Computerprogramm, ist für die Allgemeinheit verständlich. Das hat so ein AHA-Erlebnis mitgebracht und selbst Lieschen Müller glaubte, etwas unglaublich komplexes gesehen zu haben. Ich nenne es mal den Nolan-Effekt, denn der versteht es heute genauso gut Dinge komplexer erscheinen zu lassen, als sie sind.

Dann kamen die Fortsetzungen und alle dachten, es gibt wieder solche AHA-Erlebnisse. Doch das konnten die Wachowskis gar nicht bieten. Stattdessen versuchten sie die gesamte Thematik zu vertiefen, alles besser auszuarbeiten, konnten sich aber durch ein höheres Budget stärker ausleben. Vor allem das Budget eröffnete ungeahnte Möglichkeiten und führte dazu, dass die Fortsetzungen nicht mehr so kompakt sind. Die Ideen die sie mitbrachten sind so vielfältig, dass es unglaublich schwer ist in den beiden Fortsetzungen den Überblick zu behalten. Was hat es genau mit Neo und Agent Smith auf sich? Architekt? Orakel? Liebe unter Maschinen? Abhängigkeit? Vorherbestimmung und freier Wille? Wie geht es eigentlich nach dem Friedenspakt weiter? und. und. und. Hinzu kommen die vielen Ideen, die für die Wachowskis typisch sind und fast schon als Style over Substance bezeichnet werden könnten. Gerade die Effekte, der Stil und die daraus resultierenden Möglichkeiten legen geradezu einen Mantel über das, was eigentlich in den beiden Filmen steckt. Die Effekte sind weitaus dominanter, als sie es im ersten Film waren.

Es ergibt sich der Eindruck, die Wachowskis wollten zu viel. Hier scheitern viele Zuschauer meiner Meinung nach. Die Matrix war simpel, die Fortsetzungen sind es nicht. Man muss sich die Mühe machen, hinter das gesamte Konstrukt zu schauen und tiefer analysieren. Vieles was später Cloud Atlas ausmachte, steckt auch in den beiden finalen Matrix-Filmen. Hier wird einem nichts mehr auf dem Silbertablett geliefert, hier muss stärker hinterfragt werden und daran scheitern einfach intellektuell viele Menschen. Andere, die dazu in der Lage sind, werden hingegen von vielen Nebensächlichkeiten verschreckt. Was kritisiert werden muss, an vielen Stellen fehlt der spürbare rote Faden, einfach weil es zu viele Nebenhandlungen gibt und es gelingt den Wachowskis nur sehr schwer den Zuschauer ihre Intention zu zeigen. Viel zu oft verzetteln sie sich dabei und schädigen so ihr eigenes Werk.

Gerade Matrix Revolutions wird gern als Blender abgetan. Falsch, denn hier gibt es Auflösungen am laufenden Band. Wer suchet der findet. Problematisch war nur bei Erscheinen, dass die Wartezeit auf das Finale zu vielen wilden Spekulationen führte, die teils noch viel spannender waren, als das was dann rauskam. Auch sind manche Dinge einfach nicht schönzureden, denn nicht jede Frage wird beantwortet. Gerade der Aspekt, dass Smith der Matrix entkommen und Neo gottgleiche Kräfte in der realen Welt erlangt, wird nicht wirklich geklärt und hätte das Potential gehabt noch einmal einen Aha-Effekt wie im ersten Teil zu haben. Für mich wirkt dies innerhalb der Handlung unschlüssig und gleitet einfach zu sehr in die Fantasy ab. Ansonsten hat in diesen Filmen alles irgendwie eine Bedeutung, nichts ist da, einfach weil es einfach so ist.

Wer wirklich hinter die Filme steigen will, sollte sich mal die Zeit für ein paar Analysen im Internet nehmen. Es gibt unzählige Seiten, die diese Filme auseinandernehmen und im Detail interpretieren. Die Handlung, die letztlich zu einer temporären Koexistenz von Mensch und Maschine führt, ist spannend, auch wenn es nicht das typische Hollywood-Ende ist, in dem die Menschheit rosigen Zeiten entgegen reitet. Die Story muss einem dabei persönlich nicht gefallen, sie ist aber unbestreitbar komplex und Hochachtung vor all den Ideen, die die Wachowskis hier hatten.

Ich weiß noch immer nicht, was die Zuschauer lieber in den Fortsetzungen gesehen hätten. Für mich ist es immer noch eine beeindruckende Trilogie, die sowohl auf einer anspruchsvollen Storyebene geschaut werden kann, aber auch einfach nur als actionreiche SciFi-Saga funktioniert. Hier ist für jeden etwas dabei, wenn man sich das rauspickt, was man möchte. Die Matrix-Filme sind nicht ohne Makel, dies war weder Teil 1, noch sind es die beiden Fortsetzungen. Dies macht sie aber nicht zu schlechten Filmen, noch immer wischen sie den Boden auf mit jedem groß angekündigten Blockbuster, der heute die Kinos unsicher macht. Die Fortsetzungen mögen nicht so gut sein wie das Original, aber ich wäre dankbar, würde es mal wieder solche Filme geben. Filme die sich was trauen und nicht nach Schema F produziert wurden. Ich war nie der große Fan der Reihe, aber ich danke den Wachowskis dafür, was sie hier geschaffen haben. Ich schwimme hier ger gegen den Strom und mag die Filme weiterhin.

Matrix Revolutions Bewertung
Bewertung des Films
810
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