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Mission: Impossible - Fallout

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Mission: Impossible – Fallout Kritik

Mission: Impossible - Fallout Kritik

Mission: Impossible - Fallout Kritik
0 Kommentare - 20.02.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Mission: Impossible - Fallout" ist.
Mission: Impossible - Fallout

Bewertung: 4 / 5

Das IMF wird nach vorübergehender Schließung reaktiviert. Direktor Alan Hunley (Alec Baldwin) entsendet Ethan Hunt (Tom Cruise) und sein Team aus Benji Dunn (Simon Pegg) und Luther Stickell (Ving Rhames), um waffenfähiges Plutonium sicherzustellen. Eine Verschwörergruppe möchte dieses auf dem Schwarzmarkt erwerben und somit die Welt ins Chaos stürzen. Am entscheidenden Punkt läuft Hunts Mission schief, weil er das Leben seiner Mitarbeiter über die Mission stellt. Nun gerät das IMF unter Druck, sodass die CIA-Chefin Erica Sloane (Angela Bassett) angewiesen wird, mit dem IMF zusammenzuarbeiten. Bei seiner neuen Mission wird Hunt von dem berüchtigten Agenten August Walker (Henry Cavill) begleitet.

Normalerweise sind plotgetriebene Geschichten etwas fürs Lagerfeuer. Jenen schnörkellosen Abenden, an denen man sich mitsamt der Clique die Kannte gibt und dann irgendeiner Geschichte lauscht. Falls das denn wirklich jemals jemand getan hätte. Nun sind Geschichten, ob einer bestimmten Anzahl an Möglichkeiten im Film, aber eigentlich Nebensache und ebenso normal ist es deshalb auch, daß eigentlich nicht zum Kern jener Filme zu machen und damit auch nicht in einer Analyse. Mission: Impossible – Fallout ist aber ein Beispiel dafür, daß man das mitunter nicht einfach mehr ignorieren kann, weil man da einen Wiederholungstäter vor sich hat. „Ich frage mich, haben sie jemals abgelehnt?“ wird Ethan Hunt von Solomon Lane gefragt und ab dem Zeitpunkt ist eigentlich klar, daß man inhaltlich auch von diesem sechsten Teil keine Neuerungen erwarten sollte. Wie üblich gibt es eine Bedrohung, wie üblich agiert das IMF am Rande der Geheimdienste, ohne Befugnisse und wird vielleicht mal aufgelöst. Es ist also so, daß diese Geschichte hier schon gar keine Geschichte mehr ist, sondern nur noch eine aus Versatzstücken zusammengesetzte Familienzusammenkunft. Denn auch das stört. Der familiäre Pathos, der die Filme inhaltlich auf ein Niveau von Vin Diesel und Fast & Furious 7 (2015) bringt, ist an Seichtigkeit nicht zu überbieten. Fraglich bleibt, ob man da sein will. Unterdessen ist es für Agentenfilme auch schon ungewöhnlich, wie A-Sexuell eigentlich alles vonstattengeht. Da hat Mission: Impossible – Fallout ebenfalls ein Problem.

Trailer zu Mission: Impossible - Fallout

Und dabei geht es nicht darum, irgendwelche Schauspielerinnen in Latex zu zwängen oder mal in Unterwäsche zu zeigen. Doch die geliebte Prüderie der Liebe, die auf bloßer Behauptung fußt, ist schon schwer zu ertragen und lässt den Eindruck erwecken, als glaubten die Macher, daß Kinder tatsächlich von Störchen gebracht würden. Doch all diese Probleme kann Mission: Impossible – Fallout wegwischen, wenn der Film auf sein Kernelement als Actionfilm zurückgreift. Denn tatsächlich sind die gebotenen Stunts – die ja den ausschlaggebenden Grund zum Kauf geben – auch hier wieder absurd gut. Natürlich tricksen die Macher hier und da mal wieder und klar gibt es auch ein paar Dinge, die eher weniger Real sind. Doch das nimmt der Freude am Werk tatsächlich nichts. Denn hier werden so einfache Dinge, wie eine Schießerei zu einem wahren Fest für die Augen. Halo-Jumps aus einem Flugzeug, brachiale Faustkämpfe in einer Toilette Motorrad-Verfolgungen. Man merkt, daß diese Filme seit geraumer Zeit um Action-Set-Pieces herum geschrieben werden. Natürlich zulasten einer dramaturgischen Spannung, doch eben auch irgendwo unübertroffen im Segment Show, don’t Tell. Mission: Impossible – Fallout ist eben einerseits der große Actionfilm und andererseits der staatliche Zweifler.

Denn tatsächlich bedient man hier ja seit jeher auch die Klischees, die im Kalten Krieg geboren wurden. Misstrauen und peinliches Schwanzvergleichen steht an der Tagesordnung. Dabei ist die offenkundige Wendung eigentlich klar, wenngleich Christopher McQuarrie sie dennoch irgendwie gut verschachteln kann. Die Frage bleibt, wie er das macht. Doch Misstrauen ist eben normal und das Misstrauen ist hier auch auf einer anderen Ebene zu verstehen. Denn dadurch, daß Hunt seine Kollegen vom IMF als Familie betrachtet, wird eben jeder, der nicht Teil seiner Familie ist, erstmal kritisch beäugt. Paranoides Denken, daß in diesen Kreisen natürlich auch eine Legitimation erfährt und damit fast schon keinen Nährboden mehr für einen Twist bietet. Der Twist hier ist, daß es eigentlich keinen Twist gibt. Natürlich könnte man jetzt argumentieren, daß diejenigen, die versuchen, die Welt zu verändern, auch in der Welt von Mission: Impossible – Fallout wieder diejenigen sind, die zu den Bösen gehören. Ähnliches ist ja auch in Marvel-Filmen mittlerweile gang und gäbe. Wobei man das natürlich differenzieren muss und Terrorakte keineswegs zu dulden sind. Dennoch zeichnet sich im Mainstream-Kino da auch ein Muster ab und man könnte fragen, ob Mission: Impossible – Fallout überhaupt eine Lösung für jene Problematik anbietet. Gerade nach den Enthüllungen von Snowden ist jka anzuzweifeln, daß die alte Ordnung für Patrioten noch gilt. Hunt jedenfalls vertraut weiterhin auf den Staat, obwohl er so oft enttäuscht wird. Er ist schlicht ein Idiot.

Doch warum ist Mission: Impossible – Fallout dann doch überdurchschnittlich gut? Denn das ist er. Die Antwort hierfür ist einfach im Aufwand zu finden. Tatsächlich ziehen die Macher um Tom Cruise ihre Haltung zur alten Welt auch auf filmtechnischer Ebene voll durch. Denn während die guten Figuren an konservative Werte glauben, glaubt auch Cruise selber daran, daß eine alte Art, Actionfilme zu inszenieren, die richtige ist. Und da lässt er sich eben nicht lumpen und man kann auch sagen, daß das Thema der Selbstjustiz und eigenständigen Handlungen eines einzelnen, für den Staat über den Staat hinweg, auch nicht gänzlich zutreffend ist. Immerhin wendet sich Hunt an höhere Instanzen, die ihn unterstützen, weil sie dann doch über gewisse Befehlsstrukturen noch nachdenken, also so gesehen eigenständig sind. Das ist paradox und lässt Mission: Impossible – Fallout schon ganz anders wirken.

Ja, die Töne, die Mission: Impossible – Fallout auf inhaltlicher Ebene anklingen lässt, klingen sehr vertraut. Es geht um das Rebellieren im Staat, aber niemals ohne ihn. Das ist schlicht gedacht, doch das hilft dem Film auch irgendwo, als Actionfeuerwerk zu funktionieren. Denn man möchte schon sagen, daß das ein Hauptaugenmerk dieses Werkes ist und ebenso gut wie immer funktioniert.

Mission: Impossible - Fallout Bewertung
Bewertung des Films
810

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