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Mother

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Bing Bong? Wer ist da? Deine Mudda!

Mother Kritik

Mother Kritik
1 Kommentar - 13.02.2020 von MobyDick
In dieser Userkritik verrät euch MobyDick, wie gut "Mother" ist.

Bewertung: 4 / 5

Machen wir also mal weiter in der Themenreihe "Ein Bong in Ehren sollte keiner verwehren".

Was vielleicht die wenigsten wissen, ist dass prinzipiell alle Filme des Herrn Bong irgendwie miteinander verwoben sind, nicht unähnlichen einem gewissen Vertreter der Zunft aus den USA, der als Videothekar anfing. Die Verbindung ist allerdings bei Bong eher erstens ideologischer Art und zweitens wenn doch mehr dahintersteckt, dann irgendwie tiefer verwurzelt als nur: Es spielt alles in der gleichen Parallelwelt.

Wie ist nun die Verbindung von Mother zu anderen Werken von Bong? Es scheint fast so, als hätte ihn eine Sache in seinem vorhergehenden Werk Memories of Murder stärker beschäftigt, so dass er daraus dann einen eigenen Film machen musste. Es geht um die gesellschaftliche Akzeptanz von Geistesbehinderung im Kriminalfilm aus Südkorea. Wurde bereits im älteren Werk hier ein recht prominenter Fokus auf das Thema gelegt, geht Bong nun in die Vollen, indem er eine ältere alleinstehende Mutter eines geistig Behinderten, der eines Mordes "überführt" scheint, weil es die bequemste Lösung des Verbrechens für alle scheint, einer Tour de Force aussetzt, die nun auf eigene Faust die Unschuld des Sohnemanns beweisen muss.

Wie immer bei Bong - das ist das übergreifende Thema in seinem Gesamtwerk und damit die offensichtlichste Gemeinsamkeit - wird natürlich auch immer die soziale Komponente durchleuchtet. Und die hat es vor allem bei diesem Thema und auch vor allem in Südkorea in sich.
Zum einen handelt es sich bei dem dringend Tatverdächtigen um einen geistig Behinderten, deren Akzeptanz in der allgemeinen Gesellschaft nicht sehr hoch ausgeprägt scheint, glaubt man dieser und anderen Verfilmungen aus Südkorea.
Zum anderen ist diese Zwei-Personenfamilie ziemlich verarmt, was ihren Status in der Gesellschaft auch nicht gerade erhöht.
Dann kommt hinzu, dass es sich bei der Mutter um eine wirklich ältere Dame handelt ( die zudem auch noch ein gewisses Medikamentenproblem hat), welche nicht sonderlich ernst genommen wird, vor allem nicht in dieser eben sehr chauvinistisch bis zur Schmerzgrenze und darüber hinaus geprägten Gesellschaft. Gerade mit diesem Aspekt umgeht er die problematische Darstellung einer attraktiven, nicht wirklich älteren Mutter, die dann irgendwann dazu übergeht ihre sexuellen Reize auszuspielen.
Bong legt hier den Finger sehr tief in die Wunde und verzichtet in diesem Film weitgehend auf seinen üblichen albernen Humor.

Doch wie so üblich in dieser Art Film, sie kann sich den Respekt der Umwelt erkämpfen, geht es doch um ihren Sohn, und sie beißt sich fest wie ein Terrier. Das ist schon wunderbar mit anzusehen. Und wie immer bei Bong, das Ende, sozusagen der Schluss, ist tatsächlich fast ein Bild für die Götter.

Also, wie gut ist der Film denn nun? Der Kriminalfall ist recht unspektakulär, eher ist das der Kampf der Mutter gegen das bestehende System, aber diese Spannung ist psychologischer Natur und weniger auf der Leinwand primär sichtbar. Daher ist der Film auch nicht sonderlich spannend. Auch ist er nicht so psychologisch, dass man von Psychothriller sprechen könnte, es ist eine andere Art von Psychologie. Insofern kann er sogar mitunter sogar als langatmig oder gar -wellig angesehen werden.
Das was den Film vor dem Mittelmaß rettet sind die darstellerischen Leistungen, die extrem professionelle Machart und eben der soziale Aspekt.

Insofern ist Mother eher tatsächlich Festivalfilm als reinrassiger Crowdpleaser, der mehr nachdenkliche Elemente einstreut als Kalauer.
Man kann den Film nicht bedenkenlos jedem empfehlen, aber er ist auch nicht nur Mittelmaß, dafür transportiert er sowohl seinen Fall als auch seine diversen Messages zu deutlich.

Obwohl ich also zu 7 Punkten tendiere und Mother für Bongs schwächsten Film per se halte, nach Schreiben dieses Reviews kann ich fast nicht anders als ihm 8 Punkte zu geben, aber extrem wackelige!

Mother Bewertung
Bewertung des Films
810
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MobyDick : : Moviejones-Fan
13.02.2020 21:03 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.485 | Reviews: 144 | Hüte: 387

Und hier jetzt der vorletzte Streich zu Bongs Filmen smile

Dünyayi Kurtaran Adam
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