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Mute

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Duncan Jones Aufarbeitung der eigenen Kindheit

Mute Kritik

Mute Kritik
0 Kommentare - 25.02.2018 von luhp92
In dieser Userkritik verrät euch luhp92, wie gut "Mute" ist.
Mute

Bewertung: 2.5 / 5

Nach den katastrophalen Bewertungen und Reviews muss ich eine Lanze für "Mute" brechen, soo schlecht ist der Film nun wirklich nicht.

Das futuristische Berlin des Jahres 2052 pulsiert als Mischung aus funkelnden Lichtern, dubiosen Gestalten und Kriminalität, die Globalisierung und der Technikfortschritt haben der Großstadt ihren Stempel aufgedrückt. Duncan Jones ist interessiert daran, Berlin so zu erschaffen und zu zeigen, wie es in Zukunft aussehen könnte. Ob die Skyline in 34 Jahren von fliegenden Autos geziert wird, halte ich für fraglich, viele andere Technikentwicklungen sind dagegen durchaus realistisch. Abseits davon schreitet die Globalisierung immer weiter voran, verschiedene Ethnien werden sich immer mehr vermischen und daher wundert es auch nicht, dass man hier zum Beispiel einen schwarzen Russen als Mafiaboss zu sehen bekommt. Die englische Sprache wird als Kommunikationsmittel immer wichtiger und ist im Berlin der Zukunft ebenso Gemeinsprache wie Deutsch, in der Realität dürfte Türkisch zudem eine größere Rolle einnehmen.

Der zweite Stützpfeiler des Films sind die Schauspieler. Alexander Skarsgård bedarf keiner Worte, um dem stummen Barmann Leo Leben einzuhauchen, dies gelingt ihm allein durch Gestik, Mimik und Körperpräsenz, in den besten Momenten erinnert er mit seinem Spiel und seinen Gewaltausbrüchen als Ryan Gosling in "Drive". Paul Rudd, den man ansonsten primär aus seichten Komödien kennt, darf sich hier mit Gedächtnisschnäuzer mal von der ruppigen und fiesen Seite zeigen und meistert dies gekonnt. Streckenweise kommt dabei echte Bedrohung auf. Justin Theroux überzeugt als pädophiles Ekelpaket, in Nebenrollen finden sich Dominic Monaghan, Sam Rockwell, Florence Kasumba und der deutsche Wrestler Ulf Herman ("Herman The German").

Dank des Settings und der Schauspieler kann man als Zuschauer leichter darüber hinwegblicken, dass "Mute" inhaltlich wenig Bedeutsames zu erzählen hat. Im letzten Drittel, wenn die beiden Handlungsstränge um Skarsgård und Rudd/Theroux kollidieren und in Folge dessen eskalieren, kommt zwar einiges an Spannung auf, was den Film jedoch nur für den Moment aufwertet, ihm langfristig gesehen aber keinen Platz zwischen anderen Werken des SciFi- und Neo-Noir-Genres einbringt.

Mit "Mute" hat Duncan Jones weniger einen Film für die Zuschauer sondern mehr eine Aufarbeitung seiner eigenen Kindheit geschaffen. Als Kind wuchs er in Berlin auf, seine Eltern trennten sich bereits sehr früh, sodass er neben seinem Vater David Bowie von seinem Kindermädchen Marion Skene aufgezogen wurde, die ihm mehr eine Mutter war als seine richtige Mutter. David Bowie und Marion Skene wurde "Mute" im Abspann gewidmet.
Mit dem kleinen Mädchen Josie, der Filmtochter von Paul Rudd, hat sich Jones quasi selbst in den Film geschrieben. Alexander Skarsgård und Paul Rudd fungieren als gute und böse Versionen David Bowies, Skarsgård könnte man zudem als weitere Inkarnation Duncan Jones interpretieren. Als Kind ist man unmündig und "stumm", man tut sich schwer damit, seinen eigenen Wünschen und Ansichten Ausdruck zu verleihen, und wird daher von manchen Erwachsenen nicht ernst genommen. Im Körper des stummen Helden Leo kämpft sich Jones also durch die Probleme seiner Kindheit und die des Molochs Berlin.

Wenn Duncan Jones meint, er habe mit "Mute" seinen persönlichsten Film geschaffen, dann hat er nicht gelogen. Eine solche Aufarbeitung der eigenen Kindheit ist allerdings nicht mit einem qualitativ hochwertigen Film gleichzusetzen und Außenstehende werden sich dabei zwangsläugig etwas allein gelassen fühlen.

Mute Bewertung
Bewertung des Films
510
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