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Phantastische Tierwesen 3 - Dumbledores Geheimnisse

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War es das...?

Phantastische Tierwesen 3 - Dumbledores Geheimnisse Kritik

Phantastische Tierwesen 3 - Dumbledores Geheimnisse Kritik
1 Kommentar - 11.04.2022 von MobyDick
In dieser Userkritik verrät euch MobyDick, wie gut "Phantastische Tierwesen 3 - Dumbledores Geheimnisse" ist.
Phantastische Tierwesen 3 - Dumbledores Geheimnisse

Bewertung: 3.5 / 5

Eigentlich hatte ich nicht vor, den Film im Kino zu sehen, aber wie es nun mal erstens und zweitens im leben nun mal so kommt. ;-)

Adressieren wir erstmal die Elefanten im Raum: Mads Mikkelsen macht seine Sache erwartungsgemäss sehr gut, seine Interpretation ist wiederum anders als die von Farrell und Depp, aber nicht minder, sondern tatsächlich zu der Handlung passend und dadurch fühlt sich dieser abermalige Darstellerwechsel mehr als nur passend an. Ezra Millers Handlungsbogen, der möglicherweise durch dessen realen Eskapaden angeblich marginalisiert sein könnte, fühlt sich ebenfalls sehr organisch an, und keinesfalls minimiert; der handlungsbogen diente ja ohnehin nur als Aufhänger, um auf den Grindelwaldschen größeren Bogen zu verweisen, diese Aufgabe hat er mühelos gemeistert. Und letztlich die offene Herangehensweise an Dumbledores Orientierung, auch dies wird ohne großes Hickhack einfach adressiert und recht homogen eingeführt. Um ehrlich zu sein habe ich nie verstanden, warum es überhaupt so ein Aufschrei gerade bei diesem recht offensichtlichen Thema gab...

Trailer zu Phantastische Tierwesen 3 - Dumbledores Geheimnisse

Und auch unabhängig davon muss man ganz klar sagen, dass wenn es ein vermeintlich sterbendes Franchise gibt, das wert ist gerettet zu werden, dann ist es die Phantastische Tierwesen Reihe, da steckt so viel drin, dass es wirklich schade wäre, wenn auf Grund der Entgleisungen der Leute vor und hinter der Kamera sowie auch auf Grund der Tatsache, dass es nunmehr tatsächlich erwachsener zugeht und dadurch weniger Leute ins Kino strömen, weil sie sich eher nur berieseln lassen wollen, die Reihe mit diesem dritten Teil zu Grabe getragen würde. Doch danach sieht es derzeit leider aus.

Was genau sind die Entgleisungen der Leute vor und hinter der Kamera? Depps Ehe-Skandal und gezwungene Umbesetzung trotz der fast schon Nibelungentreue, die man ihm hatte zuTeil kommen lassen, weshalb ja schon der zweite Teil so gelitten hatte. Ezra Millers immer drastischer werdenden Eskapaden. Und nicht zuletzt Rowlings selbstverschuldeter Kampf gegen Windmühlen als sie plötzlich als transphob angesehen wurde. All das trägt nicht dazu bei, dass der Film positive Erwartungen schürt.

Was ist das vermeintlich erwachsenere Thema als bei Harry Potter? Nun ja, wie das so mit Allegorien üblich ist, sieht man rückwärtig betrachtet und beobachtet den Aufstieg des Faschismus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und bildet damit (Überraschung: Geschichte versucht sich zu wiederholen) eine Brücke zum aktuellen Rechtsruck weltweit. Das mag mitunter natürlich etwas anstrengender sein als die üblichen eher blödimäßigen Blockbuster der Gattung Superheld, da sie realistischere Bezüge haben und damit auch unbequemer sind mit Bezug auf die eigene Wahrnehmung, wenn man anderer Meinung als die recht liberale der Filmreihe ist. Wenn wir aber ehrlich sind, gibt es diese Art der Thematisierung in fast jedem zweiten Young Adult Roman und es ist auch im Rahmen einer Rowling nicht gerade ein neues Thema. Man könnte fast meinen, dass man der dessen Namen nicht genannt werden darf und Grindelwald sogar austauschbar wären zu gewissen Zügen, nur dass Grindelwald eben nicht mehr nur eine Karikatur eines Bösewichts ist, bei dem man sich eigentlich die ganze Zeit über wundert, warum ihm so viele bedingungslos folgen, der Mann hat tatsächlich eine gewisse Aura, welche ihn dann eben doch bedrohlicher, da irgendwie real greifbarer erscheinen lässt. Aber wie gesagt, diese Thematik ist nicht sonderlich neu, und erst recht nicht bei Rowling, die das Thema nur leicht variiert, wie sie es eigentlich bei vielen ihrer Werke macht, selbst der Ickabog geht in eine ähnliche Richtung...

Zur Handlung: Grindelwald wird natürlich immer mächtiger und die Chancen ihn zu besiegen werden - natürlich - immer kleiner. Die Helden werden immer mehr dezimiert und Dumbledore hat - natürlich - einen großen aber undurchschaubaren Plan...

Irgendwie ist alles irgendwie recht vertraut in diesem Film, vieles erinnert an die Eskapaden von Harry Potter, und vieles an die bisherigen Filme. Die Handlung selbst ist im Prinzip so konstruiert bis zum Geht-Nicht-Mehr, wie es schon bei den späteren Harry Potter Filmen der Fall war und es ist tatsächlich alles so aufgebaut, dass dieser Film tatsächlich als letzter Teil der Reihe durchgehen könnte. Zumindest mit der bisherigen Darstellerriege. Das macht irgendwie Spass, ist aber gleichzeitig auch irgendwie melancholisch angehaucht in seiner vermeintlichen Finalität.

Charaktertechnisch haben wir eine Verschiebung des Fokus vom Autisten zum Großmeister, welche inhaltlich durchaus Sinn macht, wenn wir uns für vermeintliche Fortsetzungen anderer Art in Stellung bringen und dennoch die Hintertür für die gleiche Besetzung aufrecht erhalten wollen. Was jedoch ein ganz großes Manko ist, ist dass eine Hauptfigur der ersten beiden Teile grundlos marginalisiert wird. Was hier der Grund für ist, erschliesst sich mir nicht wirklich, nur vielleicht der, dass der ohnehin schon sehr lange Film durch das Mitwirken der Figur vielleicht noch länger geworden wäre? Es stört nicht wirklich, da der Film ein hohes Tempo an den tag legt, aber ist irgendwie doch bedauerlich, da die Schauspielerin die Reihe bisher gut bereichert hatte.

Dennoch der Shift tut dem Film trotzdem merklich gut, denn da wird die Figur, die die komplette Wizarding World Reihe so prägte wie niemand sonst, endlich zu einer greifbaren Figur, deren ganze Tragik nun endlich greifbar wird, und deren Einsamkeit eine Bürde ist, die sie zu tragen hat, um die Welt zu schützen. Das macht dieser Film so deutlich wie kein anderer Film zuvor, weshalb dieser Film, wenn auch möglicherweise der vorerst letzte seiner Art, auch gleichzeitig möglicherweise im gesamten Kanon zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht zu einem DER Schlüsselwerke der gesamten Reihe avancieren könnte - nicht unähnlich dem Lazenby Bond...?

Inszenatorisch gibt es nichts am Werk auszusetzen, Yates hat sich als der Standard etabliert und seine Regie definiert nach wie vor den mittlerweile von ihm etablierten und anfangs von den Fans abgelehnten Stil.

Darstellerisch wie gesagt fehlt eine Person leider, der Rest ist überragend wie immer in dieser Reihe. In diesem Zusammenhang sollte ich vielleicht Oliver Masucci hervorheben, der in den bisherigen Reviews meines Wissens nicht sonderlich erwähnt wird: Natürlich hat er nur eine - wenn auch nicht unbedeutende - Nebenrolle, aber diese füllt er für so ein projekt wirklich gut aus. Es ist irgendwie interessant und amüsant, ihn in dieser Rolle zu sehen, und ich bilde mir ein, dass das vielleicht an seiner Darstellung in einem bestimmten Film liegen könnte, welcher die Rückkehr einer bestimmten realen Schurkenfigur thematisierte? Unabhängig davon ist der Mann wirklich ein guter Darsteller und ist in Zusammenarbeit mit Mikkelsen wirklich gut anzusehen. Und Mikkelsen? Wie gesagt, der Mann ist ein grandioser Darsteller, und gerade seine Szenen mit dem "Fohlen" gepaart mit seiner Filmo- und Serionografie machen ihn fast zu einer besseren Wahl für Grindelwald gerade in diesem Film als es ein Depp möglicherweise gewesen wäre...?

Alles in allem ein schnörkelloser und guter Film, der hier und da einen Bruch zu den bisherigen Filmen bietet, dafür aber einer hauptfigur endlich einen Rahmen spendiert, die diese Figur bitter nötig hatte, um als möglicher Protagonist von etwaigen Fortsetzungen zu funktionieren. Die Handlung ist indes simpler, da konstruierter und weniger fesselnd, dafür spendiert er mehrere Handlungsabschlüsse.

Kann man machen und gut im Kino schauen, schade wäre es wenn es das für die ganze Crew gewesen sein sollte, nur weil die Cancel-Culture sich mit einigen Beteiligten zofft oder weil ein Darsteller, der ohnehin mittlerweile raus ist, negative Schlagzeilen hat... Dafür ist die reihe viel zu lebendig und eine willkommene Abwechslung zum derzeitigen Superhelden und Muscle-and-Cars Einerlei.

7 Punkte

Phantastische Tierwesen 3 - Dumbledores Geheimnisse Bewertung
Bewertung des Films
710

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1 Kommentar
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MobyDick : : Moviejones-Fan
11.04.2022 13:05 Uhr
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Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.641 | Reviews: 192 | Hüte: 528

Schauen wir mal, ich war positiv überrascht und würde mich über die beiden Abschlüsse noch freuen ...

Dünyayi Kurtaran Adam
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