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Road House

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Userkritik von ONELINER

Road House Kritik

Road House Kritik
0 Kommentare - 04.04.2024 von ONELINER
In dieser Userkritik verrät euch ONELINER, wie gut "Road House" ist.
Road House

Bewertung: 2 / 5

Tja, ich wollte diesen Film eigentlich nicht mit dem Original vergleichen, aber nach der enttäuschenden Sichtung des Remakes, komme ich nicht drumherum es zu tun. Was hat das Original gut gemacht und das Remake so schlecht? Nun das werde ich gleich beantworten, aber zuerst erwähne ich die wenigen Dinge, die mir am Remake gut gefallen haben.

Für mich hat der Aufbau der Handlung und generell die erste Hälfte eigentlich ganz gut funktioniert. Jake Gyllenhaal hat sich physisch für diese Rolle beeindruckend in Form gebracht und spielt diese auch sympathisch runter. Natürlich wirkt er dabei etwas unterfordert, aber hey, hier ist auch kein Oscar-Schauspiel vonnöten. Passt so weit, also. Dass er jetzt ein ehemaliger MMA-Fighter ist und kein berüchtigter Türsteher bzw. Rausschmeißer, ist völlig in Ordnung. Auch wenn mir der Swayze-Background besser gefiel.

Trailer zu Road House

Das Setting bzw. die Ortschaft irgendwo in Florida, in der Gyllenhaal agiert, sieht sehr schick aus und löst in mir Urlaubsgefühle aus. Doch auch da, mochte ich die Kleinstadt-Idylle im Original, viel lieber. Es fühlte sich organischer an.

Story technisch orientiert sich der Film etwas am Original, jedoch geht er im Detail eigene Wege. Das ist durchaus begrüßenswert, da ein Remake eine eigene Identität mitbringen sollte. Allerdings sage ich vorweg, mir gefallen die meisten Änderungen leider dann doch nicht. Z.B. Die starke emotionale Fallhöhe im Original, ist hier enttäuschenderweise weniger stark vorhanden.

Die ersten Keilereien zwischen Türstehern und Rowdys wurde zuerst gut umgesetzt. Als Fan der Serie Mayans MC hat es mich gefreut J.D. Pardo hier zusehen. Er glänzte in der Serie mit seinem coolen Charisma und seiner ebenso beeindruckenden Physis. Ihn aber hier in so einer kleinen, schwächlichen Rolle zusehen, in der er auch nur eingeschenkt bekommt, mochte ich persönlich überhaupt nicht. Da hätte ich mir eine andere Besetzung gewünscht für diese kleine Rolle. Beau Knapp z.B. wäre hier für viel passender gewesen. Stattdessen spielt er aber hier eine andere, kleine Rolle auf der Bösewichtsseite.

J.D. Pardo hingegen hätte ich viel lieber in der Conor McGregor-Rolle gesehen. Denn was McGregor hier abliefert, ist einfach nur furchtbar drüber und machte mir den kompletten Film kaputt. Mit seinem grottigen und völlig overactenden Auftreten, nach ca. 50 Minuten, fällt der Film für mich leider völlig auseinander. Denn er passt einfach nicht, in die einigermaßen, geerdeten ersten Hälfte des Films. Er bringt zwar eine nicht weniger beeindruckende Physis mit, doch sein ekelhaftes Chargieren, nervte mich ins Extreme. Wollen wir mal hoffen, dass er sich in zukünftigen Filmen etwas zurücknimmt. Denn sonst, dürfte er mein Hass-Darsteller Nr.1 werden.

Wo der Film ungünstigerweise ebenfalls versagt, ist mir die Figuren abseits von Gyllenhaals Charakter näherzubringen. Klar im Original haben die Nebencharaktere auch nicht viel Tiefe, aber sie haben trotzdem ihre Szenen bekommen und man wusste, wo man bei denen ist. Hier erfährt man gefühlt nichts über sie.
Da wäre einmal das Love-Interest, die von Daniela Melchoir dargestellt wird. Sie und Gyllenhaal haben null Chemie miteinander. Die Beziehung zueinander wird nicht genügend aufgebaut und im späteren Verlauf des Films, auch fallen gelassen. Da hat das Original einen viel besseren Job gemacht. Denn bei Swayze und der niederkniend, blonden Schönheit Kelly Lynch knisterte es im Film ganz gewaltig. Was auch nicht verwundert, da sie zu der Zeit, optisch beide sehr schöne Menschen waren. Da bin ich auch froh, dass man dort typisch 80er, noch etwas zeigefreudiger war, was Nacktheit angeht.
Billy Magnussen ist geschaffen für solche Dödel-Rollen und bringt den schmierigen Oberboss auch einigermaßen gut rüber. Leider wirkt er dadurch aber auch weniger bedrohlich und kann einem charismatischen Ben Gazzara, dem Oberboss des Originals, nicht mal ansatzweise das Wasser reichen. Auch das Fehlen einer Sam Elliot-Figur, der mit seinem Charisma im Original, absoluter Edel-Support war, ist sehr bedauerlich, da er und Swayze eine tolle Chemie hatten. Generell konnte das Original den Nebencast mehr in die Handlung mit einbeziehen und das bei 10 Minuten weniger Laufzeit.

Kommen wir mal zur Action. Vom Actiongehalt sind die beiden Filme recht ähnlich aufgestellt. Mir persönlich, gefällt die Action im alten Film, aber wesentlich besser. Damals hat man die Dinge noch wirklich in die Luft gejagt oder Autos drehten noch echte Schrauben in der Luft. Vergleicht man die Action abseits der Kämpfe, stinkt das Remake völlig ab. Z.B. das ganze Finale auf dem Boot und auf dem Wasser, sah wirklich übel aus. Eine CGI-Explosion und eine hässlich, in Greenscreen gefilmte Boots-Verfolgungsjagd bestimmten die Szenerie. Grauenhaft!

Die Kämpfe im Original waren zu ihrer Entstehungszeit völlig ok und sind auch mit dem Blick auf damals so zu bewerten. Der größte Höhepunkt, Dalton vs. Jimmy, ist auch nach heutigen Maßstäben ordentlich inszeniert. Sicherlich im Vergleich zu heutigen Produktionen, weniger dynamisch, dafür aber mit einem mitreißenden Score von Michael Kamen unterlegt, der die Kampfszene dadurch viel spannender macht. So einen Höhepunkt sucht man im Remake, vergeblich.
Kampfszenen haben sich in den letzten 35 Jahren deutlich weiterentwickelt und haben heutzutage auch viel mehr Dynamik. Dennoch fand ich die Kämpfe in der Neuauflage leider alles andere als toll. Die Kamera bewegte sich für mein Empfinden viel zu viel und war häufig auch zu nahe dran. Dass man manche Schläge mit CGI aufgemöbelt hat, stellt für mich ein absolutes Armutszeugnis dar. Denn es sah einfach nur befremdlich aus und machte mir die Kampfszenen, ziemlich kaputt. Hoffentlich macht diese Art der Inszenierung, keine Schule. Denn mit einem wirklich kleinen Bruchteil, diesem doch üppigen Budget von 85 Millionen, liefern bspw. ein Scott Adkins oder ein Michael Jai White, wesentlich bessere Kampfszenen ab. Generell kann ich mich nicht dem Gedanken wehren, dass ein Kampfsport-Darsteller, wie Scott Adkins, in der Hauptrolle besser funktioniert hätte. Denn das, was Gyllenhaal letztendlich schauspielerisch hier abliefern musste, hätte ein Scott Adkins sicherlich auch so hinbekommen. Der hat übrigens den Film an sich gelobt und allen Beteiligten gratuliert, allerdings ebenfalls die Kampfszenen bemängelt. So viel dazu.

Fazit:
Der Film hat eine okaye erste Hälfte und kann da auch noch einigermaßen gut unterhalten. Die zweite Hälfte, hält da leider überhaupt nicht mit, gerade wegen der Besetzung von Conor McGregor, der mit seinem massiv, nervenden Overacting den kompletten Film zerstört. Die Action kickt enttäuschenderweise nicht richtig und wurde mit digitalen Tricks verschlimmbessert. Die Darsteller sind, bis auf McGregor soweit solide, können aber den Figuren nicht viel Fleisch geben. Die Story findet keinen echten Höhepunkt und läuft zum Ende hin, voll ins Leere. Im Vergleich zum Original, verliert dieses seelenlose Remake, haushoch.

Normalerweise bin ich eigentlich mit meinen Bewertungen immer etwas wohlwollender, da mich aber vieles im Nachhinein völlig verärgert hat, strafe ich das Ding mit 2 Hüten ab und gebe hierfür keine Empfehlung!

Lieber nochmal das kultig, charmante 80er-Original anschauen, das ich mit 4 Hüten bewertet habe oder die DTV-Fortsetzung von 2006, der, mit seinem Mini-Budget, bessere Kampfszenen ablieferte als dieser Film hier.

Road House Bewertung
Bewertung des Films
410

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