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Roads

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Prädikat: besonders wertvoll

Roads Kritik

Roads Kritik
0 Kommentare - 26.05.2019 von FBW
Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).
Roads

Bewertung: 4 / 5

Gyllen ist genervt. Von dem gemeinsamen Familienurlaub in Marokko, auf den er keine Lust hatte - aber vor allen Dingen von seinem Stiefvater, den er nicht akzeptieren kann. Und so entschließt sich der 18-jährige junge Mann eines Nachts, sich das Wohnmobil der Familie "auszuleihen", um damit nach Frankreich zu seinem Vater zu fahren. Unterwegs trifft Gyllen auf William, der aus dem Kongo kommt und auch nach Europa will, um seinen Bruder zu suchen. Dieser hat es als Flüchtender nach Frankreich geschafft - aber nun fehlt jedes Lebenszeichen. Und obwohl Gyllen und William unterschiedliche Beweggründe haben, um an ihr Ziel zu gelangen, so stellen doch beide fest: Erreichen können sie es nur, wenn sie zusammenhalten.

Roads von Sebastian Schipper ist nur auf den ersten Blick ein klassisches Roadmovie. Denn die Reise der beiden ungleichen Fremden, die im Laufe des Films zu Freunden werden, nutzt Schipper, um viele Themen und Konflikte durchzuspielen.

Trailer zu Roads

Gerade die Figur des William, den Stéphane Bak mit einer Mischung aus verzweifelter Entschlossenheit und einer sich aus tiefen traumatischen Erlebnissen speisenden Härte verkörpert, ist hochkomplex, denn der Film zeigt anhand seines Schicksals die Realität der aktuellen weltpolitischen Lage und die Verzweiflung der Flüchtenden hautnah. Ohne den moralisch erhobenen Zeigefinger, eher fast beiläufig und gerade deswegen so eindrucksvoll. Und Fionn Whitehead gelingt als Gyllen eine sensible Darstellung eines jungen Menschen, der erst noch seinen eigenen Platz in der Familie, der Gesellschaft und überhaupt in der Welt suchen muss.

Der Weg der Protagonisten ist gepflastert von berührenden, skurrilen, lustigen und gefährlichen Begegnungen und Menschen, die die Reise der Beiden auch zu einer immer wieder spannenden Reise für den Zuschauer machen. Dank des exzellenten Drehbuchs, Schippers souveräner Schauspielführung, einer Kamera, die einen stimmungsvollen Blick sowohl für die Weite der Landschaft und die immer enger werdende Bindung der Freunde findet, sowie einem passend gewählten Soundtrack entwickelt Roads eine bewegende Mischung aus erzählerischer Leichtigkeit und Tiefe.

Es gelingt Sebastian Schipper, das Lebensgefühl der beiden jungen Reisenden zu vermitteln, deren treibende Kraft jeweils ein freieres Leben ist - bei beiden auf ganz anderen Ebenen, aber ebenso bedroht und existentiell.

Prädikat: besonders wertvoll

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung

Roads Bewertung
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810
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