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Spiel mir das Lied vom Tod

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Epochaler Tanz mit dem Tod

Spiel mir das Lied vom Tod Kritik

Spiel mir das Lied vom Tod Kritik
15 Kommentare - 01.04.2011 von ZSSnake
In dieser Userkritik verrät euch ZSSnake, wie gut "Spiel mir das Lied vom Tod" ist.

Bewertung: 5 / 5

Heute verfasse ich die bislang wohl schwierigste Kritik meiner „Kritikerkarriere“ zu einem Western aus dem Jahr 1968 mit dem Titel Once upon a Time in the West. Der Unter der Regie des Meisters des Spaghettiwesterns Sergio Leone entstandene Film mit dem grandiosen Score von Ennio Morricone gilt noch heute als Meilenstein des Genres und wird oft als einer der besten Western aller Zeiten gehandelt.



Inhalt:



Ein einsamer Fremder, den alle aufgrund seines Mundharmonikaspiels nur Mundharmonika nennen, hilft der frisch verwitweten Frau des Farmers McBain gemeinsam mit dem sympathischen Banditen Cheyenne, ihre Farm gegen den skrupellosen Eisenbahnmogul Morton und seinen Handlanger Frank zu verteidigen. Dabei geraten alle Figuren in einen Strudel aus Rache, Habgier, Selbstsucht und Tod. Viel mehr kann man eigentlich über die Handlung des Filmes gar nicht sagen, ohne all zu viel zu verraten. Aber es ist weniger das WAS erzählt wird, sondern WIE es erzählt wird, was diesen Film ausmacht.



Kritik:



Die Story von Once upon a Time in the West gibt wahrlich auf den ersten Blick nicht all zu viel her. Trotzdem gelingt es Leone mit dem eigentlich geringen Hintergrund so gekonnt zu spielen, dass dabei am Ende ein beeindruckendes und stimmiges Ganzes entsteht. Getragen wird sein Konstrukt von vier Kernfiguren, die allesamt gleichberechtigt auftreten und dem ganzen Film eine Grundlage liefern.



Figuren:



Charles Bronson spielt den schweigsamen Fremden, der von allen nur Mundharmonika genannt wird. Eine enorme Ruhe zeichnet seine Darstellung aus, die nur in wenigen Szenen durchbrochen wird, wenn gezeigt wird, was unter der Oberfläche dieser Figur brodelt. Dann ist der ruhige Mann kaum wiederzuerkennen, Gewalt bricht hervor und das wahre Naturell des Mundharmonikaspielers tritt zutage. Allerdings sind diese Szenen in der Unterzahlt, die meiste Zeit strahlt die Figur vorwiegend Ruhe und Bedrohlichkeit aus. Stets mit Auftritten, die den Zuschauer nicht nur überraschen, sondern die auch filmisch immer wieder gekonnt gelöst sind, hat diese Figur etwas Geheimnisvolles an sich. Fast als wäre er ein entsandter Samariter, der nur auftaucht um der Witwe McBain zu helfen. Was es später mit der Figur auf sich hat, hat mit dem Bild des Samariters freilich nur noch wenig zu tun, lässt sich aber ohne den Spaß an der Figur zu nehmen hier nicht nennen. Es sei nur so viel erwähnt, keine der Figuren in diesem Film ist wirklich, was sie scheint und da macht Mundharmonika keine Ausnahme. Bronson gelang mit diesem Film der wirkliche Durchbruch. Sein kerniges Gesicht, die groben Züge und die kleinen stierenden Augen machen aus ihm die ideale Besetzung für den unbekannten Mundharmonikaspieler, der sich von Beginn an irgendwo zwischen gut und böse einpendelt.



Henry Fonda spielt den Gegenspieler von Mundharmonika mit dem Namen Frank. Fonda, der vorab im Grunde einer der Inbegriffe des Westernhelden war, spielt hier einen Mann, dessen Seele so schwarz ist wie sein Anzug. Bereits in seiner ersten Szene gibt er Befehl zur Erschießung einer ganzen Familie, der Familie McBain. Fonda mit seinen Babyblauen Augen dabei zu beobachten, wie er solche Taten vollbringt, trifft den Zuschauer ins Herz. Besetzungstechnisch wurde hier im Grunde der Genrestandart verdreht. Wo sonst in der Regel der kernige Bronson die Schurken spielt, ist es hier der alte Symbolheld des Western Fonda, der das komplette Gegenteil dessen Mimen darf, was ihn im Westerngenre bekannt und berühmt gemacht hat. Fondas Darstellung ist über jeden Zweifel erhaben. Perfekt verkörpert er den gewissenlosen Mann, der keine Ideale kennt. Auf eigenen Vorteil bedacht und nicht selten überaus skrupellos wird die Antipathie gegen die Figur auf Seiten des Zuschauers immer wieder mit der Beliebtheit Fondas abgewogen. Der Ausschlag geht jedoch über die Dauer des Filmes klar auf die Seite der Antipathien gegen Frank, denn man kann nicht umhin, diesen kalten und bösartigen Mann zu hassen.



Claudia Cardinale spielt die Witwe Jill McBain. Die wunderschöne junge Frau, die eigentlich aus New Orleans stammt und gemeinsam mit dem Farmer McBain auf der Sweetwater-Ranch leben wollte, steht bereits zu Beginn des Filmes vor dem Abgrund. Ohne Familie und völlig verlassen ist Jill im brutalen Westen ziemlich verloren. Zudem stellt sich heraus, dass der Eisenbahnmogul Morton die Ranch der Frau für sich beansprucht, da auf dem Land seine Eisenbahnlinie verlaufen soll. Farmer McBain hatte den Plan, aus der Ranch eine Stadt mit Eisenbahnstation zu machen und musste deshalb sterben. Diese unfreiwillige Verstrickung bringt die Witwe in Lebensgefahr und verknüpft ihr Schicksal mit dem des Mundharmonikaspielers. Cardinale mit ihren wunderschönen großen Augen und dem unschuldigen Gesicht passt zunächst überhaupt nicht ins Bild des Westerns. Sie wirkt ebenso deplaziert wie ihre Figur und weckt sofort den Beschützerinstinkt. Die junge Frau stellt sich im Laufe des Films jedoch als weit resoluter heraus, als man zu Beginn annehmen möchte und dieser Wandel wird von Cardinale auch perfekt vermittelt.

Jason Robards ist der letzte der großen vier Darsteller im Zentrum des Filmes und spielt den Outlaw Cheyenne. Bereits sein erster Auftritt ist von Schüssen und Lärm begleitet und lässt erahnen, dass dieser Mann keinen guten Umgang darstellt. Wenn er in die Bar tritt, nachdem er sich aus dem Gewahrsam des Gesetztes befreit hat, noch die Handschellen an den Gelenken, dann gebietet das Ehrfurcht. Keine Figur sagt etwas, bis aus dem Dunkel die Mundharmonika ertönt und die Spannung gelöst wird. Der 2000 verstorbene Robards ist heute den meisten wohl noch bekannt aus seiner letzten Rolle als Krebskranker TV-Patriarch Earl Patrige im Film Magnolia. Er macht seine Sache überaus gut und spielt den sympathischen Schurken überzeugend und bisweilen furchterregend. Seine Figur hat noch am ehesten den Beigeschmack eines echten Westernhelden, da er sich ohne offensichtliche Motive entschließt, der Witwe McBain gegen Morton zu helfen und dieser Linie bis zum Ende treu bleibt.



Die wichtigste Nebenrolle hat Gabriele Ferzetti als Eisenbahnmogul Morton. Der an Knochentuberkulose leidende Morton geht an Krücken und steht körperlich im krassen Gegensatz zu seiner Machtposition. Als Mann im Hintergrund hat er scheinbar die Kontrolle über Frank und steuert über ihn das Machtspiel um die Sweetwater-Ranch. Er will das Land unter seine Kontrolle bringen, um so die Eisenbahnlinie fertig zu stellen. Dabei ist ihm jedes Mittel recht. Die Figur ist unsympathisch und bösartig und wird perfekt verkörpert. Ferzettis wohl bekannteste Rolle hatte er neben diesem Film in James Bond im Geheimdienst ihrer Majestät als Vater von Bonds Ehefrau Marc Ange Drago. Schauspielerisch gibt es auch hier keinen Grund zur Klage, die Figur wird perfekt ausgefüllt.



Die Musik:



Ennio Moriccones großartiger Score trägt einen Großteil zur enorm dichten Atmosphäre des Filmes bei. Jeder Figur wird ein eigenes Thema zuteil, dass seine Figur perfekt unterstützt.



Mundharmonikas Thema „Man with a Harmonica“ ist das wohl bekannteste Thema aus dem Film. Unterlegt mit dem Mundharmonikaspiel des namenlosen Fremden, welches die letzten Atemzüge eines Sterbenden suggeriert, bricht das Thema immer wieder aus und bleibt geheimnisvoll und bedrohlich. Die perfekte Untermalung für Bronsons Figur ist bis heute in die Annalen der Filmmusik eingegangen und zählt als eine der bekanntesten Filmmelodien aller Zeiten. Dieses Thema findet bis heute immer wieder in TV und Werbung Verwendung und ist wohl das erste was vielen Menschen zu diesem Film einfällt.



Jills Thema ist ruhig, ergreifend und berührend. Es spiegelt zugleich die Verletzlichkeit der Figur wie auch ihre grenzenlose Güte und Hoffnung wider. Immer wieder wunderschön, treibt es einem regelrecht die Tränen in die Augen. Die traurige und großartige Melodie verzaubert und ist wie ein Spiegel Cardinales über die Musik.



Cheyennes Thema ist wie ein ruhiger Ritt und passt perfekt zu der ungebundenen Figur. Im Film in verschiedenen Variationen, mal ruhig und fast beschwingt, mal hart und treffend vertont, verkörpert diese Melodie Robards Outlaw genau. Die Auftritte von Cheyenne erhalten durch dieses Thema etwas fast humorvolles und geben der Figur auch zugleich eine Art augenzwinkernde Komponente.



Franks Thema ist im Grunde immer wieder präsent und zieht sich auch durch den gesamten Film. Im Grunde ist das Thema Franks das Thema des Films. Hart, fast brutal trifft einen das bedrohliche Thema und vermittels Franks Härte und Kälte. Die Figur gewinnt dadurch enorm an Bedrohlichkeit und Intensität.



Insgesamt bietet der Soundtrack extrem gute Unterstützung für den Film und verleiht ihm seine epochale Stimmung. Der Film wird durch die kraftvollen Melodien in ruhigen und harten Passagen getragen und gewinnt sehr viel Tiefe durch diesen perfekten Score.

___



Once upon a Time in the West gilt nicht zu unrecht als Meisterwerk des Westernfilms. Leone hat hier so unglaubliche Bilder geschaffen und sie gemeinsam mit Moriccones unvergesslichem Score zu einem Tanz des Todes verknüpft. Die Bildgewalt ist überragend und die Intensität der Einstellungen enorm.



Die Landschaftsaufnahmen pendeln zwischen endloser Trostlosigkeit und einem Gefühl von Hoffnung immer wieder hin und her. Wenn der raue Westen in seiner Weite gezeigt wird, fühlt man sich als Zuschauer zwischenzeitlich sehr klein gegen diese gewaltige Landschaft. Aber auch in den Innenräumen stimmt die Stimmung der Bilder vollauf. Zudem bietet der Film einiges an mutigen Einstellungen, wie das extreme Close-Up auf Bronsons und Fondas Augen gegen Ende, bei dem das gesamte Bild von ihren Blicken erfüllt wird und der Film einen Höhepunkt an ungeahnter Bildintensität erreicht und einen im übertragenen Sinne regelrecht anstarrt.



Die Ausstattung lässt auch nichts zu wünschen übrig. Ob nun die Innensets oder die Außenbereiche, alles ist perfekt arrangiert und passt genau und vermittelt den Eindruck von Authentizität bei dem was man sieht. Überall finden sich allerlei Kleinigkeiten, die, wie man über die Produktionsnotizen erfährt, von Leone akribisch positioniert wurden, damit die Einstellungen auf den Punkt gelingen und wirken.



Dramaturgisch lässt sich der Film extrem viel Zeit. Die Handlung entspinnt sich äußerst langsam und verleiht dem Film ein sehr gesetztes Tempo. Allerdings ist das für die Erzählung und ihre Spannung sehr förderlich. Immer wieder erfährt der Zuschauer neue Details und Hintergründe über Figuren und Handlungen und wird so nach und nach zum großartigen Finale geführt.



Als Beispiel für eine solche Sequenz mit gekonntem Spannungsaufbau sei die Eröffnungssequenz zu nennen: Drei Männer kommen an einem Bahnhof an, offensichtlich warten sie auf jemanden. Nachdem sie sich in Position gebracht haben - einer sitzt auf der Veranda, einer steht unter einem Wasserturm und einer an einem Zaun – warten sie und der Zuschauer mit ihnen, auf die Dinge die da kommen mögen. Das Warten wird von den Bildern perfekt untermalt. Der Mann auf der Veranda hat mit einer lästigen Fliege zu kämpfen, die ihn umschwirrt und ihm mit ihrem penetranten Gesumme auf den Geist geht. Dem Mann unter dem Wasserturm tropft Wasser auf die Hutkrempe, was er stoisch ruhig zulässt, bis er das gesammelte Wasser in aller Ruhe von der Hutkrempe trinkt. Der Mann am Zaun lässt immer wieder und wieder die Gelenke seiner Finger knacken, ohne Unterlass. Diese ganzen Handlungen werden so gekonnt und interessant inszeniert, dass der Zuschauer das Warten praktisch greifbar vor Augen hat. Die Spannung wird bis ins Unerträgliche gesteigert, um dann mit der Ankunft des Zuges mit einem Schlag gelöst zu werden. Hier zeigt sich die ganz große Kunst Leones, Bilder und Stimmung perfekt aufeinander abzustimmen und so einen Effekt zu kreieren der einfach stimmig wirkt.



Fazit:



Once upon a Time in the West ist Kino par Excellence. Der Film fesselt und besticht durch großartige Charakterzeichnung, die von einem überragenden Score getragen wird. Die Inszenierung Leones ist über jeden Zweifel erhaben und trifft die Stimmungen im Film immer wieder perfekt auf den Kopf. Die Wuchtigkeit und Bildgewalt erschlagen einen förmlich und vermitteln den Eindruck, etwas von epischen Ausmaßen vor sich zu haben. Dieser Eindruck bewahrheitet sich schließlich auch, wenn der Film in seinem beeindruckenden Finale aufgelöst wird.



Der Film bekommt in seiner Perfektion in allen Belangen, die mir keine Kritikpunkte lässt,



10/10 Mundharmonikas,



als meiner Meinung nach bester Western aller Zeiten und großartiges Meisterwerk, dass ich nur jedem empfehlen kann. Ich sollte dazu erwähnen, dass ich eigentlich nichts mit Western anfangen kann, aber dieses monumentale Werk sollte jeder Filmfreund zumindest einmal gesehen haben.
Spiel mir das Lied vom Tod Bewertung
Bewertung des Films
1010
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15 Kommentare
MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
19.01.2018 21:08 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.081 | Reviews: 135 | Hüte: 311

@ Bond:

Verspäteter Dank für den Hut wink

@ Moby:

Die schwierigste Kritik war es für mich, weil der Film mein Lieblingsfilm ist (Rocky-Reihe ist da ausgeklammert, weil sie nen besonderen Stellenwert hat) und es immer schwer ist alles was man zu so einem Film denkt in Worte zu fassen :-)

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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MrBond : : Moviejones-Fan
24.08.2017 20:18 Uhr | Editiert am 24.08.2017 - 20:21 Uhr
0
Dabei seit: 03.12.14 | Posts: 2.244 | Reviews: 13 | Hüte: 272

@TiiN & MobyDick

Vielen Dank für Eure Antworten. Werde mir den auf jeden Fall reinziehen. Schon des Klassiker-Status wegen...

achso... und @Snake

Beim ersten mal vergessen: Hut für die großartige Arbeit - auch wenn er 6 Jahre zu spät kommt wink

Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"

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TiiN : : Pirat
24.08.2017 20:13 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 3.637 | Reviews: 89 | Hüte: 123

@MrBond

Ich habe den Film Zwei glorreiche Halunken erstmalig vor ein paar Jahren gesehen, kannte also die Synchronisationen vorher nicht. Von daher fand ich es nicht schlimm und grobe Wechsel sind mir auch nicht so aufgefallen. Ich kann dir jedoch gar nicht sagen, welche Version ich damals sah. Ich hab mir vor kurzem die Blu Ray bestellt und bin mal darauf gespannt

@MobyDick

Aber auch verglichen mit den beiden Dollar-Filmen kommen die zwei (drei) Halunken deutlich frischer aber auch reifer daher. Ansonsten kann ich dir vermutlich zustimmen, denn mit den anderen beiden Filmen der Amerika-Trilogie wurde ich auch nicht so recht warm bislang.

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MobyDick : : Moviejones-Fan
24.08.2017 18:01 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 2.414 | Reviews: 17 | Hüte: 123

Nochmal Bond

Zwei Glorreiche Halunken ist der Film von Segio Leone, der nach Es war einmal in Amerika am meisten zerstückelt wurde, so dass es keine wirklich nachvollziehbare Synchro-Version von dem Film gibt, weder auf Deutsch noch auf Englisch. Daher: Die Synchro ist in der Tat in beiden Versionen sehr gewöhnungsbedürftig, aber alleine durch die Zusammenführung dieser Filmschnipsel auch filmhistorisch sehr empfehlenswert, ganz zu schweigen, dass es die beste erhältliche Version des Films ist...

Dünyayi Kurtaran Adam
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MobyDick : : Moviejones-Fan
24.08.2017 17:49 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 2.414 | Reviews: 17 | Hüte: 123

ZsSnake:

Erstmal ganz dickes Lob an die hervorragende Kritik, viel gibt es da sicherlich nicht mehr zu ergänzen. Einzig warum es die schwierigste Kritik für dich war, habe ich nicht so ganz nachvollziehen können.

Bond:

Deine Kritikpunkte sind nachvollziehbar und sowiet ich weiss, war tatsächlich die Musik zuerst da (die Bluray Besitzer bitte bestätigen oder korrigieren). Auch der Punkt mit Nobody vs Bronson passt perfekt.

TiiN:

Das liegt daran, dass Spiel mir das Lied vom Tod eben nicht mehr zur locker-flockigen Dollar-Trilogie gehört sondern zu seiner Amerika-Trilogie, welche halt deutlich schwerfälliger ist und mit sehr viel Melancholie zu Tage tritt.

Film selbst:

Wahrscheinlich neben Zwei Glorreiche Halunken und Erbarmungslos einer der besten Western aller Zeiten.

Dünyayi Kurtaran Adam
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MrBond : : Moviejones-Fan
24.08.2017 17:42 Uhr
0
Dabei seit: 03.12.14 | Posts: 2.244 | Reviews: 13 | Hüte: 272

@TiiN

Der steht bei mir auch ganz oben auf der Wester-2-See Liste. Fand die Kritiken bei Amazon etwas abschreckend, die meinten, dass die Synchro so katastrophal sei. Kannst Du das bestätigen?

Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"

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TiiN : : Pirat
24.08.2017 17:31 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 3.637 | Reviews: 89 | Hüte: 123

Bei mir hat der Film leider nicht so gezündet, sondern fühlte sich für mich doch recht alt und staubig an. Das finde ich besonders Interessant, weil Sergio Leone in meinen Augen es früher eine ganze Ecke besser hin bekommen hat. Denn für mich ist Zwei glorreiche Halunken (Il buono, il brutto, il cattivo) der mit Abstand beste Western.

Aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden smile

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MrBond : : Moviejones-Fan
23.08.2017 13:37 Uhr
0
Dabei seit: 03.12.14 | Posts: 2.244 | Reviews: 13 | Hüte: 272

Super Kritik, die alles ziemlich klar auf den Punkt bringt. Ich habe mit den Film gestern zum ersten Mal angeschaut. Als der Abspann lief war ich hin- und hergerissen. Was habe ich da eigentlich gerade gesehen?

Wie Du schon schreibst, ist die Handlung im Grunde sehr simpel. Ich empfand es auch viel mehr, als Episodenfilm. Zwei Geschichten (die Harmonica-Gschichte und die McBain-Gewschichte), die gleichzeitig erzählt werden und deren Handlungen sich zufällig kreuzen. Ich hatte nie wirklich den Eindruck, dass Harmonica (der übrigens nur von einer Person so genannt wird: Von Cheyenne, für alle anderen ist er ein Namenloser) der Witwe McBain helfen wollte. Für ihn war das mehr Mittel zum Zweck. Er wollte einfach nur Rache. Aber so richtig schlüssig ist es dennoch nicht. Ich werde den Film wohl noch das ein, oder andere Mal anschauen müssen.

Warum mich der Film aber so bewegt, bzw. mitnimmt, kann jedoch nur mit dem Gesamtpaket erklärt werden. Die Aufnahmen sind hervorragend - insbesondere die Nahaufnahmen (Gesichter). Die Musik ist natürlich über jeden Zweifel erhaben, auch wenn ich immer wieder überlegte, was wohl zuerst da war: Der Film, oder die Musik? Machte es doch immer wieder den Anschein, als hätte Leone die Bilder zur fertigen Musik geliefert. Dies fand ich zeitweise sogar störend... aber nie schlimm genug, um den Gesamtgenuss zu zerstören.

100%ig begeistert bin ich jedoch (bis jetzt noch) nicht - aus o.g. Gründen. Mein Urteil würde wohl auf 8/10 bzw. 4 Hüte kommen - mit Tendenz nach oben.

Btw. sah ich zwischendurch immer mal wieder Terrence Hill durch`s Bild laufen und musste mir immer wieder klar machen, dass es eben nicht Hill, sondern Bronson war wink (nicht wegen des Aussehens, sondern wegen der Statur). Und da fällt mir ein, dass ich mal wieder ganz dringend Mein Name ist Nobody anschauen muss.

Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
08.04.2011 09:26 Uhr
1
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.081 | Reviews: 135 | Hüte: 311
Danke für die Bewertung ^^ ich bin immer froh, wenn jemand auch nen Comment postet, da mir Feedback zu meiner "Arbeit" schon wichtig ist.

Ja, der Film hat´s mir echt angetan. Einfach ein Hammerwestern, den ich unheimlich gern mag, obwohl ich Western generell nicht unbedingt leiden kann. Vielleicht gefällt mir hier gerade, dass er nicht dem klassischen Western entspricht und so viele.Anti-Figuren hat, die alle irgendwie drin stecken und nicht so einfach als "Gut" zu bezeichnen sind. Dazu die enorme Bild- und Musikgewalt. Einfach ein Meisterwerk...und bezeichnenderweise damals eine Empfehlung meiner Mum (da ist sie wieder) wink
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Sully : : Elvis Balboa
08.04.2011 09:23 Uhr
0
Dabei seit: 29.08.09 | Posts: 9.605 | Reviews: 30 | Hüte: 343
Ich habe die Kritik schon vor ein paar Tagen gelesen und muss sagen, dass man wirklich merkt, wie sehr Dich der Film begeistert. Alle wichtigen Aspekte sind genannt und entsprechend formuliert!. Einzig die Länge sprengt wieder ein bißchen den Rahmen. Trotzdem wegen der Qualität 10 von 10 Patronenhülsen für Deine Kritik!

Es kommt im Leben nicht darauf an wie viel Du austeilst, sondern darauf wie viel Du einstecken kannst und trotzdem weiter machst!

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
01.04.2011 12:33 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.081 | Reviews: 135 | Hüte: 311
Ja sicherlich interessant mal zu sehen, egal wie die Bildqualität oder Tonqualität sein mag. Aber ich mag Directors Cuts und Deleted Scenes, von daher,...mal sehen.
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regularmaddin : : Moviejones-Fan
01.04.2011 12:28 Uhr
0
Dabei seit: 12.09.10 | Posts: 636 | Reviews: 15 | Hüte: 10
Der geht "nur" 15 min länger. Eher belangloses Zeug aber für Komplettisten und Freunde der Filmgeschichte allemal ein Blick wert, der Film wird nicht besser oder schlechter. Eher die Bildqualität wird grausam sein.
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Jonah : : Antiheld
01.04.2011 12:28 Uhr
0
Dabei seit: 20.07.10 | Posts: 1.558 | Reviews: 0 | Hüte: 14
Wirklich gute Kritik für einen echt guten Western im Speziellen und ebenfalls einen guten Film im Allgemeinen. Ich habe den Film in den 80igern in Berlin gesehen (damals noch DDR Hauptstadt) war ein echtes Kinoerlebnis.
MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
01.04.2011 12:23 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.081 | Reviews: 135 | Hüte: 311
Hmm...nen Directors Cut davon kann ich mir gar nicht vorstellen, wobei ich mal gelesen habe, dass der Film damals bei den Testscreenings die drei Stunden noch deutlich überschritten hat. Ich finde der Film funktioniert so dramaturgisch schon ziemlich gut, von daher vielleicht meine Skepsis.
Aber auf BluRay werd ich mir den vielleicht auch noch anschaffen, wenn ich denn mal den Player endlich hab. Zur Zeit sträube ich mich noch, da mein 10 Jahre alter DVD-Player bislang noch nicht schlappgemacht hat und weiterhin alles Kommentarlos abspielt...
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regularmaddin : : Moviejones-Fan
01.04.2011 12:10 Uhr
0
Dabei seit: 12.09.10 | Posts: 636 | Reviews: 15 | Hüte: 10
Tolle Kritik! Den Film hab ich mir als Kind bis zum Erbrechen angesehen Ich finde "Zwei glorreiche Halunken" zwar noch um einen Tick besser aber der Tick bewegt sich im Promille-Bereich :-)
Demnächst kommt die Blu-Ray auf den Markt und angeblich ist dort ,neben der internationalen Kinofassung auch der ital. Directors Cut enthalten.
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