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The Adam Project

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E.T. der Navigator in die Zukunft

The Adam Project Kritik

The Adam Project Kritik
12 Kommentare - 12.03.2022 von Moviejones
Wir haben uns "The Adam Project" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
The Adam Project

Bewertung: 4 / 5

Schon lange ist Netflix darum bemüht, große Namen für eigene Filmprojekte zu gewinnen. Über die Jahre wurden viele Projekte produziert, in die auch sehr viel Geld geflossen sind, die aber nicht selten enttäuschten. Der Ruf der Netflix-Filme hat über die Jahre ziemlich gelitten und große Namen bedeuten nicht immer auch große Qualität. Hin und wieder jedoch brachten diese Bemühungen auch gute bis sehr gute Filme hervor. Doch zu welcher Sorte gehört The Adam Project?

The Adam Project Kritik

Um die Frau, die er liebt, zu retten, begibt sich der zeitreisende Pilot Adam (Ryan Reynolds) auf eine abtrünnige Rettungsmission. Dabei wird sein Schiff jedoch beschädigt und er muss in der Vergangenheit notlanden. Er ist gezwungen, sich mit seinem jüngeren Ich (Walker Scobell) und seinem verstorbenen Vater (Mark Ruffalo) zusammenzutun, um mit seiner Vergangenheit ins Reine zu kommen und gleichzeitig die Zukunft zu retten.

Trailer zu The Adam Project

Schauspieler Ryan Reynolds und Regisseur Shawn Levy, da haben sich zwei gefunden. Mit Free Guy landeten die beiden zusammen einen ziemlich großen Hit in den Kinos, der auch bei Kritikern gut ankam. Für beide war klar, dass dies nicht das letzte gemeinsame Projekt sein sollte.

Für Netflix taten sie sich erneut zusammen und drehten The Adam Project. Wenngleich der Film diesmal, auch aus thematischen Gründen, nicht so spektakulär daherkommt wie Free Guy, haben sie es erneut geschafft, einen unterhaltsamen Film zu erschaffen, dem es nicht an Herz und Gefühl mangelt. Während sich Free Guy vor allem der heutigen Gaming-Szene als Thema widmet, fühlt sich The Adam Project wie ein Amblin-Film der 80er Jahre an. Auch dank seiner für heutige Verhältnisse nur kurzen Laufzeit von 106 Minuten.

Es wird sicher auch kein Zufall sein, dass man sich an ganz bestimmte Filme erinnert fühlt. Gibt es bereits zu Beginn eine Szene, die an E.T. - Der Außerirdische denken lässt, fühlt man sich nur wenig später deutlich an Der Flug des Navigators erinnert. Und wir können nicht die einzigen sein, die sogar an Masters of the Universe denken mussten. Natürlich hat das ganze auch etwas von Zurück in die Zukunft und selbst Star Wars findet seinen Platz. Aber versteht dies nicht falsch, es handelt sich hier keineswegs um reine Kopien bekannter Elemente anderer Filme. Es wirkt schlicht so, als würden die Macher benannte Klassiker einfach sehr mögen und sich von diesen haben inspirieren lassen.

Dabei orientiert man sich an eine weitere wichtige Eigenschaft vieler 80er Filme: The Adam Project erzählt, trotz all der Science Fiction-Elemente und der Action, im Kern eine sehr persönliche Geschichte. Geht es heute nicht selten um das Schicksal des ganzen Universums, rückt dies hier in den Hintergrund. Es geht im Kern um Adam. Um die Beziehung des Älteren zum Jüngeren. Um ihren Verlust und wie beide dies verarbeiten. Und auch wenn der Held auch hier versucht, die Welt zu retten, so steht die Rettung der persönlichen Beziehungen deutlich im Vordergrund. Die Welt wird nebenbei auf der persönlichen Reise mit gerettet.

Dies ist jedoch ein Punkt, der bei einigen für Enttäuschung aufgrund der Erwartung sorgen könnte. Auch wenn viele heute als Klassiker verehrt werden, wurden die Filme der 80er nicht mit dem Gedanken gedreht, dass hier etwas ganz Großes oder gar ein Meisterwerk entsteht. Obwohl sie heute rückblickend als Blockbuster wahrgenommen werden, ähneln sie im Kern eher kleineren Independent-Filmen.

Die Goonies waren keine Superhelden, haben nicht gegen einen großen Bösewicht gekämpft und am Ende die Menschheit gerettet. Es war eine Gruppe liebevoller, aber gewöhnlicher Kinder, die schlicht auf dem Dachboden eine Schatzkarte gefunden haben, in einem Keller landeten und nach einem Schatz suchten, um den Verkauf ihres Zuhauses zu verhindern. Zurück in die Zukunft handelt von einem normalen Teenager der 80er, der durch Zufall in der Vergangenheit landet und dort seinen Eltern helfen muss.

Es sind meist simple Geschichten mit durchschnittlichen Menschen in einem zumeist spektakulären Rahmen, in denen das Spektakel jedoch nie im Vordergrund steht. Diese Filme haben nicht versucht, unbedingt das nächste große Event im Kino zu werden. Heute ist man dies kaum noch gewohnt. Da ist die Enttäuschung schnell da, wenn nicht alles höher, weiter, besser ist.

The Adam Project will nicht das nächste große Marvel-Abenteuer sein, trotz vieler Marvel-Schauspieler im Cast. Und doch kann der Film am Ende nicht völlig seiner Zeit entfliehen. Der erwachsene Adam ist am Ende dann doch irgendwie ein Superheld. Er ist ein klasse Pilot, nimmt es mit ganzen Horden von Soldaten auf und ist fast immer Herr der Lage. Und er benutzt eine ganz bestimmte Waffe, die sein jüngeres Ich in Ekstase versetzt. Er wirkt einfach nicht wie ein durchschnittlicher Typ und sieht so auch nicht aus.

Eines der größten Highlights könnte für viele zugleich der größte Kritikpunkt sein: Walker Scobell als junger Adam. Dies ist seine erste Rolle und der Junge liefert genau das ab, was er soll. Es ist ein nahezu perfektes Casting. Denn er spielt natürlich nicht nur die junge Version von Adam, sondern eben auch die von Ryan Reynolds und das spürt man bereits von den ersten Minuten an. Seine ganze Attitüde, sein Humor, sein Timing - alles sitzt perfekt. Und nebenbei agiert er komplett auf Augenhöhe mit dem echten Ryan Reynolds.

Doch eben hier liegt auch der mögliche große Kritikpunkt. Wenn ihr genervt oder übersättigt seid vom Reynolds-Humor, dann macht lieber einen großen Bogen um The Adam Project, denn hier bekommt ihr die doppelte Portion geliefert. Scobell ist so gut, man denkt wirklich, man hätte Reynolds zweimal im Film. Und der Kleine haut die Sprüche genauso raus wie der Große.

Jennifer Garner, Zoe Saldana und Mark Ruffalo haben vergleichsweise kleine Rollen, dienen aber als wichtiger, emotionaler Anker für Adam. Während Saldana wirklich nur einen kurzen Auftritt hat, hat Garner neben den beiden Adams die meiste Screentime und weiß diese auch zu nutzen. Sie hat zu allen eine gute Chemie und dient in gewisser Weise als zentraler Fixpunkt für die einzelnen Figuren. Mit Reynolds hat Garner eine gemeinsame Szene, die einfach ans Herz geht.

Betrachtet man den Film als Science Fiction-Abenteuer, findet man sicher noch weitere Kritikpunkte und bewertet den Film schlechter, als wir es getan haben. Wenn man aber selbst ähnliche Erfahrungen gemacht hat, dann betrachtet man The Adam Project vor allem als einen Film über einen Jungen, der mit dem Verlust seines Vaters fertig werden muss. Der in einer Phase des Erwachsenwerdens damit kämpft, sich alleine zu fühlen. Der Trauer in Wut verwandelt und sich dessen nicht einmal bewusst ist. Und dessen zukünftiges Ich sein jüngeres nicht leiden kann, weil ihm bewusst geworden ist, wie schwer er es als Kind seiner Mutter gemacht hat, die ebenfalls schwer unter dem Verlust leidet, aber natürlich versucht, für ihren Sohn stark zu wirken.

The Adam Project ist ein charmanter Abenteuerfilm in der Tradition früherer Amblin-Filme mit einem emotionalen Kern. Dabei ist er sicher nicht perfekt. Walker Scobell ist eine Entdeckung und die Kombination Reynolds und Levy funktioniert auch hier. Man kann nur hoffen, dass sie ihre Ankündigung wahr machen und noch viele weitere Filme gemeinsam drehen werden. Und wenn ihr eine Schwäche für Vater-Sohn-Geschichten habt, solltet ihr eure Taschentücher bereithalten.

Wiederschauwert: 70%

The Adam Project Bewertung
Bewertung des Films
810

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12 Kommentare
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Logan : : Moviejones-Fan
14.03.2022 10:20 Uhr | Editiert am 14.03.2022 - 10:31 Uhr
0
Dabei seit: 19.06.20 | Posts: 33 | Reviews: 0 | Hüte: 3

Oha, ich wundere mich ein bisschen über die hohe Bewertung. Der Film ist bei weitem keine Vollkatastrophe, aber noch ein zweites Mal braucht man den nicht zu schauen.

Viel Potential wurde leider verschenkt. Schon die Anfangsszene mit Ryan Reynolds und seiner überlegenen Flugkünste hätte nicht sein müssen. In meinen Augen hätte der Film viel mehr den Charme der 80er bekommen, wenn aus der Sicht des jüngeren Adams erzählt worden wäre, so das die Zuschauer gemeinsam den älteren Adam kennenlernen und auch wie die Vergangenen Ereignisse Adam eigentlich geprägt haben. Gerade die Themen »Verlust« und der unterschiedliche Umgang damit, Verdrängung und Akzeptanz sind es wäre richtig gut erzählt zu werden. Das wäre eine im wahrsten Sinne des Wortes »Coming-of-Age« Geschichte geworden.

Die schlechten SiFi-Elemente Elemente haben leider viel kaputt gemacht: Die DNA kann nicht erkannt werden, weil etwas Blut verloren wurde? Da haben die AutorInnen wohl keine ordentliche Schulbildung genossen und keine Vorstellung davon, wie ...ach, das ist mir viel zu aufwendig das alles richtig zu stellen.. Und gerade weil durch diese Dinge uns Zuschauern aufgezwungen wird, das Hirn mal auszuschalten, darf man nicht verlangen bei den ernsten Themen wieder mitzugehen. Sorry, ihr müsst euch schon für eine Sache entscheiden.

Der letzte Akt war wirklich wieder über, der wirkte schnell zusammen geschuhstert. Da fand ich die Bedrohliche Lage einfach nicht glaubwürdig (Systemversagen und dazu ein Countdown mit Ansage? Ernsthaft?) Die Kritik von MJ bzgl dass Adam einfach immer den Gegnern überlegen ist, kann ich absolut unterstreichen. Wenn Adam einfach etwas durchschnittler gewesen wäre, hätten diese SiFi- und Kampf-Szenen deutlich mehr Impact bekommen.

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dinomania66 : : Moviejones-Fan
14.03.2022 06:22 Uhr
0
Dabei seit: 02.12.15 | Posts: 154 | Reviews: 0 | Hüte: 4

Höchstens 3 Hüte.Der Film war ok, mehr aber auch nicht!Schade das Netflix das nicht so drauf hat mit Filme!

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Scarecrow : : Moviejones-Fan
13.03.2022 19:05 Uhr | Editiert am 13.03.2022 - 19:06 Uhr
0
Dabei seit: 09.09.11 | Posts: 406 | Reviews: 0 | Hüte: 4

Ich fand den Film ok und muss hier Chris ganz klar(aus meiner Sicht) widersprechen, ich fand gerade die Sci fi Momente am schwächsten, klar ist reynolds hier und da in bekannter Rolle unterwegs aber er hatte auch andere Momente - davon würde ich auch gern wieder mehr sehen als den üblichen aber nicht sooo schlechten Humor.

3.5

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Bibo : : Moviejones-Fan
13.03.2022 16:59 Uhr
0
Dabei seit: 30.04.19 | Posts: 128 | Reviews: 0 | Hüte: 2

Tja, auch dieses Machwerk krankt daran, dass es kein Film fürs Kino ist. Und das merkt man ihm, in jeder Szene, an. Wieder so eine Netflixproduktion, die weder Fisch noch Fleisch ist. Filme dieser Art, findet man auf dem Grabbeltisch von Ralfs Resterampe.

Mit viel wohlwollen 2.5 von 5.

"Zitierst Du da jemanden oder ist das auf dein Steißbein tätowiert?"

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doctorwu1985 : : Moviejones-Fan
13.03.2022 13:51 Uhr
0
Dabei seit: 13.09.15 | Posts: 532 | Reviews: 0 | Hüte: 17

Wirklich mal ein besserer Netflix Film!

Solide 3 von 5

Aber da alles zusammengeklaut wurde, Reynolds viele Szenen mit seinen Humor kaputt macht (zB der Hustfurz) und ich schon lange kein so schlechtes De-Aging gesehen habe, wundere ich mich schon über die 4 von 5 hier

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MisfitsFilms : : Marki Mork
13.03.2022 12:22 Uhr
0
Dabei seit: 09.07.13 | Posts: 4.068 | Reviews: 0 | Hüte: 118

Schöner Film, der tatsächlich allein durch seine Kulisse nostalgisch an die Filme der Kindheit denken lässt.

Mit 4 Lichtschwertern bin ich dabei

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ChrisGenieNolan : : DetectiveComics
13.03.2022 12:00 Uhr
0
Dabei seit: 19.08.12 | Posts: 16.307 | Reviews: 14 | Hüte: 373

Im grunden hat sich in Reyholds filme, den humor nichts verändert. Man kann sich ansehen ja. Aber mehr auch nicht. Die beste teile dieser filme, war die Sci fiction elementen... vier hütte sind zu viel mMn... ich würde eher 3 hütte geben.

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Rotschi : : M. Myers
12.03.2022 22:42 Uhr
0
Dabei seit: 17.12.09 | Posts: 1.460 | Reviews: 6 | Hüte: 38

Uhhh @theMagician

Du sprichst da eine ganz ganz lustige Kinoerinnerung meinerseits an.

Buried fand ich damals Klasse. Hab viele Freunde heiß auf diesen gemacht und wurde danach fast gesteinigt, wie ich auf die Idee komme, jemanden in 90Minuten Sarggeschichte mitnehmen kann.

Aber zum Thema: ich mag Reynolds, ich mag seinen Humor... Okay Killers Bodyguard 2 war selbst mir dabei zu doof. Was aber nicht unbedingt an Reynolds alleine lag, sondern einfach an einem gaaaanz schlechtem Drehbuch/Regisseur...

Projekt Adam spricht mich an und werde mir diesen sehr wahrscheinlich morgen direkt Mal anschauen.

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theMagician : : Criminal
12.03.2022 21:56 Uhr
0
Dabei seit: 03.05.13 | Posts: 1.732 | Reviews: 0 | Hüte: 53

Wenn ihr genervt oder übersättigt seid vom Reynolds-Humor, dann macht lieber einen großen Bogen um The Adam Project,

Bin ich. Habe mir den Film dennoch angeschaut. Und tatsächlich scheint es diesmal sogar weniger von seinem Humor zu sein als bei Killers Bodyguard 1&2

Ich hoffe mal, dass er einen Regisseur und das entsprechende Projekt findet bei dem er seinen Humor noch etwas mehr runterschraubt. Ich finde Reynolds sympathisch, doch ich will ihn wieder mal wie in Buried sehen

You, me, or nobody is gonna hit as hard as life. But it ain’t about how hard you hit. It’s about how hard you can get hit and keep moving forward

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WiNgZzz : : Moviejones-Fan
12.03.2022 09:06 Uhr
0
Dabei seit: 14.01.11 | Posts: 2.042 | Reviews: 0 | Hüte: 74

Es wurde jetzt auch angekündigt das Levy Deadpool 3 inszenieren soll.

Ach komm...

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
12.03.2022 08:05 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 4.987 | Reviews: 55 | Hüte: 444

Schöne und echt lange Kritik! Ich hätte nicht gedacht, dass der Film SO gut wird. Ich freue mich schon drauf!

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

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downset666 : : Moviejones-Fan
12.03.2022 07:18 Uhr | Editiert am 12.03.2022 - 07:18 Uhr
0
Dabei seit: 27.04.16 | Posts: 316 | Reviews: 0 | Hüte: 4

Ich wünsche allen vergnügliche 106 Minuten spass mit dem reynolds Humor. Ich befolge den moviejones Rat und mache einen großen Bogen um den Film

Es liegt in der Natur des Menschen sich selbst zu zerstören...

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