Moviejones.de ist ein kostenloses Angebot, welches sich durch Werbung refinanziert. Adblocker minimieren die Einnahmen monatlich um 40%. Wenn du möchtest, dass wir auch in Zukunft unsere Redakteure bezahlen können, deaktiviere bitte deinen Adblocker.

Du willst dennoch keine Werbung oder diese deutlich minimieren?

Hier mehr erfahren
Moviejones finanziert sich nur über Werbung
Möchtest du MJ helfen, deaktivere bitte deinen Adblocker. Falls du dennoch weniger Werbung sehen willst und das sogar kostenlos, erfährst du hier mehr.

The Hole in the Ground

Kritik Details Trailer Galerie News
Unter der Haut - The Hole in the Ground

The Hole in the Ground Kritik

The Hole in the Ground Kritik
0 Kommentare - 05.05.2019 von ZSSnake
In dieser Userkritik verrät euch ZSSnake, wie gut "The Hole in the Ground" ist.
The Hole in the Ground

Bewertung: 4.5 / 5

Manchmal gibt es sie einfach, diese Filme die ein besonderes Erlebnis werden und einem Stoff zum Nachdenken liefern. The Hole in the Ground ist so ein Kandidat. Man geht ins Kino, weil man sich denkt "Indipendent-Horror aus Irland? Von der Insel war The Hallow vor einigen Jahren schon richtig klasse." und kommt raus nach einem Erlebnis, das einen emotional irgendwo zwischen The Witch und The Babadook entlässt und einem zugleich dieses wunderbar unangenehme Gefühl gibt, das nur echter Horror liefern kann.

Die Mutter-Sohn-Geschichte startet dabei ganz harmlos mit einem Umzug nach einer schmerzhaften Trennung vom Vater des Jungen, sodass fortan Mutter Sarah und Sohn Christopher auf sich allein gestellt sind. Im Weiteren spielt der Film insbesondere mit Motiven wie Vertrauen und Vertrautheit, Entfremdung und Nähe sowie Wahn und generell der Idee psychischer Schäden. Dabei wird jedoch selten konkretisiert, im Regelfall bleibt dem Zuschauer die Ausdeutung des Gesehenen überlassen und die Deutungsansätze gehen recht eindeutig in gewisse Regionen.

Trailer zu The Hole in the Ground

Ähnlich wie andere starke Genrevertreter der vergangenen Jahre konzentriert sich Regisseur und Drehbuchautor Lee Cronin insbesondere auf den emotionalen Zustand seiner Figuren und das Drama, welches dann den eigentlichen Horror liefert. Sarah ONeill, brilliant verkörpert von Seána Kerslake, ist Uniabbrecherin, die frühere Ambitionen ihrem Sohn Christopher, verkörpert vom starken Newcomer James Quinn Markey, untergeordnet hat und nun vor allem Mutter ist. Dabei hat sie mit Angststörungen zu kämpfen, muss sich an die neue Situation gewöhnen, ihr Haus renovieren und sich um ihren Sohn kümmern, der selbst sichtlich Probleme hat dort anzukommen.

All das sorgt für konstante Reibungspunkte zwischen den Charakteren, an denen sich Cronin gekonnt abarbeitet und die er mit dem folkloristischen Motiv des Wechselbalgs vermischt, um auf übernatürliche Weise gänzlich weltliche Probleme greif- und erfahrbar zu machen. Musikalisch stark untermalt von Stephen McKeon schafft zudem der Mix aus Score und Soundkulisse durchgehend ein Gefühl von Bedrohlichkeit und Unwohlsein, ohne dabei zu aufdringlich zu wirken. Das Gesamtpaket stimmt hier einfach und völlig ohne moderne Krankheiten wie den im Mainstream allgegenwärtigen Jump-Scare passiert hier extrem viel vom Horror im Kopf. Nicht jedoch, ohne dann und wann kurze, extreme Bilder einzustreuen, die aber für sich genommen immer wieder in der Luft der zweifelhaften Glaubwürdigkeit unserer Protagonistin hängen.

Was ist real, was entspringt dem Geist, wo hört die Unregelmäßigkeit auf und wo fängt der Wahn an? Und über all dem schwebt die stete Frage danach, was wirklich der Grund für die Trennung und den Umzug war. Und dann haben wir uns die sonderbare Senkgrube im Wald hinter dem Haus noch garnicht genauer angesehen...

Fazit:

The Hole in the Ground liefert viel Stoff zum Nachdenken und ein überzeugendes, dicht gestriktes Netz aus Drama, Psychothriller und übernatürlichem Horror. Dabei bleibt er durchgehend nah an seinen Figuren und überzeugt mit der Kunst, die Gänsehaut im Kopf entstehen zu lassen bevor er sie mit Bildern untermalt. Fies, intensiv und bis zum Schluss packend umgesetzt ist der Film Indi-Horror von der absolut sehenswerten Sorte und grade Fans solcher "Slow-Burns" zu empfehlen, die sich auf Grusel jenseits der Mainstream-Schocker einlassen wollen. Alle anderen dürften eventuell von der langsamen und charakterzentrierten Erzählweise abgeschreckt werden und sollten den Kinobesuch vielleicht nochmal überdenken.

Bei mir funktionierte er jedoch hervorragend und entsprechend gibt es sehr starke

9/10 Punkte bzw 4,5/5 Hüte

sowie die klare Empfehlung an alle Genrefans da draußen.

The Hole in the Ground Bewertung
Bewertung des Films
910
Galerie Galerie Galerie Galerie Galerie Galerie
DVD & Blu-ray
AmazonAmazonAmazonAmazonAmazon

Weitere spannende Kritiken

Tage wie diese Kritik

Let it snow vs. The Last Summer: Battle of Kitsch

Poster Bild
Kritik vom 18.11.2019 von Duck-Anch-Amun - 0 Kommentare
Zuerst einmal unverständlich, weshalb man im Deutschen den Titel "Let it snow" auf "Tage wie diese" übersetzte, wird wohl auch der Fall beim Roman sein. Denn eins ist klar, in Deutschland verbindet man mit diesem Titel andere Dinge als mit einer kitschig-schönen Weihnachtskomödie...
Kritik lesen »

The Irishman Kritik

"I heard you paint houses" - The Irishman

Poster Bild
Kritik vom 17.11.2019 von ZSSnake - 17 Kommentare
Martin Scorsese, Robert De Niro, Al Pacino, Joe Pesci, Harvey Keitel - Jeder für sich ein unglaublich großer Name des Kinos, sie sind große Talente und Legenden des modernen Hollywood. Jeder für sich eine Garantie für herausragende Leistungen im eigenen Fach. Aber alle unt...
Kritik lesen »
Mehr Kritiken
Horizont erweitern

Was denkst du?