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The Mechanic

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The Mechanic Kritik

The Mechanic Kritik

The Mechanic Kritik
0 Kommentare - 27.02.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "The Mechanic" ist.

Bewertung: 3 / 5

Arthur Bishop (Jason Statham) ist ein knallharter Auftragsmörder. Nicht viele in seinem Business nennt er Freunde oder gute Bekanntschaften. Einer von ihnen ist sein Mentor Harry (Donald Sutherland). Doch eines Tages erhält er von dem Geschäftsmann Dan Sanderson (Tony Goldwyn) den Auftrag, genau diesen zu töten. Nachdem er seinen Auftrag erledigt hat, trifft er bei Harry Beerdigung dessen Sohn Steve (Ben Foster). Dieser sinnt auf Rasse und will nun zum Assassinen geschult werden, um seinen Vater zu rächen. Arthur willigt zögernd ein, wohl wissend, daß das keine gute Idee ist.

Sind wir Voyeure? Ich frage mich das, wenn ich einen Actionfilm sehe, einen Erotikthriller oder einfach Menschen bei ihren schönsten oder schlimmsten Momenten betrachte. The Mechanic wirft diese Frage, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, auch auf. Es ist ein Film, der wenig Inhalt, auf ebenso wenige Mitnuten quetscht. Klar, es ist natürlich mühselig von einem Actionfilm zu verlangen, daß er doch Anspruch haben sollte. Gleichwohl gibt es diese Beispiele ja in Werken wie Heat (1995) oder John Wick (2014) auf eine ganz andere Art und Weise schon. Doch Simon Wests Remake passt so gar nicht in die Kategorie derer Filme, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Denn dafür ist das gesamte Treiben einer Unterwelt-Kaste von irgendwelchen Auftragsmördern nicht gerade sonderlich originell. Natürlich ist auch das ein falscher Anspruch, den man vielleicht auch nie hegen sollte. Doch was dieses Star-Vehikel um Jason Statham vor allem auszeichnet, ist seine Beliebigkeit. Wenn nicht als Actionfilm, dann aber als Film im Allgemeinen und so ist das Werk an sich vielleicht nicht unbedingt wenig unterhaltsam, aber in jedem Fall wäre da deutlich mehr drin gewesen. Die Geschichte fokussiert sich nämlich vor allem darauf, einen Mann auszubilden. Die Spannung solcher Ausbilder-Filme drängt aber die Frage auf, ob es nicht eigentlich um das Leben eines Auftragsmörders gehen sollte. Falsche Konzeption, schon zu Beginn.

Wenngleich The Mechanic also nicht sonderlich aufschlussreich in jedweder Hinsicht ist, so spielt seine Hauptfigur Arthur Bishop aber schon ein perfides Spiel. Denn er bildet einen Sohn aus, der sich für den Tod seines Vaters rächen möchte. Nun weiß dieser Sohn natürlich nicht, daß es Bishop selbst war, der seinen Vater ermordete. Und so ist da von Beginn an eigentlich eine recht spannende Idee im Raum. Natürlich wird der Film dann auch nicht sonderlich überraschend. Es dürfte wohl jedem klar sein, daß Sohn Steve irgendwann dahinter kommen wird, was eigentlich Sache ist. Damit zeichnet Regisseur Simon West aber ein abgrundtief böses Werk. Nicht im Sinne ketzerischer Kunst oder derlei Dingen, sondern weil er die A-Moral einer Figur in den Mittelpunkt rückt. Eigentlich eher ein New Hollywood-Thema, nur ohne den offenkundigen und beabsichtigten politischen Subtext. The Mechanic erinnert nicht nur im Kern an einen Charles Bronson-Film, es ist im Prinzip auch einer. Es handelt sich um ein quasi Remake. Und wie auch im Œuvre von Bronson, stellt auch Simon Wests Werk einen wortkargen, überaus fähigen Kämpfer in den Vordergrund. Dabei bedient der Film natürlich die Honigbaumträume jedes Vierzehnjährigen, indem auch recht ansehnliche Damen hier und da mal durchs Bild hüpfen und den Film na ja, gekonnt ergänzen möchte man sagen. So richtig viel kann man wohl in den wenigsten Momenten erwarten.

Aber in seinem Kernsegment, als Actionfilm liefert The Mechanic dann schon ab. Es ist ein recht brutaler Film, der in jedweder Hinsicht kompromisslos daherkommt. Dennoch wäre auch da mehr drin gewesen. Wenn man nämlich eine Art Agentenfilm inszeniert, wie dieser hier einer sein soll, dann würde man erwarten, daß das Töten durchaus kreativer vonstattengeht. Und in den ersten Minuten hat das auch den Anschein. Wenn Bishop zu Beginn einen Auftragsmord in einem Pool durchführt, dann hat das schon etwas Kreatives und unterhaltsames. Sofern denn so etwas für einen unterhaltsam sein sollte. Aber ja, dieses Niveau kann der Film in keinster Weise halten oder dem dauerhaft gerecht werden. Zwar gibt es hier und da noch einige interessante Momente, aber die sind dann auch schnell wieder vergessen. Und generell kann man auch sagen, daß der Film im Gegensatz zu einem Con Air (1997) das Problem hat, daß man ihn wirklich schnell wieder vergessen hat. Das liegt vielleicht zum einen daran, daß die Geschichte wirklich etwas mäh ist. Und das andere Problem liegt hier eindeutig in der Zeichnung der Figuren. Schöne Bilder kann West ja schon zeichnen, aber es fehlt dem Film generell ein wenig an Relevanz. Nicht, daß man für die Paar-Minuten, die das andauert, nicht unterhalten würde. Das ist schon richtig. Auf der anderen Seite, na ja, wie gesagt, belanglos.

Am ehesten funktioniert The Mechanic also als eine Art Reminiszenz, an eben jene a-moralischen Werke vergangener Tage. Das war auch schon im Jahr 2011 zwar nicht besonders, heute ist es das aber noch viel weniger. Immerhin funktionierten Filme wie The Expendables (2010), oder The Arist (2011) auch schon so. Interessante Parallelen finden sich auch in der Wahl der Opfer von Bishop. Diese sind nämlich ausnahmslos Teil von marginalisierten Gruppen. Behinderte, Schwule, Schwarze oder Latinos werden nach und nach umgebracht. Eigentlich ist der politische Skandal schon vorprogrammiert, aber Bishop lässt es alles so wirken, als sei es eben einfach nur ein Zufall. Auf dieser Ebene ist The Mechanic also fast schon genial abartig. Und abartig ist der Film schon. Ist aber auch generell so etwas, was Statham in den letzten Jahren vermehrt in seinen Filmen zum Ausdruck bringt. Da ist es auch nicht verwunderlich, daß man sich hier am Zynismus der 1970er Jahre bedient.

Recht eindruckslos versucht The Mechanic Eindruck zu schinden. Mal ehrlich, daß ist ganz nett und unterhält auch ob des Härtegrades. Je tiefer man dann bohrt, desto schlimmer wird es aber. Ein Film, der nicht in seine Zeit passte und auch keine großen Wellen nach sich schlug. Und das hat seinen Grund.

The Mechanic Bewertung
Bewertung des Films
610

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