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The People vs. George Lucas

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Hat Star Wars George Lucas zerstört?

The People vs. George Lucas Kritik

The People vs. George Lucas Kritik
9 Kommentare - 01.02.2019 von MB80
In dieser Userkritik verrät euch MB80, wie gut "The People vs. George Lucas" ist.

Bewertung: 3.5 / 5

Entgegen dem Titel “The People vs. George Lucas" handelt es sich bei dieser Dokumentation weder um ein weiteres George Lucas Bashing, noch wird hier streng über den Allvater von Star Wars gerichtet. Es handelt sich vielmehr um eine sehr interessante Darstellung verschiedener Meinungen zu Lucas Erbe und seinem Tun, intelligent von Regisseur Alexandre O. Philippe zusammengeschnitten, sodass sich aus unzähligen Interviews eine Debatte entwickelt. Der Film ist von 2011, also vor der Übernahme durch Disney, und ich wünsche mir jetzt eigentlich schon eine Fortsetzung nach Abschluss der neuen Trilogie, denn Anlass genug gibt es wohl.

Wie ich bereits in einem Kommentar erwähnt habe ist dies ein sehr interessanter deep dive in das dysfunktionale Verhältnis vieler Star Wars Fans zu George Lucas. In offensichtlicher Referenz zu den Filmen ist der Film in Episoden eingeteilt, und beschäftigt sich zunächst mit dem was wir heute als Episode IV-VI kennen: die original Trilogie. Dass Star Wars Fans von dieser tief beeinflusst wurden muss ich glaube ich nicht näher erläutern (und dieser Teil des Filmes ist auch der offensichtlichste), aber der Film geht hier auf einen interessanten Punkt ein: die Erstellung von „Fan Fiction“. Eigene Versionen von Star Wars selber zu filmen oder zu schneiden, mit dem was man so liebt zu experimentieren und zu spielen, gehörte schon immer zu den Hobbies einiger Fans, und dieses Detail sollte man im Hinterkopf behalten wenn es in den zweiten Teil der Dokumentation geht.

Denn hier geht es im den ersten Konfliktpunkt: Die sogenannte „Special Edition“, oder, und dass ist der Knackpunkt, dass was Lucas aus der originalen Trilogie gemacht hat. Das Lucas juristisch das Recht dazu hat, steht (Stand: 2011) außer Frage, und auch andere Künstler haben bereits ihre Kunst nachträglich verändert. Aber die Fans stellen in den Interviews eine interessante Frage auf: welchen Zweck hat es, etwas zu verändern, was einen so tiefen Einfluss auf viele Menschen hatte, und was viele Fans in ihr Herz geschlossen haben? Schwingt da nicht eine gewisse Egomanie, oder sogar Verachtung mit, wenn man daher geht und sagt „Wisst ihr was? Was ihr so toll findet, war nie meine Vision, und war unvollkommen. Ich alleine darf, und werde, es jetzt korrigieren.“ Dies wird natürlich dadurch kompliziert, dass viele der Änderungen, wenn auch kleine Details, dem eigentlichen Handlungsfluss und der Stimmung der ursprünglichen Filme eher abträglich sind. Die sinnlose „Korrektur“ der Szene, in der Han bekanntlich zuerst schoss, darf bei der Debatte natürlich nicht fehlen. Viel schlimmer ist für mich allerdings die Szene, in der Lucas in Episode VI eine quietschbunte Band in Jabbas Höhle einbaute, die den finsteren Ton, ein passender Übergang von Empire, komplett zerstörte. Aber als wirklich problematisch für viele Fans stellt sich heraus, dass bei der Digitalisierung angeblich die Originalversion verloren ging, und Lucas Studios auf Nachfrage hin offenbart haben, dass sie kein Absicht haben, diese nochmals zu veröffentlichen. Und an dieser Stelle fragen dann viele direkt: hat der Erfolg von Star Wars Lucas ruiniert, und sein künstlerisches Verständnis seiner eigenen Filme irgendwie abhandenkommen lassen?

Und so kommt der Film dann auch zu dem anderen kritischen Punkt, der einen Keil zwischen Lucas und diverse Fans getrieben hat: die oft bedauerten Prequels. Unvermeidlich kommt es an dieser Stelle natürlich zu einem exzessiven JarJar Binks und Mediclorianer Trashing, aber der Film bleibt angenehm unparteiisch (soweit das geht). So offenbart sich etwa in Befragungen von Kindern der Fans, dass diese JarJar sogar für das halten, was Lucas mit ihm vorhatte: „He is a funnier character than we ever had before.“ Und hier stellt der Film dann auch die sinnvolle Frage, ob man Star Wars „damals“ einfach auch anders wahrgenommen hat, weil man jünger war. Ist Star Wars vor allem Nostalgie?
Ich persönlich denke nicht, ich denke die original Trilogie, zumindest bis zu den Ewoks, war eine wunderbare und auch gut konstruierte Mischung aus Science Fiction und Abenteuer B-Movie Impressionen, die Lucas wiederum in seiner Kindheit genoss. Und an dieser Stelle fehlte mir auch etwas an der Dokumentation: Sie stellt die Meinung und Erwartungen, die die Fans an die Prequels hatten, in den Vordergrund, ohne einmal von filmkritischer Seite an die Prequels heranzugehen und die Unterschiede zu der alten Trilogie herauszukristallisieren (wer hier einmal sehr tief einsteigen will, dem empfehle ich natürlich die beliebten Mr. Plinkett Reviews). Dass hier die Erwartungen der Fans so im Vordergrund stehen finde ich natürlich gerade wegen der aktuellen Debatte um die neuen Filme problematisch, da auch hier ein gewisses „self entitlement“ schon mitschwingt.

Dafür wird der Film an anderer Stelle erfrischend konfrontativ. Es ist nur eine kurze Szene, aber in dieser „verflucht“ eine Frau Lucas dafür, dass sowohl ihr Mann als auch ihr Sohn ihr ganzes Geld (angeblich…) für Star Wars ausgeben. Hier deutet sich wieder an, dass der Film doch auch eine kritische Sicht auf dieses ganze „Fandom“ hat. Aber gerade deshalb, und weil der Film halt “The People vs. George Lucas" heißt, fehlt leider auch die Konfrontation mit George Lucas selbst zu den angesprochenen Themen. Alexandre O. Philippe hat, zumindest wenn man dem sehr empfehlenswerten Interview bei „Half in the Bag“ glauben mag, versucht mit Lucas in Kontakt zu treten, und ihm zumindest einen privaten Schnitt zu zeigen, aber leider ohne Erfolg. Und so fehlt dem Film dann doch ein wichtiges Puzzlestück, aber es gibt genug worüber man nachdenken kann.

Und sowieso, würde bei mir jemand anklopfen und fragen, ob ich ein Interview zur Dokumentation „The People vs. Hast du wirklich meinen echten Namen hier erwartet? ;-) " geben würde… Ich wäre wohl auch wenig motiviert.

Der Film gibt diverse Einsichten und bleibt über 92 Minuten interessant, und ich würde ihn auch an Filmfreunde empfehlen, die Star Wars nicht besonders nahe stehen. Es ist ein interessanter und sehr aufschlussreicher Einblick in ein sehr spezielles "Fandom".

Also wer die Möglichkeit hat, sollte definitiv einen Blick riskieren.

The People vs. George Lucas Bewertung
Bewertung des Films
710
DVD & Blu-ray
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9 Kommentare
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MB80 : : Cheddar Goblin
03.02.2019 15:38 Uhr | Editiert am 03.02.2019 - 18:24 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 948 | Reviews: 20 | Hüte: 64

Silencio:

"Also vor allem letzteren. "

Ja bei Graffiti war ich mir auch sicher, bei THX nicht so sehr...

luhp92:

"Das stimmt so jetzt nicht."

Naja... Also erst mal sind Star Wars und Indiana Jones vor allem Destillate von B-Movies aus Lucas Jugend. Und ich halte Lucas weiterhin für einen guten Produzenten und Ideengeber, meine Kritik an seiner Kreativität richtet sich zentral gegen ihn als Filmemacher. Und sowohl bei Willow und Indy saß da jemand anderes in der Regie... Bei Empire, dem Film bei dem ich jetzt einfach mal behaupte, dass er nach generellem Konsens der beste SW Film ist, ist er weder für Drehbuch noch für die Regie gelistet.

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
03.02.2019 14:24 Uhr | Editiert am 03.02.2019 - 14:24 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 11.675 | Reviews: 166 | Hüte: 382

@MB80
"Und nach Star Wars kam ja kreativ eigentlich nix mehr"

Das stimmt so jetzt nicht. George Lucas schrieb abseits von "Star Wars" noch die großartigen Storys für die "Indiana Jones"-Reihe und für "Willow"

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Silencio : : Moviejones-Fan
03.02.2019 12:57 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.534 | Reviews: 46 | Hüte: 146

@MB80:

Ne, „THX 1138“ wollte er machen. „American Graffiti“ hat er dann vom Coppola organisiert gekriegt, wegen dem Flop des ersten Films.

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

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MB80 : : Cheddar Goblin
02.02.2019 23:12 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 948 | Reviews: 20 | Hüte: 64

Silencio:

“Es gibt sogar Interviews, in denen er sich durch und durch abwertend über die erwachsenen Fans geäußert hat. Auf die Frage, was er dazu sage, dass er zur Infantilisierung der Kinolandschaft und der Gesellschaft einen großen Beitrag geleistet zu haben, antwortete er mal ganz schnippisch, er habe Filme für Kinder machen wollen - er könne ja nichts dafür, dass der durchschnittliche Erwachsene nur Popcorn mampfen und nicht denken wolle.“

Wobei ich ihm das irgendwie auch nicht ganz abnehme. Soweit ich weiß hat er ja THX 1138 und American Graffity auch gemacht um die Mittel für sein Baby zu bekommen. Also vor allem letzteren. Und nach Star Wars kam ja kreativ eigentlich nix mehr... Es ist schräg, fast so als wolle er für den Film, für den ihn alle respektieren, nicht respektiert werden, aber danach hat er sich künstlerisch auch nicht weiter ausgetobt. Spielt auch so in deinen letzten Punkt rein, wo denn dann sein echtes Talent liegt.

Aber auch wenn es jetzt etwas „Aluminiumhut-mäßig“ wird... wenn er seine Fans echt insgeheim verachtet, dann ist der move mit den Änderungen an der OT natürlich brillant. Fans und Ex anpissen, Mua ani-laugh

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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Silencio : : Moviejones-Fan
02.02.2019 14:04 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.534 | Reviews: 46 | Hüte: 146

Kayin:

Die Rechtesituation ist bei SW ein relativ undurchsichtiges Thema. Im Grunde konnte Lucas mit den Vertriebsrechten für alle Filme außer "Eine neue Hoffnung" verfahren wie er wollte, bzw. da ist vor "Imperium" wohl neu verhandelt worden. Für den ersten Film liegen die Rechte (welche genau? Keine Ahnung, ich kenn die Verträge ja nicht, kann nur einen educated guess ablassen) aber noch bei Fox (wer sich wundert, warum Netflix letztes Jahr alle SW-Filme außer diesem hatte: deswegen), ohne deren Mitspracherecht hätte Lucas den Film in keiner neuen Fassung veröffentlichen können. Die sehen aber natürlich die Dollarzeichen, wenn die "NEUE FASSUNG!" hören, da war damals für die Kinoauswertung ein riesiger Hype und für jedes neue Heimmedium (also DVD und BluRay) gab es ja auch nochmal ordentlich Moneten und deswegen haben die natürlich fein kooperiert - was bald natürlich nicht mehr nötig sein wird.

Das geistige Eigentum (vereinfacht ausgedrückt) selbst liegt aber noch bei LucasFilms, da konnte er wohl verfahren, wie er wollte. Und solange du diese Position inne hast, kannst du machen, was du willst.

Um das nochmal bei Snyder reinzufädeln: das ist immer schwer zu sagen, wie das im Einzelfall liegen wird. Das liegt zum einen daran, dass "Star Wars" natürlich noch aus einer anderen Zeit stammt, in der man den Filmemacher noch ein bisschen mehr respektiert hat (was da aber schon im Kippen war), zum anderen daran, dass die Idee (übrigens Kompromiss: vielleicht kein guter Filmemacher, aber ein großer Ideenmensch) eben von Lucas stammt. Und die große Portion Glück darf man auch nicht vergessen, weil das Studio ja mit dem Erfolg gar nicht gerechnet hat. Das liegt bei der Justice League anders, weil die ja gar nicht auf Snyders Ideen beruht und die Studios in der Zwischenzeit dank SW wissen, wie wichtig es ist, sich alle möglichen Rechte so eisenhart zu sichern, wie nur irgendwie möglich. Ein Franchise wie "Star Wars" werden wir wohl so schnell nicht mehr sehen - verdammt, selbst "Star Wars" ist ja kein Franchise wie "Star Wars" mehr.

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

MJ-Pat
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Kayin : : Hollywoodstar
02.02.2019 13:12 Uhr
0
Dabei seit: 11.10.15 | Posts: 1.947 | Reviews: 2 | Hüte: 186

@Silencio

Das Lucas juristisch das Recht dazu hat, steht (Stand: 2011) außer Frage, und auch andere Künstler haben bereits ihre Kunst nachträglich verändert.

Hmmm....! Und da sind wir wieder beim Thema des anderen Threads (Snyder). Einerseits kann GL die OT verändern, wie er will und sogar den original Schnitt "wegsperren", obwohl er damals doch auf alles verzichtet hat, rund um die OT(Merchandising natürlich ausgeschlossen, ist ja weltbekannt), anderseits darf Snyder in der Öffentlichkeit nicht mal "Justice league" in den Mund nehmen(natürlich überspitzt ausgedrückt). Hat GL die Rechte von Fox zurück gekauft? Sonst hätte er sie ja auch nicht an Disney verkaufen können, oder? Und wann? Und warum hat das Fox überhaupt gemacht, sie hätten wissen müssen, dass SW eine Cashcow war/ist.

Ich werde mir die Doku auf jeden Fall anschauen.

"I’ll do my best."

"Your best! Losers always whine about their best. Winners go home and fuck the prom queen."

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Silencio : : Moviejones-Fan
02.02.2019 10:31 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.534 | Reviews: 46 | Hüte: 146

MB80:

Ich könnte mir das schon ganz gut vorstellen, RenegadeCut hat auf YouTube eine ähnliche Serie zum DCEU gemacht (das Venn-Diagramm zwischen "REY IST EIN MÄDCHEN!" und "SUPERMAN WAR SCHON IMMER EIN KALTBLÜTIGER KILLER!" ist ein Kreis...), was ich davon kenne war auch ganz interessant - wenn es nicht gerade in Dan Olsons Videos besser gemacht war... Nur fehlt da eben der Konflikt und das Entitlement-Element.

Es gibt sogar Interviews, in denen er sich durch und durch abwertend über die erwachsenen Fans geäußert hat. Auf die Frage, was er dazu sage, dass er zur Infantilisierung der Kinolandschaft und der Gesellschaft einen großen Beitrag geleistet zu haben, antwortete er mal ganz schnippisch, er habe Filme für Kinder machen wollen - er könne ja nichts dafür, dass der durchschnittliche Erwachsene nur Popcorn mampfen und nicht denken wolle.

Soweit ich das verstanden habe, hat er an den OT-Filmen rumgewurschtelt, um damit Marcia den Geldhahn abzudrehen. Die hat einen verdammt guten Deal gemacht, als sie von einem anderen Projekt (ich weiß nicht mehr, welches das war...) rüber zu George gekommen ist, um die erste Schnittfassung grundlegend zu überarbeiten. Mit der Bearbeitung sind das aber nicht mehr die Filme, an denen sie mitverdient (untechnisch gesprochen), da hat George die Kohle dann für sich - und solange die Originalfassungen außer Verkehr sind, kann sie an denen nicht mehr verdienen. Machiavelli wäre wahrscheinlich stolz auf so einen Schachzug. Und das ist ein weiterer Beweis, wo Georges wirkliches Talent und sein wirklicher Einfallsreichtum liegen. Das mit der Vision, das ist dann nur Rechtfertigung.

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

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MB80 : : Cheddar Goblin
02.02.2019 09:46 Uhr
1
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 948 | Reviews: 20 | Hüte: 64

Silencio:

Schuldet er ihnen seinen künstlerischen Ausdruck, egal von welcher Qualität der ist, oder schuldet er ihnen auch einen guten Film? Oder schuldet er ihnen eigentlich gar nichts?

Das ist tatsächlich der interessanteste Punkt des Filmes, und auch der am besten herausgearbeitete. Angenehmerweise gibt er dem Zuschauer keine klare Antwort und überlässt das jedem für sich... Aber gerade bei dem Punkt würde ich mir eine Fortsetzung von Alexandre O. Philippe für die neuen Filme wirklich wünschen, da hier die Erwartungen bzw. Kanon-Bewusstsein der Fans ja ganz aggressiv mit der generell sehr positiven Kritikerantwort kollidieren.

Zu Lucas Position zu Star Wars, es gibt ja Interviews wo er zugegeben hat, dass er Star Wars nie verstanden hat, oder zumindest den Erfolg nicht, und dies immer den Fans überlassen hat.Diese Aussage wirft bei mir zumindest mehr Fragezeichen auf da man unter dem Aspekt noch weniger verstehen kann, warum er es nicht lassen konnte immer weiter an der alten Trilogie herumzudoktorn... Und da frage ich mich dann genau das, was du im letzten Satz geschrieben hast: gibt er hier einfach diese Hassliebe zurück? Indem er an dem, wofür ihn die Fans ursprünglich geliebt haben, einfach immer weiter rumfummelt? Und das mit so einem totalitären Anspruch, ich meine viele Regisseure bringen sogenannte „Directors Cut‘s“ heraus, aber der Originalschnitt bleibt immer weiter verfügbar. Warum hier nicht? Ist das hineinpressen von einem digitalen Hayden Christiansen in Episode VI einfach nur ein großes „fuck you“ für die Leute die die Prequels nicht akzeptieren? Das Thema ist tatsächlich komplexer als man denkt, und ich hoffe irgendwann erklärt sich Lucas mal du diesen Punkten.

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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Silencio : : Moviejones-Fan
02.02.2019 06:22 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.534 | Reviews: 46 | Hüte: 146

MB80:

"Dass hier die Erwartungen der Fans so im Vordergrund stehen finde ich natürlich gerade wegen der aktuellen Debatte um die neuen Filme problematisch, da auch hier ein gewisses „self entitlement“ schon mitschwingt."

Das klingt tatsächlich nach dem interessantesten Aspekt: Fankultur ist heute in vielen Bereichen ein toxischer Haufen, den man eigentlich gar nicht mehr mitbekommen möchte - zumindest geht es mir so. Dementsprechend klingt es schon sinnig, die Narrative in die Richtung auszuweiten, statt in die Besprechung der Prequels in qualitativer Hinsicht: das Problem bei entitlement ist ja nicht nur, dass die Fans ein enges Bild von dem haben, was sie sehen wollen, sondern auch die Frage, was Lucas ihnen genau schuldet. Schuldet er ihnen seinen künstlerischen Ausdruck, egal von welcher Qualität der ist, oder schuldet er ihnen auch einen guten Film? Oder schuldet er ihnen eigentlich gar nichts?

Das ist ja alles gerade im Fall von Lucas ein sehr kompliziertes Thema, weil wohl kaum jemand von seinen Fans dermaßen abhängig ist (bzw. war) wie George - der aber oft genug hat durchblicken lassen, dass er von der ganten SW-Sache vielleicht nicht so viel hält, bzw. eigentlich nie deswegen in Erinnerung bleiben wollte. Die Hassliebe, die das Fandom ihm gegenüber aufbringt, kriegt es ja von ihm im gleichen Maße zurück, wenn sich mir das richtig darstellt...

"I know writers who use subtext... and they are all cowards."

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