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They See You

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They See You Kritik

They See You Kritik

They See You Kritik
0 Kommentare - 15.06.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "They See You" ist.
They See You

Bewertung: 2 / 5

Mina (Dakota Fanning) ist Künstlerin und sucht nach Inspiration für ihr nächstes Werk. Diese findet sie in einem riesigen Urwald inmitten von Irland. Sie fährt tiefer in den Wald und findet keinen Weg heraus. Dennoch kann sie Unterschlupf in einem Haus finden, wo sie die Fremden Ciara (Georgina Campell), Madeline (Olwen Fouéré) und Daniel (Oliver Finnegan) kennenlernt. Diese behaupten sich alle verirrt zu haben und seit jeher von einer mysteriösen Gruppe von Kreaturen verfolgt zu werden.

Große Namen in Hollywood wecken mal mehr, mal weniger Freude darauf, was ihre Nachkommenschaft mal werden würde. Es liegt ihnen im Blut, oder es liegt dem Zuschauer im Magen. Klar planen auch große Künstler, bedeutende Filmschaffende eine Dynastie zu errichten, um so der Familie auch eine ordentliche Zukunft zu kreieren. Doch das müssen sie in der Regel selber schaffen. Ausnahmen sind natürlich Kirk und Michael Douglas, die beide auf ihre ganz eigene Art und Weise die größten Schauspieler ihrer Zeit waren. Nun würde in einem anderen Segment, nämlich der Regie, niemals jemand so etwas über den Regisseur M. Night Shyamalan sagen. Dessen Schaffen ist von Höhen und Tiefen geprägt, aber in jedweder Hinsicht einzigartig. Da könnte man natürlich dann auch anders argumentieren und sagen, daß seine Tochter Ishana Night Shyamalan mit ihrem Debüt leichteres Spiel hat. Immerhin sind die Erwartungen nicht ganz so hoch. Wie auch immer, die Frage ist nun, ob die junge Dame mit They See You einen guten Film abgeliefert hat, oder ob das wirklich zu dem gehört, was man nicht gerne ansieht. Eins kann man gleich zu Beginn sagen, They See You ist nicht so schlecht wie die schlechtesten Werke von Shyamalan. Doch das muss man leider sagen, ist auch ein Problem. Denn man kann ja über Guilty Pleasures streiten, allerdings haben Werke wie The Happening (2008) oder Old (2021) ihren Reiz. Etwas, was They See You weniger gelingt.

Das Problem hierbei ist, daß Shyamalan in ihrem Werk das tut, was viele Horrorregisseure gerne tun und weswegen so viele Horrorfilme in der Regel relativ belanglos oder gar nervig daherkommen. Shyamalan inszeniert nämlich mit einem unglaublich guten Gespür für Atmosphäre und Bildsprache. Das kann man auch so machen, wenn denn die Prämisse und der generelle Film, diese Tonalität herben würden und damit legitimierten. They See You ist aber keiner dieser Filme, die sich über ihre Laufzeit hinweg sorglos ansehen lassen. Es bleibt eine grundlegende Anspannung, seltsame Wesen beobachten Menschen in einem Wohnraum im Wald. Tatsächlich hat das schon von Beginn an eine künstlerische Ebene, die man dem Film nicht absprechen kann. Denn wie der Film sodann auch bestätigt und was die Trailer schon erahnen ließen, ist, daß Shyamalan einen satirischen Gehalt in jenem Konzept sieht. Menschen, die einem scheinbar banalem Alltag nachgehen. Sie essen zusammen, sie jagen, sie waschen, sie streiten und so weiter und so fort. Wenn man diese Banalitäten mal als solche begreift, dann kommt da nicht zufällig der ein oder andere Gedanke an eine Reality-Show. Und daß Shyamalan darauf anspielt, wird im weiteren Verlauf der Geschichte durch etwaige Fernsehsendungen überdeutlich. Insgesamt hat man auch das Gefühl, als habe sich die Künstlerin hier stark vom Werk ihres Vaters inspirieren lassen. Allen voran The Village – Das Dorf (2004) lässt hier grüßen und in der Tat erinnert der Film auch an das frühe Schaffen ihres Vaters. Indem wurden Konzepte noch sehr ernst, sehr melodramatisch in Szene gesetzt. Das ist hier zu Teilen auch so.

Das Problem bei all dem Drama ist aber, daß wenig davon wirklich zusammenhängt. Nach dem Film weiß man über die allermeisten dieser Figuren genauso viel, wie vor dem Film. Und das zieht das Werk in endlose Weiten, die aber nicht schön zu bestaunen sind. Obwohl Shyamalan die generelle Atmosphäre zwar gelingt, geht der Film nie über jene Prämisse hinaus und Wendungen innerhalb der Geschichte bleiben zum einen erahnbar und zum anderen belanglos. So etwa die Hauptfigur, die ein gewisses Trauma mit sich trägt und dann muss man sich als Zuschauer fragen, was abseits der offenkundigen Tatsache, daß man hier Rückblenden serviert bekommt, weiter mit dieser Figur sein soll? Sie wird nicht entwickelt, sondern verklärend erklärt und Shyamalan glaubt offenkundig, daß das Einstreuen einer „Origin“ die Figuren greifbarer macht. Wieder sind es vor allem Kindheitstraumata, die die Figuren begleiten. Nicht nur eigene Fehler definieren hier Figuren, sondern auch die, der anderen. Schlechte Väter, Verlust und so weiter und so fort. Die Frage aber bleibt, was das mit dem generellen Plot zu tun hat. Und dann wird man ernüchternd feststellen, daß das tatsächlich nur Content für vermeintliche Entwicklungen bleibt. Immerhin hat das keinen weiteren Effekt auf die Figuren, als nur als Twist zu fungieren. In dieser Hinsicht ist They See You leider nach einigen Minuten schon auserzählt. Und das ist schade, weil die Atmosphäre generell doch stimmt und weil auch die Bildsprache durchaus Potential hat.

Nur hilft das nichts, wenn das Drehbuch dermaßen banal auf einen Twist hinausläuft, den man als Zuschauer ohnehin beinahe nicht greifen kann. Ja, klar, irgendwo muss ein Twist her. Das ist zumindest gesetzt. Allerdings fehlt es zwischen den Zeilen dann auch an greifbarem, wodurch der Film sicherlich als gescheitertes Experiment angesehen werden kann.

Atmosphärisch dicht, inhaltlich nicht mehr ganz dümpelt They See You nach anfänglicher Spannung vor sich hin. Das kommt einem sehr vertraut vor und dennoch fehlt dem Werk auch ein bisschen Mut zur Absurdität, wodurch es im gesamten einfach wenig unterhaltsam daherkommt.

They See You Bewertung
Bewertung des Films
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