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Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Kritik Details Trailer Galerie News
Ein Mangel an Fingerspitzengefühl

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri Kritik

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri Kritik
6 Kommentare - 30.01.2018 von luhp92
In dieser Userkritik verrät euch luhp92, wie gut "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" ist.
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Bewertung: 2.5 / 5

Wer ein Drama über Vergewaltigung, Mord, Krebsleiden, Rassismus und Trauerbewältigung mit einer schwarz-vulgären Komödie verbinden möchte, benötigt ein feines Fingerspitzengefühl, über welches Martin McDonagh zumindest in "Three Billboards Outisde Ebbing, Missouri" nicht verfügt.

Trailer zu Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Leichte Spoiler.

Einerseits fehlt McDonagh das richtige Timing, weswegen die eigentlich intensiven Dramamomente immer wieder von den komödiantischen Einlagen untergraben werden. Als symptomatisch sehe ich diesbezüglich den Harrelson-Höhepunkt an, es schadet der Szene einfach, wenn man hier noch die vorherigen "Ficken, Fotze, Wichser, Scheiße"-Dialoge im Kopf hat und McDonagh danach zu einer lustigen Szene mit Sam Rockwell mit Musik im Ohr schneidet. Andererseits scheint der Witz in manchen Szenen oberste Priorität zu haben, koste es, was es wolle. Da wird dann zum Beispiel Peter Dinklage auf Kleinwüchsigenwitze reduziert und es darf der "coole" Redneck-Cop Rockwell einen Kerl aus dem ersten Stockwerk werfen, dessen Freundin verprügeln und später fast in einem Feuer verbrennen, weil das ja alles so lustig ist. Schlechter Geschmack und Misanthropie sind egal, der Witz zählt!

Ich möchte nicht leugnen, dass sich in "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" (meiner Meinung nach ein viel zu langer und sperriger Titel) mehrere Szenen mit zum Brüllen komischen Dialogen und Situationen finden lassen, aber in vielen Fällen habe ich mich doch gefragt, ob McDonagh das alles ernst meint. Selbstjustiz und Läuterung sind da zwei ganz große Themen! Selbstjustiz heißt McDonagh in dem Sinne gut, dass man sich als Bürger auf die ohnehin unfähige Polizei nicht verlassen kann und es sich stattdessen überlegen sollte, einem Vergewaltiger eigenständig den Schädel wegzublasen. Unter Läuterung versteht McDonagh, dass rassistische Rednecks aus Menschenliebe nicht nur Schwarze sondern letztendlich auch Weiße krankenhausreif prügeln.

Das Traurige daran ist die Tatsache, dass "Three Billboards" mit seiner eindrucksvollen Kameraarbeit, seinen schönen Bildern, seinem emotionalen Soundtrack sowie seinem überragenden Cast dennoch einige Qualitäten besitzt und man sich trotz seiner Schwächen vom Film unterhalten lassen kann. Wie oben beschrieben, tritt McDonaghs Talent als Drehbuchautor abundzu ebenfalls zutage, wenn es ihm mal gelingt, Drama und Komödie seperat zu betrachten. Es ist also nicht alles schlecht, auch wenn sich dieses Review nun sehr ernüchternd und enttäuschend liest.

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri Bewertung
Bewertung des Films
510
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6 Kommentare
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luhp92 : : BOTman Begins
15.11.2018 18:21 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.582 | Reviews: 146 | Hüte: 337

Ja, ich habe den Film mit Bekannten, die ihn gut oder schlecht finden, im Bezug auf die von dir genannten Punkte schon rauf und runter diskutiert^^

Die schauspielerischen Leistungen sind aber echt herausragend und die Oscar-Auszeichnungen da mehr als verdient.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
15.11.2018 12:36 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.241 | Reviews: 32 | Hüte: 193

Hmm, mal ganz kurz, was ich alles gut und besser als du finde:

- Dramaturgie

- Charakterisierung (zB finde ich nicht, dass Rockwells Charakter als cool dargestellt wird, er ist glaubwürdig und seine Entwicklung komplett nachvollziehbar)

- Der abrupte Stimmungswechsel zwischen Kalauern und Ernstem

- Das offene und moralische Ende

Ganz ehrlich, ich finde Three Billboards usw. mit gehörigem Abstand den besten Film des letzten Jahres mit zT überragenden Schauspielleistungen und einer gehörigen Portion Humanität!

Aber wie du schon sagtest, alles Geschmackssache

Dünyayi Kurtaran Adam
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luhp92 : : BOTman Begins
15.11.2018 00:22 Uhr | Editiert am 15.11.2018 - 00:23 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.582 | Reviews: 146 | Hüte: 337

@MobyDick

Zum MGM-Oz habe ich bisher nichts geschrieben.

Nun, "Three Billboards" ist ja ein Film, der die Zuschauerschaft enorm spaltet, von 0-10/10 findet man hier alle möglichen Bewertungen. Ich gehöre da eher zu der Fraktion, dem der Film nicht so gut gefallen hat.
Was genau (wahrscheinlich Einiges^^) sieht du hier denn anders?

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
14.11.2018 17:54 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.241 | Reviews: 32 | Hüte: 193

Gerade bei der Suche nach deiner Kritik zum ursprünglichen Oz-Film drüber gestolpert und sehr verwundert über deine Kritik. Sie ist durchdacht und in sich schlüssig, aber es wirkt fast so als hätten wir zwei komplett unterschiedliche Filme gesehen. Egal wie ich es drehe und wende, möglicherweise warst du an dem Tag nicht in der Stimmung oder er sagt dir tatsächlich überhaupt nicht zu?

Möglicherweise solltest du dem Film in ein paar Jahren mal eine neue Chance einräumen wink

Dünyayi Kurtaran Adam
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luhp92 : : BOTman Begins
30.01.2018 11:05 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.582 | Reviews: 146 | Hüte: 337

Als klassische Oscar-Filme sehe ich, unabhängig von der Qualität, eher "The Post" und "Darkest Hour" an.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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TiiN : : Pirat
30.01.2018 09:14 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 3.984 | Reviews: 94 | Hüte: 147

Interessante Sichtweise und ein Kontrast zu den bisherigen Meinungen.

Von der Szenerie wirkten die Trailer auf mich wie ein klassischer Oscarfilm - amerikanische Kleinstadt, bla bla. Dazu wird offenbar mächtig wild mit Worten um sich geworfen.

Ich werde mir den Film auch noch anschauen, wobei ich mir nicht so viel davon erwarte. Aber bei den Kritikern und Preisverleihungen kommt er bislang sehr gut an.

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