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Ready Player One

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Kein Oscar fürs Streaming

Steven Spielberg vs. Netflix und sein größter "E.T."-Fehler

Steven Spielberg vs. Netflix und sein größter "E.T."-Fehler
9 Kommentare - Fr, 23.03.2018 von N. Sälzle
Steven Spielberg ist einer der größten Regisseure unserer Zeit. Was nicht heißt, dass er nicht auch mal einen Fehler macht - oder sich mit einer Aussage auf dünnes Eis begibt.
Steven Spielberg vs. Netflix und sein größter "E.T."-Fehler

Wenn jemand wie Steven Spielberg seine Meinung kundtut, dann hört man besonders gut hin. Wer auf eine so lange und erfolgreiche Karriere zurückblickt, hat schließlich auch etwas zu sagen. Und das ist es wert, gleich zweimal darüber nachzudenken.

Mit einer aktuellen Aussage hat sich Mr. Spielberg allerdings bei einigen kräftig in die Nesseln gesetzt, allen voran denen, die große Stücke auf Streaming-Dienste wie Netflix und deren Eigenproduktionen halten. Wie das? In einem Interview (siehe unten) erklärt Spielberg, dass Filme von Streaming-Plattformen zwar einen Emmy verdient hätten, aber keinen Oscar. Da schnappt manch einer erbost auf, wir können es förmlich hören.

Doch Spielberg begründet seine Aussage ausführlich. Seiner Meinung nach sollten Filme von Netflix und Co. als TV-Filme eingestuft werden. Damit spricht er das Thema an, dass ein Film, der sich für die Academy Awards qualifizieren möchte, mindestens eine Woche in einem Kino in Los Angeles laufen muss. Das ist die vorgegebene Regel, Netflix hat sich so zum Beispiel zu zwei Oscarnominierungen für Mudbound "geschummelt".

Weniger und weniger Filmemacher werden darum kämpfen, Geld für ihre Filme aufzutreiben oder diese beim Sundance Film Festival oder bei einem der speziellen Labels unterzubringen, um sie im Kino zeigen zu können, prophezeit Spielberg. Immer mehr verlassen sich hingegen darauf, dass Streaming-Plattformen finanziell für ihre Filme aufkommen und ihnen vielleicht sogar einen kurzen, einwöchigen Kino-Run versprechen, der sie für die Awards qualifizieren würde. Doch sobald man sich auf ein TV-Format einlasse, habe man einen Fernsehfilm, so Spielberg.

Damit mag er zum einen Recht haben, zum anderen hat er sich aber schon einige virtuelle Prügel eingehandelt und musste sich in die Schublade der altbackenen Filmemacher stecken lassen, die zu sehr am traditionellen Kino hängen und nicht offen für Neues sind.

Keine digitalen Eingriffe mehr!

Spielberg geht aber nicht nur mit anderen hart ins Gericht, sondern auch mit sich selbst. Als E.T. - Der Außerirdische ein weiteres Mal in die Kinos kam, habe er einige Szenen digital nachbearbeitet. Statt als reale Puppe sehe man E.T. in fünf Einstellungen nun als digitale Puppe. Außerdem habe er dem FBI statt Waffen Walkie-Talkies in die Hand gedrückt. Er habe sich da an Star Wars: Episode IV - Eine neue Hoffnung und George Lucas mit seinen digitalen "Nachbesserungen" orientiert, und weil die Marketingabteilung von Universal Pictures dachte, man bräuchte etwas, um die Zuschauer erneut in den Film zu locken, habe er ihm in einigen Belangen auf die Sprünge geholfen.

Die sozialen Netzwerke seien damals noch nicht so ausgereift gewesen wie heute, doch das was sich im Internet bereits getan hat, habe sich in einer Welle der Kritik geäußert, erzählt Spielberg. Viele hätten ihn gefragt, wie er den Lieblingsfilm ihrer Kindheit so ruinieren konnte, und dabei unter anderem auch die Szene mit den Walkie-Talkies genannt. Er habe seine Lektion daraus gelernt, dies sei das letzte Mal gewesen, dass an der Vergangenheit herumgespielt hat. Was fertig ist, ist fertig und bleibt es auch. Deshalb verspricht Spielberg, sich nie wieder einem Film zuzuwenden, den er gedreht oder über den er mitbestimmt hat, um diesen aufzupolieren oder abzuändern.

Bereits 2011 erwähnte er an anderer Stelle, von sich selbst enttäuscht gewesen zu sein, dass er E.T. - Der Außerirdische nachträglich verändert hat. Eine Weile sei es gut gegangen, aber irgendwann habe er festgestellt, was er damit tatsächlich angerichtet hat - den Leuten ihre geliebten Erinnerungen geraubt. Das bedauert Spielberg zutiefst. Aber solange er es wirklich nicht wiederholt, können wir es ihm doch verzeihen, oder?

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Quelle: Slashfilm
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9 Kommentare
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luhp92 : : BOTman Begins
25.03.2018 00:16 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 9.937 | Reviews: 127 | Hüte: 311

Passend zum Thema:
In Cannes werden Netfix-Filme dieses Jahr von der Competition ausgeschlossen.

https://www.hollywoodreporter.com/news/cannes-artistic-director-banning-netflix-competition-why-he-allowed-streaming-movies-last-year-1096800

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Silencio : : Moviejones-Fan
24.03.2018 14:21 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 611 | Reviews: 39 | Hüte: 52

@luhp:

Also: dass das keine klassischen Kinofilme sind, weiß ich doch. Dass der Unterschied zwischen Kino und TV immer kleiner wird, weiß ich auch - habe ich sogar geschrieben (Ernsthaft: guck "True Detective" - das ist ein acht Stunden langer Kinofilm). Fernsehen auf Kinoniveau ist aber noch eher die Ausnahme statt der Regel. Was ICH davon halte, steht aber auch weniger zur Debatte, es geht darum, dass Spielberg den Terminus abwertend benutzt. Der Industrie geht gerade wegen Netflix (und anderen Streamingdiensten) extrem die Muffe, deswegen versucht man, sich dem Streaming gegenüber zu legitimieren. Ich mein, Spiebergs Aussagen stehen ja nicht im luftleeren Raum: "TV Movie" ist ein abwertender Begriff (Bsp.: Brad Pitt benutzt den Begriff in "Sieben" gegenüber Kevin Spacey GENAU so), der seine Bedeutung ja trotz dem "golden age of television" nicht verloren hat.

Netflix erklärtes Ziel ist es doch, dem Kino auf lange Sicht den Rang abzulaufen, was ja nur geht, wenn man auf dem gleichen Niveau produziert. Spielberg als Nutznießer des alten Systems steht dem natürlich abwehrend gegenüber...

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luhp92 : : BOTman Begins
24.03.2018 14:09 Uhr | Editiert am 24.03.2018 - 14:14 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 9.937 | Reviews: 127 | Hüte: 311

@Silencio

Aber ein hohes Budget und eine bekannte bis renommierte Filmcrew ändern doch nichts an der Tatsache, dass reine Netflix-Filme keine Kinofilme sind. Und wie du es ja schon schriebst, "Annihilation" war eine Kinoproduktion, ist es aber leider nicht mehr.

Auch das Klischee der billigen TV-Produktion ändert daran nichts, zumal dieses Klischee in Zeiten von "Breaking Bad", "Game of Thrones", "True Detective" etc. immer mehr an Bedeutung verliert.

Aber wie ich gestern ja schon schrieb, gehe ich davon aus, dass hier in naher Zukunft eine Umstruktuierung folgt und man VoD-Produktion besser würdigen wird.

Der von Netflix eingekaufte Film "Mudbound" lief übrigens zuvor limitiert im Kino und wurde für vier Oscars nominiert.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
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Silencio : : Moviejones-Fan
24.03.2018 13:48 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 611 | Reviews: 39 | Hüte: 52

@luhp:

"Netflix-Filme würden unter normalen Umständen nie im Kino sondern nur im Fernsehen laufen, dementsprechend sind es Stand jetzt Fernsehfilme vergleichbar mit jenen von z.B. HBO, BBC oder ARD und ZDF."

"Bright" hatte ein Budget von 90 Millionen Dollar, hatte Will Smith und David Ayer. "Auslöschung" war ursprünglich eine Kinoproduktion, die Netflix sich unter den Nagel gerissen hat. Das sind keine "Fernsehfilme".

Abgesehen davon ist die Einschätzung "TV Movie" eben schon wertend, weil diese Filme traditionsgemäß schlechter als Kinofilme produziert und inszeniert wurden.

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luhp92 : : BOTman Begins
24.03.2018 01:54 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 9.937 | Reviews: 127 | Hüte: 311

@MrBond und Silencio

Die Sache ist meiner Meinung nach ganz einfach.
Netflix-Filme würden unter normalen Umständen nie im Kino sondern nur im Fernsehen laufen, dementsprechend sind es Stand jetzt Fernsehfilme vergleichbar mit jenen von z.B. HBO, BBC oder ARD und ZDF. Für solche Filme gibt es in den USA die Emmy-Awards bzw. als Mischung von Film und Fernsehen die Golden Globes, bei den Oscars werden dagegen Kinofilme ausgezeichnet. Dass Spielberg sich gegen Netflix-Filme bei den Oscars positioniert, hat meiner Einschätzung nach nichts mit der Qualität der Filme zu tun, sondern nur mit der Art der Aufführung und Ausstrahlung.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es in naher Zukunft eine Umstrukturierung geben wird und Extrakategorien für VoD-Filme geschaffen werden oder sogar ein neuer Award analog zum Oscar und Emmy nur für VoD-Produktionen verliehen wird, aber Stand jetzt gelten reine Netflix-Filme eben als TV-Produktionen und fallen damit in den Bereich der Emmys (und Golden Globes).

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
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Zombiehunter : : Moviejones-Fan
23.03.2018 21:08 Uhr
0
Dabei seit: 21.10.12 | Posts: 867 | Reviews: 0 | Hüte: 14

MrBond

Wir haben die gleichen Gedanken. Man muss mit der Zeit gehen. Auch bei den Oscars.

Was digitale Nachbearbeitung angeht:

An Weihnachten letztes Jahr lief ja auf Nitro "Das Wunder in der 8..Straße".

Man hat die digitale Bearbeitung sowas von bemerkt, was für mich schon ärgerlich war, da es den ganzen Charme zerstörte.

Bei manchen Filmen, wie SW finde ich es okay, andere sollte man lassen, wie sie sind

Nur ein toter Mensch ist ein guter Zombie! :)
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GreenFairy : : Moviejones-Fan
23.03.2018 19:30 Uhr | Editiert am 23.03.2018 - 19:32 Uhr
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Dabei seit: 18.01.17 | Posts: 16 | Reviews: 0 | Hüte: 0

Die Academy muss sich ganz einfach entscheiden, ob sie primär preiswürdige und herausragende Filme auszeichnen oder lieber Aufführungsorte stärken möchte.

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Silencio : : Moviejones-Fan
23.03.2018 15:22 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 611 | Reviews: 39 | Hüte: 52

Ich bin seinen Aussagen bezüglich Netflix gegenüber zwiegespalten:

Einerseits bin ich absoluter Verfechter des Kinoerlebnisses. Film war schon immer ein kommunales Erlebnis, etwas das man gemeinsam getan hat (und tut). Deswegen ist es schade, kleinere Filme nur noch über Netflix, Prime und wie sie alle heißen sehen zu können. Insofern stimme ich ihm zu, dass die aktuelle Entwicklung traurig stimmt und es schön wäre, wenn man gegensteuert.

Andererseits hat Spielberg seit den 70ern keine Probleme mehr gehabt, einen seiner Filme finanziert und in die Kinos zu bekommen. Viele, vor allem junge, Regisseure (aber auch ältere, man muss John Landis mal fragen) kriegen aber von den Studios keine Kohle, um ihre Projekte zu finanzieren. Das ist eine Entwicklung, die ihre Ursprünge in den späten 70ern und 80ern hat und bei der Spielberg absolut anführend war - wie oft darf man im Moment im Rahmen von "Ready Player One" lesen, dass er der Begründer des modernen Blockbusters ist?

Vor allem ist seine Ausage, das wären vor allem TV-Filme, natürlich absoluter Quark. Problematisch am klassischen TV-Film ist ja nicht, dass er seine Premiere im TV hatte (und hey, Spielberg hat ja mal "Columbo" in Szene gesetzt), sondern dass das traditionell "minderwertige" Filme waren, die weder technisch noch formal (wobei beides natürlich eng zusammenhängt) mit einer Kinoproduktion mithalten konnten. Mit technsichen Neuerungen sind diese qualitativen Unterschiede aber geschrumpft (wer das nicht glauben will, dem empfehle ich einfach die erste Staffel "True Detective" - TV auf Kinoniveau), deswegen kann er sich seine herablassenden Aussagen eigentlich sparen. Spielberg klingt hier weniger wie ein alter Mann, der Angst vor der Zukunft hat, sondern mehr wie ein reicher Mann, der seine Monopolstellung bedroht sieht...

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MrBond : : Moviejones-Fan
23.03.2018 11:17 Uhr | Editiert am 23.03.2018 - 11:20 Uhr
0
Dabei seit: 03.12.14 | Posts: 2.398 | Reviews: 15 | Hüte: 309

Schön, dass man "Awards werden sowieso überbewertet" ankreuzen durfte. Das führt auch direkt zum Punkt, den ich als Bgründung für Spielbergs Aussage annehme: Er ist eben ein Mann, alter Schule (auch wenn man das leider in aktuelleren Filmen teilweise vermisst). Er kommt aus einer Zeit, als m.M.n. der Oscar tatsächlich noch etwas ausgesagt hat.

Er lebt in alten Traditionen und das ist zum einen schön, aber auf der anderen Seite eben auch - aus heutiger, objektiver Sicht - altbacken. Die Zeiten ändern sich nunmal und die Zukunft ist digital. Wieso sollte es ein aufwendig produzierter Film für eine Streaming-Plattform, der wirklich richtig gut ist, nicht verdienen, dafür einen Preis zu verdienen? Was ist denn der Unterschied zwischen einem Oscar und irgend einem anderen Preis? Aus meiner Sicht einfach nur die Popularität. Ein Preis, der traditionell der begehrteste im Filmbusiness ist.

In allen Bereichen gibt es Fortschritt. Genauso, wie Oscars für neue Kategorien eingeführt werden, muss es doch auch erlaubt sein, die grundsätzlichen "Spielregeln" der aktuellen Zeit anzupassen. Das sind Prinzipien, die in jedem Business funkionieren. Auf der anderen Seite sind Vorgehensweisen, die sich nicht dem Zeitgeist unterwerfen, häufig dem Untergang geweiht. "Lego" wäre wahrscheinlich schon längst vom Markt, wenn man mit Filmrechten (Lego-Star-Wars, Lego-Batman, etc.) u.ä. nicht neue Interessen bedienen würde.

Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"

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