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Rogue One - A Star Wars Story

Trotz Kritik ein solider Star Wars Film

Rogue One - A Star Wars Story Kritik

7 Kommentar(e) - 19.12.2016 von MrBond
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von MrBond.
Filmkritik

Rogue One - A Star Wars Story Bewertung: 4/5

First of all: Ich musste den Film (leider) in 3D schauen und einmal mehr wurde ich von dieser Technologie enttäuscht. Meine grundsätzlichen Problem mit dem ganze Brillen-Gedöns habe ich bereits im Freestyle Thread 3D ?! Welche Probleme habt ihr damit? geklärt, hier (im Cinemaxx) kam dann aber noch zusätzlich sehr nervendes Ghosting dazu. Sämtliche hellere Stellen auf der Leinwand hatten Doppelkonturen - insbesondere Triebwerksglühen, oder helle Lampen/Lichtquellen. Extrem nervig.

Trailer zu Rogue One - A Star Wars Story
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Zum Film selber. Vorsicht: Ohne Spoiler werde ich meine Kritik wohl nicht begründen können.

Rogue One ist ein wirklich toller Abenteuerfilm mit teils richtig harter Kost - da werden keine Gefangenen gemacht. Um trotzdem eine Jugendfreigabe zu bekommen hat Disney dennoch konsequent auf Blut verzichtet, was der Intensität der Bilder jedoch keinen Abbruch tut. Wichtig generell ist, dass die "Helden" allesamt (jeder auf seine eigene Art) sehr sympathisch sind und ich recht schnell eine emotionale Bindung zu jedem herstellen konnte. Dies ist für mich sehr wichtig, da man mit ihnen mitfiebert und es schmerzt, wenn jene ableben. Ich könnte mir vorstellen, dass bei erneutem Sichten des Films die emotionale Komponente sogar noch zunehmen könnte. Gut gemacht, Disney!

Nun jedoch zur Kritik:

1.) Die Cameos: Oft waren die Cameos wohl dosiert, nicht zu lange, nicht zu kurz. Das Auftreten von R2 und 3PO hat wunderbar funktioniert, wenngleich es mir persönlich sogar gereicht hätte, wenn man sie im Hintergrund gesehen hätte. Eine Sprechrolle war nicht nötig. Bei Darth Vader, Tarkin und Leia kann man ja eigentlich nicht mehr von Cameos sprechen. Zu wichtig waren ihre Auftritt. Und das meine ich so: "zu wichtig".

Zu Vader: Klar, er hat eine richtig coole Rolle gespielt und sein Auftreten am Ende war fast schon episch. Dennoch werde ich das Gefühl nicht los, dass er für die Handlung keine Rolle spielte und eigentlich unnötig war. Desweiteren wurde er so unglaublich mächtig dargestellt, wie er es von Episode 4 bis 6 nicht mehr schaffte. Offenbar war er nach Rogue One nie wieder so sauer.

Tarkin und Leia: Es ist nunmal, wie es ist: Peter Cushing lebt leider nicht mehr und Carry ist auch nicht jünger geworden. Und was macht man heutzutage? CGI-Figuren. Es ist schon klar, ein Teil der Unglaubwürdigkeit kommt selbstverständlich aus dem Wissen, dass es diese Schauspieler nicht mehr in der Verfassung von 1977 gibt. Für mich wirkten die Animationen aber auch so zu künstlich. Die Gesichter sehen einfach leblos aus, insbesondere, wenn man lebende Schauspieler aus Fleisch und Blut daneben sieht. Bei Leia hatte ich sogar das Gefühl, als hätte man nur die Mundpartie animiert. Wie auch immer: Ich würde mich über einen komplett animierten Star Wars Film mit solchen Charakteren freuen, aber in einem Real-Film stört es mehr, als es nützt. Hätte man Tarkin und Leia von weitem zu Gesicht bekommen, hätte es vielleicht funktionieren können.

2.) Die Beziehung zwischen Jyn Erso und den Rebellen. Es war generell ähnlich, wie das Tempo, in dem Anikin in Episode 3 "böse" geworden ist. Jyn hat mit der Rebellion anfangs nichts zu tun und will auch nichts mit ihnen zu tun haben. Dennoch kommt dann irgendwann der Meinungswechsel (was ja nicht verkehrt ist), aber von jetzt auf gleich stehen alle Rebellen auf ihrer Seite und folgen ihr in die Schlacht. Keiner weiß, ob sie überhaupt als Führungskraft taugt etc., man vertraut ihr im Grunde blind.

3.) Die Schlacht: Was wäre Star Wars ohne Raumschlachten?! Der Name sagt`s ja bereits: "Sternenkriege"! Und was passt besser dazu, als epische Raumschlachten? Was mir bei Episode 1 damals viel zu kurz kam, war bei Rogue One wirklich ordentlich. Der Kritikpunkt ist aber folgender: Die Rebellen haben ja bis dahin nur im Hintergrund agiert. Mal einen Anschlag da, mal eine Spionageaktion dort, aber nie eine offene Konfrontation mit dem Imperium. Wäre es nicht sinnvoller gewesen, wirklich im geheimen Spione einzuschleusen, um die Todesstern-Pläne zu entwenden? Stattdessen machen die Rebellen um Jyn Erso so extrem auf sich aufmerksam, dass das Imperium gar keine andere Wahl hat, volles Kriegsgerät einzusetzen, um den Angriff zurück zu schlagen. Vor allem auf einem Planeten, auf dem sämtliche geheimen Pläne des Imperiums lagern muss man mit einer ensprechenden Gegenwehr rechnen. Durch die offene Konfrontation ist das Imperium vorgewarnt - auch, was den Angriff in Episode 4 auf den Todesstern angeht. Nichts desto trotz: Tolle Schlacht und riesen Star Wars Moment für mich.

4.) Das Ende: Hier scheiden sich die Geister. Grundsätzlich sterben die "Helden" etwas arg beiläufig und wenn man während des gesamten Films nicht genug emotionale Bindung zu jenen aufgebaut hat, lässt es einen relativ kalt. Mich hat es dennoch sehr mitgenommen, da ich, wie oben erwähnt, große Sympathien mit den Protagonisten aufgebaut habe. Am emotionalsten natürlich das Ableben von K-2SO. Am "Hollywoodsten" Cassian und Jyn - und selbstverständlich Krennic. Warum ist das typisch Hollywood? Cassian, der scheinbar seinen Sturz nicht überlebt, steht doch nochmal auf und darf Jyn noch retten, nur um kurz später mit ihr am Strand ein kitschig-schönes Ende zu erleben. Und Krennic, weil er noch seinen bevorstehenden Tod durch seine eigene Waffe realisieren darf - was ich dennoch sehr passend fand. Drehbuchtechnisch hätte ich wohl Cassian nicht mehr aufstehen lassen und Jyn den heroischen Tod bei der Funkübertragung (durch Krennic`s Waffe) gegönnt - aus dramaturgischer Sicht besser, wie ich finde.

Schlussendlich kann Leia mit den Plänen auf der Korvette Tantive IV (das erste Schiff, das man in Episode 4 zu Gesicht bekommt) entkommen - was jedoch in Hinsicht auf Logik etwas problematisch erscheint, da Vader und das Imperium Zeuge der Flucht ist (Stichwort: "Dies ist ein Konsularschiff. Wir sind in diplomatischer Mission unterwegs!" - "Wenn das hier ein Konsularschiff ist, wo ist dann der Botschafter?"). Da fragt man sich dann zwangsläufig, warum da ein Schiff angeblich in diplomatischer Mission unterwegs ist, wenn es doch gerade erst einen offenen Konflikt mit dem Imperium gab, warum man die Ausrede überhaupt versucht, nachdem Vader doch Zeuge der Flucht war und zu guter Letzt, was Leia in mitten dieser Schlacht zu suchen hatte...

Fazit: Rogue One ist im Grunde das geworden, was ich mir erhofft habe: Ein richtig guter Star Wars Film mit epischen Schlachten, klasse Effekten und tollen Schauspielern, die voll und ganz meine Sympathie gewannen. So konnte mich der Film bis zum Ende begeistern. Ich fieberte mit den Helden und das Ableben jener schmerzte, obwohl es natürlich abzusehen war. Die Kritik ist Nörgeln auf sehr hohem Niveau und als alleinstehender Film im Star Wars Universum, weiß Rogue One richtig gut zu unterhalten. Ich lasse mich gerne auf die Geschichte ein! Das ist Star Wars pur. Auch die Musik - und da stehe ich wohl etwas allein auf verlorenem Posten - konnte mich begeistern. Schöne tragende Stellen wechseln sich ab mit bombastischen Horn-Fanfaren, die mir die ein oder andere Gänsehaut bescherten.

Generell würde ich den Film knapp über Episode 7 sehen. Meine Punktzahl bewegt sich zwischen 7 und 8 von 10, mit der Tendenz zur 8, bzw. 4 Hüten von 5.



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Rogue One - A Star Wars Story Bewertung
Bewertung des Films
810
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7 Kommentare - Moviejones distanziert sich von Userbeiträgen.
DeToren
Moviejones-Fan
Geschlecht | 23.12.2016 | 08:30 Uhr23.12.2016 | Kontakt
Jonesi

@ MrBond

Du stehst gar nicht auf verlorenem posten, was die Filmmusik angeht.

Ich fand sie ebenfalls richtig gut, stimmig und mitreißend.

Schöne Kritik

MrBond
Moviejones-Fan
Geschlecht | 20.12.2016 | 17:13 Uhr20.12.2016 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 20.12.2016 17:13 Uhr editiert.

Subim,

Kann mich nicht mehr 100%ig erinnern, aber es war auf jeden Fall in der ersten Hälfte des Film und ich glaube, es war ein Rebellen-Pilot, oder zumindest ein Rebellen-Soldat.

Das war so `ne Type mit Tentakeln for`m Mund. Zoidberg-like eben smile

Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"

sublim77
Moviejones-Fan
Geschlecht | 20.12.2016 | 12:38 Uhr20.12.2016 | Kontakt
Jonesi

@MrBond:

"...ist sonst noch jemandem Dr. Zoidberg aufgefallen?..."

Mach keinen Scheiß!! Echt jetzt? Wo war der denn?

Bei der Macht von Greyskull! Isch han uff de Grub Geschloof!!!

MrBond
Moviejones-Fan
Geschlecht | 20.12.2016 | 11:26 Uhr20.12.2016 | Kontakt
Jonesi

@Sublim,

Hm, keine Ahnung, warum Hayden nicht durfte. Vielleicht wurde ihm die Rolle angeboten und weil er vor Glück heulte wurde er wieder gestrichen...

Nochmal was zum Thema Cameo:

Ist sonst noch jemandem Dr. Zoidberg aufgefallen? laughing

Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"

sublim77
Moviejones-Fan
Geschlecht | 19.12.2016 | 16:18 Uhr19.12.2016 | Kontakt
Jonesi

@MrBond:

Ja, dann sehen wir das beide in etwa gleich.

Weiss eigentlich jemand (nicht dass ich mir das gewünscht hätte, ich hätte es nur naheliegend gefunden) warum man nicht wieder Hayden Christensen in das dunkle Gewand gesteckt hat?

Bei der Macht von Greyskull! Isch han uff de Grub Geschloof!!!

MrBond
Moviejones-Fan
Geschlecht | 19.12.2016 | 15:57 Uhr19.12.2016 | Kontakt
Jonesi

Ja, es war definitiv ein Unterschied merkbar. Ich würde es mal so umschreiben: In der OT umgab Vader metaphorisch eine Aura, die ihn durch seine reine Anwesenheit furcheinflösend wirken ließ. Seine Statur und ggf. sein zielstrebiger Gang löste Respekt aus. Er musste nicht rennen, oder sich generell schnell bewegen.

In Rogue One erscheint er irgendwie schmächtiger. Seine Art zu kämpfen war - wie soll ich sagen - athletischer.

Als würde man (um beim Fechtsport zu bleiben), entschuldige den Vergleich, Jack Sparrow mit Conan der Barbar vergleichen. Der eine drahtig, schmächtig, aber flink. Der andere ein Dampfhammer mit `nem Schwert von der Größe eines Kleinwagens. Klar, das Schwert ist bei Vader das Gleiche, aber Bewegungsablauf und Statur variiert.

Das ist natürlich meine subjektive Sichtweise.

Was mir sonst noch besonders in Rogue One aufgefallen ist: Die braunen "Sonnenbrillengläser" in der Vader-Maske. Ist schon klar, das ist alles dem Original-Vader in Episode 4 nachempfunden... aber so extrem habe ich das in keiner Szene in Erinnerung. cool

Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"

sublim77
Moviejones-Fan
Geschlecht | 19.12.2016 | 15:17 Uhr19.12.2016 | Kontakt
Jonesi

Bis auf ein paar Punkte liegen wir mit unserer Meinung zu Rogue One recht nah beieinander. Was ich von dir gerne wissen würde (hatte diese Frage auch nach meiner Kritik gestellt, hat aber keiner drauf geantwortet), findest du auch, dass Vader nicht wie er selbst wirkt? Was ich damit meine, ist, dass seine Bewegungen so garnicht an den Vader aus der OT erinnern. Meiner Meinung nach sieht man, dass da ein anderer drunter steckt. Das ist natürlich nicht entscheidend, ob man den Film gut findet oder nicht (ich hab ja auch vier Sterne gegeben) aber es würde mich halt interessieren, ob das nur mir so geht.

Bei der Macht von Greyskull! Isch han uff de Grub Geschloof!!!