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Star Trek Beyond

Guter Film, aber auch guter Star Trek?

Star Trek Beyond Kritik

0 Kommentar(e) - 23.07.2016 von ArneDias
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von ArneDias.
Filmkritik

Star Trek Beyond Bewertung: 3.5/5

Zuerst: Ich bin großer Star Trek Fan! Diese Info wird noch wichtig werden da es einige Punkte in dem Film gibt, die anderen gar nicht auffallen können wenn man nicht über Jahre und Jahrzehnte Star Trek verfolgt hat und sich in der Geschichte auskennt.

Trailer zu Star Trek Beyond
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Die erste Frage wäre sicher: Ist Star Trek Beyond ein guter Film? Ich würde hier sagen: Ja. Definitiv eines der positiven Beispiel im Jahr 2016. Aber ist es auch ein guter Star Trek Film? Ich möchte hier nicht Nein sagen, so ganz überzeugend Ja kann ich aber auch nicht sagen. Der Film krankt leider an ähnlichen Fehlern die vor allem ältere Star Trek Fans bereits in den Vorgängern kritisiert haben. Details dazu folgen noch.

Der Film beginnt 3 Jahre nach Into Darkness inmitten der legendären 5-Jahres Mission der Enterprise. Es ist ein guter Einstieg, denn er wartet mit gleich zwei sehr positiven Punkten auf: Zum einen deutet sich schon hier an das es kein Fast&Furious Actionfeuerwerk geben wird wie viele es bei Justin Lin und vor allem dem ersten Trailer befürchtet hatten. Tatsächlich ist es ein fast schon typischer Einstieg wie man ihn aus so vielen Star Trek Folgen kennt, was sicherlich kein Zufall ist. Der zweite Punkt ist derselbe Pluspunkt der die neue Reihe seit Beginn des Reboots begleitet: Der Cast ist fantastisch! Schon beim ersten Teil 2009 stach dieser Aspekt äußerst positiv hervor und auch in Star Trek Beyond führt sich das fort: Man nimmt den Schauspielern jederzeit ihre Figur ab. Chris Pine ist endlich mehr Captain Kirk im Vergleich zu den beiden Vorgängerfilmen und auch die Dreiecks-Freundschaft zwischen ihm, Pille und Spock kommt weit mehr zu tragen. Man fühlt sich vor allem in den Momenten mit den Figuren und ihrem Zusammenspiel wie in die Vergangenheit versetzt. Es macht vor allem als Star Trek Fan unheimlich Spaß der Crew zuzusehen und tatsächlich schaffen sie schon das was auch 2009 gelang: Jeder einzelne bekommt seine Momente und niemand bleibt dabei auf der Strecke.

Ich möchte gar nicht zu sehr auf die Story an sich eingehen. Es fühlt sich tatsächlich wie eine Star Trek Serienfolge an: Die Enterprise ist auf ihrer Mission und fliegt dabei eine Raumstation der Föderation an. Von dort aus ergibt sich eine Mission und man strandet auf einem Planeten wo man mit neuen Figuren konfrontiert wird und enträtseln muss um was es geht, um die Bedrohung zu bewältigen und den Bösewicht der Folge zu besiegen. Dies kann natürlich nur zusammen geschafft werden und dadurch steht auch der Crew-Gedanke stark im Vordergrund. Es könnte tatsächlich genau so eine Doppelfolge einer Star Trek Serie sein!

Aber hier ist auch der Knackpunkt: Denn einerseits fühlt es sich wunderbar an mal wieder eine neue Star Trek Folge mit Kirk und Co. zu sehen. Gleichzeitig hatte man aber auch irgendwo doch etwas mehr erwartet für einen Kinofilm zum 50 jährigen Jubiläum. Oder ist es vielleicht gerade dewegen absolut richtig eine einfache Star Trek Folge auf die Leinwand zu bringen? Man kann hier wahrlich gut darüber streiten und ich selbst habe für mich noch keine Antwort gefunden. Die Folge ist sicher nicht schlecht, aber in einer Serie wäre sie nur eine von vielen guten. Das macht einerseits den Charme des Filmes aus, anderseits ist es eben auch ein Kritikpunkt.

Und leider gibt es noch weitere Kritikpunkte: Der Showdown, der hier nicht gespoilert werden soll, wirkt teilweise doch etwas lächerlich. Es sieht toll und spektakulär aus, aber wie man zu der Lösung kommt und vor allem was die Lösung ist... nun also es gäbe Science-Fiction Autoren die würden sich dafür schämen! Hier wäre etwas mehr kreativität und Logik sehr wünschenswert gewesen. Ich wusste im Kino nicht ob ich das jetzt optisch toll finden soll oder lachend den Kopf schütteln aufgrund der Dummheit. Auch der Bösewicht, Krall, ist am Ende leider nur ein weiterer von vielen ohne ein besonderes Merkmal oder gar eine überraschende Motivation. So liebevoll mit der Crew umgegangen wurde, so nachlässig war man bei der Bedrohung und dem Bösewicht.

Ein weiterer Kritikpunkt, und hier kommt jetzt der Star Trek Fan zum Vorschein, bedarf eines kleinen Spoilers (der nicht wirklich einer ist wenn man die Trailer kennt): Auf dem Planeten findet die Crew ein altes Raumschiff der Sternenflotte, die Franklin. Und hier bin ich dann doch etwas von Simon Pegg enttäuscht. Der Versuch war nett, aber die Ausführung leider nicht gut. Ich muss zurück zum 2009er Reboot: Die Zeitlinie wird erst ab Ankunft Neros verändert, alles davor blieb gleich. In Into Darkness findet sich sogar ein Model der Enterprise NX-01. Und hier kommt nun die Kritik: Die Franklin ist ebenfalls ein NX Klasse Schiff und sie sieht auch der Enterprise NX-01 sehr ähnlich, ihre Nummer NX-365 deutet aber darauf hin das sie ein Nachfolger der Enterprise ist. Laut Scotty war die Franklin jedoch das erste Sterneflotten Raumschiff das Warp 4 erreichen konnte, was merkwürdig ist wenn sie ein Nachfolger der NX-01 ist, dem ersten Warp 5 Raumschiff. Desweiteren gibt es dort einen Transporter an Bord und es wird auch darauf hingewiesen das er nur für Fracht zugelassen ist, Scotty schafft es jedoch relativ einfach damit Personen zu Beamen. Bei der Enterprise NX-01 war das nicht so einfach und wurde über Jahre innerhalb der Serie entwickelt.
Es würde alles viel mehr Sinn machen wenn die Franklin ein Vorgänger der Enterpise NX-01 gewesen wäre, jedoch wird im Zusammenhang mit der Franklin sogar vom Krieg gegen die Xindi gesprochen. Es ist alles sehr komisch und verworren und ergibt im Grunde keinen Sinn. Man hatte hier wirklich eine große Chance den Fans etwas zu geben, aber offenbar nicht gründlich genug recherchiert. Ich denke es wäre hier leichter gewesen einfach ein Schiff der selben Klasse wie der Enterprise NX-01 zu verwenden, stattdessen versucht man etwas bekanntes zu nehmen, es neu zu stylen und übersieht dabei wichtige Details die den Machern offenbar auch egal waren.

Das sind nun keine großen Kritikpunkte, aber Star Trek Fans fallen sie eben auf. Und die Sache mit der Franklin hat mich auch tatsächlich etwas rausgerissen. Es gibt aber auch einige positive Details welche die Macher eingestreut haben, so wird Witzig darauf eingegangen das Kirk schon mal öfters eine neue Uniform benötigt (Serien-Kenner wissen worauf hier angespielt wird).

Der Film ist nicht perfekt und es wäre sicher noch mehr drin gewesen. Die Macher haben sich aber zum Jubiläum dazu entschieden eine neue Folge im Sinne der klassischen Serie in die Kinos zu bringen und das ist ihnnen auch gelungen (inklusive Pappkullise). Wäre ein paar aus Star Trek Fan Sicht grobe Fehler nicht vorhanden würde ich sicherlich auf 4 Hüte hochgehen, so bleiben es immerhin gute 3,5. Star Trek Beyond ist im Vergleich zu Into Darkness ein Star Trek Film im Geist der klassischen Serie und er schafft es sogar in einem ruhigen Moment sowohl an Leonard Nimoy zu erinnern wie auch den alten Cast zu huldigen. Man springt als Star Trek Fan nicht unbedingt im Dreieck vor Freude, aber man geht zufrieden und nicht enttäuscht aus dem Kino. Und das man das bei einem ungeraden Teil der Filmreihe schafft ist schon eine große Leistung! (auch hier: Fans wissen bescheid ;) )



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