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Tenet

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Tenet Kritik

Tenet Kritik
24 Kommentare - 28.08.2020 von ArneDias
In dieser Userkritik verrät euch ArneDias, wie gut "Tenet" ist.
Tenet

Bewertung: 3.5 / 5

Wenn ein neuer Film von Christopher Nolan in die Kinos kommt, so ist dies immer ein besonderes Ereignis. Fast niemand versteht es so gut wie er, das Publikum über so gut wie alles im Dunkeln zu belassen, bis zu dem Zeitpunkt, wo sie den Film im Kino sehen. Gerade bei großen Blockbustern ist dies heutzutage eine absolute Ausnahmeerscheinung. Tenet kommt jedoch eine zusätzliche Bedeutung hinzu: Der Film soll nicht weniger als das gesamte Kino retten!

Ein nur als Protagonist bekannter Agent (John David Washington) besteht einen tödlichen Test und wird daraufhin auserwählt, die Welt vor dem Dritten Weltkrieg zu bewahren. Doch die Bedrohung ist viel größer als er zunächst ahnt und geht über bloße atomare Auslöschung hinaus. Zusammen mit seinem Partner Neil (Robert Pattinson) kommt er der "Inversion" auf die Spur und tut alles dafür, die Bedrohung aus der Zukunft aufzuhalten, auch wenn er dafür völlig neue Wege der Zeit beschreiten muss.

Trailer zu Tenet

Tenet ist der erste große Blockbuster, welcher in der Corona-Zeit in den Kinos startet und wenn die Verschiebungen so weiter gehen, eventuell auch der letzte in diesem Jahr. Das Tenet überhaupt in der aktuellen Zeit in den Kinos startet, ist vermutlich Christopher Nolan selbst zu verdanken. Warner Bros. geht mit dem Kinostart ein enormes finanzielles Risiko ein. Doch für einen Verfechter des Kinos wie Nolan steht aktuell wesentlich mehr auf dem Spiel. Tenet soll die Menschen wieder vor die großen Leinwände locken und somit die Kinos retten. Ob dies gelingt, werden wohl erst die kommenden Wochen zeigen. Doch abseits von all dem: Ist Tenet überhaupt ein guter Film?

Spoilerfrei über einen Christopher Nolan Film zu schreiben, ist schwierig, Tenet macht da wahrlich keine Ausnahme. Versuchen werde ich es dennoch. Wer jedoch gar nichts über den Film wissen möchte, der sollte vermutlich ohnehin sämtliche Kritiken zu dem Film meiden.
Kurz gefasst kann man sagen: Handwerklich sehr gut, bis auf den Schnitt, zu dem ich später noch etwas sage. Von der Story her jedoch eher mittelmäßig. Eine eigentlich einfache Story wurde Nolan-typisch verkompliziert und teils unnötig verwirrend aufgebaut. Schon bei Inception und Interstellar tat er dies, doch hier schießt er damit weit über das Ziel hinaus. Man hat teils den Eindruck, er möchte, dass sich der Zuschauer dumm vorkommt. Dabei ist es keinesfalls etwas schlechtes, einen intellektuellen und anspruchsvollen Film drehen zu wollen, der die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers verlangt und diesen zwingt, aktiv mitzudenken. Doch im Kern ist Tenet nicht so ein Film. Er wirft nur einfach mit kompliziert klingenden Fremdwörtern um sich, um diesen Eindruck zu erwecken. Zudem macht es sich Nolan zu einfach, wenn er durch eine Figur im Film dem Zuschauer erklärt, man könne dies gar nicht verstehen, also versucht es erst gar nicht. Damit gibt sich der gefeierte Regisseur einen Freifahrtschein und versäumt es im Laufe des Filmes, nötige Erklärungen dem Zuschauer an die Hand zu geben. So fühlt man sich stellenweise allein gelassen. Ich kritisiere keinesfalls, dass man sich als Zuschauer die Erklärungen selbst zusammenreimen muss. Sondern viel mehr, das Nolan Sabotage betreibt und wichtige Informationen absichtlich zurückhält und somit Lücken in der Story erschafft, die man als Zuschauer schlicht nicht füllen kann. Dadurch erzeugt der Film selbst ein Paradoxon, das ihm negativ zu gute kommt: Er zwingt den Zuschauer durch seinen komplizierten Aufbau zum mitdenken. Doch sobald der Zuschauer dies tut und den Film durchschaut, erkennt er auch die Lücken und Fehler im Film und stellt sich unweigerlich Fragen, für die der Film schlicht keine Antworten liefert. Dadurch kommt man nach dem Film zu der Vermutung, dass sich Christopher Nolan hier eventuell schlicht zu viel vorgenommen hat und am Ende zum Oper seines eigenen Anspruches wurde. Denn gerade durch das erzwungene mitdenken stellt man fest: So wirklich Sinn macht dies hier alles nicht.

Mit ein Grund dafür ist, dass der Film nie komplett die Regeln erklärt, nach denen er spielt und gleichzeitig die erklärten Regeln nie konsequent genug befolgt.
Hier muss ich auf ein wichtiges Thema des Filmes eingehen, ohne dabei aber etwas von der Story zu verraten: Zeitreisen machen streng wissenschaftlich gesehen nie wirklich Sinn und sorgen bestenfalls für Kopfschmerzen. Die jeweiligen Filme, welche Zeitreisen zum Thema haben, erklären dann aber, was ihre eigenen Regeln Zeitreisen betreffend im Film sind und wie sie funktionieren und daran wird sich dann auch gehalten. Bei Zurück in die Zukunft sind dies andere Regeln als bei Terminator zum Beispiel. Aber in beiden Universen macht es jeweils Sinn, eben anhand der dort erklärten Regeln. Bei Tenet macht es teils keinen Sinn, auch weil die Regeln, wie ich zuvor schon anmerkte, nie genau erklärt werden. Es wirkt sogar zum Teil so, als vergesse der Film immer wieder seine eigenen Regeln. Dadurch wird es einem zum nachdenken angeregten Zuschauer schwer gemacht, hier einen Sinn zu finden und dies kann am Ende zu einem frustrierenden Kinoerlebnis führen. Es klingt verrückt, aber Avengers - Endgame hat hier einen wesentlich besseren Job gemacht.

Klingt dies alles bisher wenig schmeichelhaft, so möchte ich nun zu den eher positiven Aspekten des Filmes kommen, denn ich konnte Tenet auch sehr viel abgewinnen. So viel sogar, das ich nur jedem raten kann, ihn sich selbst im Kino auf der großen Leinwand anzusehen, denn dort gehört er definitiv hin. Handwerklich spielt Nolan hier absolut in der ersten Liga. Jedes Bild, jede Szene sieht einfach wunderbar aus und auch die Action kann sich sehen lassen. Dabei achtet er hier besonders sehr auf ganz gewisse Details und es kann sich lohnen, auch schon mal den Hintergrund im Auge zu behalten, wo mehr passiert als man beim ersten mal gucken vielleicht ahnt.
Untermalt ist dies alles von einem der Besten Soundtracks, die ein Nolan-Film bisher hatte und perfekt zum Film passt. Interessanterweise stammt dieser hier nicht wie sonst üblich von Hans Zimmer, sondern vom The Mandalorian-Komponisten Ludwig Göransson.
Äußerst bemerkenswert für einem Blockbuster unserer Zeit ist das fehlen sämtlicher CGI-Effekte. So beeindruckend alles im Film aussieht, es ist umso beeindruckender wenn einem bewusst wird, das alles echt ist. Was Nolan mit seinem Team hier geschaffen hat, sucht seinesgleichen und verdient hohes Lob.
Leider kann der Schnitt, wie eingangs angedeutet, nicht ganz mit diesem hohen Niveau mithalten. Schon in den letzten Jahren war der Schnitt nicht immer die stärkste Komponente seiner Filme, doch hier wirft so manch harter Schnitt sogar Fragen auf und bringt zusätzliche Verwirrung in so manche Szene. Teilweise hat man durch einige harten Schnitte sogar den Eindruck, als würden Teile des Filmes fehlen. Stichwort: Autounfall-Schnitt-Trage.

Auf Seiten der Schauspieler gibt es nicht viel negatives zu finden. John David Washington (BlacKkKlansman) spielt gekonnt den namenlosen Protagonisten und weiß auch in den Actionszenen zu überzeugen. Mit Tenet ist ihm ein weiterer Schritt gelungen, sich neben seinem berühmten Vater in Hollywood einen eigenen Namen zu machen. Nicht unerwähnt bleiben darf Robert Pattinson (Der Leuchtturm), für den es sein erster großer Auftritt in einem Blockbuster seit dem Ende der Twilight-Saga war. Und auch er weiß in seiner Rolle zu überzeugen. Für mich war er sogar das Highlight und bringt den nötigen Charme in einen sonst eher unterkühlten Film.
Beiden gegenüber spielt Kenneth Branagh (Mord im Orient Express) den mysteriösen Bösewicht des Films. Als Russischer Waffenhändler spielt er hier erneut mit fremden Akzent und schafft es auch für die nötige Bedrohung im Film zu sorgen. Als großer Bösewicht wird er aber nicht in die Filmgeschichte eingehen.

Tenet wird für viele Diskussionen sorgen, doch in einem Punkt sind sich hoffentlich alle einig: Es ist gut, dass Christopher Nolan solche Filme macht und auch selbst immer wieder diese originellen Ideen entwickelt. Hinzu kommt seine handwerkliche arbeitet, für die jeder Kinobesucher dankbar sein sollte und für die Kinos einfach gemacht sind.
Mich persönlich stört aber, wie schon bei Interstellar, dieser Eindruck, er wolle unbedingt alle mit seiner Genialität beeindrucken. Und das er mit seiner Machart versucht, dass sich das Publikum für zu dumm für seinen Film vorkommt, obwohl es eigentlich eine simple Story ist. Man wird von ihm dazu gezwungen sich mit einem Rätsel auseinanderzusetzen, zu dem er einem Infos vorenthält und bei dem sich am Ende herausstellt, das es nicht mal ein Rätsel ist. Da fühlt man sich etwas verschaukelt. Tenet ist ein James Bond-Film mit einer simplen Zeitmechanik als Gadget. Hätte er das auch so gefilmt mit all seinem handwerklichen Geschick, wäre ein genialer Film daraus geworden, der extrem unterhalten könnte. So wirkt Tenet leider wie eine große Mogelpackung, die am Ende auch nicht wirklich Sinn ergibt. Ich habe bis zum Ende auf den finalen großen Twist gewartet, durch den alles Sinn ergibt und der Tenet doch noch zu einem großen Film macht. Doch dieser Twist kam nicht. Stattdessen kam einer, den man schon lange vorher kommen sah und daher auch nicht überraschte, wie einiges andere im Film leider auch. Christopher Nolan hat sich selbst zu oft im Film ein eigenes Bein gestellt und stand sich dadurch selber dabei im Weg, einen wirklich großartigen Film abzuliefern.

Tenet Bewertung
Bewertung des Films
710
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24 Kommentare
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AntwonGerhold : : Moviejones-Fan
08.10.2020 11:44 Uhr
0
Dabei seit: 08.10.20 | Posts: 1 | Reviews: 0 | Hüte: 0

good info

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
05.10.2020 19:41 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.487 | Reviews: 150 | Hüte: 477

@Cairbre
Das Restaurant am Ende des Universums würde ich feiern tongue-out

Da habe ich vorgestern noch eine andere Sichtweise vergessen zu erwähnen. Wenn die Menschen der Zukunft das Wissen der Zukunft behielten (mitsamt Intelligenz, Kultur, technologsches Wissen, usw), würden sie sich selbst nicht zurückentwickeln, sondern könnten ihr Wissen eben nutzen, um eine gesundende Erde besser zu gestalten.

Aber allein von der Logik her ist es doch eindeutig. Wenn es einen invertierten Existenzstrang gibt, die durch ein zeitlich genau definiertes Ereignis ausgelöst wurde, muss auch einen normalen Existenzstrang gegeben haben. Der natürlich durch das Auftreten des invertierten Existenzstrang ausgelöscht wird, aber davor gab es ihn eben. Ein Paradoxon sehe ich da jetzt nicht. Es ist ja auch keine Zeitreise.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Cairbre : : Moviejones-Fan
03.10.2020 08:41 Uhr
0
Dabei seit: 23.11.11 | Posts: 172 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@luhp92

Auch sehr gute Aspekte.

Die gesamte Zeitlinie vom Ende der Zeit (philosophische Frage wann das wäre, gibts da ein Restaurant?) umzukehren wäre auch interessant, aber letztlich würden sich die Menschen dann ja vom klimatischdramatischen Ende abgesehn stets nur zum schlechteren entwickeln bis sie wieder auf Bäumen leben, da wäre doch eine Reise in die Vergangenheit um die Verseuchung der Meere zu aufzuhalten irgendwie effektiver gewesen.

Das Beispiel mit der Atombombe ist eindeutig, weil dieses ein singuläres Ereignis auf einem linearen Zeitstrahl darstellt. Die Zeitumkehr dagegen führt einen ja direkt ins Paradox. Ich denke auch, dass ist am "einfachsten" verstehbar wäre, wenn man der Theorie folgt, dass bei Zeitmanipulationen Parrallelwelten enstehen. Dann könnte man am individuellen Zeitstrahl zurück bis zur Aufspaltung, und dann am gemeinsamen Zeitstrahl zurück (wenn man noch der erst dort ist). Aber wieder zurück in seine eigene Zukunft zu kommen ist dann praktisch unmöglich, weil sich diese mit zunehmenden Zeitmanipulationen in endlose Parrallelstränge der verschiedenen Möglichkeiten auffächert. Dann wirds aber auch mit temporalen Zangenmanövern schwierig, und die stellen ja eines der coolsten Hauptelemente des Films dar.


Was ich jetzt meinte war, das Tenet diesen Weg zumindest nicht eindeutig zu gehen scheint, sondern als innere Regel angibt "was passiert ist, ist passiert", so dass sie späteres Wissen in der Vergangenheit nutzen können ohne die Zukunft zu verändern. Das heisst dann im Umkehrschluss aber auch "was nicht passiert ist, ist nicht passiert". tongue-out

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
03.10.2020 00:20 Uhr | Editiert am 03.10.2020 - 00:26 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.487 | Reviews: 150 | Hüte: 477

@Cairbre

So gesehen, hast du definitiv Recht, ja. Das ist mir so auch noch gar nicht aufgefallen.

So wie ich es verstanden habe, ist die Universalinvertierung durch den Algorithmus aber nicht abhängig von dem Zeitpunkt (Zünden des Algorithmus), sondern umfasst dann die gesamte Zeitline. Also die Menschheit der Zukunft bewegt sich rückwärts und wenn sie in unserer Gegenwart angekommen sind, sind das deren Nachkommen.
Das müsste dann aber folgendes bedeuten: Erstens, wenn sich die Menschheit einfach nur 1:1 rückwärts bewegen würde, wie sie es vorwärts tat, wäre die gesamte Zeitlinie vorherbestimmt und es gäbe es keinen freien Willen, was ihm Film jedoch negiert wird. Also müsste es zweitens Alternativwelten geben für jeden Zeitpunkt auf der Zeitlinie, von der die Welt aus invertiert wird. Also z.B. eine für die Menschen der Zukunft und eine für die Filmgegenwart. Oder drittens, die Menschen der Zukunft wollen nicht direkt sich selbst retten sondern indirekt die invertieren Versionen ihrer Selbst. Also wenn die Erde der Zukunft wirklich kurz vor dem Kollaps steht und die Menschheit der Zukunft auf einen Schlag sterben würde. Durch eine Universalinvertierung würden diese Menschen dann "wiederbelebt" werden und es wäre die gleiche Generation wie in der normalen Zeitlinie, nur eben invertiert. Es wäre nicht mehr die letzte sondern die erste Generation. Hmmm...^^

Zum Thema, wenn die Zukunftsmenschen Erfolg gehabt hätten, gäbe es die Filmhandlung nicht. Später wird diese Zeitlinie ausgelöscht sein, unumstößlich und für immer, aber der Film erzählt ja das Davor und den Weg dahin. Sagen wir, eine Atombombe könnte die Erde zerstören. Nach dem Ereignis gäbe es die Erde nicht mehr und aus diesem Blickwinkel heraus würde das immer so sein, aber gleichzeitig müsste es ja ein Davor und den Zeitpunkt des Ereignisses gegeben haben.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Cairbre : : Moviejones-Fan
01.10.2020 21:17 Uhr
0
Dabei seit: 23.11.11 | Posts: 172 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@luhp92

Ah ok, dann passts ja smile Nur dann haben die Zukunftsmenschen das irgendwie nicht richtig durchdacht, denn wenn in ihrer Vergangenheit der Zeitfluss umgekehrt würde, so dass es nicht zu ihrer Zukunft käme, dann hätten sie ja auch nichts davon. Die Zeitflussumkehr würde ihnen doch maximal dann helfen, wenn sie sie in ihrer Zeit auslösen, so dass sie selbst in eine bessere Zeitrichtung leben könnten. Oder Sator hat sie reingelegt und sollte den Algorithmus gar nicht auslösen sondern nur für sie hinterlegen. Aber dass das nicht geklappt hat musste ihnen eigentlich auch klar sein, denn sonst hätten sie ihn ja längst gefunden..

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
01.10.2020 20:24 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.487 | Reviews: 150 | Hüte: 477

@Cairbre
"Ich hatte es eher so verstanden, dass die Zukunftsmenschen damit ihre eigene Haut (= Umwelt) retten wollten und deshalb Krieg gegen ihre Vergangenheit führten"

Ja, das ist genau das, was ich mit meiner Antwort aussagen wollte^^ Aber sie kämpfen nicht wirlich selbst, sondern rüsten Sator aus und lassen ihn und seine Leute die Drecksarbeit machen. Die Menschen aus der Zukunft brauchen ja jemanden, der die Algorithmus-Teile in der Vergangenheit in Besitz nimmt und zusammenbringt. Die Algorithmus-Teile wurden dort ja von der Entwicklerin versteckt.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
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Cairbre : : Moviejones-Fan
01.10.2020 19:19 Uhr | Editiert am 01.10.2020 - 19:19 Uhr
0
Dabei seit: 23.11.11 | Posts: 172 | Reviews: 0 | Hüte: 2

@luhp92

Vielen Dank für die Antwort, das ist auch ein interessanter Ansatz. Allerdings hatte ich nicht den Eindruck, dass die Zukunftsmenschen als selbstlose Retter dargestellt wurden, wenn das so wäre dann wären sie ja quasi sogar die "Guten" und der Protagonist wäre in Wirklichkeit der Antagonist? Ich hatte es eher so verstanden, dass die Zukunftsmenschen damit ihre eigene Haut (= Umwelt) retten wollten und deshalb Krieg gegen ihre Vergangenheit führten, aber vielleicht muss ichs wirklich einfach nochmal gucken. Der Plan wie sie ihre Rettung hinkriegen wollten, falls sie es denn wollten, leuchtet mir da einfach noch nicht ein..

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
30.09.2020 18:08 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.487 | Reviews: 150 | Hüte: 477

@Cairbre

Ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich deine Totmannschalter-Frage richtig verstanden habe, aber ich antworte dennoch mal. Den Zeitfluss möchten die Menschen aus der Zukunft ja umkehren, damit sich die gesamte Welt entropisch invertiert. Die Erde mitsamt der Menschheit würde sich dann zeitlich rückwärts und weg von der Klimawandel-Endzeit bewegen, das Überleben der Menschheit wäre gesichert. Also sie hoffen, dass das so dann tatsächlich funktioniert, sie sind in ihrer Lage ja so verzweifelt, dass sie den eigenen möglichen Tod in Kauf nehmen. Denn die Alternative wäre ein 100%iger Tod. Ist es das, was du meinst, oder nicht?^^

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Cairbre : : Moviejones-Fan
29.09.2020 10:03 Uhr | Editiert am 29.09.2020 - 10:08 Uhr
0
Dabei seit: 23.11.11 | Posts: 172 | Reviews: 0 | Hüte: 2

Schöne Kritik, also ich fand Tenet sehr spannend und unterhaltsam, auch wenn gerade in der ersten Hälfte oft verwirrend war was da eigentlich gerade passiert. Nach Darlegung der inneren Filmlogik war dann zwar mit Filmen im Hinterkopf wie etwa Predestination, Coherence und Primer (die ich auch empfehlen kann) grundsätzlich schnell klar wohin der Hase wohl läuft insbesondere was die Mehrfachauftritte anging und die Twists zumeist vorhersehbar, dafür ist die Schlacht um Stalsk-12 so ziemlich das verrückteste abgedrehteste unübersichtlichste aberwitzigste Gefecht was ich mir vorstellen kann smile

Vielleicht kann mir jemand trotzdem noch bei ein paar Verständnisfragen helfen:

Den über Sators Motivation hinausgehenden Sinn hinter dem Totmannschalter der den Algorithmus auslöst habe ich leider nicht wirklich verstanden, denn was hätten die Menschen der Zukunft davon, wenn in ihrer Vergangenheit der Zeitfluss umgekehrt wird - das würde ihre Existenz doch auch sofort auslöschen? Oder wollten die Zukunftsmenschen ihn da dann ausbuddeln und selbst aktivieren, aber das kann ja nicht funktioniert haben sonst wäre er zu ihrer Zeit längst da. Aber was macht dann der Schalter, die Bombe hat er ja auch nicht gezündet? Ein Signal für die Zukunft würde auch keinen Sinn machen, denn dann wärs ja zeitlich egal wann es abgesendet wird?

Und

Wenn es wirklich jemand irgendwann geschafft hätte den gesamten Zeitfluss umzukehren, egal ob vor oder in hunderttausend Jahren, dann gäbe es die Filmhandlung/Realität der beteiligten Personen nicht, ergo müsste doch eigentlich allen Beteiligten die ganze Zeit klar sein, dass jegliche Apokalypsebemühungen keinen Erfolg haben werden?

Auf jeden Fall regt der Film zum Nachdenken an tongue-out

Ich muss mal wieder Der letzte Tag der Schöpfung lesen, den sollten sie mal verfilmen..

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
02.09.2020 18:27 Uhr | Editiert am 02.09.2020 - 18:38 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.487 | Reviews: 150 | Hüte: 477

@ArneDias

"Wo ist dann zum Beispiel der Zukunfts-Protagonist?"

"Hat für mich auch im nachhinein erklärt, warum Neil diese gewisse Lockerheit an den Tag legt und generell ziemlich sicher scheint was den Ausgang des ganzen betrifft."

Das stimmt wiederum natürlich auch wieder. Hm, hatte ich nicht bedacht^^
Ich finde es wie du eben auch etwas unglaubwürdig, dass Neil trotz der zwangsläufig Jahre langen Zeitreise so jung aussieht. Aus diesem Grund habe ich mich schnell mit der von mir beschriebenen Erklärung angefreundet, die ich selbst auch nur aus einem Youtube-Erklärvideo habe.

Die Sohn-Theorie ist interessant, wäre für mich aber wohl zu viel des Guten gewesen und mehr ein Twist um des Twists Willen gewesen. Dass Nolan zum Schluss noch den "Neil aus der Zukunft und bester Freund des Protagonisten" aus dem Hut zaubert, gefiel mir auch nicht vollkommen, dieser Twist hat aber immerhin noch die inhaltliche Funktion, das Gesetz des Zeitreisedeterminismus (was geschehen ist, ist geschehen und wird geschehen) und den Vorteil der Temporalen Zangenbewegung zu verdeutlichen.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
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ArneDias : : CG Grinch
02.09.2020 12:56 Uhr
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Dabei seit: 07.05.09 | Posts: 4.440 | Reviews: 29 | Hüte: 235

@luhp92

Pattinson stammt meine ich nicht aus der Zukunft, sondern lebte normal in der Gegenwart. Der Zukunft-Protagonist reiste durch die Zeit zurück vor die Handlung des Films und engagierte dort im Geheimen den Vergangenheit-Protagonisten und zudem Pattinson.

Interessante Theorie, die ich so bisher noch nicht gehört habe und die ich selber auch nicht im Kopf hatte. Wäre natürlich eine Möglichkeit, wenngleich sie für mich neue Fragen aufwirft. Wo ist dann zum Beispiel der Zukunfts-Protagonist? Ich hatte es tatsächlich so verstanden, dass der Protagonist erst in der Zeit nach dem Film auf Neil trifft und ihn dann rekrutiert, sie Freunde werden, ihre Abenteuer erleben und Neil dann (freiwillig oder per Auftrag) zurück reist. Hat für mich auch im nachhinein erklärt, warum Neil ständig so viel weiß, diese gewisse Lockerheit an den Tag legt und generell ziemlich sicher scheint was den Ausgang des ganzen betrifft.

Auch habe ich die Theorie gehört, dass Neil der Sohn (glaube Max) der Frau ist. Durch das Ende wissen wir ja, dass der Protagonist zukünftig ein Auge auf die Frau haben wird, dadurch könnte auch seine Verbindung zu dem Sohn erklärt werden, den er dann unter seine Fitiche nimmt. Wobei in diesem Fall für mich das Problem der Alterung bei Zeitreisen wieder zum tragen kommt.

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ArneDias : : CG Grinch
02.09.2020 12:33 Uhr
0
Dabei seit: 07.05.09 | Posts: 4.440 | Reviews: 29 | Hüte: 235

@CINEAST

Oft wurden schlichtweg Dinge übersehen oder es wurde nicht verstanden.

Wenn es um Filme von Christopher Nolan geht und man zu denen gehört, die etwas zu kritisieren haben, kommt so ziemlich immer früher oder später der von dir geschrieben Satz. "Du hast es ja nur nicht verstanden" wird oft die Kritik dann abgeschmetert. Ich finde dies mittlerweile sehr ermüdend. Dies beziehe ich auf die Allgemeinheit, und nicht speziell auf dich.

wir reden hier ja immernoch von einem Unterhaltungsfilm, zwar mit intellektuell anspruchsvollerem Unterbau als die meisten Anderen, aber viele Fragen die aktuell so über diese Filmwelt von Tenet kursieren würde ich schon eher in die Ecke...wir sezieren diese - rein theoretische - Filmidee jetzt mal auseinander um zu schauen, ob das alles überhaupt Sinn macht, packen.

Natürlich sollen Filme in erster Linie unterhalten. Aber manche Filme sind eben auch mehr und gerade Nolan hat an seine eigenen Filme einen höheren Anspruch und fordert das Publikum ja dazu heraus, über seine Filme intensiv nachzudenken. Genauso kann ich einem Horrorfilm, der für mich nicht gruselig ist, genau dies vorwerfen, selbst wenn er zu unterhalten weiß.

Ich will jetzt aus zeutgründen nicht auf die einzelnen Kritikpunkte eingehen, hier haben wir beide einfach unterschiedliche Meinungen.

und ich bin gerade mal alle relevanten Szenen durchgegangen

Hast du ein Photographisches Gedächtnis? Ich hab den Film zwar auch noch im Kopf, aber gerade die wichtigen Kleinigkeiten sind dich schwer im Detail zu behalten.

Wo sonst können wir so etwas erleben und genießen, wenn nicht in einem Film im Kino.

Genau das habe ich auch in meiner Kritik geschrieben. wink

Sich dann auf solche Kleinigkeiten zu konzentrieren (die wie gesagt bisher ja alle grundsätzlich Sinn machen) und das große Ganze dabei vielleicht etwas aus den Augen zu verlieren bzw. das Erlebnis schmälern zu lassen, finde ich tatsächlich bei den allgemeinen Diskussionen gerade etwas schade..

Jeder Konzentriert sich auf andere Punkte in einem Film. Was den einen stört, kann für den anderen das Highlight gewesen sein. Und die von dir genannten Kleinigkeiten hatten für mich eine sehr hohe Gewichtung in dem Film.

aber die Punkte, die du kritisiert hätte man meiner Meinung nach selbst mit Wischi-waschi-(IN FILM)-Erklärungen abfertigen können und es würde den Film nicht schlechter machen..

Wenn etwas defintiv nicht zu einem Christopher Nolan-Film gehört, dann "Wischi-Waschi"-Erklärungen. Das hier ist immerhin kein Transformer-Film.

Kurz noch etwas zur Bewertung des Filmes: Ich gab dem Film eine 3,5. Mit ist schon öfters aufgefallen, dass es bei vielen in Sachen Bewertung nur noch Schwarz und Weiß gibt, Genial oder Reinfall. Selbst wenn man einen Film gut findet, dennoch etwas zu kritisieren hat, bleibt bei vielen nur das negative hängen. Eine 3,5 ist eine ziemlich gute Bewertung. In Schulnoten eine 2- könnte man sagen. Nur weil ein Film nicht die volle Puktzahl erhält, ist er nicht schlecht. Einige meiner Lieblingsfilme haben von mir "nur" eine 3 oder 3,5 bekommen. Selbst eine 2,5, für viele wohl schon als schlecht eingestufft, ist noch nicht im schlechten Bereich, sondern genau in der Mitte.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
01.09.2020 11:38 Uhr | Editiert am 01.09.2020 - 11:38 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.487 | Reviews: 150 | Hüte: 477

- Doppelpost -

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
01.09.2020 11:38 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.487 | Reviews: 150 | Hüte: 477

@CINEAST

Dann sind wir da ja so ziemlich einer Meinung^^

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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CINEAST : : ReReleaser
31.08.2020 21:31 Uhr
0
Dabei seit: 17.11.09 | Posts: 1.692 | Reviews: 6 | Hüte: 62

@luhp92

Mir persönlich geht es gar nicht so sehr um die ganzen Detailfragen, ich finde es nur wie erwähnt schade, dass aktuell von negativer Kritikseite so viel auf Plotholes und Inkonsistenzen rumgehackt wird, von denen nach meinem Wissensstand bisher nicht eines von Relevanz, valide begründet worden ist. Oft wurden schlichtweg Dinge übersehen oder es wurde nicht verstanden. Wie gesagt, ist das Invertieren für mich auch nicht der Hauptaspekt des Films, der deutlich mehr als das zu bieten hat, was aber leider völlig aus dem Fokus gerät. Du hast es in deiner Kritik ja allerdings schon stellenweise sehr schön aufgegriffen. Ich komme leider nicht dazu hier mehr und flächendeckender zu schreiben...sonst hätte ich da auch noch was zu geschrieben ; )

Zu deinem Punkt:

Ich glaube schon, dass ArneDias die "Kriminellen" in der Zukunft meint, aber selbst wenn nicht, würde ich die einfache Gegenfrage stellen, wann erwähnt wird, dass Normalsterbliche überhaupt davon Wind bekommen haben sollen? Ich denke diese Art von Technologie und dessen Nutzen wird nur in Geheimdienstkreisen und auf oberster Regierungsebene bekannt sein. Zumindest sind das die Einzigen die laut unseres Filmwissens davon wissen. (Regierungskreise habe ich jetzt dazu addiert, aber das scheint mir relativ logisch zu sein, wenn man sich vorstellt was für ein Kapital und was für eine Macht dahinter stecken muss, um auf beiden Seiten die Kräfte zu mobilisieren, die wir eben präsentiert bekommen.)

- CINEAST -

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