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1917

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Userkritik von GierigeEnte

1917 Kritik

1917 Kritik
5 Kommentare - 09.05.2020 von GierigeEnte
In dieser Userkritik verrät euch GierigeEnte, wie gut "1917" ist.
1917

Bewertung: 3.5 / 5

Ich hatte gehofft, heute wird ein guter Tag. Hoffnung ist ein gefährlich‘ Ding.

Wenngleich ich mir noch immer sehnlichst einen „richtigen“ Kriegsfilm im Stile von Herz aus Stahl oder Der Soldat James Ryan über den amerikanischen Bürgerkrieg wünsche, ist auch der erste Weltkrieg, was Kriegsfilme betrifft, bisher recht stiefmütterlich behandelt worden. Vorzugsweise findet sich der Vietnam- oder der zweite Weltkrieg als Motiv, doch Sam Mendes‘ 1917 widmet sich, wie die titelgebende Jahreszahl schon zeigt, dem Konflikt von 1914 bis 1918, den das deutsche Kaiserreich zu verantworten hatte.

Trailer zu 1917

Zur geschichtlichen Einordnung: Seit dem sogenannten „Dreikaiserjahr“ 1888 regiert Kaiser Wilhelm der II. das Deutsche Reich. Der noch junge, unerfahrene Enkel Wilhelm des I. zwang den Reichskanzler Bismarck zur Abdankung, führte dessen Bündnispolitik nicht weiter und bemühte sich vor allem um einen „Platz an der Sonne“, was die Kolonialpolitik betraf. Da Bismarck sich dahingehend nahezu rausgehalten hatte, war wenig Freiraum für deutsche Kolonien übrig, sodass es in Afrika regelmäßig zu Spannungen kam. Als am 28. Juni 1914 in Sarajevo der Thronfolger Österreich-Ungarns, Erzherzog Franz Ferdinand, und seine Gemahlin, Sophie Chotek, ermordet wurden, erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg, woraufhin auch Russland gegen Österreich-Ungarn mobil machte. Da Deutschland einen Bündnisvertrag mit diesem Land hatte und sie Russland nicht vertrauten, sahen sie sich von Feinden umringt, weswegen sie die Gelegenheit nutzten und begannen, gegen Frankreich zuziehen. Im Verteidigungsfall hatte England Frankreich jedoch Unterstützung zugesichert, sodass sich nach und nach der erste Weltkrieg formte.
Zwar wurden bereits im amerikanischen Bürgerkrieg erste Schützengräbentaktiken benutzt, dennoch war der Krieg von 1914 bis 1918 der erste große Konflikt, bei dem es zu massiv statischen Frontverläufen kam. Die verfeindeten Parteien schafften es oft über lange Zeit hinweg nur wenige Meter zu erobern, sodass der erste Weltkrieg zu einem verbissenen Stellungskrieg ausartete. Durch den erstmaligen Einsatz von Giftgasen wie Tränen-, Stick- und Chlorgasen wurde der Krieg schnell zu dem bis dato grausamsten Ereignis, sodass gegen Ende über neun Million tote Soldaten und mehr als zehn Millionen tote Zivilisten zu verzeichnen waren.

1917 spielt demnach in der Zeit des Krieges, an dem Deutschland bereits Nordfrankreich erobert hat und sich mit englischen sowie französischen Truppen belagert. An dem Punkt sind die deutschen Truppen bereits gezwungen, sich immer wieder einige Meter zurückzuziehen, während die Alliierten unter Verlusten schrittweise vorrücken. Unter diesen befinden sich die Soldaten Tom Blake (Dean-Charles Chapman) und William Schofield (George MacKay), die von General Erinmore (Colin Firth) den Autrag erhalten, ein Regiment von 1600 Soldaten, darunter Blakes Bruder (Richard Madden), vor einem Hinterhalt der Deutschen zu warnen. Doch der Fußmarsch, für den sie nur wenige Stunden Zeit haben, ist beschwerlich und führt direkt durch Feindesgebiet.

Um die atemlose Wanderung durch Kriegsgebiet besonders intensiv darzustellen, ist 1917 als ein sogenannter „Oneshot“ gedreht. Anders, als man vielleicht vermutet, bedeutet das jedoch nicht, dass der Film in einem einzigen Take gedreht wurde, sondern dass die Schnitte so versteckt sind, dass der Streifen eine einzige Aufnahme suggeriert. Verschiedene Quellen attestieren dem Werk 34 Schnitte, von denen man mehrere, wenn man ein geübtes Auge vorweisen kann, definitiv bemerkt. Schlimm ist das zweifelsohne nicht, denn dass hier kein wirklich einzelner Take möglich war, sollte klar sein.
Das tatsächliche Problem ist, dass der Oneshot-Stil leider zu zuviel Selbstzweck geraten ist, denn wenngleich die langen Aufnahmen an Punkten zu mehr Intensität verhelfen, besitzt das krampfhafte Verbergen von Schnitten keine künstlerische Legitimation und bringt den Film sowie seine Geschichte nicht voran. Und das ist schade, denn so verkommt der gewaltige Aufwand, den manche lange Takes gemacht haben müssen, zu Effekthascherei und Oscarbait, obwohl man mehr aus ihnen hätte machen können. Beispielsweise hätte man mithilfe der Oneshot-Technik wundervoll die klaustrophobie einer Schlacht in Schützengräben – wie es in 1917 anfänglich auch angedeutet ist – darstellen können, wenn die Kamera nie wirklich über den Rand des Grabens hinausschaut und so den Zuschauer, ohne den erlösenden Effektes eines Umschnitts, ebenfalls in selbigem einsperrt. Dieser Film hier wäre aber deutlich besser gekommen, wenn er nach seinen bewundernswert langen Aufnahmen einfach einen Schnitt gesetzt hätte, ohne selbstzweckhaft besonders sein zu wollen und dies nicht begründen zu können.
Es gibt jedoch noch einen weiteren Punkt, der zu kritisieren ist: Der zu manipulative Soundtrack. Besonders in einer Szene fällt ziemlich negativ auf, wie laut die Musik im Vergleich zu dem restlichen Film ist und wie massiv sie dem Zuschauer die Berdohungssituation vermitteln möchte. Dass man da keine andere Methode gefunden hat, sei es über die Kamera oder die Bildsprache, spricht von eher schwächelndem künstlerischen Ausdruck und einer gewissen Oberflächlichkeit, mit der 1917 ohnehin öfter zu kämpfen hat.

Aber genug dieser Beschwerden, denn gut ist der Film, trotz seiner besprochenen Mängel. Sehr gut sogar. Angefangen bei der nun mehrfach erwähnten Kameraarbeit, für die Roger Deakins zurecht einen Oscar gewonnen hat – die langen, herausragend choreografierten, aufwendigen Aufnahmen wissen einfach zu imponieren. Insbesondere die Szenen auf dem Schlachtfeld, wenn fünfzig Leute neben punktgenau gezündeten Explosionen herrennen, die Kamera rückwärtsfährt und kein einziges Mal geschnitten wird, ist das nicht nur besonders beeindruckend, sondern auch technisch gesehen brillant. Und ich löge, wenn ich sagen würde, dass ich an dieser Stelle keine Gänsehaut hatte. Abseits dessen ist die Kameraführung nicht weniger gelungen: Das ständige Fokussieren auf die Protagonisten, die erzeugte Dynamik, das Schwenken um die Figuren … all das ist es, was 1917 mehr als sehenswert macht.
Fortführend bietet der Film vieles, was noch darüber hinausgeht, in erster Linie eine gelungene Kriegskritik. Klar, diese fällt nicht so tiefgehend wie in einem Apocalypse Now oder Pans Labyrinth aus, ist dennoch aber nicht zu vernachlässigen und gibt dem Werk die richtigen Töne mit. Krieg ist, einfach gesagt, scheiße und genau das bringt 1917 immer wieder zum Ausdruck, in den Bildern, den Ereignissen, den Dialogen.
Selbige sind – trotz, dass der Film eher gesprächsarm verläuft – definitiv gut geschrieben und transportieren mehrere interessante Ansätze. Insbesondere am Anfang findet sich eine Sequenz, in der recht tiefgründig über die Facetten des Krieges philosophiert wird, was sich ebenso gegen Ende widerspiegelt. Und auch wenn ich den Einsatz des Soundtracks stellenweise kritisieren muss, unterstreicht die von Thomas Newman geschriebene Musik doch sowohl Dialoge als auch Bildführung, dank der die qualitativen Kulissen ausgesprochen hochwertig wirken, sehr gut.
Was die Handlung anbelangt, so fügt sich diese passend in das Gesamtwerk ein, schafft es, durchgängig spannend zu bleiben und mehrere memorable Momente zu etablieren, sei es das gesungene Lied der Soldaten oder die finale Idylle, die den Kontrast zum Krieg besonders herausstellt. Dass die Story an sich nicht wirklich ausführlich ist, ist hierbei kein Problem, da sie ihre Funktion, den Film zu tragen, erfüllt und mehr als das auch nicht nötig ist – wie beschrieben, liegt das Hauptaugenmerk auf anderen Punkten. Nichtsdestotrotz weiß sie ein beständiges Vorankommen zu verdeutlichen und hin und wieder zu überraschen. Dahingehend ist interessant, wie die Figurenkonstellation so aufgebaut wird, dass sie gezielt falsche Fährten legt, was eine gewisse Entwicklung betrifft; doch darauf näher einzugehen würde einen anfänglichen Spoilerhinweis nach sich ziehen. Nicht umhin komme ich allerdings, das Ende zu erwähnen, welches mit einer stimmig feinfühligen Emotionalität nahezugehen weiß und die traurige Konsequenz von Kriegen verdeutlicht. Kraftvoll inszeniert bringt es abschließend eben genau das auf den Punkt, was der Film die ganze Zeit über schon ausdrückt.
Charakterbetreffend kann ich an 1917 nichts aussetzen, im Gegenteil, diesbezüglich ist der Film sogar sehr zu loben. Er investiert angenehm viel Zeit in die Hintergrunderklärungen seiner wichtigsten Figuren und schafft es so, den Zuschauer eine Verbindung zu diesen aufbauen zu lassen. Gut, das Werk basiert auf realen Begebenheiten, dennoch ist es achtbar, dass die zugrundeliegenden Möglichkeiten gewinnbringend genutzt, ohne gleichzeitig redundant zu wirken. Die Schauspieler, unter denen überraschend viele bekannte Namen vertreten sind, unterstützen das Ganze, allen voran Dean-Charles Chapman und George MacKay in den Hauptrollen. Insbesondere letzterer begeisterte mit einer fehlerfreien Darstellung des immer ausgelaugteren Soldaten, welcher sich dessen ungeachtet keine Ruhe gönnen kann. Am stärksten ist allerdings Richard Maddens Rolle, in der er nicht nur ein grandioses Schauspiel liefert, sondern zeitgleich auch das bestmögliche aus seinem Auftritt herausholt. Mit der Besetzung durch Mark Strong, Benedict Cumberbatch, Colin Firth und Andrew Scott braucht sich ergänzend ebenso keine der Nebenrollen zu verstecken.

Trotz, dass die FSK den Film – wohlgemerkt aus Bildungszwecken – ab 12 freigegeben hat, zeigt er an den richtigen Stellen die nötige Intensität, die es braucht, um die Gräuel des Krieges zu visualisieren. Ohne gewaltverherrlichend ausgespielt zu werden, zeigt 1917 ungeschönt, welch zerstörende Folgen der Kampf Soldat gegen Soldat mit sich bringt und wie drastisch die Verletzungen ausfallen. Wenn man sich diesbetreffend die Lazarettszene ansieht, kann ich dem Entschluss der FSK nicht folgen. Ja, ich verstehe die Motivation dahinter, auch Jüngeren zeigen zu wollen, dass der Krieg weder etwas Glorreiches, noch etwas Schönes an sich hat und zu keinem Zeitpunkt harmlos ausfällt, dennoch macht das die gezeigte Gewalt nicht weniger prägend, die Brutalität nicht weniger wuchtig. Und wenngleich bei einer Freigabe auch immer der Kontext eine Rolle spielt, hätte ich den Film dennoch ab 16 freigegeben (Brutalität: 1 von 10 für ab 16).

Eine abschließend getroffene Zusammenfassung bescheinigt, was ich zwischenzeitlich bereits erwähnte: 1917 ist nicht nur ein sehr guter Film, sondern auch ein gelungenes Werk über den Krieg, welches sich zudem löblicherweise dem ersten Weltkrieg annimmt. Auch wenn es Kritikpunkte gibt, überwiegen bei weitem die positiven Aspekte, sodass sich ein Kinobesuch so sehr lohnte, dass ich auch noch ein zweites Mal gegangen bin und ich kann nur empfehlen, sich den Film ebenso zu Gemüte zu führen.
Als Kriegsfilm erhält er 8,5 Punkte, als Drama 8 Punkte und als künstlerischer Film – weil das besondere Stilmittel eben weitestgehend nur Selbstzweck ist – 6 Punkte. Insgesamt verpasse ich 1917

7,5 von 10 Punkten.

P.S.: Ich hoffe mal, das kleine Bisschen Werbung ist hier erlaubt und wirkt auf niemanden zu unsympathisch. Wem die Review gefallen hat, kann ja mal auf meiner eigenen Seite, Entenlog, vorbeischauen, auf der ich neue Kritiken immer ein paar Tage eher teile. ^.^

1917 Bewertung
Bewertung des Films
710
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GierigeEnte : : Entenlog
14.05.2020 14:52 Uhr
0
Dabei seit: 25.01.20 | Posts: 162 | Reviews: 14 | Hüte: 14

Dann merke ich mir das mal vor, vielen lieben Dank!

"Mir gegenüber im Nachteil zu sein, ist ein Vorteil, den ich Dir gegenüber behalten will."

https://entenlog.wordpress.com

MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
12.05.2020 14:25 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.669 | Reviews: 30 | Hüte: 139

GierigeEnte:

Ich meine ich hätte das aus "What If?: The Worlds Foremost Historians Imagine What Might Have Been (What If Essays)" Band 1 (deutsch "Was wäre gewesen wenn?") von Robert Cowley (mehrere Autoren) gelesen. Da ist ein Kapitel zu den möglichen Entwicklungen 1914 drin, hab das Buch leider nicht mehr und bei Amazon ist nur Band 2 in deutscher Sprache. Aber wenn du da mal die Hände dran kriegst, das ist ne Fundgrube an interessante Szenarien wink

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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GierigeEnte : : Entenlog
12.05.2020 11:44 Uhr
0
Dabei seit: 25.01.20 | Posts: 162 | Reviews: 14 | Hüte: 14

@MB80:

Danke fürs Lesen und die lange Nachricht! Ja, die Antwort kommt leider etwas spät, habe Gestern keine wirkliche Zeit gefunden. ^^

Interessante Anmerkung zum Verhältnis zwischen Frakreich und England. Da müsste ich mich nochmal einlesen, korrigiere ich auf jeden Fall. smile

"Da hast du für mich zumindest einen Widerspruch drin, zumindest ich denke, dass dies die Stärke des Filmes ist, den Zuschauer eben "gefangen" zu halten, so im ätzenden Niemandsland oder den klaustrophobischen Tunneln. Man will eingreifen oder lenken, ist aber genau wie die Soldaten mit ihrem Befehl gefangen."

Ich finde aber, dass die von dir genannte Legitimation nicht ausreicht und so das Stilmittel zum Selbstzweck verkommt. Das Niemandsland hätte man auch mit Schnitten gut, mMn sogar besser einfangen können.

Beim zweiten Absatz stimme ich dir zu: Diesbetreffend hebt sich der Film tatsächlich treffend von der Menge ab. Dass Cumberbatch hier fast antagonistisch auftritt stimmt definitiv, schließlich will er ja die Schlacht anfänglich trotzdem durchziehen und Schofield wird sogar vor ihm gewarnt.

Dankeschön! smile

"Mir gegenüber im Nachteil zu sein, ist ein Vorteil, den ich Dir gegenüber behalten will."

https://entenlog.wordpress.com

MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
10.05.2020 17:07 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.669 | Reviews: 30 | Hüte: 139

GierigeEnte:

Ohne meine eigene Kritik nochmal gelesen zu haben, aber ich glaube da haben wir ne Menge Übereinstimmungen in der Bewertung. Ein paar Punkte sind mir noch aufgefallen:

"Im Verteidigungsfall hatte England Frankreich jedoch Unterstützung zugesichert, sodass sich nach und nach der erste Weltkrieg formte."

Unabhängig vom Film selber habe ich mal gelesen, dass das gar nicht so bindend war. GB und Frankreich hatten zwar ihre kolonialen Differenzen beigelegt und sich lose verbündet, dass GB habe wirklich an Frankreichs Seite eingreifen würde war nicht absolut gesichert. Die beiden hatten eine lange Geschichte von Kriegen vom 100-jährigen Krieg bis zu den napoleonischen Kriegen und waren sich eigentlich spinnefeind. Der Entschluss kam wohl, als klar wurde, dass der deutsche Angriff scheinbar auf die französischen und belgischen Kanalhäfen abzielte, was für GB nicht akzeptabel war.

"...denn wenngleich die langen Aufnahmen an Punkten zu mehr Intensität verhelfen, besitzt das krampfhafte Verbergen von Schnitten keine künstlerische Legitimation und bringt den Film sowie seine Geschichte nicht voran."

[...]

"...und so den Zuschauer, ohne den erlösenden Effektes eines Umschnitts, ebenfalls in selbigem einsperrt."

Da hast du für mich zumindest einen Widerspruch drin, zumindest ich denke, dass dies die Stärke des Filmes ist, den Zuschauer eben "gefangen" zu halten, so im ätzenden Niemandsland oder den klaustrophobischen Tunneln. Man will eingreifen oder lenken, ist aber genau wie die Soldaten mit ihrem Befehl gefangen.

Was mir im Nachhinein noch eingefallen ist, ist dass der Film schon ein Alleinstellungsmerkmal hat, indem er einer der wenigen Kriegsfilme ist in denen es darum geht eine Schlacht zu verhindern. Der von dir zitierte Oberst Cumberbatch ist ja sogar fast sowas wie der Antagonist des Filmes, und die "Helden" somit ziemlich unkonventionell. Verdeutlicht wird das durch die Szene am Ende, in der der Bruder aus der Schlacht zurückkehrt, der eher ein konventioneller Held in einem Kriegsfilm wäre.

Gute Kritik.

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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GierigeEnte : : Entenlog
09.05.2020 17:25 Uhr
1
Dabei seit: 25.01.20 | Posts: 162 | Reviews: 14 | Hüte: 14

So, das wäre dann schon der zweite 2020er Film, der nächste folgt bald. smile

"Mir gegenüber im Nachteil zu sein, ist ein Vorteil, den ich Dir gegenüber behalten will."

https://entenlog.wordpress.com

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