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Airport

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Airport Kritik

Airport Kritik

Airport Kritik
0 Kommentare - 30.06.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Airport" ist.

Bewertung: 3 / 5

Ein tobender Schneesturm führt auf einem Flughafen dazu, daß eine Maschine eine Landebahn blockiert. Währenddessen befindet sich ein Flug auf dem Weg zum Böden. An Bord ist ein psychisch kranker Mann mit einer Bombe. Für den Flughafendirektor Mel Bakersfield (Burt Lancaster) und den Kapitän an Bord Vernon Demerst (Dean Martin) beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Vor der anbahnenden Katastrophe befinden sich die Menschen in heller Aufregung, um Banalitäten und all diese Dinge, die das Leben so einfach gestalten. Es sind Ehebrüche, Liebschaften, kleinere Marotten, Gespräche und Arbeit, die sie verrichten und die sie von A nach B treiben. Das ist ohnehin das Selbstverständnis des Lebens, daß so einfach und beschaulich wirkt. Dabei ist Airport eines dieser Werke, daß all die Banalitäten auch nur dazu nutzt, um sie als Mittel zum Zweck für irgendwelche Figurenansammlungen zu nutzen. Ein klarer Fokus ist dann nicht erkennbar und man wünschte sich eigentlich, daß es mal anders wäre. Doch ja, Airport handelt von allerlei Dingen, die auch unglaubwürdig wirken. Doch man muss sagen, daß es eben die späten 1960er, beziehungsweise die frühen 1970er Jahre waren, in denen diese Geschichte angesiedelt ist. Da werden gewisse Dinge eben mehrmals ausformuliert. Nicht aber, wie es heute der Fall wäre. Im Prinzip haben Filme, ja immer das gleiche Problem gehabt, wenn sie nicht einfach nur aus anderen Gründen schlecht waren. Hier, ist das Problem nämlich, daß Airport sehr lange Zeit auf Dinge verwendet, die den Zuschauer weder tangieren noch im weiteren Verlauf tangieren müssen.

Häufig spricht man ja von Filmen der frühen Phase Hollywoods mit einer gewissen Romantik. Und generell werden diejenigen, die die Welt relativ gefasst und klar erleben, feststellen, daß gewisse Dinge einfach früher so waren, weil man früher so war. Airport steht in gewisser Weise in der Tradition dieses Frühers. Ein recht einfach gestrickter Plot, der mit einfachen Geschlechterzeichnungen und damit auch einfachen Figuren versehen ist. Männer sind hier Macher, Frauen diejenigen, die das Machen erleben und unterdessen wird eigentlich wenig verhandelt. Zu Beginn wirkt Airport noch wie ein kleines Kind im Supermarkt, daß begierig jedes einzelne Regal und seine bunten Farben, wie Angebote und Formen betrachtet. Das heißt also, der Zuschauer erlebt hier zu Beginn das, was er sich eigentlich vom Flughafen erwartet. Nun mag man da im Jahr 1970 sicherlich einer anderen Auffassung gewesen sein und dennoch wirkt das gerade aus heutiger Sicht so, als fülle man den Film damit auch einfach nur mit einigen Bildern. Und das liegt eben daran, daß hier ein vermeintlicher Subplot nach dem anderen etabliert wird, der am Ende des Tages so wirkt, als befände sich der Zuschauer damit auch gleichermaßen in einer Seifenoper. Ja, Airport verhandelt keine tiefsinnigen Fragen und ist ohnehin erschreckend banal.

Klar, von einem Unterhaltungsfilm dieser Epoche mehr zu erwarten, ist sicherlich auch eigenes Verschulden. Denn systemisch wird hier nicht gedacht, metaphorisch wird hier nur sehr, sehr oberflächlich gedacht und als Zuschauer ist man den Figuren in ihrem gesamten Spiel meilenweit voraus. Natürlich versucht der Film das durch einen namhaften und groß ausgelegten Cast zu kaschieren. Doch das gelingt nicht, weil Airport eben aus einer anderen Zeit stammt. Womit nicht gesagt ist, daß früher alles schlechter und heute alles besser wäre. Allerdings waren Strukturen für Menschen dort einfacher nachzuvollziehen, Heroismus und die Theatralik einer Theatergeneration in Hollywood waren noch gang und gäbe. Ja, fast wie eine Seifenoper wird hier die Romanze zwischen Kapitän Vernon Demerest und einer Stewardess in Szene gesetzt. Sie stehen da, wie Schauspieler aus einem Theater-Hintergrund da eben so stehen und erzählen sich Dinge, die eben wahrhaftig wirken sollen, aber so in dieser Form niemals ein Mensch je gesagt haben wird. Das wirkt eben ein wenig albern und altbacken. Auf der anderen Seite versucht der Film nuanciert schon gewisse Skandale seiner Zeit und vielleicht auch heutiger Zeiten aufzugreifen, indem etwa ein uneheliches Kind zulasten des Mannes, aber auch primär der Frau wird. Nun kann man sich als recht findiger Zuschauer schon ausmalen, was das sozial-gesellschaftlich, wie auch ökonomisch für eine Frau bedeutete, wenn sie ein uneheliches Kind von einem Mann erwartete.

Unterdessen braucht Airport tatsächlich eine Weile, bis der Film in dem ankommt, was er eigentlich sein möchte. Ein Katastrophenfilm, der vom Absturz einer Maschine handelt. So zumindest könnte man sich das ausmalen. Natürlich ist hier wissenschaftlich wenig korrekt, wenn etwa Passagiere trotz eines offenen Teils am Flugzeug nicht aufgrund des Druckluftabfalls sterben werden. Aber das ist ja auch nicht gerade der anspruchsvollste Film auf dem Planeten. Auf der anderen Seite sind diese Momente schon zu Teilen spektakulär, zumindest aus damaliger Sicht und werfen doch die Frage auf, warum so wenig in ein Motiv des Verantwortlichen investiert wird. Nun, daß sagt schon einiges aus, zumal man das Motiv als Zuschauer dann auch in einer filminternen Logik nicht nachvollziehen soll. Letzten Endes ist es aber ohnehin eher als Mittel zum Zweck gedacht, um einen großen Knall zum Finale hin zu etablieren. Und das gelingt. Ja, auf dieser reinen Unterhaltungsebene ist das durchaus spannend und noch dazu wird hier das Thema Kommunikation stark etabliert. So ist klar, daß eine Katastrophe eben nur durch ein Team von Fachleuten und anderen abgewendet werden kann. Damit zeichnet sich der Film natürlich als Ultra-demokratisches Werk aus, weil die Meinung der Masse und auch das Können der Masse eine Rolle spielen. Und dann wären wir wieder im Solidaritäts-Kino angelangt, welches sich seit Ende des Zweiten Weltkriegs im amerikanischen Kino etablierte.

Ein Glanzstück unvergesslicher Filmkunst ist Airport nicht. Dafür ist er zu wenig systemisch und zu sehr ein Kind seiner Zeit. Etwas melodramatisch, steuert er auf ein Ende zu, daß durchaus seine Wirkung entfalten kann und zwischendurch zumindest nicht endlos langweilt. Da gibt es andere Vertreter.

Airport Bewertung
Bewertung des Films
610

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