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Arsen und Spitzenhäubchen

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Der Tod ist erst der Anfang........erst Recht bei dieser rabenschwarzen Komödie

Arsen und Spitzenhäubchen Kritik

Arsen und Spitzenhäubchen Kritik
3 Kommentare - 23.04.2012 von Spiegelbild
In dieser Userkritik verrät euch Spiegelbild, wie gut "Arsen und Spitzenhäubchen" ist.

Bewertung: 5 / 5

[b]Titel:[/b] Arsen und Spitzenhäubchen [b]Genre:[/b] Komödie [b]Laufzeit:[/b] 113 min [b]Regisseur:[/b] Frank Capra [b]Darsteller:[/b] Cary Grant, Peter Lorre, Josephine Hull, Raymond Massey, John Alexander, Jean Adair, Priscilla Lane Handlung: Mortimer Brewster, ein bekannter Theaterkritiker heiratet seine große Liebe Elaine Harper standesamtlich und begibt sich anschließend sofort nach Hause um seinen beiden Tanten die frohe Botschaft zu überbringen und kundzutun, dass er noch heute in die Flitterwochen fahren möchte. Als er allerdings eine Leiche in der Wohnzimmertruhe findet und er entsetzt feststellen muss, dass seine Tanten diese auch noch selbst dorthin verfrachtet haben, ist es vorbei mit der Freude und das war erst der Anfang, denn seine Tanten haben mehr als eine Leiche im Keller.. Die Komödie von Frank Capra aus dem Jahre 1944 zählt trotz des betagten Alters als Evergreen unter den Komödien, da nicht prüde, nicht altmodisch und nicht zu gehalten, aber rabenschwarz und saukomisch. Wieso? Diese Frage lässt sich unter folgenden Gesichtspunkten klar darlegen. 1. Die pechschwarze Handlung: Gibt es Komödien die mit "schwarzer Humor" geworben werden, so können diese wegen ihrer schwarzen Gags im Vergleich zu Arsen und Spitzenhäubchen nur als Spitze des Eisberges abgestempelt werden. Denn bei Arsen und Spitzenhäubchen ist durchweg alles schwarz, die gesamte Handlung, womit sich dieser Film, auf Grund seiner Inszenierung als der große Teil des Eisberges unter dem Wasser bezeichnen dürfte. Die Handlung im Film hält den Fokus auf Mortimer Brewster, welcher wegen seiner Eheschließung im siebten Himmel schwebt, radikal aber plötzlich im siebten Kreis der Hölle steht, als er herausfindet, dass seine beiden Tanten aus Mitleid mit älteren Menschen, um sie von ihren irdischen Qualen zu erlösen vergiften und dann von Mortimers persönlichkeitsgestörtem Bruder, der sich für den Präsidenten Theodore Roosevelt hält, im Keller christlich bestatten lassen. Hier wurde eindeutig mit Liebe zum Detail gearbeitet, denn sei es nun der vergiftete Holunderbeerwein, mit dem die zwei netten älteren Damen die alten Menschen vergiften und ihnen damit einen Dienst erweisen, oder die sonderbaren Weltanschauungen jeder einzelnen Person auf Moral, Intelligenz und Aussehen, so fügt sich jedes einzelne Teil perfekt durch die skurril wirkende Inszenierung in das ganze ein, so dass man am Ende ein Filmpuzzle beisammen hat, das einzigartig anzusehen ist und die einzelnen Teile für sich ein wunderbares Wohlfühlerlebnis verschaffen, das man schlussendlich am Gesundheitszustand des eigenen Zwerchfells zu zweifeln hat, wenn man ein Freund solchen Humors ist. Innerhalb der Story gibt es auch so viele Wendungen, witzige Dialoge und Situationskomik vom Feinsten, dass einem nie langweilig und der Unterhaltungswert auf einem sehr hohem Niveau gehalten wird. 2. Die skurrilen Figuren: Bei den Figuren dieses Meilensteins in Sachen Komödie wird mit zwei sehr beliebten und einfachen Grundsätzen diese Genres gearbeitet. Die da wären die komischen Perspektiven jeder einzelnen Person und schlichtweg die Übertreibung. Das alles funktioniert in dem komischen Konflikt, in dem sich Mortimer Brewster mit der Welt befindet exquisit und kommt dem Film sehr zugute. Da wäre zum Beispiel Teddy Brewster, der geistesgestörte Bruder von Mortimer. Die komische Perspektive wäre hier die, das er sich für den Präsidenten hält, die Übertreibung liegt darin, dass er den Präsidenten ohne jeden Zweifel darzustellen scheint. Das wäre ein Punkt von dutzenden, wie es sie in diesem Film gibt. Somit steht schon diese Person alleine, die nur eine "Nebenfigur" ist, in einem deutlich erkennbaren Maße in Kontrast zu seinem Umfeld, dass jede Szene mit dieser Figur einmalig ist und dem Zuschauer immer wieder ein Lachen, oder Lächeln entlocken muss. Sei es nun das Sturmblasen mit der Trompete, das Ausheben von Gräbern im Keller in dem Glauben er grabe den Panamakanal, oder das "Beseitigen" der Leichen, der Opfer seiner Tanten, mit der Meinung es seien Gelbfieberopfer und man müsse die Krankheit eindämmen, das alles ist so komisch und dem Genre Komödie gerecht werdend, dass es an Genialität und wahnwitzigem Erfindergeist fast nicht zu überbieten ist. Und in diesem Film sind alle Figuren dahingehend einzigartig, was Konflikte schon vorprogrammiert. 3. Die spielfreudigen Darsteller: Allen voran Cary Grant der mit seiner Performance zeigt, warum er so ein beliebter Schauspieler war, oder immer noch ist. Dieser charmhafte Schleimbolzen, der vom koketten Womanizer zum verstörten Frettchen mit Hang zu Durchdrehen im Laufe des Films mutiert spielt einfach grandios. Am Anfang noch seriös, gefasst und ruhig, was schauspielerisch sehr angenehm auffällt, schafft er es seit dem Augenblick an, wo Mortimer Brewster weiß, das seine Tanten Menschen töten, glaubhaft und irrwitzig komisch das Gefühl zu vermitteln, das er langsam zum Ausbund von Wahnsinn mit Gefahr auf Zerbrechlichkeit der eigenen Psyche wird und trotz des Tatendrangs ratlos wie nie ist. Josephine Hull und Jean Adair spielen Mortimers Tanten mit einer ruhigen, gelassenen Harmlosigkeit, eben das Idealbild der netten Tante, als könnten sie kein Wässerchen trüben und man empfindet irgendwie Sympathie für die beiden. Am bekanntesten aber nach Cary Grant dürfte der Schauspieler Peter Lorre sein, den die meisten wahrscheinlich aus dem Klassiker "M" kennen werden. Der kleine Mann mit den hervorstehenden Augen spielt hier Dokor Einstein, einen Arzt der mit Mortimers anderem Bruder Jonathan, einem gesuchten Mörder mit Frankensteinvisage, unterwegs ist. Lorre spielt Einstein mit von ihm gewohnter Lässigkeit und haucht diesem leicht einzuschüchternden Angsthasen das für die Rolle nötige Leben ein und sorgt darüber hinaus mit seinem Minenspiel auch für jede Menge Schmunzeln. Da wären noch Raymond Massey und John Alexander als die beiden Brüder von Mortimer. Dazu kann man nur sagen das beide grandios spielen. Will hier jetzt aber nicht spoilern;) Fazit: Aus Spoilergründen kann hier nicht allzuviel über die Handlung erzählt werden. Aber zu sagen ist, dass uns Regisseur Frank Capra hier einen Film geschenkt hat, der einfach gute Laune macht und blendend unterhält, trotz oder gerade wegen seiner eigentlichen Nonsense-Story. Charakterprofile, Story und Inszenieung, sowie die Liebe mit der die einzelnen Szenen gedreht wurden machen diesen Film zu einem Erlebnis der besonderen Art und trotz seines batagten Alters, könnte der Film eigentlich auch aus der heutigen Zeit stammen. 5 rabenschwarze Punkte für das Fest für die Lachmuskeln.

Arsen und Spitzenhäubchen Bewertung
Bewertung des Films
1010

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3 Kommentare
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juna : : Moviejones-Fan
08.05.2012 22:16 Uhr
0
Dabei seit: 27.12.11 | Posts: 97 | Reviews: 0 | Hüte: 0
Ist halt nicht umsonst einer meiner Lieblingsfilme, aber vor allem mein absolutes Lieblingstheaterstück! Man kann sich den Film/das Stück immer wieder ansehen! Nur fehlt bei meinen beiden DVD-Versionen leider das Ende.
Und deiner Kritik kann ich nur vollstens zustimmen!
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Spiegelbild : : Moviejones-Fan
23.04.2012 18:51 Uhr
0
Dabei seit: 12.01.12 | Posts: 566 | Reviews: 4 | Hüte: 11
Hast Recht. Werde mit Hinblick auf deinen Vorschlag in der nächsten Kritik mal keine Gliederung wie hier machensmile

Das mit denselben Worten.....notier ich mal unter persönlicher Gedankenschwäche und Vergesslichkeit. Da will man einen neuen Satz schreiben und der vorhergegangene schwirrt immer noch irgendwie im Oberstübchen rum;) Kenn das Problem aus Aufsätzen die ich früher in der Schule geschrieben habe....


Danke für die konstruktive Kritik.

(P.S. Das Versäumnis schnell nachholensmile)
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eli4s : : Moviejones-Fan
23.04.2012 18:18 Uhr
0
Dabei seit: 22.02.12 | Posts: 2.644 | Reviews: 31 | Hüte: 108
Hi Spiegelbild,

finde die Kritik wieder ganz gut geschrieben ...

allerdings wiederholst du dich (wieder) hier und da ... und teilweise ist das mit dieser Unterteilung auch schwer zu vermeiden, weshalb ich - wie schon oft gesagt - eine solche (unter anderem) nicht empfehle.

So beschreibst du zum Beispiel unter dem ersten Punkt schon etwas die Figuren ... und unter dem Aspekt "Figuren" werden diese dann (logischerweise) nochmals besprochen. Vor allem fällt es auf, wenn du dann nochmals die identischen oder sehr ähnliche Formulierungen wählst.
Zur Wiederholung gehört also nicht nur Inhalt sondern auch Wortvarianz. Ganz simpel und pauschal gesagt, versuche ich zum Beispiel auch, in zwei (mehr oder weniger) aufeinander folgenden Sätzen nicht zweimal das selbe Wort für die selbe Sache zu verwenden, sondern eben andere Formulierungen zu finden, um den Text interessanter zu machen.

Den Film habe ich leider noch nicht gesehen, mag aber so manch anderes Werk von Capra; "Its a wonderful life" - zum Beispiel.

Zweifellos handelt es sich dabei um einen tollen Film. Bin auch ein Fan von Cary Grant ... vor allem natürlich in den Hitchcock Filmen.

Gruß
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