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Big Game - Die Jagd beginnt!

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Actionkomödie oder B-Movie?

Big Game Kritik

Big Game Kritik
1 Kommentar - 06.07.2015 von NoAccount
In dieser Userkritik verrät euch NoAccount, wie gut "Big Game - Die Jagd beginnt!" ist.
Big Game

Bewertung: 2 / 5

Wann war ich denn letzes Mal im Kino? Zugegeben, ist schon lange her. Aber heutzutage kann man sich ja die aktuellsten Kinofilme auch zuhause, bequem auf dem Sofa sitzend, mit einem Bier griffbereit ansehen. Also steht einem Kinoabend zuhause ja nichts mehr im Weg, dachte ich. Und da ich seit ein paar Jahren in Finnisch Lappland zuhause bin, wollte ich dann doch den Film Big Game nicht verpassen. Ich habe mir bewusst keine Trailer vorher angesehen, da so oft in diesen die wichtigsten und besten Szenen gezeigt werden und einem so die Spannung rauben. Aber allzu unwissend war ich dann doch nicht, wusste ich doch um die Handlung des Film bestens Bescheid. Die Vorfeude war also da; endlich einmal ein Film, in welcher der Norden Finnlands in schönen Bildern gezeigt wird - und nicht immer Neuseeland als Filmkulisse oder Metropolen wie New York oder Los Angeles dienen. Vielleicht ja sogar ein paar Polarlichter, welche den Sternenhimmel verzaubern... Und einen Samuel L. Jackson als Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika - tönt doch vielversprechend. Die Handlung des Films ist ja dann auch eher etwas banal, Kleiner Junge (Onni Tommila) rettet den Präsidenten der USA vor Terroristen, welche die Air Force One abschiessen und dem Leben des mächtigsten Mannes der Welt trachten. Und das wars dann auch schon. Die ganze Handlung des Film. Punkt. Der junge finnische Regissseur Jalmari Helander, welcher bisher bei Kurzfilmen, Werbespots und Musikvideos Regie führte, war mir bereits ein Begriff. Denn sein Erstlingswerk Rare Exports war eine erfrischende Horror-Komödie, welche sich in einer kalten, finnischen Winternacht lohnt, mit Freunden anzuschauen. Doch nun zum Film Big Game: Die erste grosse Enttäuschung bzw. Verwirrung des Films bereits nach zwei Minuten. Während der Titelsequenz bzw. Vorspanns fliegt die Kamera über hohe, wunderbare Gebirgszüge, Beggipfel die weitaus höher sind, als der höchste Berg Finnlands. Der Halti mit seinen 1324 m.ü.M. ist ein typischer Berg Lapplands. Rund, kahl, von Wind und Schnee geprägt, in einer Tundra ohne Bäume. Doch die Kamera fliegt über hohe Berge, wie ich sie aus dem Westen Kanadas und Nordamerikas kenne. Und so verwundert es mich denn auch nicht, dass die Fahrzeugkollonne der Jäger, welche den Jungen Oskari in die Wildnis bringen, amerikanische Modelle sind und auch kein Nummernschild an der Fahrzeugfront angebracht haben. Jeder Autolenker weiss, dass die in Europa eigentlich üblich sind. Die Gruppe der Jäger sieht dann auch mehr nach amerikanischen Campingtouristen aus, als nach Finnischen Naturkerlen. Finstere Miene, den Blick immer nach unten gerichtet, und wortkarg wie ein Haufen Stummer. Und morgens um 8 Uhr bereits ein paar leere Bierdosen herumtragend... Die einzigen beiden Finnen sind dann auch der Junge Oskari und sein Vater Tapio. Scheinbar unendlich zieht sich die Szene hin, in welcher das Ritual der Jäger gezeigt wird, in welchem der 13-jährige Junge Oskari in den Wald hinaus entsendet werden soll, um als Mann zurück zu kehren. Noch immer vermisse ich den Finnischen Wald im Film. Und dann soll er auch noch Hirsche jagen? In Lappland? Elche, jawohl. Bären, ja gibt`s auch. Wölfe? Da hätten die Rentierzüchter hier aber gar keine Freude, wenn es die gäbe. Und Rentiere werden nicht gejagt, zumindest nicht mit Gewehr oder Pfeil und Bogen. Spätestens seit Harrison Ford in der Rettungskapsel der Air Force One hätte aussteigen sollen, wissen wir, dass es eine solche dort nicht gibt. Und was bitte schön sollen diese F-18 als Begleitschutz? Und dann stimmen wohl auch die Messgeräte im Cockpit nicht so richtig. 45 Meilen bis Helsinki leitet der Pilot den Sinkflug ein, obwohl Lappland 1000 Kilometer von der Hauptstadt Finnland entfernt ist... Spätestens zu diesem Zeitpunkt war mir klar, dass dieser Film nicht das bietet, was er verspricht. Fehler über Fehler reihen sich ein, die Dialoge zwischen den Schauspielern sind platt und völlig an den Haaren herbeigezogen. Der Terrorist, welcher sich als Milliardärssohn entpuppt und sich bloss eine Jagdtrophäe mit nach Hause nehmen möchte. Die Kühltruhe, welche unerwartet eine grosse Rolle dabei spielt und die Megabombe mit der Sprengkraft einer 10 Tonnen Wasserstoffbombe verschieben den Film dann entgültig in die Sparte Komödie. Als dann die beiden Protagonisten in der Tiefkühltruhe auch noch direkt bei der abgestürzten Air Force One "auftauchen", es Fische vom Himmel regnet und die ganze Truppe plötzlich auch noch im Schnee steht, weiss ich nicht so recht, ob ich nun lachen oder weinen soll. Ganz zu Schweigen von den Nebendarstellern im Pentagon. In einer Art Kommandoraum mit Riesen-Live-Satelliten-Fernsehen stehen sie da, trinken Kaffee und Jammern, dass die Rettungsmannschaft nicht schon längst eingetroffen ist. Der nächste Nato-Stützpunkt liegt keine 500 km südlich von Lappland. Da kommt man ja auch fast mit dem Fahrrad schneller hin, als es die Navy-Seals letztendlich schaffen. Und dann auch noch mit Dutzenden von Hubschraubern, welche den Hintergrund des Fotos zieren, welches zum Schluss mit den Helden der Geschichte noch geschossen wird. Mit diesem Schlussbild entfernt sich der Film von der Realität nun endgültig und fällt ab in die Sparte B-Movie. Als Action-Komödie kann ich den Film auch nicht so richtig einordnen, da sich der Film ja ganz und gar nich als Komödie positionieren möchte. Aber mit den vielen inhaltlichen Leeren, den unzähligen Fehlern, dem Fehlen schauspielerischer Leistung, dem aufgesetzen und platten Drehbuch und dem Fehlen jeglichen Realitätsbezug endet der Filmabend mit einem enttäuschenden Nachgeschmack. Hätte ich doch in diesen 90 Minuten einen anderen, mit Bestimmtheit besseren Film ansehen können. Somit bewerte ich diesen Film mit 2 von 5 Punkten. Denn wer den Film mit kindlichem Gemüt, ohne grossen Ansprüchen ansieht und dafür nicht allzuviel bezahlt hat, wird nicht ganz so entäuscht sein, wie ich.

Big Game Bewertung
Bewertung des Films
410
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1 Kommentar
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pursuyt : : Moviejones-Fan
27.07.2015 19:35 Uhr
0
Dabei seit: 26.03.14 | Posts: 553 | Reviews: 6 | Hüte: 23
aha interessant

Quentin Tarantino ist so wie eine Kartoffel - nur anders.

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