AnzeigeN
AnzeigeN

Black Adam

Kritik Details Trailer Galerie News
Black Adam - Nach Suicide Squad (2016) der zweitschlechteste Film im DCEU

Black Adam Kritik

Black Adam Kritik
10 Kommentare - 20.10.2022 von Raven13
In dieser Userkritik verrät euch Raven13, wie gut "Black Adam" ist.
Black Adam

Bewertung: 2.5 / 5

Gestern Abend habe ich mir "Black Adam" im Kino angesehen. Meine Erwartungshaltung war nicht sonderlich hoh, aber trotz dessen hat mich der Film doch schon ziemlich enttäuscht.

Hier mein persönlicher Eindruck vom Film. In dieser Kritik gibt es deutliche Spoiler, daher hier meine deutliche Warnung davor!

Trailer zu Black Adam

Handlung / Storytelling / Pacing (Spoiler der ersten 20 Minuten)

Die Handlung beginnt 4600 v. Chr. in Kahndaq. Ein böser und grausamer König versklavt das Volk und lässt es nach einem seltenen Material graben, mit dem er die „Krone von Sabbac“ schmieden lassen will, die ihm die Kräfte der Unterwelt geben sollen oder so ähnlich. Ein junger Sklave lehnt sich auf und soll hingerichtet werden, doch dann wird er von den Shazam-Magiern zum neuen Shazam gemacht. Er beseigt den König und alles ist gut. Gegenwart. Soldaten mit einem Kindergarten-Namen, der mir entfallen ist, haben Kahndaq unter ihre Kontrolle gebracht und suchen die „Krone von Sabbac“. Adrianna, eine Frau aus Kahndaq, lehnt sich gegen die Unterdrückung auf und will die Krone von Sabbc sicherstellen und woanders verstecken. In der unterirdischen Anlage finden sie und ihre Freunde die krone, werden aber von den Kindergarten-Soldaten überrumpelt. Dabei erweckt Adrianna Shazam (Black Adam) und dieser rettet sie vor den Soldaten und macht die halbe Armee mal so eben platt, für den Zuschauer in Zeitlupe, um zu zeigen, dass Black Adam nicth nur stark ist und Blitze schleudern kann, sondern dass er auch schnell ist wie Flash oder Superman. Komisch ist in der Szene nur, dass die Soldaten ihn trotz seiner Schnelligkeit immer noch während der Zeitlupe direkt beschießen und auch „treffen“, auch wenn Adam die Geschosse in der Luft auffängt und zurückwirft.

Spätere Handlung (Ab hier gibt es heftige Spoiler!)

Dieses Gemetzel ruft direkt die Justice Society (ich nenne sie ab hier nur noch JS) auf den Plan, Superhelden, die die Ordnung auf der Erde wahren wollen. Diese jedoch sehen das Offensichtliche nicht: dass Black Adam die Menschen beschützt und die bösen Soldaten erledigt. Sie sehen nur, dass er tötet und greifen ihn ohne den Versuch der verbalen und vernünftigen Kommunikation einfach an und bringen dabei noch viel mehr Menschen in Gefahr. Logisch, dass Black Adam sich verteidigt. Die JS ist der Meinung, dass er böse ist und entweder eingesperrt oder getötet wird, weil er selbst tötet, und Menschen töten geht in ihren Augen gar nicht. Ihn zu töten, wäre aber anscheinend okay. Tolle Logik.

Überhaupt wird man als Zuschauer einfach reingeschmissen. Black Adam hat immer noch genügende Anspielungen auf das bisherige DCEU und Snyder-Verse, dass man diesen Film als Teil davon sehen kann, doch dass plötzlich die Welt voll von Superhelden und Metawesen ist und diese bereits von den Menschen als völlig normal hingenommen werden, mutet merkwürdig an. Da ist dann plötzlich diese JS und über deren Mitglieder, Motive, Gründung oder Herkunft erfahren wir Zuschauer leider nichts. Als Nicht-Comic-Leser war das für mich ziemlich merkwürdig, weil ich diese Justice Society noch nie zuvor kannte.

Später dann greifen wieder Soldaten die Menschen an, aber Priorität hat für die JS noch immer die Tötung oder Ergreifung von Black Adam, völlig egal, was mit den Menschen passiert. Alles echt konfus und unglaubwürdig.

Es kommt, wie es kommen muss, Black Adam und die JS arbeiten später widerwillig zusammen, doch Black Adam muss sich nach dem Sieg über den eigentlichen Antagonisten, der kaum eine Rolle spielt, am Ende dennoch ergeben, obwohl zu dem Zeitpunkt längst klar ist, dass er kein böser Schurke ist und dass er bereit ist, sich zu bessern. Aber nöö, die JS hat kein Mitgefühl und sieht auch offenbar nicht, dass er als Mitglied wertvoll wäre. Stattdessen wird er zu hunderten anderer Superschurken und Metawesen gesperrt, aber in menschlicher Form und mit gesperrtem Mund und unter Wasser, damit er ja nicht wieder „Shazam“ sagen kann. Und natürlich wird er dann wieder gebraucht und muss wieder rausgeholt werden. Wozu dann das alles? Irgendwie ein sinnloser Handlungsbogen.

Es kommt zur Endschlacht, die den Namen allerdings kaum verdient hat. Der Schurke lässt die toten Menschen als eine Art untote Lava-Zombie-Menschen wieder auferstehen. Diese schlurfen durch die Stadt, doch offenbar stellen sie keine echte Gefahr dar. Die lebenden Menschen unter Führung von Adrianna rotten sich kurzerhand zusammen und schlagen sie mit ihren Fäusten und Stöcken, und dies lässt sie gleich in sich zusammenfallen. Eine Gefahr verspürte ich als Zuschauer hier zu keinem Zeitpunkt. Drama oder Angst sieht anders aus. Der Sieg tritt natürlich schnell ein.

Dass Amanda Waller (Viola Davis) nach all den guten Taten am Ende immer noch Black Adam als Schurken ansieht und ihn bedroht, erschließt sich am Ende auch nicht. Sie hetzt ihm Superman auf den Hals. Warum um alles in der Welt sollte Superman dieser Frau helfen, die schon über dutzende Leichen gegangen ist, vor allem im neuen „The Suicide Squad“? Naja, zum Kampf kommt es nicht, Superman sagt nur „Wir müssen reden.“. Dann war es das. Aber Henry Cavill als Superman ist ein echter Lichtblick!

Schauspieler / Charaktere

Black Adam / Shazam ist ein sehr oberflächlicher und flacher Charakter, aber immer noch der Charakter, über den wir am meisten erfahren. Viel ist das aber immer noch nicht, und es reicht kaum, um mit ihm mitzufiebern oder ihn so richtig ins Herz zu schließen. Aber er ist cool und stark und mächtig und macht sein eigenes Ding, soll heißen: Wer ihm nicht in den Kram passt (nur die bösen Jungs), den bringt er kaltblütig um, vorzugsweise in Zeitlupe, mit seinen Blitzen oder indem er sie aus großer Höhe fallenlässt oder sie weit wegwirft oder auf andere Art und Weise. Er soll lt. Aussagen der Justice Society ein gefährlicher Schurke sein, doch das wird dem Zuschauer zu keinem Zeitpunkt so richtig gezeigt, denn er tut von Anfang an nur Gutes, denn er rettet das Volk von den bösen Soldaten und tötet keine Unschuldigen. Hier sind die Aussagen der anderen Helden völlig gegensätzlich zu dem, was uns Zuschauern gezeigt wird. Warum man ihn als Schurken brandmarkt, ist von Anfang an irgendwie unklar. Ja, er tötet, aber auch nur, weil die Soldaten wild um sich schießen und die Unschuldigen bedrohen. Aus seiner Gottes-Sicht absolut verständlich. Sticht mich eine Wespe, töte ich sie auch, obwohl ich Wespen eigentlich in Ruhe lasse.

Dwayne Johnson spielt wie immer sich selbst, nur etwas grimmiger. Ich mag ihn dennoch, denn er ist einfach ein Sympathieträger. Daher kann ich über die Flachheit des Charakters gut hinwegsehen, denn ich mag Black Adam.

Adrianna ist ein Mensch aus Kahndaq und hat einen pubertierenden Sohn, der voll auf Superhelden steht (wie originell!). Adrianna bleibt ebenso blass wie alle anderen und ich schließe sie nicht ins Herz, weil einfach herzerwärmende Momente oder Emotionen fehlen. Sie ist tough und knallhart, mehr muss man wohl nicht wissen. Sie ist nur da, um zu zeigen, dass es in Kahndaq auch noch das Volk gibt, das sie repräsentiert. Sie ist wohl so eine Art inoffizielle Bürgermeisterin oder Rebellenführerin.

Sohnemann Amon, der Superhelden-Fan, ist eine extreme Nervensäge. Mehr muss man über ihn nicht wissen. Er soll dazu dienen, Black Adam’s Mitgefühl zu erwecken, weil er ja sonst nur kalt wie Stahl ist und sich um seine Belange kümmert. Das gelingt recht einfach, denn eigentlich ist Black Adam ja von Anfang an irgendwie der Gute.

Dann haben wir Pierce Brosnan als Dr. Fate. Er ist von allen Charakteren neben Black Adam noch der sympathischste. Er ist Teil der Justice Society. Doch wie oben schon geschrieben, erfährt man fast nichts über ihn oder die JS und er ist, wie seine Kollegen, einfach plötzlich da. Alles andere ist unwichtig, zumindest wenn es nach den Drehbuchautoren und der Regie geht.

Dann ist da noch Hawkman. Ein ziemliche aggressiver Superheld, der immer nur Black Adam töten will. Warum wird er eigentlich nicht ins Gefängnis gesperrt? Er ist im Film viel schlimmer als Black Adam, weil er heuchelt, dass man nicht tötet, aber selbst ohne Rücksicht auf die Menschen, einen privaten Kleinkrieg gegen Black Adam beginnt, als hätte Black Adam ihm seine Familie genommen. Wie lächerlich bescheuert!

Über die anderen beiden Helden, Cyclone und Atom Smasher (bekloppter Name), braucht man nicht zu reden. Die sind so überflüssig in dem Film wie ein… ach, ihr wisst schon. Flacher und uninteressanter geht nicht. Sie stehlen nur unnötig Screentime, die man besser in die Ausarbeitung von Dr. Fate, der Justice Society und den Menschen gesteckt hätte.

Der Antagonist des Films ist nicht Black Adam, sondern ein anderer, der die „Krone von Sabbac“ haben will. Der Schurke ist extrem blass und langweilig und hat nur extrem wenig Screentime.

Das war es schon an Charakteren. Gut ist was anderes. Ich schließe keinen davon ins Herz, empfinde nichts und fiebere mit niemandem mit. Emotionen kommen keine auf. Die Motive der einzelnen Charaktere, vor allem der Justice Societey und von Amanda Waller, sind kaum erkennbar oder nachvollziehbar.

CGI-Animationen / Actionszenen

Der Film hat 200 Mio. Dollar gekostet, doch leider sieht man nicht immer viel davon. Manche CGI-Effekte sehen gut aus, doch das Gesamtbild ist einfach schlecht. Man sieht sehr, sehr oft, dass vor Greenscreen gedreht wurde, weil die ganze Szenerie oftmals sehr unscharf und deutlich animiert aussieht, wodurch einfach die Glaubhaftigkeit leidet. Dazu kommt, dass mit Action leider übertrieben wird, frei nach dem Motto „Masse statt Klasse“. Die Actionszenen ermüden mich schnell und es gibt heute keine einzige Actionszene mehr, an die ich mich gerne zurückerinnere. Keine einzige denkwürdige Actionszene, denn jede wirkt total generisch und wie 08/15.

Setting

Kahndaq in Afrika ist irgendwie sehr farblos und trist. Die Szenerie ist immer dieselbe und man bekommt kaum Abwechslung geboten. Immer dieselben Farben und immer dieselbe Location, allerdings klar als Greenscreen bzw. CGI erkennbar. Das Setting hat mich jetzt nicht sonderlich überzeugt.

Kamera / Schnitt

Die Kameraführung ist leider auch nicht das gelbe vom Ei. Oft wird mit Wackelkamera und mit starkem Zoom gearbeitet, sodass der Überblick über das Geschehen oft nicht gegeben ist. Es geht noch deutlich schlimmer, aber eben auch deutlich besser. Mittelmäßige Kameraführung.

Die Schnitte sind hier und da recht hektisch, aber zum Glück nicht immer. Aber auch hier ist viel Luft nach oben.

Musik

Der gesamte Soundtrack ist sehr aufdringlich, oft zu laut abgemischt und besteht gefühlt nur aus einem Stück, dessen verschiedene Versatzstücke unterschiedlich aneinander gereiht abgespielt werden. Sehr einfallslose Musik, die weder einen Ohrwurm erzeugen kann noch in irgendeiner Weise eine Gänsehaut zu erzeugen vermag. Leider hat mich die Musik überhaupt nicht überzeugt.

Humor

Leider versucht auch dieser Film, gleichermaßen düster und ernst wie auch lustig zu sein. Immer wieder werden Sprüche geklopft oder Witze gerissen, doch das passt nie so recht zur Handlung oder zum Tenor des Films.

Fazit

Der Film hat etliche Probleme, sowohl technischer Natur als auch hinsichtlich der Story, des Drehbuchs, der Logik und der Charaktere. Die Kameraführung und der Schnitt sind maximal mittelmäßig und die Musik äußerst nervig und lahm. Die CGI-Effekte sind oft klar erkennbar und es ist offensichtlich, dass der ganze Film vor Greenscreen gedreht wurde, weil man das leider oft deutlich erkennt. Die Story und die Dialoge sind konfus, ebenso wie die einzelnen Handlungsabschnitte. Die Charaktere bleiben blass und wachsen mir zu keinem Zeitpunkt ans Herz. Die ganz Handlung wirkt irgendwie unnötig. Auch die Dramaturgie ist schwach. Dem Film mangelt es einfach an so vielem.

Dennoch bereitet der Film kurzweiligen Spaß und einen sympathischen Dwayne Johnson. Und der Film hat Henry Cavill als Superman zurückgebracht, was wir offenbar auch Johnson zu verdanken haben. Allen dafür gibt es einen Bonuspunkt. Allerdings wirkt es am Ende so, als gäb es den ganzen Film nur, um Superman zurückzubringen. Ansonsten ist der Film absolut mittelmäßig und eher zum Vergessen als zum Erinnern. Mal sehen, ob ich dem im Heimkino eine zweite Chance geben werde.

5/10 Punkte – Geringer Wiederschauwert

Black Adam Bewertung
Bewertung des Films
510

Weitere spannende Kritiken

French Connection - Brennpunkt Brooklyn Kritik

Brennpunkt Brooklyn Kritik

Poster Bild
Kritik vom 26.11.2022 von ProfessorX - 0 Kommentare
Die Polizisten Jimmy „Popeye“ Doyle (Gene Hackman) und Buddy „Cloudy“ Russo (Roy Scheider) nehmen immer mehr kleinere Junkies fest. Gerade Doyle verwendet zum Unmut seines Chefs Simonson (Eddie Egan) dazu auch eher illegale Methoden. Als der Großdealer Alain Charnier (F...
Kritik lesen »

Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba - Mugen Train - The Movie Kritik

Genau so klasse wie die Serie!

Poster Bild
Kritik vom 26.11.2022 von FlyingKerbecs - 0 Kommentare
Mugen Train setzt direkt an das Ende der 1. Staffel von Demon Slayer an. Staffel 1 hatte mir sehr gut gefallen und auf Mugen Train war ich daher sehr gespannt. Zu hohe Erwartungen hatte ich aber nicht, da meistens Filme zu Serien bzw. Serien zu Filmen nicht so gut sind und bisherige Anime-Filme zu S...
Kritik lesen »
Mehr Kritiken
Horizont erweitern

Was denkst du?
oder direkt auf MJ registrieren Ich stimme den Anmelderegeln beim Login zu!
10 Kommentare
MJ-Pat
Avatar
Raven13 : : Desert Ranger
03.11.2022 11:39 Uhr | Editiert am 03.11.2022 - 11:39 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 5.634 | Reviews: 66 | Hüte: 490

@ Duck-Anch-Amun

Da hast du ja noch einige gute Punkte genannt, die Black Adam noch schlechter und unlogischer wirken lassen.

Speziell auch die Verbindung bzw. die Logikprobleme zu Shazam sind auch ziemlich doof, weil ja bald auch Shazam 2 kommt. Soll der dann auch die Handlung wieder umschreiben, damit es wieder zur Handlung von Shazam passt? Oder wird man Shazam ignorieren und Black Adam als Kanon sehen? Beides geht irgendwie nicht so recht.

Der Film ist echt ein großes Problem, gerade auch im Hinblick auf das bishere DCEU und das neue DCU. Wie will man da bloß Ordnung ins Chaos bringen?

Es wäre deutlich besser gewesen, wenn DC / WB den Mut gehabt hätten, Shazam ALLEIN auftreten und ihn dazu auch böser sein zu lassen. Die Geschichte der Antike wäre da insgesamt als Haupthandlung wirklich toll gewesen. Und das Ende hätte dann eine Sequenz aus der Gegenwart sein können, wie Adam dann geweckt wird. Shazam 2 hätte dann diese Handlung aufgreifen können und Shazam hätte dann als Held gegen Black Adam als Antagonist auftreten können. Naja, hätte, hätte...

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

Avatar
Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
03.11.2022 11:12 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 10.607 | Reviews: 45 | Hüte: 677

@Raven13
Muss dir "leider" in sehr vielen Punkten zustimmen - gespannt was eine gewisse Person da wieder sagen wird^^

Aber unabhängig von der Handlung und der Figurenzeichnung an sich, sollte ein Film auch innerhalb eines Universums funktionieren. Und dies klappt bei Black Adam überhaupt nicht. Die Superman-Szene ist nur die Kirsche auf der Torte, versaut mir diesbezüglich sogar den Film, da es einfach keinen Sinn ergibt. Das DCU bleibt einfach ein Stückwerk, wo Filme andere Filme ignorieren oder widersprechen. Ich hoffe Gunn bekommt Ordnung in den Laden. Letztendlich wäre es besser gewesen, Black Adam hätte das DCU weitesgehend ignoriert so wie Shazam es tat. Der Film spielt im gleichen Universum, verzichtet aber auf ständige Referenzen.

Ich ärgere mich gerade enorm, wenn ich dies hier so schreibe aber fassen wir mal zusammen:

  • Supermans Auftreten in Man of Steel und Batman v Superman ist wie eine Art Beginn des DCU. Zwar gab es zuvor schon Superhelden, aber mit Superman tritt ein sogenanntes Metawesen auf, was u.a. Lex Luthor auf den Plan ruft. Supermans Auftreten wird als Geburtsstunde bezeichnet indem nun auch weitere Metawesen aus dem Schatten austreten werden. In Black Adam lernen wir aber nun, dass es da deutlich mehr Superhelden gibt - manche dann schon ewig aktiv sind.
  • In Suicide Squad reagiert Amanda Waller darauf, dass Superman tot ist und stellt die Frage - was wenn die Erde bedroht wird und was wenn es sogar ein böser Superman wäre, der kommen würde. Sie stellt deshalb ein Team aus Metawesen zusammen bzw. Kleinkriminellen und Auftragsmörder - die Idee an sich ist ja schon dämlich und wird es noch mehr wenn man nun an Black Adam denkt. Warum eine SSQ, wenn Amanda diese Justice Society of America hat und da nebenbei mal schnell neue Leute rekrutieren kann.
  • Als After Credit Szene wird die Bildung der Justice League vorbereitet, indem Bruce auf Amanda trifft und Informationen zu einigen Meta-wesen bekommen möchte. Warum zum Teufel informiert Amanda ihn dann nicht, dass es bereits ein Superheldenteam gibt? Was bereits in "Wayne Manor" lebt, ein "Batjet" besitzt und Erfahrungen in dem Bereich hat. Zumindestens Hawkman und Dr. Fate wären grandiose Verstärkungen für die Justice League gewesen.
  • In Black Adam wird dann Superman angeteast und ich verwette einige Hüte, dass Johnson und Cavill sich nicht mal gegenüber standen. Es ist natürlich schön, dass Cavill zurück ist, letztendlich wirkt es aber wie ein verweifelter Versuch einige Leute mehr ins Kino zu kriegen. Denn wenn Amanda Waller Kontakt mit Superman hat - warum den nicht sofort da hin schicken? Warum die JSA erstmal die gesamte Stadt zerstören lassen. DC möchte da scheinbar einen Nick Fury haben, Amanda Wallers Motivation und Pläne funktionieren aber einfach nicht. Erinnert erschreckenderweise an Morbius, wo man auch auf Logik verzichtete und mit Vulture einen Typen in den Film platziert nur um sich im gespräch zu halten.

Enttäuschend dann auch, dass Black Adam so wenig auf Shazam eingeht und diesem Film auch teilweise widerspricht - oder uns eine spannendere (!) und bessere Story vorenthält. Ein Film in einer anderen Epoche als Prequel ohne die JSA und mit dem Fokus auf Black Adam und die Zauberer wäre einfach besser geworden - zumindetens im Kontext des DCU.

Man kann jetzt sagen, dass dies in den Comics ja auch immer so ist und man einfach die Bilder genießen sollte und es in Eternals ja auch so was, dass niemand diesen Celestial bemerkt hat und blablabla. Aber wenn man krampfhaft versucht ein Filmuniversum zu bauen, dann sollte es doch wenigstens bisschen chronologische Ordnung und keine ständigen Widersprüche geben. Vor allem wenn man die Superhelden dann nur für minutenlanges Gekloppe nutzt.

MJ-Pat
Avatar
Raven13 : : Desert Ranger
28.10.2022 19:11 Uhr | Editiert am 28.10.2022 - 19:15 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 5.634 | Reviews: 66 | Hüte: 490

@ ZSSnake

"Trotzdem hat der Film mich gut unterhalten und gefiel mir nicht nennenswert schlechter als n Aquaman oder Shazam."

Jau, unterhalten hat er mich auch, keine Frage. Dafür und für Dwayne Johnson und für die Post-Credit-Scene hat er noch die 5 Punkte bekommen. Allerdings finde ich Aquaman auch auf anderen Ebenen deutlich besser:

  • Aquaman hat eine richtig starke Kameraführung und grandiose Panoramaaufnahmen und viele Totalaufnahmen, sogar in den Actionszenen. Auch die Bildqualität ist grandios und es gibt viel Abwechslung bei der Farbgebung. Hier kann Black Adam nicht ansatzweise mithalten.
  • Aquaman hat in meinen Ohren einen überragenden Soundtrack. Den von Black Adam finde ich nicht besonders gelungen und dort kommen auch immer nur die selben Klänge, die mich oft sogar ziemlich gestört haben.
  • Aquaman hat eine überragende Soundkulisse und Tonabmischung, wodurch das Erlebnis nochmal auf eine höhere Stufe gehievt wird. Black Adam ist von der Tonabmischung zwar besser als Marvel im MCU, aber auch weit von Aquaman entfernt.
  • Die Settings in Aquaman sind einfach traumhaft, sowohl unter Wasser als auch an Land. Da kommt auch richtiges Abenteuerfeeling auf. Black Adan ist da ziemlich entönig.
  • Die CGI-Qualität ist bei Aquaman trotz seines Alters insgesamt besser. Auch finde ich die Actionszenen in Aquaman deutlich geiler und abwechslungsreicher. Auch finde ich gut, dass man Aquaman an echten und verschiedenen Orten gedreht hat und nicht ausschließlich vor Greenscreen. Das ist eine deutliche Schwäche von Black Adam, der gefühlt zu 100 % vor Greenscreen entstanden ist, was man oft leider stark an der Umgebung sieht.
  • Bei Aquaman finde ich alle Chaaktere auf ihre Weise toll und schauspielerisch toll besetzt. Jeder Charakter hat einen Sinn in der Story und es gibt keinen, der jetzt echt überflüssig wäre. Bei Black Adam aber sind so einige Charaktere echt nervig oder unwichtig. Zudem werden die Charaktere in Aquaman gut beleuchtet, sogar durch toll eingestreute Rückblenden, wodurch ich mehr mit den Figuren mitfühlen kann. In Black Adam werden die Charaktere einfach nur reingeworfen und sind einfach nur da, um eben da zu sein. Flach und langweilig. Ans Herz ist mir da keine gewachsen, bis auf Adam selbst.
  • Die Story in Aquaman ist flach, aber stringent und logisch aufgebaut und auch in sich schlüssig. Die Story in Black Adam ist ebenso flach, aber leider oft sehr unlogisch und dumm.

Und genau deswegen ist Black Adam für mich insgesamt deutlich schlechter als Black Adam.

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

MJ-Pat
Avatar
ZSSnake : : Expendable
28.10.2022 18:26 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 8.699 | Reviews: 177 | Hüte: 587

@Raven13:

Ich habs ja in meiner Review geschrieben, also auch die Kritikpunkte.. ich fühl mich hier auch vor allem vom Charme von Johnson und Balfes Score "abgeholt". Der Rest ist halt nett. So 08/15-Superhelden-Streifen ohne viele Alleinstellungsmerkmale. Denn ein Bösewicht ist der nie, nicht mal so halb. Der verhaut sich kurz mit ein paar Helden, die ihm auf seinem Terrain auf die Eier gehen, aber im Grunde tötet Black Adam ausnahmslos Bösewichte. Dementsprechend war da auch für mich viel Luft nach oben, vor allem was den ANTI-part seines Antihelden angeht.

Trotzdem hat der Film mich gut unterhalten und gefiel mir nicht nennenswert schlechter als n Aquaman oder Shazam. Ist halt grundsolides Superheldenkino. Mehr nur halt leider nicht, egal was Johnson so propagieren wollte vorab. Trotzdem: Superman Cavill ist wieder da und das ist viel wert und macht mich glücklich.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
MJ-Pat
Avatar
Raven13 : : Desert Ranger
28.10.2022 15:57 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 5.634 | Reviews: 66 | Hüte: 490

@ ZSSnake

Waller hat ziemlich sicher geblufft, weil sie wusste, dass Superman eh nicht auf sie hören würde.

Mag sein, dass es ein Bluff war, aber rübergekommen ist es so irgendwie nicht. Meiner Meinung nach wäre es besser gewesen, man hätte komplett auf Waller verzichtet, weil die dem Film nichts hinzugefügt hat und eigentlich nur da war, um da zu sein. Ihre Entscheidungen, Aussagen und Drohungen ergeben sowieso keinen Sinn. Da könnte man sich fragen, auf wessen Seite sie eigentlich steht?

"Abgesehen davon sollte man in eine offensichtlich in 10 Minuten Nachdrehs mal eben zusammengeschusterte Post Credit Teaserszene für Superman / Man of Steel II nicjt ALLZU viel reinlesen sollte"

Aber gerade DIE Szene ist doch die beste im ganzen Film! tongue-out laughing

Naja, ich schaue Filme ja auch immer gerne mit dem Herzen, aber trotzdem konnte mich Black Adam nicht wirklich überzeugen. Es gibt so vieles im Film, das sich für mich falsch, schlecht oder unlogisch anfühlt.

Dwayne Johnson ist für mich noch das positivste am Film, und selbst bei seinem Charakter sehe ich viel Luft nach oben. Man merkt, dass er nie sein Potential ausschöpfen darf und eigenltich hätte es mir besser gefallen, wenn er anfangs wirklich der Antagonist gewesen wäre, der böse ist und auch Unschuldige umbringt. Das hätte auch Wallers Auftritt und den der Justice Society nachvollziehbarer gemacht. Es wirkt so, als wäre Black Adam auf den letzten Metern der Produktion noch von Antagonist auf Antiheld umgemodelt worden, da das Verhalten der Justice Society nicht so recht zur Handlung von Adam passt.

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

MJ-Pat
Avatar
ZSSnake : : Expendable
28.10.2022 12:05 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 8.699 | Reviews: 177 | Hüte: 587

@Raven13:

Ich glaube nicht, dass Superman da aufgetaucht ist, weil Black Adam die Drohne zerstört hat. Dafür ist die "Reaction time" zu kurz. Waller hat ziemlich sicher geblufft, weil sie wusste, dass Superman eh nicht auf sie hören würde.

Ich glaube Superman ist da aufgetaucht, weil er das eh wollte, nachdem Black Adam ja offensichtlich ne potenzielle Bedrohung auf nem Superman-ähnlichen Level ist. Superman wäre denke ich durchaus jemand, der da hinfliegen würde, um nachzusehen, ohne dass ne Amanda Waller ihn da hinschicken muss.

Abgesehen davon sollte man in eine offensichtlich in 10 Minuten Nachdrehs mal eben zusammengeschusterte Post Credit Teaserszene für Superman / Man of Steel II nicjt ALLZU viel reinlesen sollte wink

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
MJ-Pat
Avatar
Raven13 : : Desert Ranger
28.10.2022 11:35 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 5.634 | Reviews: 66 | Hüte: 490

Mir ist gedanklich noch ein weiteres dickes Logikproblem aufgefallen:

Amanda Waller sagt, dass Superman ihr noch einen Gefallen schuldet. Diesen Gefallen fordert sie sinnlos ein, um ihn zu Black Adam zu schicken, doch wozu? Er hat ja gerade die Erde gerettet. Warum ihm jetzt noch mit Superman drohen?

Weiterhin heftig unlogisch ist, wie Black Adam von Dr. Fate aus dem Gefängnis herausgeholt wird. Warum so umständlioch? Amanda Waller liegt der Schutz der Erde ja offenbar am Herzen, also weshalb ruft sie nicht im Gefängnis an und sagt, Black Adam soll wieder freigelassen werden? Das hätte nicht länger gedauert. Damit hätte man die Menschen auch gerettet, die Black Adam im Gefängnis wieder töten musste, um zu entkommen. Um die Welt zu retten, musste er also wieder Leute umbringen. Wie unnötig!

Oder: Amanda Waller hätte sinnvollerweise den Gefallen von Superman einfordern können, um den Oberbösewicht am Ende aufzuhalten. Wäre viel logischer gewesen.

Ich bleibe dabei: Die gesamte Handlung strotzt nur so vor Logikproblemen.

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

MJ-Pat
Avatar
Raven13 : : Desert Ranger
21.10.2022 16:00 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 5.634 | Reviews: 66 | Hüte: 490

@ MobyDick

Danke für die Krone! smile

Ja, ich wollte meine Kritik bewusst nicht so bierernst schreiben, daher habe ich es immer ein wenig mit Humor formuliert. Ändert nur leider nichts am Film. laughing

Ich habe mir gerade mal einige User-Reviews auf IMDB durchgelesen. Also diese 10/10-Reviews sind echt selten dämlich. Da werden Dinge wie sowas hier rausgehauen:

"...epic cinematography the pacing of the film is best..."

"...this movie a masterpiece..."

"...this is best movie of all time."

"...outstanding cast..."

https://www.imdb.com/title/tt6443346/reviews?ref_=tt_ov_rt

Der Film fühlt sich so extrem generisch und durchschnittlich an und auch die Schauspieler sind jetzt alles andere als "outstanding". Dwayne Johnson passt gut zu seiner Rolle, aber der Rest ist austauschbar und trägt auch kaum zum Film bei. Ich frage mich, was manche so reitet, wenn sie Dinge behaupten, die offensichtlich frei erfunden sind und nicht zum Film passen. Gutes Pacing? Naja, das würde ich dem Film nicht gerade attestieren.

Klar, ich habe Aquaman auch 10/10 Punkte gegeben, aber nicht für seine herausragenden Schauspielerleistungen, sein tolles Drehbuch oder die tollen Dialoge. Ich begründe ja immer wieder explizit, dass der Film für mich einfach ein Guilty Pleasure ist und dass ich vor allem die technische, musikalische und inszenatorische Seite extrem gelungen finde. Kamera, Schnitt, Tonabmischung, Optik, CGI und dennoch reale Drehorte, wunderschöne Kulissen, tolle Musik und viel Kreativität unter Wasser sind die Dinge, die ich so an Aquaman liebe. Und ich finde Jasone Momoa als Aquaman einfach super. Aber ich würde nie behaupten, dass der Film keine Schwächen hätte, der beste Film aller Zeiten wäre oder dass die schauspielerischen Leistungen herausragend wären.

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

Avatar
MobyDick : : Moviejones-Fan
21.10.2022 11:21 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 7.029 | Reviews: 213 | Hüte: 558

Hehe, sehr amüsante Kritik, gibt nen Hutsmile

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
Avatar
Raven13 : : Desert Ranger
20.10.2022 22:21 Uhr | Editiert am 20.10.2022 - 22:22 Uhr
2
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 5.634 | Reviews: 66 | Hüte: 490

Vorsicht, meine Kritik enthält viele Spoiler!

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

Forum Neues Thema
AnzeigeY