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Black Panther

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Der Beste Schwarze US-Film 2018 ?

Black Panther Kritik

Black Panther Kritik
1 Kommentar - 19.03.2019 von MobyDick
In dieser Userkritik verrät euch MobyDick, wie gut "Black Panther" ist.
Black Panther

Bewertung: 3 / 5

Hallo erstmal, Zeit und Lust für eine weitere etwas andere Kritik?

Diesmal werde ich die drei Oscar-Nominierten schwarzen Filme 2018 vergleichen und bewerten:

Green Book

Black Panther

Blackkklansman

Diese Kritik wird bei allen drei Filmen angehängt werden, nur bei jedem einzelnen Film wird ganz unten dann die für den entsprechenden Film gültige Wertung stehen.

Also dann, los gehts

1. Black Panther

Viele haben sich gefragt, warum so ein Film wie Black Panther überhaupt eine Oscar Nominierung als bester Film einheimsen konnte. Die Frage ist eigentlich schnell beantwortet: Der Oscar ist und war nie ein ernst zu nehmender Filmpreis per se. Er ist der größte Preis für ein Entertainment Movie. Das heisst, wenn ein Film möglichst viele Leute abholt und dabei nicht den dümmsten Eindruck hinterläßt, hat er schon mal sehr gute Karten, eine Nomninierung einzuheimsen. Sicher, es gibt/gab immer mal ungeschriebene Gesetze (Animationsfilm, Superheldenfilme, Slapstick-Komödien oder ähnliches), welche Filme nicht nomniniert werden sollten, aber diese weichen immer wieder auf, denn um überlebensfähig sein zu wollen, muss auch der Oscar mit der Zeit gehen. Heutzutage wäre beispielsweise undenkbar, dass The Dark Knight nicht auch zumindest um den Oscar als besten Film im Rennen gewesen wäre.

Zurück zu Black Panther: Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Film in den USA - also da wo es darauf ankommt - einen Nerv getroffen hat - der erfolgreichste Superheldenfilm aller Zeiten dort! Das alleine rechtfertigt also schon eine Oscar-Nomninierung mittlerweile, so der Film selbst nicht totaler Quatsch ist.

Der Film handelt von einem jungen König, der von einem ebenso rechtmäßigen Erben herausgefordert und besiegt wird. Dieser andere Mann entpuppt sich als Despot, und nach einer halbwegs esoterischen Reise ins ich kehrt der ehemalige König gereinigt und stärker zurück, um seinen Platz an der Sonne einzufordern und (ähnlich wie die Oscars) auch ein bißchen mit der Zeit zu gehen. Und das alles in einem rein schwarzafrikanischen James-Bond-König-der-Löwen-Setting.

Grundsätzlich ist der Film völlig okay, wenn auch nicht großartig.

Er hat eine geradlinige Entwicklungsgeschichte des Protagonisten, starke Nebenfiguren und einen halbwegs nachvollziehbaren Antagonisten. Hinzu kommt eine recht souveräne Inszenierung.

Dennoch: Er ist keinesfalls eine Sternstunde des Kinos. Er hat nichts großartiges zu erzählen. Er kehrt einfach nur die Vorzeichen um: Diesmal sind die Schwarzen die Starken, die Weißen eher Beiwerk. Wir haben sogar den typischen Comic-Relief in solchen Filmen (üblicherweise ein Schwarzer) in Form von Martin Freeman.

Dann haben wir einen Antagonisten, der zwar zugegebenermassen eine starke Hintergrundgeschichte hat, aber alles was er tut und sagt, ist irgendwie eine eindimensionale Karikatur eines größenwahnsinnigen Despoten. Dass hier jetzt argumentiert wird, man hätte endlich einen guten Marvel-Bösewicht, läßt eher Rückschlüsse auf den jeweiligen Kritiker zu, der die aufgestaute Wut der unterdrückten Völker in einer nicht wirklich gut geschriebenen Figur einfach sehen möchte und es daher für gut befindet als mit der tatsächlichen Klasse der Figur zu tun.

Im Prinzip ist nicht von der Hand zu weisen, dass dieses "Black Empowerment" mit diesem Film einen Höhepunkt erfährt, der absolut auch mal an der Zeit war. Aber genauso ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir plötzlich den weissen Rassismus irgendwie gegen schwarze Ressentiments und Wunschträume tauschen und sie auf der einen Seite (die Weiße) gönnerisch als gut befinden oder auf der anderen Seite (die Schwarze) endlich eine schwarze Überlegenheitsgeschichte darbieten. (Da macht es ein gewisser Get Out diesbezüglich deutlich besser)

Gut ist der Film daher auf alle Fälle irgendwie, aber nicht wirklich gut als solches.

Und dass so ein Film natürlich derzeit nicht den Oscar einsacken kann - die Jury ist ja immer noch größtenteils weiss - ist sowieso klar.

6 Punkte.

2. Blakkklansman

Tja, ich habe in diversen Diskussionen immer wieder gesagt, dass ich Spike Lee zwar mag, aber einfach für keinen guten Filmemacher mehr halte. Er ist einfach - um es salopp zu sagen - intellektuell zu überlegen.

Wieso ist das nicht im Widerspruch? Blakkklansman!

Es wird die auf Tatsachen beruhende Geschichte eines schwarzen Polizisten erzählt, der telefonisch sich beim Kuklux-Clan als astreiner Rassist ausgibt und so bis an die Führungsspitzen rankommt.

Der Film ist zum einen ein astreiner Undercover-Polit-Thriller, zum anderen eine mediale Satire, zum anderen ein Stimmungsbild der Gesellschaft, und immer irgendwie wütend über die Missstände. Der Film ist nie dumm, und hat immer irgendwelche Sequenzen, die scheinbar ins Nichts verpuffen oder scheinbar im luftleeren Raum hängen. Hier stellt Spike Lee gekonnt Wirklichkeit gegen mediale Aufbereitung bzw. das Medium Film gegeneinander, nur um den Effekt der Realität nur noch weiter zu verstärken.

Das ist mutig, das ist klug, das ist gut. Auch dass das "Böse unter der Sonne" eine lapidare alltägliche Fratze hat, wird bravourös und konsequent ausgekostet.

Dennoch, durch diese Struktur bleibt der Film wenig massenansprechend und auch leider wenig zugänglich. Auch dass Spike Lee Leuten für Traumsequenzen komische Klamotten gibt, um diese Szenen abzugrenzen, ist ein altes, bewährtes Konzep seitens Lee: Hat er schon mit Denzel Washington in Inside Man so verbrochen.

An und für sich ist BlackKklansman ein künsterlisch extrem wertvolles Gut, auch dass er seine Wut ganz klar definiert und die Hilflosigkeit seiner Figuren gegen typische Action-Film-Muster kontrastriert, ist starker Tobak. Aber dadurch dass er einfach so ein schwer zugänglicher Film ist, macht ihn für die normale Masse eher ein schwächeres Gut.

Vielleicht zu Unrecht, aber ein Oscar ist mit so einem Titel in der Regel tatsächlich nicht zu holen.

7 Punkte

3. Green Book

Nun gut, was haben wir hier: Ein einfaches halbwegs rassistisches Schlitzohr wird für ein paar Wochen der Handlanger eines schwarzen Künstlers für eine Konzertreise in die Südstaaten in den 1960ern.

Das ist schon im Vorfeld das typische Oscar-Material, da es ein Wohfühlfilm ist, der auch noch eine zuckersüße Sentimentalität an den Tag legt, wo alle am Ende gemeinsam Weihnachten feiern und Jahrzehnte angeeignete Ressentiments einfach nichtig sind. Und wenn man dann auch noch so zwei überragende Darsteller am Werk hat, ist die halbe Miete schon drin.

Man braucht hierfür nicht mal eine originelle Idee, sondern kann die ganze Geschichte im Autopilot laufen lassen und ein paar generelle kleine Episoden reinpacken, um die Veränderung der Charaktere zu veranschaulichen.

Das ist alles keine negative Kritik, im Gegenteil, wenn etwas gut gemacht wird, und die Leute in Massen abholt, ist das völlig in Ordnung. Und Qualität wird auch irgendwie anhand von Zuschauerzahlen gemessen. Auch das nicht despektierlich gemeint: Wenn ein Film möglichst viele Leute abholt, spricht er diese auch an, dies ist eine bestimmte, nicht erlernbare Qualität.

Also dann, das macht nun 8 Punkte.

Vergleichender Fazit:

Black Panther ist ein Black Empowerment Film für die Massen, das allerdings irgendwann vergisst, eine kohärente Geschichte zu erzählen und nur um den Protagnisten ins bessere Licht zu rücken, beim Antagonisten einen astreinen Charaktermord begeht. Wie einfach wäre es gewesen Killmonger als Magneto zu Black Panthers Prof. X zu etablieren. Dennoch ein überzeugender Beitrag.

Blackkklansman ist ein wütender, schlauer, schlitzohriger, subersiver Film über Rassismus, der sich einfach nicht so tilgen lässt, wie einem immer wieder in Wohlfühlfilmen suggerriert wird. Aber er ist einfach zu verkopft, um vollends alle abzuholen.

Green Book ist augenscheinlich die beste Alternative, aber Obacht: Es handelt sich eben NICHT um die Geschichte des normalen schwarzen Mannes, sondern um die Geschichte eines Mannes, der zwischen den Stühlen sitzt und daher weder weiß noch schwarz ist. Green Book ist mehr eine Coming-of-Age Geschichte eines Migranten-Kindes und seiner eigenen Identitätssuche.

Blakkklansman ist inhaltlich, formal, intellektuell der beste dieser Filme, Green Book derjenige der den Oscar ganz klar am ehesten verdient. Black Panther ist einfach nur umgekehrter Rassismus möglichst nicht aneckend verpackt.

Keiner der Filme ist schlecht, alle haben irgendwie Qualitäten. Wenn es nur diese drei Filme gegeben hätte, hätte es von mir aus auch gerne Blakkklansman sein können, der den Oscar mitnimmt, aber Green Book ist halt der Film, der nirgends aneckt. Insofern alles easy.

Vor allem: Alle diese drei Filme können prinzipiell die Sohle von ROMA lecken - aber das ist eine Oscar-Story für einen anderen Tag ;-)

Black Panther Bewertung
Bewertung des Films
610
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1 Kommentar
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MobyDick : : Moviejones-Fan
19.03.2019 15:38 Uhr
0
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So, als nächstes habe ich mal vor, "The Man who killed Don Quixote" zu besprechen, mal sehen, kann aber noch dauern, aber gerade mit HInblick auf gute Filme letzten Jahres sollte der Film jetzt nicht fehlen. (Und nur so viel: Ich finde den Gilliam Film wirklich gut :-) )

Dünyayi Kurtaran Adam
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