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Black Panther

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Black Panther Kritik

Black Panther Kritik

Black Panther Kritik
0 Kommentare - 28.04.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Black Panther" ist.
Black Panther

Bewertung: 3.5 / 5

TChalla (Chadwick Boseman) kehrt nach dem Tod seines Vaters zurück in seine Heimat Wakanda. Dort soll er, der Black Panther, nun auch den Thron seines Vaters besteigen. Das technologisch hoch entwickelte Land lebt abgeschottet von der Welt. Eines Tages will der Söldner Erik Stevens (Michael B. Jordan) zum König von Wakanda ernannt werden und nutzt dazu die Hilfe des Waffenschiebers Ulysses Klaue (Andy Serkis). Um sein Erbe vor den Thronräubern zu bewahren, schließt sich TChalla mit dem CIA-Agenten Everett K. Ross (Martin Freeman) zusammen. Unterstützt werden sie von der treuen Anführerin der Dora Milaje Okoye (Danai Gurira) und der Spionin Nakia (Lupita Nyongo).

Es ist ungewöhnlich für Marvel, sich explizit in Filmen politisch zu positionieren. Schlecht für den Profit. Und ein Unternehmen, daß so auf die Profit-Maxime ausgelegt ist, wie Marvel, versucht im Endeffekt ja eigentlich nur Geld zu machen. Das ist die Business-Seite der ganzen Träumerei. Doch es war allen sicherlich schon im Vorhinein klar, daß das mit Black Panther und der Zurückhaltung von politischen Positionen nicht funktionieren kann. Ein Werk, daß einen dunkelhäutigen König in das Zentrum seiner Geschichte setzt, ist eben bedauerlicherweise immer noch von Grund auf ein politisches Werk. Daher kann man hier auch ungewöhnlich direkt werden, wenn es um diese oder jene Aussage geht. Erstaunlich ist zunächst, daß Black Panther vor allem von sehr rechten Menschen rezipiert wurde. Selbst ein David Duke – ja, diese Drecksau – äußerte sich zu Marvels Massenphänomen. Daher muss man sich die Frage stellen, ob ein Werk, daß so massentauglich ist, auch so kritisch sein kann. Nun, es gibt vor allem aus dem Linken Lager eine Missinterpretation, was den gesamten Film angeht. Klar ist, daß Black Panther zunächst sehr wohl segregative Politik betreibt, indem sich Wakanda als abgeschiedener Staat vor weltlichen Problemen zurückzieht und sein eigenes Ding macht.

Trailer zu Black Panther

Das kommt dem, was Rechtspopulisten wie Trump und Neonazis immer wieder äußern schon sehr nahe. Und daher ist das zunächst auch ein Problem. Doch wer den gesamten Film so liest, hat ihn schlicht und ergreifend nicht zu Ende geschaut. Denn die Kernfrage von Black Panther ist ja, darf man sich als technologisch überlegenes Volk aus weltlichen Krisen und Geopolitik raushalten, nur weil man die Befürchtung hat, daß Menschen mit dieser Technologie noch schlimmere Dinge anstellen können. Die Positionen, die da zu finden sein könnten, stellt der Film gegenüber. Der philanthropische Monarch und der Gossenjunge, der Rache will. Da kann man sagen, ist Black Panther im höchsten Maß neoliberal, weil der Böse sozusagen hier aus ärmlichen Verhältnissen kommt und Rache für die an ihm begangenen, vermeintlichen Taten möchte. Doch es kommt letzten Endes ja doch zu einer Öffnung der Grenzen. Da gibt es eben keinen Wandel durch Handel, sondern eine Besinnung, um Menschen zu helfen. Daher lesen Nazis den Film auch sehr falsch. Denn ja, es gibt diese Abtrennung von Staaten und Volk, doch im Film wird ja deutlich, daß das keine Lösung sein kann und Wakanda als Nation eben doch verpflichtet ist zu helfen, weil sie es eben können.

Wenn man über Afrika spricht, dann spricht man häufig über einen gescheiterten Kontinent. Nun ist es schwer eine solche Aussage zu treffen, wenn man eben aus europäischer, oder westlicher Sicht auf diese Welt blickt. Wie Afrika nun aussieht und wie die einzelnen Staaten dort fungieren und funktionieren, daß wissen die meisten auch nur aus den Nachrichten. Tatsächlich kann man aber davon ausgehen, daß Afrika wohl kein technologisches Wunderland ist und daher die Darstellung von Wakanda schon weit an der Realität vorbeigeht. Nun ist das aber auch schon wieder ein Schlüsselmoment, weil man in Black Panther eben vom sogenannten Afrofuturismus spricht und eben nicht von der Darstellung der Realität. Für viele Linke ist das allein schon ein Kriterium, warum Black Panther als Film nicht funktioniert. Und auch an der Stelle muss man widersprechen, weil Filme niemals die eine Realität darstellen und ganz besonders Science-Fiction-Filme eben das Recht haben eine Utopie zu zeigen. Ferner gelingt es Regisseur Ryan Coogler aber auch immer wieder in kleineren Momenten auf politische Themen anzuspielen. Gut, Anspielung ist schon etwas untertrieben, wenn ein Film sehr deutlich macht, daß viele Exponate aus Museen eben durch Ausbeutung und Diebstahl nach Amerika oder Europa verfrachtet wurden. Insgesamt ist das ungewöhnlich für Marvel, sich politisch so direkt zu äußern und daher kann man dem Film da nur applaudieren und den Mut dessen unterstützen.

In seinem Kern behält Black Panther zwar nicht die gleichen Strukturen wie zuvor bei, argumentiert aber wie üblich aus sehr konservativer Sicht heraus. Da ist eben der gute Herrscher, besser als der Radikale. Und viel wichtiger noch als Gut und Böse ist, ob er auch einen Sinn für Familie hat. Denn auch das ist eines der Themen, welches Black Panther immer wieder ins Zentrum rückt. Die Frage nach der Identität und Herkunft. Erstaunlich ist hier, daß der Film sich zumindest zutraut, den ach so guten König und Vater ein wenig zu dekonstruieren. Nun lässt der Film zugegebenermaßen nicht allzu viel Raum für diesen Konflikt, aber an sich ist das schon ungewöhnlich. Und auch generell scheint es ein breites Phänomen zu geben, nach dem der Film die Vaterfigur als wichtigstes Gut aufbaut. Nun muss man sagen, daß Coogler das schon in Creed – Rockys Legacy (2015) so gehandhabt hat und es ist auch eben ein typisches Thema von Konservativen Filmemachern. Dadurch ist Black Panther, der in seinem Kern im übrigen auch ein weiteres Der König der Löwen (1994) darstellt, eben in keinem Moment ein sehr origineller Film.

Seine Stärken hat Black Panther vor allem dann, wenn er seine Figuren in Szene setzt. So ist es ja bei Marvel eigentlich immer. Gerade Andy Serkis in seinem viel zu kleinen Auftritt ist atemberaubend. Ähnlich wie auch Letitia Wright einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Klar, die meisten im Cast sind sehr gut, aber ihre Rollen nicht gerade so ausdrucksstark, daß sie ähnlich im Gedächtnis blieben.

Von großer Bedeutung ist Black Panther aus gutem Grund. Es ist zwar ein Film, der nicht sonderlich originell ist, aber durch sein utopisches Phänomen unterhalten kann. Auch schauspielerisch, wie politisch steigt der Film über den herkömmlichen Marvel-Film. Und daher ist sein gesellschaftlicher Stand schon nachvollziehbar.

Black Panther Bewertung
Bewertung des Films
710

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