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Don Jon

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Don Jon Kritik

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Don Jon Kritik
0 Kommentare - 06.01.2021 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Don Jon" ist.
Don Jon

Bewertung: 3.5 / 5

Jon Martello (Joseph Gordon-Levitt) von seinen Freunden "Don Jon" genannt, hat klare Prioritäten in seinem Leben gesetzt. Am wichtigsten sind ihm dabei: sein Körper, seine Wohnung, sein Auto, seine Familie, seine Kirche und seine Pornos. Der Macho-Aufreißer schafft es ohne Probleme jede Dame abzuschleppen und ins Bett zu bekommen, doch auf seine Pornos kann er dabei nicht verzichten. Als er eines Tages in einem Club auf die wunderschöne Barbara (Scarlett Johansson) trifft, muss er vermutlich zum ersten Mal richtig arbeiten. Denn Barbara will keine Spielchen, sondern einen richtigen Mann. Auch seine Vorliebe für Pornos hält Jon von nun an geheim, da Barbara diese als abstoßend empfindet. Hinzu kommt, daß Jon auch in der Abendschule auf Esther (Julianne Moore) trifft, eine Frau, die ihn wesentlich besser zu verstehen scheint.

Das Regiedebüt von Joseph Gordon-Levitt scheint seiner Zeit eigentlich den Puls der Zeit getroffen zu haben. Medienaffin und vorgegebenes Rebellentum seines Protagonisten, werden besonders die stark pubertierenden Alterklassen zwischen 12-16 erfreuen können. Doch darüberhinaus liefert Gordon-Levitt vor allem eines, nämlich eine Milieustudie. Ich für meinen Teil kann in Jon tatsächlich wenig von mir wiederfinden, muss aber auch zugeben, daß ich seinen Umgang mit seinen sexuellen Präferenzen durchaus als wichtig empfinde, zumindest für ein doch sehr prüdes und uninspiriertes Land wie den Vereinigten Staaten.

Trailer zu Don Jon

So sind fast alle Charaktere im Film eigentlich relativ prollig gezeichnet, und entsprechen damit nicht dem typischen Bild einer romantischen Komödie. Ich für meinen Teil muss gestehen, daß ich gerade das sehr angenehm emfpand und auch finde, daß der Spagat zwischen authentisch und überzeichnet hier bestens gelungen ist. So empfinde ich Don Jons Familie tatsächlich als lustig.

Desweiteren muss ich gestehen, daß diese Liebeskomödie, tatsächlich auch viel mehr ist, als eben nur das. Denn während in herkömmlichen Liebesfilmen oft eine Person seinen kompletten Charakter ändern muss, um "die große Liebe" zu ergattern, so traut sich dieser Film eben nicht das klassische Happy-End zu liefern.

Und fraglich bleibt auch, warum denn Jon überhaupt eine Wandlung erfahren sollte? Man möge mich bitte nicht falsch verstehen, aber eigentlich sollte es doch sein gutes Recht sein, seinen Gelüsten in dieser Form Ausdruck zu verleihen. Das ist zumindest ehrlich.

Dennoch kann sich auch dieser Film nicht komplett von seinem Stigma lösen. Denn so werden natürlich, auch rein des Konzeptes wegen, wieder etliche Sexistische-Stereotpyen bedient. Und damit meine ich nicht mal alleinig gegen Frauen, sondern auch gegen Männer. Ich persönlich empfinde den Satz: Typisch Mann, als eine der schlimmsten Alltagsbeleidigungen überhaupt. Das ist im Film aber ganz offensichtlich dem Milieu geschuldet, in dem der Film stattfindet. Trotzem hätte ich hier eine distanzierte Botschaft des Filmes erwartet.

Dieser Film ist tatsächlich sehr kurzweilig, in manchen Momenten relativ intelligent, in manchen dann wieder zu spröde. Joseph Gordon-Levitt ist hier der schmale Grat zwischen authentisch und überzeichnet gelungen, während Scarlett Johansson trotz ihrer sexuellen Reize wahrlich emanzipatorisch agiert, wenngleich das Drehbuch auch ihren Charakter entlarvt und damit auch in alle Richtungen austeilt.

Don Jon Bewertung
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710
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