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Dunkirk

Kritik Details Trailer Galerie News
Spannender und erstaunlich blutarmer Kriegsfilm

Dunkirk Kritik

Dunkirk Kritik
3 Kommentare - 06.06.2018 von MrBond
In dieser Userkritik verrät euch MrBond, wie gut "Dunkirk" ist.
Dunkirk

Bewertung: 4 / 5

"You call it what you want! You`re down there, we`re up here! You walked into the wrong goddamn room, Commander!" – General Hummel

An dieses Zitat aus dem Film The Rock – Fels der Entscheidung musste ich unweigerlich denken, als ich Dunkirk anschaute – ein Film, der vor allem im Nachhall seine volle Wucht entfaltet. Schon während des Films wurde ich in diese intensive und tiefgehende Inszenierung gezogen. Atmosphäre, Sounddesign und der grandiose Soundtrack vermitteln ein Mittendrin-Gefühl und gleichzeitig eine bedrohliche Stimmung, die den Zuschauer erschaudern und gebannt im Kino- bzw. Fernsehsessel schwitzen lassen. Wenn ein Film das schafft und mich auch nach der Konsumierung weiter beschäftigt – ja sogar noch Tage später – dann hat er wohl etwas absolut richtig gemacht. Und das alles, obwohl er, für einen Kriegsfilm, erstaunlich gut ohne martialische Gewaltdarstellung, Blut und Gedärm, auskommt.

Die Ausgangslage könnte nicht spannender und zugleich hoffnungsloser sein: Ein großer Krieg ist in vollem Gange. Dein Land hat strategisch für seinen Angriff einen denkbar schlechten Ort ausgewählt: Ein Strand, der vom Feind umzingelt ist. Du befindest dich zusammen mit deinen tausenden Kameraden an jenem ungeschützten Strand. Du weißt, es gibt kein Durchkommen und hinter Dir ist das Meer. Es gibt keine Verteidigungen, keine Deckung und Du weißt nicht, was hinter der, zum Strand grenzenden, Dorffassade vor sich geht, wie viele gegnerische Soldaten dort sind, wie sie aussehen, was sie planen. Alle paar Minuten kommt ein Bomber und attackiert den Strand. Der Gegner muss nicht einmal zielen, um ein paar Duzend deiner Kameraden in den Tod zu sprengen. Prophylaktisch legst Du Dich hin und weißt ganz genau, dass dies überhaupt nichts bringt. Dazu die unheilschwangere "jammernde" Musik, von rhythmischem Ticken begleitet… der absolute Wahnsinn.

Anders als in so manch anderem Film ist hier der "gesichtslose Feind" extrem wichtig. Hier geht es nicht in erster Linie darum, dass da der böse Nazi alles platt macht, sondern darum, in einer aussichtslosen Situation zu sein. Metaphorisch ist es ein Berg, den zu besteigen nicht möglich und dessen Abstieg durch schlechtes Wetter, Kälte, Schnee und Eis ein Wettlauf mit der Zeit ist. So sind es dann auch Schiffe, die geschickt werden, um die Soldaten aus der Gefahrenzone zu retten. Schiffe, die selbst zum Ziel werden. Selbst Zivilisten aus der Heimat werden gebeten, mit ihren Kuttern und Segelbooten zur Hilfe zu eilen.

Ein kleiner künstlerischer Kniff ist die Inszenierung des Films in Episodenform. Episode 1 ist dabei die "Strandszene", Episode 2 die "Zivilistenbootszene" und Episode 3 die " Kampfflugzeugszene ". Alle drei Episoden haben eine unterschiedliche Dauer, treffen sich aber zu einem bestimmten Punkt. Zu Beginn wird man zugegebenermaßen etwas verwirrt, wenn man ein und dieselbe Szene plötzlich aus einem anderen Blickwinkel zu sehen bekommt. Ich konnte mich aber sehr schnell an diese Art des Films "gewöhnen" und erwartete praktisch verschiedene Handlungen, was der Spannung jedoch keinen Abbruch tat. So erleben wir die Bootsszene ebenso intensiv, wie die Kampfflugzeugszene. Die Schwierigkeiten, die die Manöver mit sich bringen wird deutlich und auch moralische und ethische Themen werden behandelt.

Hervorzuheben sind auch die Effekte. Nolan verzichtet konsequent auf CGI-Effekte, bzw. hält sie auf einem Minimum. Flugzeuge, Schiffe und Schauplätze sind real und tragen der Atmosphäre dadurch extrem bei. Hans Zimmer konnte, wie schon erwähnt, mit einem unglaublich eindrücklichen Soundtrack glänzen und die Soundeffekte unterstützen das Mittendrin-Gefühl bis ins Mark.

Nolan ist hier ein richtig guter Film gelungen, der insbesondere durch seine Atmosphäre glänzt. Es müssen nicht immer Köpfe aufplatzen, Gedärme fliegen und Körperteile abgerissen werden. Ein Kriegsfilm kann auch mit subtiler Gewalt, düsterer und bedrohlicher Stimmung funktionieren. Für mich ein fast perfekter Genrevertreter auch wenn er aufgrund der Episodenform im ersten Moment unnötig verwirrt.

Dunkirk Bewertung
Bewertung des Films
810
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3 Kommentare
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luhp92 : : BOTman Begins
07.06.2018 16:54 Uhr | Editiert am 07.06.2018 - 16:54 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.272 | Reviews: 138 | Hüte: 330

Toll geschriebene Kritik!
Dem und ZSSnakes Kommentar kann ich mich im Bezug auf den Film nur anschließen.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MrBond : : Moviejones-Fan
07.06.2018 14:07 Uhr
0
Dabei seit: 03.12.14 | Posts: 2.519 | Reviews: 15 | Hüte: 335

@ZSSnake

Vielen Dank für Dein Comment. Wie gesagt, erst mal hat man evtl. Probleme, in diese Erzählweise einzutauchen. Episodenfilme gibt es ja mittlerweil viele und diese machen auch meistens Spaß, aber für gewöhnlich wird es einem vereinfacht, in dem die Episoden nacheinander statt finden. Da sich Dunkirk aber konsequent quasi an die 3 verschiedenen Blickwinkel hält, funktioniert das recht gut. Wenn man sich an diese Vorgehensweise gewöhnt hat und es praktisch verselbstständigt, können sich auch sämtliche kleinen und großen Herausforderungen, ethischen Fragen und moralischen Entscheidungen der Protagonisten frei entfalten.

Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
06.06.2018 20:45 Uhr
0
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.183 | Reviews: 138 | Hüte: 321

Sehr schöne Review die sich auch mit meinem Eindruck zum Film fast exakt deckt. Insbesondere die Unmittelbarkeit und das Mittendrin-Gefühl lassen Dunkirk so extrem stark wirken. Und klar, der Film verschreibt sich komplett seiner Idee und seinem Konzept und verzichtet bewusst auf "die Hauptfigur", dafür kann man mit seinen Quasi-Protagonisten innerhalb der Episoden umso besser mitfiebern, eben grade weil sie so normal, so leicht nachzuvollziehen sind. Man ertappt sich wieder und wieder dabei die nächsten Schritte gemeinsam mit den Figuren zu planen, eben weil man - nicht zuletzt durch Hoyte van Hoytemas Herkulesakt extrem viel mit einer tragbaren IMAX-Kamera zu filmen - immer mittendrin ist und dadurch stets, in Kombination mit dem superben Sounddesign, im Moment gefangen bleibt.

Für mich einer von Nolans stärksten, wenn auch durch den High-Konzept-Ansatz sicherlich nicht sein zugänglichster oder mainstreamigster.

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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