Fast & Furious 7 - Zeit für Vergeltung

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Übertriebenes Actionfest als zynisches Spiegelbild

Fast & Furious 7 - Zeit für Vergeltung Kritik

Fast & Furious 7 - Zeit für Vergeltung Kritik
0 Kommentare - 09.05.2017 von luhp92
In dieser Userkritik verrät euch luhp92, wie gut "Fast & Furious 7 - Zeit für Vergeltung" ist.
Fast & Furious 7 - Zeit für Vergeltung

Bewertung: 3 / 5

Ein krasser Fight zwischen Jason Statham und Dwayne Johnson, kann ein Action-No-Brainer besser starten? Wohl kaum! Wenn man sich "Fast & Furious" vor allem wegen der übertriebenen Action anschaut, sitzt man nach diesem tollen Einstieg zu Beginn des siebten Teils allerdings wie auf heißen Kohlen und wartet darauf, dass es endlich losgeht.

Trailer zu Fast & Furious 7 - Zeit für Vergeltung

Durch die ersten 40 Minuten muss man sich etwas durchkämpfen, weil diese darauf verwendet werden, die filmübergreifende, nicht gerade interessante Handlung der Reihe nach "Tokyo Drift" und Hans Tod neu auszurichten. Des Weiteren scheinen die Produzenten aus Respekt vor dem Ursprung des Franchises und den alten Fans zumindest auf ein einmaliges Autorennen mitsamt halbnackten, Arsch- und Titten schwingenden Frauen nicht verzichten zu wollen. Mich nervt das, aber wenigstens hat man dies ab Teil 6 auf ein Minimum reduziert.

Nach dieser größtenteils öden Exposition kommt "Fast & Furious 7" dann schließlich in Fahrt und entwickelt sich zu einem noch größeren und unterhaltsameren Actionfest als Teil 6. Das Übertriebene und Unlogische wird nun nicht mehr beiläufig eingestreut, sondern offensichtlich zelebriert. Vin Diesel und Jason Statham crashen z.B. in ihren Autos frontal mit Vollspeed zusammen und steigen danach ohne Verletzungen aus dem Wagen. Stumpf ist Trumpf, aber so bierernst muss man das erstmal rüberbringen! Neben einem beeindruckenden Autostunt lässt insbesondere The Rock mein Actionherz höherschlagen, wenn er sich gegen Ende eine Gatling Gun schnappt und alles zu Kleinholz schießt.

The Rock, Jason Statham, Vin Diesel, Michelle Rodriguez, Tyrese Gibson - "Fast & Furious" hat sich längst zu meinem persönlichen "The Expendables" entwickelt. Sung Kang und Gal Gadot sind leider ausgeschieden, mit Nathalie Emmanuel und Kurt Russell hat man dafür aber perfekten Ersatz gefunden. Auf der Schurkenseite finden sich neben Statham des Weiteren Djimon Hounsou, Tony Jaa und Ronda Rousey, da besteht für mich kein großes Interesse an Stallones Altherrentruppe - die trotzalledem mehr Haare auf dem Kopf tragen als die Truppe um Diesel :D

Mit seiner Ernsthaftigkeit und Übertriebenheit fungiert "Fast & Furious 7" für mich auf zweierlei Art und Weise als äußerst zynisches Spiegelbild. Zum Einen werden gängige Filmelemente aufs Korn genommen, Actionfilme leben mitunter vom Klischee des unverwundbaren Helden und den nicht gerade logischen Stunts, dies wird hier auf die Spitze getrieben. Weitaus bemerkenswerter ist allerdings jene Szene, in der Tyrese Gibson und Ludacris mit Machosprüchen um die aus dem Meer steigende Nathalie Emmanuel buhlen. Eine Anspielung auf James Bond, mit welcher der Sexismus des MI6-Agenten ungefiltert offengelegt wird. Neben den Filmelementen fühlt man sich zum Anderen von Szenen mit Realitätsbezug vor den Kopf gestoßen, insbesondere trifft dies auf den Part in Abu Dhabi zu. Die Welt der Ölscheiche mit Prunk und Gloria in so einem positiven Licht darzustellen, das geht doch nicht! Vielleicht ist aber genau dieser politisch unkorrekte Ansatz der richtige Weg, um die wahnsinnige und groteske Welt der "Reichen und Schönen" als das zu zeigen, was sie ist.

Neben all der Action wird über den Film verteilt immer mal wieder das Thema Familie angesprochen, in der Regel aus dem Mund von Vin Diesel. Nun, wenn man sich durch einen Haufen an Gangstern und Polizisten schießt, verfehlt das oberflächliche Hochhalten der Familie größtenteils seine Wirkung. Hatten die Gegenspieler denn keine Familie? Als sehr angenehm und schön empfand ich dagegen den Abschied von Paul Walker!

Nachdem ich in mehreren Kommentaren gelesen hatte, "Fast & Furious 7" solle noch übertriebener ausfallen als "Fast & Furious 6", rechnete ich mit einem Film, der mir noch mehr Spaß bereitet. Der Actionateil, die zynische Ernsthaftigkeit und Paul Walkers Abschied erhalten durch die langweilige Exposition und die oberflächliche Familienthematik jedoch einen kleinen Dämpfer. Aufgrunddessen vergebe ich für Teil 7 ebenso wie für seinen Vorgänger 6/10 Punkten, damit reiht sich der Film innerhalb der Reihe nach "Fast & Furious 6" und "Tokyo Drift" auf Platz 3 ein.

Fast & Furious 7 - Zeit für Vergeltung Bewertung
Bewertung des Films
610
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