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Flash Gordon

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Flash Gordon Kritik

Flash Gordon Kritik

Flash Gordon Kritik
0 Kommentare - 03.07.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Flash Gordon" ist.

Bewertung: 3.5 / 5

Der Planet Mongo lebt im Ausnahmezustand. Der skrupellose Diktator Ming (Max von Sydow) möchte das ganze Universum unter seiner Macht vereinen. Dazu lässt er alle tausend Jahre Naturkatastrophen auf umliegende Sterne einbrechen. Wenn diese auch von den Bewohnern als solchen wahrgenommen werden, lässt er den Planeten in Ruhe. Falls nicht, zerstört er diese Welt. Eines Tages beschließt er, die Erde zu zerstören. Unterdessen sind der Footballspieler Flash Gordon (Sam J. Jones) und die Reiseleiterin Dale Arden (Melody Arsen) sind gerade mit dem Flugzeug nach New York unterwegs. Bald brechen Meteoritenschauer herein und sie müssen Notladen. Dabei fallen sie direkt in die Arme des größenwahnsinnigen und doch genialen Wissenschaftlers Dr. Hans Zarkov (Chaim Topol), der das wahre Ausmaß der Bedrohung durchschaut hat. Zusammen fliegen sie zum Planeten Mongo, wo Falsh gegen den Diktator Ming antreten wird.

Nun sitzt man da, die Augen weit geöffnet, die Gedanken fest bei einem Film wie Flash Gordon. Man sucht und sucht und versucht dabei einen Zugang dazu zu finden, was man dort erlebt und gleichzeitig, versucht man die passenden Worte zu finden, um sie niederzuschreiben. Ehrlich gesagt ist Flash Gordon ein Werk, daß einen sprachlos macht und zu dem man vermutlich in den meisten Fällen ein recht klares Verhältnis pflegt. Abstrus schlecht, oder eben herrlich schlecht. Das wären die Fazite, die man zum Werk von Mike Hodges ziehen muss. Dann ist es aber ehrlich gesagt auch fast schon obsolet sich dazu, zu äußern, was dieses oder jenes zu bedeuten hat. Tatsächlich ist der Film ein recht klassischer Film und natürlich hat auch jeder Depp und seine Mutter schon erklärt, was Flash Gordon zu bedeuten hat. Ja, die Vorlage diente als Vorlage zu Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung (1977) und Flash Gordon steht ironischerweise – auch im Besonderen im Deutschen durch die Vertonung – in der direkten Nachfolge des kommerziellen Erfolgs des Werks von George Lucas. Nun ist der Film schlecht gespielt, schlecht geschrieben und schlecht inszeniert. Er versagt auf allen Ebenen der Kunst: Das wissen wir ja bereits. Doch warum ist er so herrlich genüsslich?

Ich will hier niemanden anlügen und so tun, als würde ich auf die letzte Frage eine clevere Antwort wissen. Flash Gordon ist im Prinzip ein Kult-Film, wie viele andere. Man muss sich da nur mal Super Mario Bros. (1993), Street Fighter – Die entscheidende Schlacht (1994) oder The Room (2003) zu Gemüte führen und wenn man diese Filme ob ihrer skurrilen Art und Weise irgendwie schätzt, wird man auch mit Flash Gordon etwas anfangen können. Fertig, mehr ist dazu beinahe nicht zu sagen. Wobei der Kern der Geschichte, natürlich durchaus vieles zu sagen hat. Gerade wenn man einen jungen Sportler in eine Parallelwelt verfrachtet und dort gegen einen Diktator antreten lässt, ist das durchaus der Rede wert. Denn im Prinzip zeichnet Flash Gordon auch das, was George Lucas bereits in seinem Opus Magnum herausstellte. Im Kern vom Film steht also der Kampf gegen den Faschismus. Ein Diktator, von zweifelhafter Herkunft, der das Böse über die Welt bringt und Menschen versklavt. Nun ist es nicht so, als würde Flash Gordon da tiefer ins Detail gehen und diese Welt weitläufig erläutern. Man versteht den Film auch nicht unbedingt aufgrund der Tatsache, daß Mike Hodges ihn so super inszenieren wurde. Es liegt viel eher daran, daß die Geschichte ohnehin relativ banal anmutet und man sich fragen muss, ob das nun wirklich noch wichtig ist, was da passiert. Eigentlich ist man eher verstört und fasziniert zugleich, mit welcher Ernsthaftigkeit der Film absurd Ideen in die Tat umsetzt.

Es wirkt unterdessen auch wie eine Mischung aus Telenovela und Märchen-Action. Zwei zerstrittene Völker. Adel, der lernen muss, wie cool oder gefährlich Flash Gordon als Figur ist und mittendrin das zweifelhafte „Schauspiel“ von Sam J. Jones. Man fragt sich dann, ob das überhaupt seine Schuld ist, oder ob das Skript einfach so absurd ist, daß es gar keinen Raum für echte Dramatik zulässt. Wäre der Film nicht so schlecht, dann wäre er vermutlich auch heute in Vergessenheit geraten. Insofern ist es ironischerweise seine Stärke, daß er so schlecht ist. Und fragst du dich als halbwegs rational denkender Mensch, warum da ein Max von Sydow, gelb angemalt, mit Schlitzaugen durch die Welt streift und absonderliche Dialoge und Herrschaftsphantasien in die Welt trägt. Dies ist ungefähr so problematisch und unangebracht, wie die Verunglimpfung asiatischer Menschen als Schlitzaugen. Es ist einfach ein Phänomen, warum man hier nicht auf einen Asiaten gesetzt hat und das sorgt natürlich für herrliche Unterhaltung, wenn man Gefallen an einem gewissen Zynismus empfindet. Und dann sind es natürlich so leicht seltsame Ideen, wie etwa eine nymphomanische Prinzessin, ein Sportler mit einem goldenen Schwert und Männer mit Haaren an jeder Stelle ihres Körpers, die mitsamt Engelsflügeln und goldenen Plastik-Rüstungen durch die Luft gleiten. Ja, wo soll man denn da jetzt irgendeine Form von Authentizität verspüren? Es ist einfach die Krönung der Absurdität und ein herrlicher Genuss.

Natürlich ist das aus heutiger Sicht heraus, aber gar nicht mal so absurd. Tatsächlich wirkt Flash Gordon, trotz der Tatsache, daß er im Jahr 1980 erschienen ist und damit in einem Jahr, als die 1980er Jahre eben noch nach einer Identität suchten, wie das 80er Jahre Schund-Produkt schlechthin. Die Überbeleuchtung, ein billiger Queen-Soundtrack und ganz schrille Bilder, die Anfang bis Ende das Werk begleiten. Wenn Flash Gordon als Person auf einem Gleiter durch die Lüfte schwingt, dann ist einfach nur ein wunderschön poetischer Moment. Also in etwa so poetisch, wie ein Schlager im Stile von Layla. Und das macht einfach Spaß, weil man sich da keine Sorgen zu machen braucht, daß die Macher hier zu irgendeiner Erkenntnis gelangen, die einem Sorgen machen müsste. Das ist die geistige Auseinandersetzung mit dem ewigen gut-gegen-böse-Kampf aus der Sicht eines sehr infantilen dreizehnjährigen. Noch nicht ganz erwachsen, aber eben auch kein Kind mehr. Und so darf man Flash Gordon als Gesamtwerk vermutlich auch nicht anders betrachten.

In der Welt von Flash Gordon ist nicht alles absurd, daß darf man durchaus mal voranstellen, weil man das gerne vergisst. Im Prinzip kämpft man hier auf eine herrlich absurde und trashige Weise gegen die Diktatur. Sexuell aufgeladen, absurd schlechte Bilder und Kostüme, wie auch ein Hauptdarsteller, der sein Bestes gibt, so schlecht zu sein, daß man den Film einfach nur hassen oder lieben kann.

Flash Gordon Bewertung
Bewertung des Films
710

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