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Frankenstein kehrt wieder

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What if it had another brain?

Frankenstein kehrt wieder Kritik

Frankenstein kehrt wieder Kritik
0 Kommentare - 29.01.2018 von Silencio
In dieser Userkritik verrät euch Silencio, wie gut "Frankenstein kehrt wieder" ist.

Bewertung: 2.5 / 5

Die Bewohner des Dorfes Frankenstein wissen, warum ihre Felder brach liegen und wer überhaupt Schuld an allem Übel der Welt ist: Frankensteins Monster. Also werden eines Nachts die Pechfackeln und Mistgabeln ausgepackt, denn da hilft nur die Schlossruine in die Luft zu jagen, versteht sich doch von selbst. Doch durch die Explosion wird das Monster aus der Schwefelgrube, in der es seit Ende des letzten Teil gefangen war, befreit. Glücklicherweise ist Ygor (der zwar im letzten Teil von Wolf von Frankenstein erschossen wurde, aber wen kümmert das schon) auch gleich zur Stelle um sich des Monsters anzunehmen. Geschwächt von seinem Martyrium muss es wieder aufgepäppelt werden. Wer wäre da besser geeignet als Frankenstein-Sohn Nr. 2 Ludwig, denkt sich Ygor. Also auf in dessen Heimatdorf. Aber ein Monster wäre kein Monster, wenn ihm nicht Tod und Zerstörung auf Schritt und Tritt verfolgten. Und so stirbt Dr. Frankensteins Kompagnon Dr. Kettering. Nachdem Frankenstein der Geist seines Vaters erscheint und ihm erklärt, er müsse das Monster mit einem guten Hirn versorgen, will Ludwig Dr. Ketterings Denkmaschine in den Kastenkopf verpflanzen. Doch auch Ygor sucht nach einem Weg aus seinem verwachsenen Körper...

„The Ghost of Frankenstein“ von 1942 markiert nicht nur den ersten Film der Reihe ohne Karloff, sondern auch den endgültigen Abstieg in die B-Movie Kategorie. Aufwändige Sets, künstlerischen Anspruch oder thematische Stringenz, das sucht man hier vergebens. Aus dem Vorgänger hat man nur Lugosi übernommen, der wieder in die Rolle des Ygor schlüpft. Zwar hält „Ghost“ zusätzlich ein Wiedersehen mit Lionell Atwill bereit, diesmal spielt er aber Dr. Bohmer, den ehemaligen Mentor und neuerdings Neider des Ludwig Frankenstein. Abgerundet wird die Darstellerriege durch Cedrick Hardwicke (unter anderem bekannt aus „Cocktail für eine Leiche“) als Ludwig Frankenstein, Vielfilmer Ralph Bellamy als Staatsanwalt Erik Ernst und Evelyn Ankers, die bereits in „Der Wolfsmensch“ Lon Chaney Jrs. Love interest geben durfte, als Elsa Frankenstein. Auf dem Regiestuhl sitzt diesmal Erle C. Kenton, der zehn Jahre vorher mit „Die Insel der verlorenen Seelen“ einen Klassiker des Horrorgenres schuf und der für „Draculas Haus“ sowie „Frankensteins Haus“ in die Welt der Universal Monster zurückkehren sollte.

Man merkt „Ghost“ leider an jeder Ecke an, dass hier zynisch die Ausschlachtung des Namens im Vordergrund stand und man den Film nicht mit entsprechendem Geld ausstatten wollte. Gab man sich im letzten Teil der Reihe noch Mühe und steckte Lugosi in ein Kostüm, das seinem Ygor einen morbide-verwachsenen Anstrich gab, spart man sich das ganze Brimborium diesmal. Stattdessen hat man ihm anscheinend einfach die Anweisung gegeben, eine Schulter hochzuziehen und den Kopf zur Seite zu legen. Auch die ausladenden, stimmungsvollen und atmosphärischen Sets, die den visuellen Reiz der Reihe bis jetzt entscheidend geprägt haben, weichen Schauplätzen, die man wohlwollend als klein bezeichnen könnte – wenn man das Worte wie „unwürdig“ oder gar „schäbig“ nicht benutzen will. Außerdem kann Kentons visueller Stil zu keiner Sekunde mit Whale oder Lee mithalten, die stets nach dynamischen Kameraeinstellungen und mehrschichtigen Bildkompositionen strebten. Kenton scheint eher ein Schüler der Point and Shoot-Schule zu sein, alles scheint schnell und effizient heruntergekurbelt zu sein. Das ist nicht besonders gut, aber auch nicht besonders schlecht. Lon Chaney Jr., Sohn der Stummfilmlegende Lon Chaney Sr., wusste im Vorjahr noch als Lawrence Talbot in „Der Wolfsmensch“ zu überzeugen, hat aber die undankbare Aufgabe, in Karloffs Fußstapfen zu treten. Leider gibt ihm das Drehbuch nicht viel, mit dem er arbeiten kann, und so bleibt er etwas blass.

Hinzu kommt, dass das Drehbuch nur so vor Einfällen strotzt, die die Geschichte krampfhaft möglich machen. Natürlich gibt es einen weiteren Frankenstein, von dem wir vorher noch nie was gehört haben, natürlich hat dieser die Aufzeichnungen seines Vaters, natürlich hat sein Anwesen Geheimgänge und natürlich will er die Arbeit seines Vaters vollenden. Spätestens wenn ihm der Geist seines Vaters erscheint (daher der „Ghost“ im Originaltitel), ist dem Streifen nachvollziehbare Logik ziemlich egal. Gerade diese Szene ist aber auch eine der unterhaltsamsten. Colin Clive, der den Henry Frankenstein ursprünglich verkörperte und in „Ghost“ auch in einer Rückblende zu sehen ist, war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten längst tot. Deswegen hat man Cedric Hardwicke einfach zusätzlich den Geist Henry Frankensteins spielen lassen und versucht, das Ganze mit einem Weichzeichnereffekt zu kaschieren. Das ist so dreist, das muss man honorieren.

Generell kann man sagen, dass „Ghost“ vielleicht kein guter, dafür aber ein flotter und unterhaltsamer Film ist, der dank seiner kurzen Laufzeit auch keine Längen aufkommen lässt. „Ghost“ ist keine große Kunst, kein essentielles Genrekino, aber halbwegs solide B-Filmkost, die für sich genommen annehmbar ist, aber dem Ruf der Vorgänger nicht gerecht werden kann.

Frankenstein kehrt wieder Bewertung
Bewertung des Films
510
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