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Fright Night - Die rabenschwarze Nacht

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Die rabenschwarze Nacht – Fright Night Kritik

Fright Night - Die rabenschwarze Nacht Kritik

Fright Night - Die rabenschwarze Nacht Kritik
0 Kommentare - 03.07.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Fright Night - Die rabenschwarze Nacht" ist.

Bewertung: 3 / 5

Charley Brewster (William Ragsdale) ist ein normaler Teenager. Seine Liebe zu seiner Mutter und seiner Freundin Amy Peterson (Amanda Bearse) und zu Horrorfilmen scheinen ihm ein scheinbar sorgloses Leben zu bereiten. Doch als er eines Tages im Nachbarhaus einen Vampir entdeckt, will ihm keiner glauben.

Im Genre des Vampirfilms geht es seit Jahrzehnten mal drunter und drüber. Die Figuren, die, ob Bram Stokers Jahrhundertroman, seit dem vermutlich um einige Komponenten erweitert wurden, sind auf einer rein mythischen Ebene, mit homosexuellen Konnotationen, der Bedeutung von Blut und hierarchischen Konzepten durchaus vieldeutig lesbar. Und das macht sie, wenn denn auch das Gesamtprodukt irgendwo stimmt, zumindest zu recht spannenden Wesen, die auch mal die ein oder andere Frage aufwerfen können. Im Jahr 1986 erschien mit Die rabenschwarze Nacht – Fright Night dann ein Film, der inmitten einer Zeit erschien, in der der Vampir als große Bedrohung und Zentrum des Horrorfilms eigentlich ausgedient hatte. Es waren vor allem Slasher und Teenie-Obszönitäten, die hier das Kino dominierten und das wirft natürlich die Frage auf, ob Regisseur Tom Holland in seinem Debütfilm abseits einer Erinnerung an die alten Tage, auch wirklich noch etwas zu erzählen hat. Und da muss man sagen, daß dem vermutlich nicht so war, weil trotz unbestreitbarer Qualitäten im Film, nie so richtig eine wirkliche inhaltliche Stärke aufweist. Es gibt natürlich hier und da den einen oder anderen Gedanken, der recht clever ist und auch abseits dessen, als Unterhaltungswerk funktioniert dieser hier erstaunlich gut. Doch es bleibt immer belangloses Kino, wie es scheint. Und das wohl auch damals, wie heute.

Ein genauerer Blick auf die Geschichte verrät, daß Die rabenschwarze Nacht – Fright Night nicht nur aber als Hommage an jene Blutsauger funktionieren möchte. Viel eher erinnert doch die Prämisse an einen anderen Klassiker, der vielleicht jetzt nicht sofort jedem in den Kopf kommt, wenn man an einen Vampir-Horrorfilm denkt. Allerdings ist diese Geschichte doch stark an Das Fenster zum Hof (1954) angelehnt, obwohl er einfach ob dieser fehlenden Kleinigkeiten und thematischen Aufarbeitung niemals dessen Klasse erreichen wird. Hier gibt es eben keine behinderte Hauptfigur, keinen pervertierten Voyeurismus und so weiter und so fort. Daß heißt aber auch nicht, daß Regisseur Holland sein Werk von jedweder Form von Subtext und Talent befreit hätte. Denn das hat Holland einfach. Hier ist vor allem auffallend, daß es immer wieder Fernsehsendungen sind und vor allem eine Sendung von diesem Zwinker-Zwinker-Charakter Peter Vincent. Er ist Moderator einer Gruselsendung, die eigentlich abgesetzt wurde und eben damit anachronistisch durchs Leben wandelt. Daß ausgerechnet das Fernsehen läuft, während Hauptfigur Charly Brewster diese Gedanken entwickelt, daß sein Nachbar ein Vampir sein könnte, ist durchaus spannend. Die Verbindung zwischen Medium und Aberglaube ist ja auch dieser Tage relativ aktuell. Nur ist Die rabenschwarze Nacht – Fright Night eben ein Film und nicht die Realität.

Ehrlich gesagt könnte man sich, je nachdem wie weit man diesen Gedankengang spinnt, auch schnell die Laune am Werk nehmen und es ist insofern gefährlich, als daß Holland sich hier die Finger verbrennen kann. Denn immerhin fordert der Film den Zuschauer ja heraus, indem er quasi den Quatsch aus dem Fernseher bestätigt und damit abstruse Ideen legitimiert. Natürlich ist das eben das Weiterspinnen einer eigentlichen Nuance, aber es ist möglich, was das Sehgefühl einfach negativ beeinflussen könnte. Unterdessen braucht der Film aber auch zur Mitte hin etwas, um wieder Fahrt aufzunehmen. Der gesamte zweite Akt ist eine einzige Talfahrt, weil die Hauptfigur eben versucht, zu beweisen. Und wann immer eine Hauptfigur in einem Film etwas zu beweisen versucht und der Zuschauer die Bedrohung in jedweder Form bereits kennt, kann es sehr schnell, sehr langweilig werden. Irgendwann jedoch fängt sich der Film dann auch wieder und man kann sagen, daß die ein oder andere Idee durchaus wieder zum Vorschein kommt. Da ist es dann auch ganz oberflächlich, aber mit tollem Handwerk. So erinnert hier eine Verwandlungssequenz etwa stark an American Werewolf (1981) und Die Fliege (1986). Das ist eckig, das ist direkt und macht damit eine herrlich seltsame Freude. Allgemein muss man sagen, daß sich der Film in Sachen Effekten – ob gut oder schlecht – einfach sehen lassen kann. Denn damit unterstreicht der Film, daß er einen gewissen Charme zu sich hat.

Interessant ist zudem, daß Die rabenschwarze Nacht – Fright Night bereits Mythen über Vampire ironisch ins Absurde führt. So werden hier Knoblauch und Kruzifixe in einem Zimmer aufgehängt, sodass selbst der resilienteste Mensch irgendwann die Fassung verlieren würde. Das interessante ist hierbei, daß es eigentlich nur durch die reine Zurschaustellung überhaupt lustig wird, nach modernen Maßstäben müssten die Figuren dem Zuschauer vermutlich noch vermitteln, wie lustig das eigentlich ist. Und dann kommt Mama Brewster irgendwann an den Punkt, wo sie sich fragen muss, was mit ihrem Sohn eigentlich los ist. Natürlich lässt ein solches Szenario mehrere Lesarten ganz gut zu. So etwa auch, daß es hier zum Wandel im Kind kommt. Machen ja viele dieser Filme. Man erinnere sich da nur einmal an Nightmare II – Die Rache (1985). Und damit ist klar, daß es hier verschachtelt auch irgendwo um die Entdeckung der Sexualität geht und die Abkoppelung von den Eltern. In diesem Fall nur der Mutter.

Mehr auf Spaß, denn auf Inhalt setzt Die rabenschwarze Nacht – Fright Night und bietet dadurch häufig nur die ironische Kommentierung altbekannter Genre-Muster. Es ist eben die Hommage an Vergangenes und kein Kino des Fortschritts. Gleichzeitig ist das, was der Film bietet, durchaus unterhaltsam und lädt ein, Gefallen daran zu finden.

Fright Night - Die rabenschwarze Nacht Bewertung
Bewertung des Films
610

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