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Guardians of the Galaxy

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Guardians of the Galaxy Kritik

Guardians of the Galaxy Kritik

Guardians of the Galaxy Kritik
0 Kommentare - 29.02.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Guardians of the Galaxy" ist.
Guardians of the Galaxy

Bewertung: 4 / 5

Der Outlaw Peter Quill (Chris Pratt) nennt sich selbst Star-Lord. Eines Tages klaut er eine geheimnisvolle Kugel, was eine wahre Kettenreaktion auslöst. Er wird das Opfer einer unerbittlichen Kopfgeldjagd, denn der Terrorist Ronan, der Ankläger (Lee Pace) hat es auf das mächtige Artefakt abgesehen. Damit kann er das Universum ins Ungleichgewicht stürzen. Durch das auf ihn ausgesetzte Kopfgeld, gerät Qull dabei an die ungleichen Außenseiter Rocket (Bradley Cooper), Groot (Vin Diesel), Gamora (Zoe Saldaña) und den Hühnen Drax (Dave Bautista). Bald schon muss das ungleiche Team zusammenarbeiten.

Gewagtes Kino. Perfektion. Ein sofortiger Klassiker. Auf einem Niveau mit Star Wars. All das sind Sätze und Phrasen, die viele Zuschauer und auch Kritiker mit dem ersten, etwas abgedrehten Marvel Cinematic Universe-Film verbinden. Guardians of the Galaxy, ein Werk, daß so anders daherkommt und dennoch auch übliche Kinderkrankheiten aufweist und mitunter sogar sehr seltsame Ideen verbreitet. Nicht ideologisch, oder dergleichen, sehr wohl aber, wenn es um die wohl gerühmte Schreibe geht. Denn gerade, wenn es um die Exposition geht, hat man den Eindruck, daß die Drehbuchautoren James Gunn und Nicole Perlman doch sehr einfache Wege finden, um auch den dümmsten Zuschauer noch abzuholen. Da werden dann Sätze in den Raum gestellt, wie „Ich bin ... und ich stehe in Verbindung zu ...“, oder darauffolgend „Ich bin mit ... Verwandt und ich möchte ...“. Das ist tatsächlich in Sachen Exposition sogar mit das schlimmste, was das Marvel Universum je hervorgebracht hat. Und das mag den Film zwar als Gesamtgefüge nicht wesentlich schlechter machen, es wirkt aber auch nicht gerade so, als würden echte Lebewesen miteinander kommunizieren, sondern als würden teils schlechte Comic Panels aus den 1960ern dem Leser die Welt erklären.

Trailer zu Guardians of the Galaxy

Ähnliche Probleme weist dann der Schurke, Ronan der Ankläger auf. Dieser erklärt im übrigen auch bei seinem ersten Auftreten genau, wer er ist und was er möchte, bleibt aber dabei unglaublich farblos. Und das liegt eben daran, daß keinerlei Verbindung zwischen ihm, und den Anti-Helden auf der Gegenseite aufgebaut wird. Er ist einfach da, weil man eben einen Schurken braucht und daher ist seine Wirkung auf den Zuschauer auch eher vergessenswert. Davon abgesehen ist Guardians of the Galaxy durchaus ein interessanter Film, auch im Übrigen aus heutiger Sicht heraus, weil er den Spagat aus ernsten Themen und Blockbuster noch sehr gut meistert. Wer es etwas aktueller braucht, schaut sich einfach alle Liam Neeson- und Dwayne Johnson-Filme an und wird erschreckend melancholisch, wenn er an Machwerke wie Jungle Cruise (2021), Black Adam (2022), The Commuter (2018), oder auch Unknown Identity (2011) denken muss. Im Übrigen alles Werke von Jaume Collet-Serra. Aber ich schweife ab. Guardians of the Galaxy gelingt es, ein Team von völlig skurrilen Figuren und sehr gebrochenen Charakteren zusammenzubringen, die einen gewissen Zynismus verbreiten, Sarkasmus, aber eben auch eine Herrlichkeit. Die Kunst liegt eben hier in dem Aufeinandertreffen. Klar werden da Konservative Werte, wie die Familienbildung bedient, wodurch der Film eben auch gut in das Schema Disney passt. Aber es ist insofern schon originell.

Gerade wenn da Gegensätze präsentiert werden, ein archaisch sprechender Muskelprotz, ein krimineller Waschbär, ein Baum, allein die Idee ist schon so absurd, daß man sich damit Stunden aufhalten könnte. Natürlich funktioniert die Entwicklung von Seiten, zwischen Gut und Böse, wie üblich relativ banal. Dennoch gibt es da einige kleineren Nuancen, die durchaus positiv auffallen. Gerade wenn es um die Geopolitik und die Schwierigkeit von Frieden geht. Auch das Design, daß mitunter zwar vom Vorgänger noch übertroffen wird, ist natürlich als Hommage an die großen Science-Fiction-Werke der 1960er und 1970er zu werten. Und dabei nicht den Ernst zu verlieren, nun, das ist eine Kunst, die Marvel nur wenige Jahre später mit Thor: Tag der Entscheidung (2017) und das Blockbuster-Kino im Allgemeinen verlieren sollte. Und erst dadurch erkennt man eigentlich, was man an diesem Film hat. Als übergeordnetes Thema steht im Film der Verlust von Zynismus und der Umgang mit Schicksalsschlägen, hin zu einem hoffnungsvollen, optimistischen Leben. Nun muss man sich fragen, ob dies dann wirklich in der Findung einer einfachen Ersatzfamilie zu finden ist, aber grundsätzlich kann man da schon eine gewisse Systemkritik finden. Auch, weil der Film sich damit inhaltlich wirklich eher allegorisch an Menschen richtet, die einen oder mehrere, schwere Schicksalsschläge hinter sich haben. Sowas vergisst man gerne, weil man es natürlich nicht so einfach verbinden und in Worte fassen kann.

Dieser kleinere Konservatismus wird sogar noch dadurch erweitert, daß sich eine gewisse Sentimentalität zum Vergangene, gerade zur vergangenen Technik einschleicht. Am Beispiel er Musik, der Popkultur der 80er Jahre, aber auch an den einfachen Gerätschaften wie dem Walkman, verbindet Gunn hier Traditionalismus, mit Zukunftsvorstellung. Das kann man natürlich kritisch betrachten, weil man dann argumentieren könnte, daß das einfach nur einfaches lamentieren nach dem Motto: „Früher war alles besser“ ist. Doch da würde man dem Film wohl unrecht tun, weil es ja eben keine Rückkehr zum damaligen Leben geben soll. Nicht für Peter Quill, aber auch für den Rest kommt das nicht infrage. Und so besinnt sich der Film zwar auf die Herkunft, will aber wohl nur darauf hinaus, daß man das für sich behalten soll, nur eben auch an dem Wachsen kann und sich auch wandeln kann.

An jeder Ecke und Faser spürt man, daß dort noch eine Menge Geschichten liegen, die es zu erzählen gilt. Das hat man Jahre später dann auch gesehen und das Worldbuildung, wirkt trotz der Skurrilität der Situation und Figuren, so nahbar und organisch, wie selten im Marvel Universum. Gunn gelingt es, die Welt zu erweitern, ohne, daß es ihm im Grunde darum ginge. Ebenso eine Fähigkeit, die man heute vermisst,

Mit Guardians of the Galaxy schafft Marvel Kontrastprogramm, daß sich sehr frisch, sehr ehrlich und tatsächlich nach einer künstlerischen Vision anfühlt. Klar, kleinere Kinderkrankheiten gibt es und es steht auch eher die Unterhaltung im Vordergrund, als tatsächliche Tiefe. Aber darin ist der Film überdurchschnittlich gut.

Guardians of the Galaxy Bewertung
Bewertung des Films
810

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