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L.A. Confidential - Jeder hat seinen Preis

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L.A. Confidential Kritik

L.A. Confidential - Jeder hat seinen Preis Kritik

L.A. Confidential - Jeder hat seinen Preis Kritik
0 Kommentare - 06.07.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "L.A. Confidential - Jeder hat seinen Preis" ist.

Bewertung: 2.5 / 5

Los Angeles zur Weihnachtszeit im Jahr 1953. Der Drogen-Polizist Jack Vincennes (Kevin Spacey) fühlt sich in der Glamour-Welt Hollywoods pudelwohl. Er hat einen guten Draht zum Klatsch-Magazin Hush Hush und Sid Hudgens (Danny DeVito), wodurch er sich ein lukratives Leben leisten kann. Unterdessen arbeitet sich der raubeinige Officer Bud White (Russell Crowe) an prügelnden Ehemännern ab, während der Idealist Lt. Edmund Exley (Guy Pearce) an seinem beruflichen Aufstieg arbeitet. Dafür macht er sich hin und wieder auch bei seinen Kollegen unbeliebt. Durch einen Massenmord in einem Schnellrestaurant geraten die ungleichen Polizisten aneinander und müssen mehr oder weniger zusammenarbeiten. Im Visier haben sie den Millionär und Vertreiber von pornografischen Inhalten Pierce Patchett (David Strathairn), der einen exklusiven Call-Girl-Ring leitet. Eines dieser Callgirls ist Lynn Bracken (Kim Basinger), von der sich die White Informationen über den Tod des Callgirls erhofft.

Inmitten der Traumfabrik kommt es zu einem schrecklichen Mehrfachmord. Die Täter, angeblich drei junge, schwarze, sind schnell gefunden und nach einem kurzen Zwischenfall auch schnell wieder aus der Welt geschafft. Die ermittelnden Polizisten verdienen sich einen guten Ruf und alles kann wieder seinem geregelten Gang nachgehen. Wären da nicht diese Ungereimtheiten, die den von der großen Karriere träumenden Pseudo-Idealisten Ed Exley daran glauben lassen, daß da noch mehr ist, was die Welt bisher noch nicht wusste. Unterdessen ermitteln auch zwei andere Polizisten auf ihre eigene Art und Weise in diesem Mordfall und dabei geraten sie an ein Netz aus Lügen und Intrigen. Seit seinem Erscheinen im Jahr 1997 gilt L.A. Confidential als einer der modernen Klassiker der Filmgeschichte. Ein Neo-Noir-Kirminalfilm, als Hommage an das goldene Zeitalter in Hollywood. Ausgeschmückt mit einer Geschichte über Intrigen und Verrat und einer Truppe von wichtigen Figuren, die alle einen gewissen Typus von Moral darstellen. Und mal abgesehen davon, daß man das natürlich als Neo-Noir-Film schätzen kann und sicherlich auch in all diesen dunklen Gestalten einige wirklich wichtige und interessante Analogien herstellen kann, wirkt Curtis Hansons Opus Magnum doch in weiten Teilen stark überfrachtet.

Man muss sich ja nur mal vor Augen führen, was hier alles verhandelt wird. Korruption bei der Polizei. Dubiose Geschäfte in der Filmbranche. Die Moral der drei Akteure. Die vierte Gewalt in Form von Sid Hudgens. Rassismus. Lügen. Intrigen und so weiter und so fort. Mit seinem Charme lässt sich das natürlich leichter ertragen, aber man kommt unweigerlich trotzdem irgendwann an den Punkt, wo man sich als Zuschauer fragen muss, will man dem ernsthaft folgen? Denn L.A. Confidential berichtet primär von einer Welt, die destruktive Folgen hat für all diejenigen, die einen Ehrenkodex zu sich haben. Im Kern geht es hier also irgendwo um ein Ehrgefühl, um Männer, die ihr Leben in der Nacht riskieren und davon am Tag nicht allzu viel haben werden. Ja, vielleicht steigen sie ob dieser Chance auch in einen höheren Rang auf, wenn sie denn das gesamte Drama überleben. Auf der anderen Seite wartet auf diese Figuren herzlich wenig. Liebe, kennen sie nicht. Maximal noch Bud White, der ob seines seichteren Gemüts und seiner ruppigen Art aber auch ohnehin nicht gerade der nachdenklichste Mensch ist. Karrieren können natürlich auch nur allzu gut befeuert werden, wenn man die eigenen Reihen säubert. Nicht, daß das nicht nötig wäre, immerhin ist Korruption ein Problem. Nun, auf der anderen Seite allerdings, ist es übertragen auf die tatsächliche Realität ein Kampf, der beinahe aussichtslos ist. Dann bleibt es also eher Eigennutzen.

Tja und dann zeichnet sich hier der ein oder andere ab, der eben Teil des Problems ist, was den Zynismus und die Gewaltspirale von L.A. Confidential ja nur noch höher treibt. Insgesamt hat man aber dennoch den Eindruck, als habe Henson nicht gerade ein Interesse daran, wirklich einen unterhaltsamen Film zu in inszenieren. Viel eher wirkt das Werk so, als ginge es darum, durch die gewählte Prämisse und den Morast, durch den die Figuren watschen, eine systemische Kritik zu veräußern. Das wird dann aber ab einem gewissen Zeitpunkt so verkompliziert und verschachtelt, daß es tatsächlich fast die Mühe gar nicht wert ist. Drei tote Schwarze, ein schnell gelöster Fall, dann ein Chirurg, dann drei Moralisten, dann die Polizei, dann die Politik. Ja, es ist ein Spinnennetz, daß die Verbindung einer innersystmischen Verschwörung aufbereitet und dann wird es sogar ein wenig knifflig. Heute, in der Gegenwart sprechen wir immer wieder davon, daß eine Systemkritik angebracht ist. Aber eben auch in einem gewissen Rahmen. Was hier als Verschwörung allerdings aufgegriffen, wird im Folgenden immer größer und größer, sodass sich ein leichtgläubiger Dauergast in einer Kneipe einreden kann, er habe es schon immer alles verstanden. Die Politik ist das Böse. Die Exekutive ist das Böse und die kleinen Leute werden gegeneinander ausgespielt und zu Bauernopfern. Ja, diese ach so größte Verschwörung ist indessen nicht einmal sonderlich originell.

Natürlich wird man das jetzt als Majestätsbeleidigung verstehen, wenn in diesem Fall ein L.A. Confidential nicht in den Himmel gelobt wird. Und ich gebe an der Stelle auch offen zu, daß es mich ein wenig irritiert, wie hier von hier nach da gesprungen wird, nur um zu dem Schluß zu kommen, daß der Ausgangspunkt eigentlich auch der Endpunkt ist. Das ist die Mühe beinahe nicht wert, weil man sich auch inhaltlich da stark an klassischen Tropen des Polizeifilms der 1970er Jahre bedient. Zumal ich das Gehabe, um „Männer“ die gegen alles aufstehen und sich erheben einfach ein wenig altbacken empfinde. Natürlich ist das streitbar, denn einen Mann zu definieren, ist auch nicht allzu leicht. Aber der Film spielt halt mit metaphorischen Begrifflichkeiten, die in einer neoliberalen Welt keinen Platz haben. Ehre, Moral und „der Mann“ als bildliches Konzept, nur um das dann aufzudröseln und zu der Erkenntnis zu gelangen, daß das eigentlich keinen Platz dort hat. Auch das Ende um Ed Exley unterstreicht ja diese These. Und wenngleich da eine a-moralische Hoffnungslosigkeit, im Hinblick auf die Wahrheit Platz hat und stattfindet, ist das im Sinne des Mafiafilms, dessen Kehrseite dieser hier darstellen will, eigentlich auch Tradition. Und damit spielt das Werk ja auch.

Verkopft, verworren und etwas aus der Zeit gefallen gilt L.A. Confidential als Klassiker des modernen Kinos. Ehrlich gesagt möchte man den Film auch so sehen und auf dem Blatt, klingt das auch alles relativ unterhaltsam. Doch die Irrungen und Wirrungen, die im Verlauf der Geschichte ohnehin nur auf einen Punkt hinauskommen können, sind dafür viel zu verschachtelt und langatmig.

L.A. Confidential - Jeder hat seinen Preis Bewertung
Bewertung des Films
510

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